Der folgende Artikel ist ein Gastbeitrag von Alex Broll.

Alex Broll habe ich letztes Jahr am Inspirationscamp kennengelernt. Ihr gelingt es, mit ihrer Art und ihren Ideen Menschen zu inspirieren und wirklich zum Handeln zu bringen. Nicht die Menschen, die ohnehin schon top aufgestellt sind, sondern die ganz “normalen” Menschen wie du und ich. Menschen, die im Alltag versuchen, mehr Bewegung zu integrieren und gesünder zu leben.

So kam die Idee für diesen Gastbeitrag auf. Er ist spritzig und motivierend – genau wie Alex ist.

Viel Spass mit dem Artikel!

Sitzt du noch oder stehst du schon?

“Probier’ mal was Neues aus!”

Das ist für diesen Artikel mal mein Motto!

Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber das Neue ist ja nicht nur zu Anfang scary sondern vor allem auch ungewohnt und unbequem!

Bequem ist viiiiieeeel besser – dachte ich auf jeden Fall viele Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, lang.

Bequem ist aber auch schädlich!

Ist eigentlich keine große Überraschung und doch steht man erstmal da und denkt:

Bequem ist schädlich, echt?

Naja, nicht immer gleich so dramatisch, aber wer – wie wir Solopreneure – weiterdenkt, der weiß, worauf ich raus will!

Bequem ist schön sicher, bekannt und so herrlich unspektakulär!

…und wird dann schädlich, wenn wir Unternehmer und Menschen mit Ideen uns nicht mehr aus dieser Bequemlichkeit wegbewegen. Wir bleiben stecken und prokrastinieren!

Wer wachsen will, muss raus aus der Komfortzone!

Ja, ja! Der Spruch ist doch praktisch bei uns schon internalisiert und wir wissen, wenn wir weiterkommen wollen im Business, dann schadet unsere Bequemlichkeit uns langfristig sehr!

“Etwas wagen” ist die Devise und dadurch wachsen!

Oder wie Bernd Geropp so wunderbar treffend formuliert hat:

Alles Große und Entscheidende im Leben ist ein Wagnis!

Wenn wir uns die großen Zeitgeister anschauen, dann haben diese Menschen sich immer von der Stelle bewegt, die leidige Bequemlichkeit sein lassen und sind rausgeschwommen aus dem sicheren Hafenbecken hinein in die offene und wilde See!

Das hast du sicher auch schon gemacht und machst es bestimmt auch immer wieder!

Du suchst nach neuen Aufgaben, neuen Herausforderungen und Ideen, die unbequem, unbekannt und vielleicht sogar manchmal riskant sind.

Aber…

Jetzt spiele ich mal Orakel! ;-) Ich wette, in einem Bereich bist du vielleicht bequemer als du denkst!

Die Wahrheit kommt ja manchmal auch recht unbequem daher und besonders Solopreneure, die One-Man- oder One-Woman-Shows, tun sich erfahrungsgemäß doch recht schwer die eigene Bequemlichkeit zu erkennen.

Achtung! Jetzt kommt’s!

Sitzt du noch, oder stehst du schon?

Sitzt du noch beim Artikel schreiben, Konzepte entwickeln, Webseite designen, Podcasten, Telefonieren, Coachen, Rechnungen schreiben, Präsentationen vorbereiten und so weiter und so weiter?

Na, hab’ ich dich erwischt?

Wenn ich mal ehrlich sein darf – In der Vorbereitung auf diesen Artikel hab’ ich mich selbst erwischt!

Ja, ich sitze auch ganz viel am Schreibtisch! Es ist so herrlich bequem und internalisiert, dass ich diese ganze Sitzerei gar nicht mehr in Frage gestellt habe!

Arbeiten am Computer erledige ich am Schreibtisch.

Bis jetzt!

