Das ist der dritte Teil einer dreiteiligen Serie, in der ich dir zeige, was du tun musst, um wirklich produktiver zu werden.


In den ersten beiden Artikeln dieser Serie habe ich dir gezeigt, dass es nicht die großen, spektakulären Veränderungen sind, die dich produktiver machen.

Sondern es kommt darauf an, bessere Gewohnheiten zu lernen und nicht zu sehr auf den Schreibtisch zu starren, sondern auch auf den Rahmen rundherum.

In diesem Artikel erfährst du, was du wirklich zu tun hast, um produktiver zu werden.


Besseres Zeitmanagement
Wir denken häufig viel zu linear. Wir meinen, der Weg zum Erfolg sei eine gerade Linie. Oder wir meinen, der Weg zu einem besseren Zeitmanagement sei eine gerade Linie.

Wie bei einem Kochrezept: man nehme A und daraus ergibt sich B.

„Ursache – Wirkung“ eben. Das ist ja schliesslich ein Naturgesetz.

Aber welche Ursachen muss ich wählen, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen? Und vor allem:

  • Welche Ursache muss ich wählen, wenn ich die Wirkung nicht genau definiert habe?
  • Wenn die Wirkung zu schwammig ist?
  • Wenn ich gar nicht weiß, was ich genau will?

Oder noch schlimmer:

„Ich muss nur X haben, damit ich endlich produktiver bin.“
„Ich muss nur die perfekte App finden.“
„Ich kann ja nichts dafür, Schuld sind die Kunden, die Konkurrenz, die Wirtschaft, die Politik, das Wetter…“

Ein gutes Zeitmanagement ist „Work in Progress“. Wir werden nie produktiv sein oder ein gutes Zeitmanagement haben, sondern wir müssen uns das immer wieder aufs Neue erarbeiten.

Und weißt du, wann der beste Zeitpunkt dafür ist?
Ja, genau: JETZT!

Das Märchen vom perfekten Zeitpunkt

Wir warten viel zu häufig viel zu lange oder sind dann zu zögerlich, weil die Lösung noch nicht gut genug ist (angeblich).

Das sehe ich ab und zu auch bei einigen meiner Kunden im Mentoring: Das sind alles erfolgreiche Solopreneure oder Unternehmer. Sie haben schon oft bewiesen, dass sie Gelegenheiten erkennen und sofort zupacken können. Schnelle und gute Entscheidungen? Kein Problem – wenn es um das Business geht.
Doch geht es um Zeitmanagement, dann verlieren viele die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Man weiß, dass man etwas ändern muss, doch man tut es nicht oder zu zögerlich.

Ich kann das schon verstehen. Denn:

Zeitmanagement ist wie Zähne putzen: es muss sein, aber niemand macht es wirklich gerne.
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Wir werden ja dafür bezahlt, unsere Arbeit zu erledigen und nicht dafür, sie gut zu organisieren.

Deshalb warten wir lieber noch ein wenig, bis wir Zeit für Zeitmanagement haben oder bis der “perfekte” Zeitpunkt da ist.

Doch weißt du, wer den Begriff des perfekten Zeitpunktes erfunden hat? Der innere Schweinehund!

Wer hat den Begriff des perfekten Zeitpunktes erfunden? Der innere Schweinehund!
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„Der perfekte Zeitpunkt“ ist häufig eine Ausrede, nicht aktiv zu werden.

Natürlich gibt es einen günstigen Zeitpunkt oder die günstige Gelegenheit. Natürlich ist es manchmal besser zu warten. Doch wartest du auf den perfekten Zeitpunkt, dann wartest du lange.

Deshalb gibt es nur einen perfekten Zeitpunkt: JETZT. Auch wenn es darum geht, dein Zeitmanagement zu verbessern.

Weshalb uns all die schönen neuen Methoden und Apps nicht produktiver machen

Unglaublich, in welchem Tempo neue Methoden und Apps auf den Markt geworfen werden.

Es ist sehr verlockend, all das auch auszuprobieren. Schließlich müssen wir uns unsere Produktivität immer wieder aufs Neue erarbeiten.

Methoden und Apps können hilfreich sein, doch die Lösung liegt nicht darin. Sondern die Lösung zu einem besseren Zeitmanagement befindet sich genau zwischen deinen Ohren. In deinem Kopf entscheidet sich, ob du produktiv arbeitest oder nicht.

Die Lösung zu einem besseren Zeitmanagement befindet sich genau zwischen deinen Ohren.
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Wichtig ist, jetzt zu starten. Lieber jetzt etwas Kleines ändern und damit Erfahrungen sammeln, als am perfekten System zu basteln, das eh nie fertig sein wird.

Ein simples System, das mir heute hilft, ist jedem komplexen System, das mir morgen vielleicht hilft, überlegen.
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Methoden und Apps sind Instrumente, Werkzeuge oder Hilfsmittel. Wenn ich mit einem Werkzeug nicht gut umgehen kann, dann kann das Werkzeug nichts dafür. Sondern ich muss den richtigen Umgang damit lernen.

