Stehen Sie auf: Weshalb und wie Sie mehr stehend arbeiten können

Stehen Sie auf
© Depositphotos.com / Yuri_Arcurs

Sitzen wird heute schon als das neue Rauchen bezeichnet. Ob das wirklich so ist? Ich weiss es nicht…

Zweifellos bringt das Arbeiten im Stehen aber viele Vorteile.

Als ich mich nach meinem Studium an meine Dissertation machte (die ich dann später erfolgreich abbrach), kaufte ich ein Stehpult. Zugegeben: Ästhetische Gründe und das Gefühl, das gehöre zu einem „Gelehrten“ dazu, spielten eine gewichtige Rolle.

In den vergangenen Jahren habe ich phasenweise sehr häufig bis sehr wenig am Stehpult gearbeitet. Seit einem guten Jahr arbeite ich wieder bewusster und praktisch täglich an meinem Stehpult.

Die Vorteile des Stehpultes

Meine persönlichen Erfahrungen zeigen:

  • Ich bewege mich mehr. Stocke ich grad mal in einem Artikel, dann gehe ich ein paar Schritte zum Fenster um nachzudenken.
  • Ich habe eine gesündere Haltung als auf einem super-bequemen Chefsessel. Logische Folge: Keine Rückenschmerzen. Das war früher ein echtes Problem. Lange Menschen tendieren dazu, sich kleiner zu machen, oder haben häufig Probleme mit dem Rücken. Ich bin 1.96m und der Rücken war immer meine Schwachstelle. Seit ich ihn bewusst pflege (Krafttraining, bewusste Haltung usw.) kenne ich keine Rückschmerzen mehr.
  • Ich fokussiere mich besser und bin dadurch produktiver. Ob das wirklich etwas mit dem Stehen zu tun hat, weiß ich nicht. Fakt ist: Durch die bessere Haltung, atme ich besser und tiefer, was zweifellos dem Fokus hilft. An meinem Schreibtisch habe ich einen zweiten Bildschirm, der zwar toll ist, aber auch ablenken kann. Am Stehpult arbeite ich ausschließlich an meinem Laptop und fokussiere mich auf ein einziges offenes Programm.

Jochen Mai hat drei weitere Vorteile aus verschiedenen Studien zusammengesammelt:

  1. Sie reduzieren das Risiko von Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten.
  2. Sie verlängern Ihr Leben.
  3. Sie nehmen ab.

Lesen Sie direkt auf der Karrierebibel die Einzelheiten nach: Sitzen ist das neue Rauchen: Die Vorzüge von Stehpulten im Büro

„Aber das geht bei mir nicht…“

Doch, natürlich geht das auch bei Ihnen!

Sie müssen ja nicht gleich so radikal sein wie Markus Cerenak, der seinen Schreibtisch komplett entsorgt hat (und hier darüber schreibt: „Warum ich meinen Schreibtisch für immer entsorgt habe„). Nebenbei: Der Artikel ist ohnehin lesenswert, aber er hat auch eine großartige Infografik!

Vielleicht können Sie in Ihrem Büro nicht gleich Möbel ersetzen oder neue anschaffen. Aber Sie können zweifellos diese fünf Dinge hier tun:

  1. Nutzen Sie einen niedrigen Schrank oder ein hohes Sideboard als Stehpult. Genau das tat ich in meinem letzten Job als Angestellter. Dort bin ich zum Lesen von Akten einfach aufgestanden und habe meinen Schrank als Stehpult genutzt. Funktionierte perfekt!
  2. Organisieren Sie Stehungen statt Sitzungen. Steve Jobs hat viele wichtige Meetings beim Spazieren abgehalten (nachzulesen in seiner Biografie). Tun Sie es ihm gleich. – Klicken Sie auf diesen Link und kaufen etwas ein, bekomme ich von Amazon eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis nicht.
  3. Arbeiten im CaféNutzen Sie die Stehtische in der Cafeteria. Häufig hat es nämlich Stehtische oder eine Art Bar in der Cafeteria. Wieso nicht dort mal den Kaffee schlürfen oder etwas besprechen? Übrigens: Ich arbeite öfters in einem Café und nutze zwischendurch gerne einen der Stehtische. Wie das aussieht, sehen Sie auf dem Bild hier rechts (zugegeben: zusammen mit dem Espresso wird’s etwas eng :-) ).
  4. Stehen Sie zum Telefonieren immer auf. Bereits das bringt neuen Schwung in Ihren Alltag.
  5. Stehen Sie alle 30-60 Minuten auf und bewegen Sie sich. Bauen Sie überhaupt mehr Bewegung in den Alltag ein: Rufen Sie den Kollege drei Büros nebenan nicht an, sondern gehen Sie vorbei. Boykottieren Sie den Fahrstuhl. Oder steigen Sie eine Haltestelle früher aus und laufen Sie den Rest.
  6. Sprechen Sie mit Ihrem Boss oder kaufen Sie selbst ein einfaches Stehpult. Vielleicht findet Ihr Boss die Idee nicht so toll wie Sie und will keine neuen Tische anschaffen. Dann tun Sie Folgendes: Im Artikel von Markus Cerenak, auf den ich oben verwies, lernen Sie, dass es bereits sehr günstige, einfache Laptop-Stative gibt. Kaufen Sie sich einfach selbst so ein Stativ.
  7. Investieren Sie wenigstens einen guten Stuhl. Falls Sie kein Stehpult kaufen können oder wollen, dann überprüfen Sie Ihren Stuhl. Die besten Stühle sind diejenigen, auf denen Sie sich nicht lümmeln können und auf denen Sie sich immer wieder neu ausbalancieren müssen. So wie bei einem Gymnastikball. Ich nutze einen Swopper. Sauteuer, aber genial! Klicken Sie auf diesen Link und kaufen etwas ein, bekomme ich von Amazon eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis nicht.