Denn diesen Artikel habe ich nun also im Stehen geschrieben und was soll ich sagen…

Danke, lieber Ivan, für diesen Tipp aus deiner 117. Podcast-Folge, das macht richtig Spaß und wird bestimmt weiter praktiziert!

Es ist doch so…

Wir sitzen zu viel, zu lange, oft zu schlecht und meist mehr, als dass wir Zeit im Bett verbringen – egal ob als Solopreneur, Arbeitnehmer oder was-weiß-ich. Durchschnittlich sitzt ein Mensch pro Tag etwa 9 1/2 Stunden, schläft aber nur in etwa 7 1/2 Stunden.

Wahnsinn! Wir sitzen bei der Arbeit, wir sitzen beim Essen, wir sitzen nach Feierabend auf der Couch und schaden damit langfristig nicht nur unserer Gesundheit, sondern auch unserem Geist.

Ich habe mich mal auf die Suche nach ein paar Fakten zum Thema Sitzen gemacht.

Erschreckende Fakten zum Thema Sitzen

Wer sitzt, wird dick.

Wer sitzt, bewegt sich nicht – logisch, oder?

Wer sich nicht bewegt, verbrennt wenig bis kaum noch Kalorien und beginnt im Alter nochmal zu wachsen – aber nicht in die Höhe, eher in die Breite!

Übergewicht ist in unserer Gesellschaft ein deutlich sichtbares Problem. Nach vielen Studien korrelieren unsere veränderten Arbeitsbedingungen mit der Zunahme an übergewichtigen Menschen.

Weg von der harten Landarbeit oder den schweren Arbeiten als Fabrikarbeiter hin zu den Schreibtischtätern der Neuzeit – inkl. Zunahme an übergewichtigen Menschen und den damit verbundenen Erkrankungen, wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depression.

Offenbar hat sich die Zahl der übergewichtigen Menschen von 1980 bis 2000 verdoppelt!

Die Folgen sind dramatisch und nicht nur auf die genannten Erkrankungen zu reduzieren.

Wer länger sitzt, ist früher tot.

In Studien konnte ermittelt werden, dass durch das tägliche lange und ausdauernde Sitzen eine niedrigere Lebenserwartung für die Betroffenen erwartet wird.

Im Durchschnitt haben Männer, die täglich mehr als 6 oder mehr Stunden sitzen eine 20%ige Wahrscheinlichkeit früher zu sterben als gleichaltrige Männer, die nur 3 Stunden pro Tag sitzen.

Bei Frauen war die Differenz sogar noch größer und betrug bis zu 40%.

Also: Langes Sitzen kann tödlich sein und das manchmal schneller als Mann/ Frau denkt!

Warum ist das so?

Sitzen inaktiviert unsere Beinmuskulatur.

Unsere Beinmuskeln sind mit die größten Muskelgruppen in unserem Körper. Gebrauchen wir diese Muskeln regelmäßig und intensiv, z.B. beim Sport, werden sie intensiver durchblutet, denn sie brauchen Energie (durch das Verbrennen von Kohlenhydraten und Fetten), um die Leistung, die wir abfordern auch zu bringen. Wir beginnen zu schnaufen, die Herzfrequenz steigt, wir schwitzen.

Wir sind aktiv und unser Stoffwechsel kommt in Schwung, um den Anforderungen gerecht zu werden.

Sitzen wir dagegen, wird die große Beinmuskulatur nicht beansprucht!

Die Folge: kein aktiver Stoffwechsel, keine Beanspruchung und damit auch nur eine geringe Kreislaufaktivität. Der Energieverbrauch wird auf ein Minimum reduziert.

Sitzen schädigt die Gefäßfunktion.

Auch die Gefäßfunktion der Beine lässt nach. Normalerweise kontrahieren und entspannen sich die Gefäße bei Beanspruchung regelmäßig, um einen kontinuierlichen Blutfluss zurück zum Herzen zu gewährleisten.