Natürlich sind Methoden und Apps wichtig, doch sie sollten nicht so sehr im Zentrum stehen, wie sie das häufig tun.

Viel wichtiger ist es, die Gewohnheiten ins Zentrum zu stellen:

  • Welche neue Gewohnheit muss ich lernen, um wirklich produktiver zu werden?
  • Welche Gewohnheit muss ich ablegen?

Danach kann man immer noch fragen, welches Tool dabei hilft. Doch das sollte erst die zweite Frage sein.

Aktivität führt zu einem besseren Zeitmanagement

Tue ich nichts, ändert sich nichts.
Oder ich träume einfach so vor mich hin, ohne dass sich etwas verändert.
Ich bin ausgeliefert und lasse geschehen, was halt so passiert.

Keine schöne Vorstellung, nicht wahr?

Werde ich jedoch aktiv (z.B. JETZT), dann kann ich damit die Unsicherheit entschärfen. Ich sammle neue Erfahrungen, ich komme einen Schritt weiter, ich gewinne neue Klarheit.

So bringt mir selbst der kleinste Schritt, den ich tue, ein besseres Gefühl. Dazu muss ich ihn nur tun.

Aktivität darf aber nicht mit Aktivismus, Hektik oder Dauer-Anstrengung verwechselt werden. Das wäre fatal!

Ich stehe für Aktivität. Ich stehe dafür, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Ich stehe dafür, Entscheidungen selbst zu treffen und nicht treffen zu lassen.

Das braucht nicht viel, sondern eigentlich nur eines: JETZT aktiv zu werden.

Weniger Reden, mehr Testen

Was spricht eigentlich dagegen, einfach mal eine Kleinigkeit zu ändern und zu schauen, ob du dann produktiver wirst?

  • Was spricht z.B. dagegen, einfach mal drei Wochen zu testen, welche Auswirkung genügend Schlaf auf uns hat?
    Weshalb müssen wir uns lange den Kopf darüber zerbrechen, wie wir das bitteschön anstellen sollen, da wir so viel zu tun haben und dann ist da noch die Familie, die Freunde, die Hobbys, die Tagesschau, die Soap und das verdiente Feierabendbier auf dem Sofa…“
  • Was spricht dagegen, einfach mal zwei Wochen lang täglich Sport zu treiben und zu schauen, welche Auswirkungen das auf uns, unseren Körper, unsere Psyche und unsere Arbeit hat?
    Anstatt das Wetter zu beklagen, die vielen Überstunden, dann ist da ja noch der verdiente Feierabend und überhaupt…
  • Was spricht dagegen, einfach mal während 14 Tagen täglich den Posteingang komplett zu leeren und alle E-Mails abzuarbeiten?
    „Aber das geht ja nicht, weil da sind so viele Mails und was bringt das schon, denn es kommen ja immer wieder neue Mails und was weiß schon ein Produktivitätstrainerlein vom Berufsalltag…“
  • Was spricht dagegen, während zwei Wochen die Mailbenachrichtigung auszuschalten?
    Anstatt stundenlang zu debattieren, wie wichtig es (angeblich) ist, immer sofort über jede E-Mail benachrichtigt zu werden, denn man ist ja wichtig und es könnte ja dringend sein…
  • Was spricht dagegen, eine Woche lang auf jegliches Multitasking zu verzichten und einfach nur das zu tun, was man gerade tut?
    “Aber das geht ja nicht, ich habe so viel zu tun und muss schauen, dass ich alles erledige…“

Wir können etwas einfach ausprobieren oder lange nach Ausreden suchen, weshalb das gerade in meinem Fall nicht funktioniert…

Bei allen Beispielen ist eines entscheidend: es geht darum, die neue Gewohnheit für eine überschaubare Zeitdauer zu testen. Es geht nicht darum, etwas ein für alle Mal bis in alle Ewigkeit anders zu machen. Das schreckt nur ab. Sondern es geht nur um ein Experiment.

Natürlich kann so ein Experiment schief gehen. Vielleicht schaffst du deine Arbeit tatsächlich nicht, wenn du täglich zusätzlich eine Stunde beim Sport “verlierst”. Aber das weißt du erst, nachdem du es ausprobiert hast.


Wenn du also wirklich ein besseres Zeitmanagement willst, dann solltest du hier ansetzen:

  1. Such dir einen Bereich oder ein Thema aus, in dem du dich verbessern willst.
  2. Überleg dir, was du dir davon erhoffst. Warum willst du dich genau hier verbessern?
  3. Beantworte die Frage: Was willst du genau verändern?
  4. Tue es für eine überschaubare Dauer (je nachdem für eine, zwei oder drei Wochen).
  5. Blick danach zurück und zieh deine Schlüsse daraus.

Bildnachweis:
Artikelbild: © Depositphotos.com / raywoo

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