Neue Serie: Mehr durch weniger

Die Idee von Simplify oder Vereinfachung entspringt nicht einer spirituellen Tradition oder einer Religion, sondern wurzelt in einer einfach Beobachtung: Wir haben so viele Dinge um die Ohren, wir tun so viele Sachen, wir sind an allem interessiert und wir haben so sehr Angst, etwas zu verpassen, dass uns für die wirklich wichtigen Dinge in unserem Leben zu wenig Zeit bleibt. Die Simplify-Bewegung ist eine der Antworten auf diese Überflutung. Sie will niemanden zu Bescheidenheit, Askese oder sonst etwas missionieren, sondern will uns ermöglichen, dass wir uns den Dingen widmen können, die uns am meisten am Herzen liegen, die aber zu kurz kommen. Darauf zielt Simplifying ab.

Gleichzeitig ist es ein Gegentrend zum Immer-Mehr und zur Befriedigung künstlicher Bedürfnisse. Dank Werbung und verschiedener Vorbilder wollen wir immer mehr von allem möglichen: Den neusten IPod (ich bekenne mich schuldig, ich hab ihn :-) ), die neusten Jeans, immer mehr und die modischsten Kleider, neue Computer, neue technische Gadgets usw. Ich bin der letzte, der mit dem Finger auf irgend jemanden zeigen sollte. Immerhin versuche ich aber, meine Lust nach immer neuen Dingen zu bremsen.

Die meisten von uns (und sicher alle, die das hier lesen) haben eigentlich alles, was sie wirklich brauchen: Essen, Trinken, ein Dach über dem Kopf, Kleider usw. Doch alleine mit dem werden die wenigsten Menschen glücklich. Wir haben mehr Bedürfnisse: Wir wollen Neues lernen und entdecken, wir wollen mit anderen Menschen zusammen Zeit verbringen, wir wollen etwas hinterlassen und viele Dinge mehr. Das ist alles überhaupt kein Problem. Aber es geht einmal mehr darum, sich bewusst zu sein, was man wirklich will und vom Leben erwartet. Alles was darüber hinaus geht, braucht man nicht und kann man deshalb weg geben oder abschaffen. Und genau das ist Simplify.

Simplifying hat aber auch handfeste Vorteile: Indem man sich nur auf die Dinge fokussiert, die einem wichtig sind, steckt man auch seine ganze Energie da hinein. Man verzettelt sich also nicht zwischen unzähligen Dingen, sondern konzentriert sich auf die wenigen ganz wichtigen. Das bringt mehr Effizienz und mehr Effektivität. Und dadurch erreicht man mehr durch weniger. Man gibt sein Bestes, diese wenigen Dinge zu erledigen und die wichtigsten Aufgaben zu erfüllen. Damit sind sie nicht automatisch perfekt, aber wir haben unser Bestes gegeben und mehr geht nicht. Sie werden termingerecht, sorgfältig und zuverlässig erledigt. Das alleine ist schon ein Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Menschen, die sich eben nicht fokussieren können und sich ständig verzetteln. Es lohnt sich also durchaus, auch bei der Arbeit zu vereinfachen.

Mit diesem Artikel möchte ich eine kleine Serie dazu starten. In der Serie lege ich den Schwerpunkt auf das Arbeitsleben. Es wird also nicht darum gehen, wie man seine Wohnung aufräumt oder wie man einfach kochen kann, sondern es geht um einfache (simple!) Tricks und Tipps, wie man sein Arbeitsleben vereinfachen kann. Ein genauer Zeitplan besteht nicht, die Artikel werden in unregelmässigen Abständen erscheinen. Sie werden auch kürzer ausfallen als meine sonstigen Texte. Doch am Schluss ergibt sich eine Sammlung verschiedener Aspekte zur Vereinfachung des Arbeitsleben.

Viel Spass mit den kommenden Artikeln!

Ähnliche Beiträge

Ivan Blatter

Über Ivan Blatter

Ich bin Personal Trainer für neues Zeitmanagement und zeige meinen Kunden, wie sie ihre Produktivität verdoppeln und mehr erreichen, ohne sich dabei auszulaugen.

Ich helfe einerseits Solopreneuren und Unternehmern, ihr persönliches Zeitmanagement zu verbessern, so dass sie ihr volles Potential umsetzen können für ein erfolgreiches Business mit mehr Freude und Motivation. Andererseits unterstütze ich Unternehmen dabei, die Produktivität ihrer Teams zu erhöhen und so die Ziele schneller zu erreichen.

So einfach wie möglich, immer persönlich und individuell.

2 Gedanken zu “Neue Serie: Mehr durch weniger”

  1. Zuerst einmal wünsche ich dir ein gutes neues Jahr.
    Ich freue mich auf deine neue Serie – ein sehr interessantes Thema.

    Du schreibst: „Immerhin versuche ich aber, meine Lust nach immer neuen Dingen zu bremsen.“

    Diese Lust kenne ich, und ich würde sie eher als Sucht bezeichnen, die von den immer kürzeren Produktzyklen und der massiven Werbung zusätzlich genährt wird.

    Mein iPod der 4. Generation ist mittlerweile 3 Jahre alt, kennt keine Videos, keine Fotos, hat keinen Farbbildschirm, hat nur (!) 20 GB HD und hat bereits eine Reparatur (70 EUR) hinter sich. Wie oft habe ich bereits mit einem neuen Modell geliebäugelt!! Vor ein paar Tagen ist der iPod auf den harten Boden gefallen, da dachte ich: das hat er nicht überlebt. Jedoch: alles funktioniert.

    Ich habe beschlossen: ich kaufe mir erst dann einen neuen Player (und dann nicht _unbedingt_ von Apple), wenn ich ihn wirklich _brauche_.

    Das ist für mich eine wichtige Erkenntnis: sich freuen an dem, was man hat; erst dann etwas anschaffen, wenn ein wirkliches Bedürfnis vorhanden ist.

    Nochmal: ich freue mich auf deine nächsten Beträge.

Kommentare sind geschlossen.