Durch das ständige Sitzen wird auch die Ausschüttung des für den Fettabbau wichtigen Enzyms Lipoproteinlipase vermindert.

Damit erliegt langsam und stetig, der vom Körper gesteuerte, Fett-Umbau und -Abbau.

Die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht steigt rapide an.

Sitzen führt zu chronischen Schmerzen und Osteoporose.

Lange und vor allem das heute übliche nach vorne gebeugte Sitzen zum Schreiben am PC oder Schreibtisch ahmt nicht die natürlich Form der Wirbelsäule nach. Es entsteht ein künstlicher Rundrücken im oberen Rückenbereich und das natürliche Hohlkreuz im unteren Rücken wird vermindert.

Die Muskulatur wird unnatürlich belastet und es entstehen schnell Verspannungen in den verschiedensten Bereichen der Rücken- oder Schulter-Nacken-Muskulatur.

Spannungskopfschmerz, chronische Rückenschmerzen und Haltungsschäden sind nur einige der Folgen des langen und ausdauernden Sitzens!

Auch der Abbau von Knochenmaterial und -struktur sind Folgen des langen Sitzens und führen im Extremfall zu Osteoporose.

Sitzen vermindert die Verdauungs- und Immunleistung

Das vornübergebeugte langandauernde Sitzen reduziert die Verdauungsleistung des Körpers.

Die inneren Organe werden durch das Sitzen zusammengedrückt und verformt.

Die Magen-Darm-Organe arbeiten ineffizient und langsamer als möglich, der Stoffwechsel verlangsamt sich, arbeitet auf Sparflamme und hat damit auch langfristig negative Auswirkungen auf das gesamte Immunsystem.


Die Liste der negativen Auswirkungen von Sitzen ist noch um ein Vielfaches erweiterbar – doch es gibt tatsächlich auch eine Lösung für dieses Problem!

Was du noch heute tun kannst!

Es ist vollkommen revolutionär und neu…

Nein, es ist einfach wie altbewährt und nennt sich schlicht und einfach:
Aufstehen und bewegen!

Aktiviere die Beinpumpe.

Alleine schon das Arbeiten im Stehen, aktiviert regelmäßig die Beinmuskulatur.

Das Verlagern des Gewichts von dem einen auf das andere Bein aktiviert die Muskelpumpe der Beine. Damit wird die Gefäßaktivität verbessert und die Produktion des Enzyms zum Fettabbau verstärkt.

Regelmäßiges Aufstehen und Herumgehen ist nicht nur gut sondern auch ein wesentlicher Punkt, um Rückenschmerzen und Verspannungen vorzubeugen.

Aktiviere die Rumpfmuskulatur,

Gehen erfordert anders als Sitzen eine aufrechte Wirbelsäule.

Der Schwerpunkt verlagert sich zurück in die Mitte unseres Beckens, wohingegen wir beim Sitzen den Schwerpunkt unseres Körpers eher in den Bauchnabel- bis Brustbereich nach vorne verlagern.

Stehen wir nun auf und gehen für ein paar Minuten herum, bekommt der Körper das Signal ganz besonders die tiefen Muskelgruppen des Rumpfes (Bauch- und Rückenmuskulatur) zu aktivieren, damit wir aufrecht gehalten werden können und nicht wie ein nasser Sack in uns zusammenfallen.

Aktiviere deine Verdauung.

Der aufrechte Stand ermöglicht den inneren Organen effektiver und intensiver zu arbeiten und der Stoffwechsel kommt auf Touren.

Aktiviere deine Bandscheiben und entlaste deine Wirbelsäule.

Auch die Bandscheiben, also die „Federn“ der Wirbelsäule werden aktiviert! Jeder Schritt belebt den Stoffwechsel direkt in jeder Bandscheibe selbst und erhält diese aktiv und funktionsfähig.

