GTD-Kontexte angepasst

Getting Things Done (GTD) arbeitet ja nicht nur mit einer Aufgabenliste, sondern nutzt verschiedene Kontextlisten. Jede dieser Listen trägt nur Aufgaben, die man in einem bestimmten Kontext erledigen kann. Also beispielsweise „@Telefon“ oder „@Computer“ oder „@Büro“ oder „@Einkäufe“ und vieles mehr. Dank der Kontextlisten wird so die Aufgabenliste aufgeteilt und allein dadurch schon übersichtlicher.

Viele Leute arbeiten jedoch gar nicht in so vielen Kontexten. Oft arbeiten wir die meiste Zeit am Computer. Das ist natürlich nicht in jedem Job so, doch bei Kopfarbeitern fallen oft 80-90% der Aufgaben in die Kontexte „@Computer“ und „@Telefon“.

Der Sinn der Kontextlisten hat sich mir von Beginn an erschlossen, aber waren für mein Umfeld nicht unbedingt praktikabel. Deshalb habe ich mich auf die Suche nach Alternativen gemacht. Bei einem Freund bin ich fündig geworden: Der hat zustäzlich zu den GTD-Kontexten noch die voraussichtlich benötigte Energie notiert.

Ich habe diese Idee übernommen und notiere nun bei meinen Aufgaben, wie viel Konzentration ich für die Erledigung benötige. So sind meine Aufgaben eingeteilt in „niedrig“, „mittel“ und „hoch“.

Wenn ich also eine neue Aufgabe beginnen will, dann horche ich in mich hinein und überlege kurz, wie fit ich mich fühle. Je nachdem wähle ich eben eine Aufgabe aus, für die ich mich sehr, nur mittel oder gar nicht so konzentrieren muss.

Es gibt viele GTD-Jünger, die peinlich genau darauf achten, dass sie GTD dem Buchstaben getreu umsetzen. Das kann man tun, aber GTD bietet genug Flexibilität, um sein ideales System zu finden. Dazu gehören auch die Kontexte. Vielleicht gibt es auch noch andere Kontexte, die für Sie und Ihr Umfeld nützlich sein könnten. Wer verschiedene Arbeitsplätze hat, teilt vielleicht seine Aufgaben danach ein. Oder vielleicht lohnt es sich auch, die Aufgaben konsequent nach Projekte einzuordnen, wer weiss. Hauptsache, Sie verstehen den Sinn der Kontextlisten und finden dann das System, welches Ihnen am meisten dient.

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Ivan Blatter

Über Ivan Blatter

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So einfach wie möglich, immer persönlich und individuell.

8 Gedanken zu “GTD-Kontexte angepasst”

  1. Das ist ein interessanter Gedanke, den ich gern mal auf meine Belange hin testen werde. Auch mir geht die „linientreue“ Umsetzung des GTD zu weit. Man muss ein persönliches System finden, dass bei einem eben funktioniert und wenn das nun einmal ein StevenCovey/DavidAllen/Pareto/Eisenhauser/Prioritäten/LeoBabauta/Mischmasch ist, dann ist es eben auch ok. Hauptsache man fühlt sich bei der Umsetzung wohl. Man sollte eben offen für alles ein.

  2. @Christoph: Genau! Doch wie heisst es so schön? Um Regeln zu brechen, muss man sie zuerst kennen. Deshalb ist es wichtig, zuerst zu verstehen, weshalb all diese Leute das geschrieben haben, was sie geschrieben haben. Ganz zufällig war das ja auch nicht.

    Sobald man das verstanden und eigene Erfahrungen gesammelt hat, kann man frisch drauf los „optimieren“.

