Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)
Stehen Sie auf
© Depositphotos.com / Yuri_Arcurs

Sitzen wir heute schon als das neue Rauchen bezeichnet. Ob das wirklich so ist? Ich weiss es nicht…

Zweifellos bringt das Arbeiten im Stehen aber viele Vorteile.

Als ich mich nach meinem Studium an meine Dissertation machte (die ich dann später erfolgreich abbrach), kaufte ich ein Stehpult. Zugegeben: Ästhetische Gründe und das Gefühl, das gehöre zu einem “Gelehrten” dazu, spielten eine gewichtige Rolle.

In den vergangenen Jahren habe ich phasenweise sehr häufig bis sehr wenig am Stehpult gearbeitet. Seit einem guten Jahr arbeite ich wieder bewusster und praktisch täglich an meinem Stehpult.

Die Vorteile des Stehpultes

Meine persönlichen Erfahrungen zeigen:

  • Ich bewege mich mehr. Stocke ich grad mal in einem Artikel, dann gehe ich ein paar Schritte zum Fenster um nachzudenken.
  • Ich habe eine gesündere Haltung als auf einem super-bequemen Chefsessel. Logische Folge: Keine Rückenschmerzen. Das war früher ein echtes Problem. Lange Menschen tendieren dazu, sich kleiner zu machen, oder haben häufig Probleme mit dem Rücken. Ich bin 1.96m und der Rücken war immer meine Schwachstelle. Seit ich ihn bewusst pflege (Krafttraining, bewusste Haltung usw.) kenne ich keine Rückschmerzen mehr.
  • Ich fokussiere mich besser und bin dadurch produktiver. Ob das wirklich etwas mit dem Stehen zu tun hat, weiß ich nicht. Fakt ist: Durch die bessere Haltung, atme ich besser und tiefer, was zweifellos dem Fokus hilft. An meinem Schreibtisch habe ich einen zweiten Bildschirm, der zwar toll ist, aber auch ablenken kann. Am Stehpult arbeite ich ausschließlich an meinem Laptop und fokussiere mich auf ein einziges offenes Programm.

Jochen Mai hat drei weitere Vorteile aus verschiedenen Studien zusammengesammelt:

  1. Sie reduzieren das Risiko von Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten.
  2. Sie verlängern Ihr Leben.
  3. Sie nehmen ab.

Lesen Sie direkt auf der Karrierebibel die Einzelheiten nach: Sitzen ist das neue Rauchen: Die Vorzüge von Stehpulten im Büro

“Aber das geht bei mir nicht…”

Doch, natürlich geht das auch bei Ihnen!

Sie müssen ja nicht gleich so radikal sein wie Markus Cerenak, der seinen Schreibtisch komplett entsorgt hat (und hier darüber schreibt: “Warum ich meinen Schreibtisch für immer entsorgt habe“). Nebenbei: Der Artikel ist ohnehin lesenswert, aber er hat auch eine großartige Infografik!

Vielleicht können Sie in Ihrem Büro nicht gleich Möbel ersetzen oder neue anschaffen. Aber Sie können zweifellos diese fünf Dinge hier tun:

  1. Nutzen Sie einen niedrigen Schrank oder ein hohes Sideboard als Stehpult. Genau das tat ich in meinem letzten Job als Angestellter. Dort bin ich zum Lesen von Akten einfach aufgestanden und habe meinen Schrank als Stehpult genutzt. Funktionierte perfekt!
  2. Organisieren Sie Stehungen statt Sitzungen. Steve Jobs hat viele wichtige Meetings beim Spazieren abgehalten (nachzulesen in seiner Biografie). Tun Sie es ihm gleich.
  3. Arbeiten im CaféNutzen Sie die Stehtische in der Cafeteria. Häufig hat es nämlich Stehtische oder eine Art Bar in der Cafeteria. Wieso nicht dort mal den Kaffee schlürfen oder etwas besprechen? Übrigens: Ich arbeite öfters in einem Café und nutze zwischendurch gerne einen der Stehtische. Wie das aussieht, sehen Sie auf dem Bild hier rechts (zugegeben: zusammen mit dem Espresso wird’s etwas eng :-) ).
  4. Stehen Sie zum Telefonieren immer auf. Bereits das bringt neuen Schwung in Ihren Alltag.
  5. Stehen Sie alle 30-60 Minuten auf und bewegen Sie sich. Bauen Sie überhaupt mehr Bewegung in den Alltag ein: Rufen Sie den Kollege drei Büros nebenan nicht an, sondern gehen Sie vorbei. Boykottieren Sie den Fahrstuhl. Oder steigen Sie eine Haltestelle früher aus und laufen Sie den Rest.
  6. Sprechen Sie mit Ihrem Boss oder kaufen Sie selbst ein einfaches Stehpult. Vielleicht findet Ihr Boss die Idee nicht so toll wie Sie und will keine neuen Tische anschaffen. Dann tun Sie Folgendes: Im Artikel von Markus Cerenak, auf den ich oben verwies, lernen Sie, dass es bereits sehr günstige, einfache Laptop-Stative gibt. Kaufen Sie sich einfach selbst so ein Stativ.
  7. Investieren Sie wenigstens einen guten Stuhl. Falls Sie kein Stehpult kaufen können oder wollen, dann überprüfen Sie Ihren Stuhl. Die besten Stühle sind diejenigen, auf denen Sie sich nicht lümmeln können und auf denen Sie sich immer wieder neu ausbalancieren müssen. So wie bei einem Gymnastikball. Ich nutze einen Swopper. Sauteuer, aber genial!

Der Mensch kennt drei natürliche Positionen: Liegen, Stehen, Sitzen. Das erste tun Sie über Nacht, für die beiden anderen müssen Sie selbst sorgen.

Keines der Extreme ist gut: Es ist weder gut, den ganzen Tag zu sitzen, noch ist es gut, den ganzen Tag zu stehen.

Wie so oft gilt auch hier: Die Mischung macht’s.

P.S.: Und jetzt raten Sie mal, wo dieser Artikel entstand. :-)

Mein Stehpult
Mein Stehpult

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