Langes Sitzen hingegen bringt den Bandscheiben-Stoffwechsel zum Erliegen und die Wahrscheinlichkeit für einen Bandscheibenvorfall steigt rapide an.


Aufstehen, Gehen und Stretchen sind keine neuartigen Trainingskonzepte, sondern einfache Möglichkeiten, um dem Dämon „Sitzen“ und den daraus resultierenden Folgen entgegen zu wirken.

Kleine, aber feine Tipps

1. Jede Stunde Aufstehen und Gehen

Die erste und einfachste Maßnahme kann sein, sich den Wecker stündlich zu stellen und dann gezielt aufzustehen und mal 3 bis 5 Minuten durch die Gegend zu gehen.

Dies kann übrigens auch wunderbar mit einem Gang in die (Office-)Küche verbunden werden, um ein Glas Wasser zu holen und dann auch im Gehen zu trinken.

So können zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, und auch die Flüssigkeitszufuhr kommt nicht zu kurz.

2. Arbeite im Stehen.

Eine zweite sehr einfache Maßnahme kann das gezielte Arbeiten im Stehen sein.

Ivan hat selbst dazu einen wunderbaren Artikel geschrieben und praktiziert schon seit Jahren das Schreiben seiner Blogartikel an einem Stehpult. (Stimmt! :-) I.B.)

3. Wähle effektive Hilfsmittel

Wer etwas tiefer in die Tasche greifen will, kann Ausschau halten nach dynamischen Sitzmöbeln, die das Körpergleichgewicht ständig herausfordern oder auch einen höhenverstellbaren Schreibtisch besorgen.

Ich persönlich empfinde den klaren Positions- und Ortswechsel als sehr hilfreich, besonders um Bewegungsabläufe zu ritualisieren.

4. Dehne und kräftige deine Muskulatur regelmäßig.

Wer regelmäßig über Rückenschmerzen klagt sollte zusätzlich einfache und kurze Kräftigungsübungen in den Büroalltag einbauen.

Die meisten Übungen lassen sich ohne Aufwand und leicht auch im Büro machen, kräftigen und dehnen die Muskulatur und erleichtern Rückenschmerzen oft erstaunlich schnell.

5. Leichte Übungen – Regelmäßig eingebaut in den Büroalltag

Leichtes Schwingen oder gar kreisen der Arme, leichte Wippen auf der Fußsohle und tiefes Einatmen durch die Nase und Ausatmen durch den Mund bringt nicht nur neuen Sauerstoff und damit Energie in den Körper, sondern auch Beweglichkeit in Beine und Arme.


Zum Abschluss möchte ich ein besonderes Dankeschön an Ivan Blatter aussprechen, der mir die Möglichkeit gegeben hat, dich mit meinem Beitrag zu erreichen und der auch bei mir immer wieder neue Impulse zündet, meine Produktivität und selbst meine Gesundheit zu verbessern.

Vielen herzlichen Dank, lieber Ivan!

Mit herzlichen Grüßen

Alex Broll

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Alex BrollAlex Broll, SMART FIT – Coach und Heilpraktikerin

Alex berät, motiviert und trainiert Frauen und Mütter, die mit Energie und Vitalität Alltag und Job/Business rocken wollen.

Als Coach unterstützt sie Mütter dabei den passenden Weg zurück zur Vitalität und Energie zu finden und Bewegung und gesunde Ernährung nach den eigenen Vorstellungen in den Alltag einzubauen. Dabei ist es ihr wichtig, dass das einfach, leicht und effektiv in den Alltag eingebaut werden kann.

Sie kann als Heilpraktikerin Theorie und Praxis so verbinden, dass jede Mutter ihre ganz eigenen Anforderungen an Bewegung und gesunde Ernährung verwirklichen kann.

Weitere Infos findest du bei ihr auf der Webseite unter www.ajb-healthfitness.com (auch für Männer sehr interessant!).

Bildnachweis: © Depositphotos.com / kubais

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