  3. Ich beschäftige mich schon recht lange mit der Art und Weise, wie ich mich organisiere. Es gibt kaum eine to-do Anwendung, die ich noch nicht getestet, keine GTD Applikation, die ich bei mir nicht eingeführt, keine Kalenderlösung (ob Papier oder PC), die ich mir nicht gekauft habe. Das Ganze habe ich bis zur Vollendung getrieben … und alles zerplatzte wie eine Seifenblase. Im alten GTD Forum hatte ich mal ein Beispiel genannt: Den Outlook Kalender mit Handy synchronisiert, auf Papier ausgedruckt (auf Papier ist das ja viel schöner) um den Ausdruck dann einzuscannen, damit ich ihn auch auf dem FTP Server einsehen kann, um ihn dann dort wieder auszudrucken (im Filofax hat man ja eine tolle Übersicht) bis man feststellt, dass das A5 Format nicht in die Jeans passt, ihn dann (digital ist ja doch irgendwie flexibler) wieder ins Outlook eintickert und dann schnell noch auf den nächsten PocketMod ausdruckt (man weiß ja nie) . Hatte ich schon die Syncs zwischen Outlook/Google/ Handy erwähnt? Eine echte Odysee! Wenn ich bedenke, was ich an Geld und Zeit investiert habe, wird mir ganz schlecht und wenn ich dann sehe, dass meine Frau (völlig PC abstinent) den Hund, die Kinder, den Haushalt, die Hobbys, den Sport, das Haus und den völlig durchgedrehten Ehemann (der immer wieder mit dem tollsten Orga-Spielzeug nach Hause kommt) mit Hilfe eines ollen Werbe-Kugelschreibers (der noch nicht mal digitalisieren kann oder zumindest einen Schwan oder ähnlichem auf der Kappe hat) und einem blöden A5 Collegeblock alles prima organisiert, stelle ich mir dann doch die Frage nach dem Sinn. Prokrastination as it best. Meine Frau sagt immer: Red´nich, mach! Eigentlich recht weise, oder?

  4. http://www.thinkingrock.com.au (sa sind die energien bereits eingearbeitet)
    @christoph: frauen können das, weil sie im gegensatz zu uns keine wissenschaft draus machen wollen, sondern es tatsächlich nur instrumentell nutzen. und wir konkurrieren mit den neuesten gtd-erkenntnissen ;)

  5. Das zeigt doch wieder einmal, dass wir uns viel zu sehr mit den Instrumenten und zu wenig mit dem Inhalt beschäftigen. Ich kenne das, habe ich doch selber alle möglichen und unmöglichen System ausprobiert. Nun, jetzt kann ich das als Trainer wenigstens unter „berufliche Weiterbildung“ abbuchen. :-)

    Wir versuchen oft, zuerst das perfekte System oder die perfekte Umgebung zu schaffen, bevor wir loslegen. Und manchmal verlieren wir uns darin. Ein schöner Artikel dazu von Scott Ginsberg (The Guy with the Nametag): Just GO.

  6. Hallo Ivan,

    „Es gibt viele GTD-Jünger, die peinlich genau darauf achten, dass sie GTD dem Buchstaben getreu umsetzen.“ Naja – meiner Erfahrung nach gibt es viel, viel mehr, die GTD nach 5 Minuten Wikipedia-Lektüre „anpassen“/“customizen“ und das dann ihrer Umgebung wieder als „GTD“ anpreisen. Sicheres Indiz: ständiges Gejammer über selbst geschaffenen Outlook-/Blackberry-/Moleskine-Probleme und alle 2 Wochen die Frage, was man jetzt am besten für neue „Tools“ kaufen sollte… ;-)

    Spricht nix dagegen, auf einer Aufgabenliste auch zu vermerken, ob man eine Aufgabe mit Autopilot erledigen kann oder mehr Geist dafür benötigt. Um die Kontexte kommt man ohnehin nicht herum, weil man auch mit noch so viel Esprit z. B. auf dem stillen Örtchen nicht telefonieren sollte :-)))

    Man kann sich alternativ auch ganz auf seine Intuition bei der Auswahl der nächsten Aufgabe verlassen, dann landet man bei einem System ähnlich Mark Forsters‘ „Autofocus“: http://www.markforster.net/german/. Bei ihm entspricht einem Kontext in etwa ein Notizblock, er trennt aber nur zwischen „Zuhause“ und „Auf der Arbeit“, ich nehme aber mal an, dass er auch mehr Blöcke benutzen würde, wenn sein aktuelle Leben mehr offensichtliche Kontexte hätte.

    Gruß
    Rolf

  7. @Rolf: Es gibt natürlich beide. Bei denen, die ständig auf der Suche nach neuen Tools sind, frage ich mich dann, wie die arbeiten. Überlegen die sich auch stundenlang, wie sie ihre Kundenanfragen am besten verwalten oder beantworten sie die Anfragen auch einmal? :-)

    Das Autofocus-System kenne ich, ich war Beta-Tester des Programms. Dieses System liegt mir weniger, das ist mir dann doch zu unstrukturiert. Ich brauche von meinem Typ her ein System mit einer festeren Struktur wie eben GTD, aber nicht so einengend wie bei einer klassischen Tagesplanung.

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