Der Mensch kennt drei natürliche Positionen: Liegen, Stehen, Sitzen. Das erste tun Sie über Nacht, für die beiden anderen müssen Sie selbst sorgen.

Keines der Extreme ist gut: Es ist weder gut, den ganzen Tag zu sitzen, noch ist es gut, den ganzen Tag zu stehen.

Wie so oft gilt auch hier: Die Mischung macht’s.

P.S.: Und jetzt raten Sie mal, wo dieser Artikel entstand. :-)

Mein Stehpult
Mein Stehpult

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Ivan Blatter

Über Ivan Blatter

Ich bin Personal Trainer für neues Zeitmanagement und zeige meinen Kunden, wie sie ihre Produktivität verdoppeln und mehr erreichen, ohne sich dabei auszulaugen.

Ich helfe einerseits Solopreneuren und Unternehmern, ihr persönliches Zeitmanagement zu verbessern, so dass sie ihr volles Potential umsetzen können für ein erfolgreiches Business mit mehr Freude und Motivation. Andererseits unterstütze ich Unternehmen dabei, die Produktivität ihrer Teams zu erhöhen und so die Ziele schneller zu erreichen.

So einfach wie möglich, immer persönlich und individuell.

6 Gedanken zu „Stehen Sie auf: Weshalb und wie Sie mehr stehend arbeiten können“

  1. Dankeschön für diese Anregungen. Ich habe in letzter Zeit immer mehr Probleme mit meinem (Maus-)Arm und da könnte ab und zu eine Arbeitsrunde im Stehen gute Abhilfe schaffen!

    Übrigens: Das Foto vom Stehpult im Cafe hat bei mir gleich sehr positive Erinnerungen ausgelöst: Ich habe dort vor Jahren einige sehr produktive und kreative Stunden mit ein paar Kollegen verbracht. So einen Ort würde ich mir in München auch wünschen, um ab und zu zum arbeiten dorthin auszuweichen – sei es im stehen, sitzen oder liegen ;-)

  2. Mag schon richtig sein, dass öfters mal aufstehen und verschiedenes im Stehen erledigen gesünder ist als dauernd sitzen.
    Aber dass Sitzen so ungesund ist wie Rauchen – das ist doch sehr übertrieben.
    Was ist dann mit denen die Sitzen + Rauchen? – die müssten dann doch gleich auf der Stelle tot umfallen.

  3. Also ich telefoniere jetzt schon seit Längerem bewusst immer mal wieder im Stehen. Und das bemerkenswerte ist, dass das Telefonieren dann plötzlich viel mehr Spaß macht und ich fast so etwas wie neue Energie hinzugewinne :)

  4. Inspiriert durch den Artikel von Kopp-Wichmann (nun hatte ich erst geschrieben Blog-Wichmann :-) haha)- und von einer Kollegin habe ich mir vor einigen Monaten einen elektrisch höherverstellbaren Schreibtisch geleistet. Es ist einfach genial. Denn ich hatte immer schon das Problem, dass ich für mein Laptop einen niedrigeren Tisch brauche als für andere Schreibtischarbeiten. Nun kann ich mühelos wechseln zwischen tippen (niedrig), mit der Hand schreiben (normal), und im Stehen halte ich inzwischen alle meine Webinare ab. Denn dann klingt auch die Stimme gleich ganz anderes, wenn man aufrecht steht.
    Aber auch sonst stehe ich zwischendurch bewusst öfter auf, ich kann auch im Stehen tippen- es ist einfach ein ganz anderes Gefühl, tut saugut- obwohl ich jeden Morgen Yoga mache und regelmäßig walke. Ansonsten hockte ich aber stundenlang am Schreibtisch- das ist nun aufgelockert.

  5. Allerdings ist da alleinige Stehen genau so wenig zu empfehlen wie das andauernden Sitzen!

    Bei reinen Steharbeitsplätzen reichen die Beschwerden von Muskel- und Gelenkproblemen über den Kreislauf bis hin zu Krampfadern.
    (http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/arbeiten-im-stehen-muskeltraining-fuer-den-job-a-873287.html)

    Gemäß den Empfehlungen der Schweizerischen Unfallversicherungsansalt Gesundheitsschutz (SUVA) kann folgende Faustregel herangezogen werden: 60 Prozent dynamisches Sitzen, 30 Prozent Arbeiten im Stehen und 10 Prozent geziehltes Umhergehen (Wege zum Kopierer, Botengänge, etc. (http://www.buero-forum.de/de/ergonomie/sitzen-und-stehen/steh-sitz-dynamik/)

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