Das ist der erste Teil einer dreiteiligen Serie, in der ich dir zeige, was du tun musst, um wirklich produktiver zu werden.


Hatte ich schon immer ein gutes Zeitmanagement? War ich schon immer produktiv?
Nein, natürlich nicht.

Bin ich immer produktiv?
Quatsch, wie auch? :-)

Um das Thema “produktives Arbeiten” ranken sich viele Mythen. Niemand ist immer produktiv – wir sind ja keine Roboter.

Auch mein Weg zu dem, der ich heute bin, gleich eher einem Umweg als einem Weg – wie bei vielen anderen Menschen auch.

Produktivität erhöhen

Als ich begann, mich mit den Themen Zeitmanagement, Produktivität, Aufschieben, Motivation und generell mit Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen, war ich im klassischen Hamsterrad gefangen:

Ich hatte einen gut bezahlten Job, der mir aber absolut keinen Spaß machte, bei dem ich mich im Team überhaupt nicht wohl oder akzeptiert fühlte und der auch keine besonders guten Aussichten bot.

Ganz ehrlich: ich blieb da nur wegen der Bezahlung – allerdings nur für 2 Jahre, danach genügte auch das nicht mehr.

In dieser Zeit war ich unterfordert, schlecht organisiert und schob viele Dinge auf.

Mein Einstieg in eine bessere Arbeitsorganisation

Wenn ich mit meiner heutigen Erfahrung mit meinem damaligen Ich ein Mentoring durchführen würde, würde ich ganz klar mit den Rahmenbedingungen beginnen: Morgenritual, Arbeitsrhythmus, Ziele, Ablenkungen usw.

Damals dachte ich, ich müsse mich einfach nur besser organisieren. Ich las bei einem damals noch völlig unbekannten Leo Babauta von zenhabits.net über seine Versuche, produktiver zu arbeiten. Das war in der Anfangszeit seines Blogs, als er sich  noch intensiv mit GTD – Getting Things Done beschäftigte.

Die Methode überzeugte mich sofort und ich las natürlich das Buch von David Allen, der die Methode entwickelt hat. Anschließend setzte ich sie 1:1 um.

Natürlich habe ich damals alle Apps ausprobiert. Das war nicht besonders schwierig, denn wir schreiben das Jahr 2007 und es gab noch nicht so ein Übermaß an Apps (die damals ohnehin noch “Programme” oder “Software” hießen :-) ) wie heute.

Ich experimentierte mit einer Umsetzung auf Papier. So sah beispielsweise eine meiner GTD-Umsetzungen aus.

GTD - Getting Things Done
Meine Umsetzung von GTD – Getting Things Done – im Jahr 2007. Ja,meine Augen waren damals auch noch besser. :-)

Trotzdem war ich nicht wirklich produktiver. Ich hatte zwar die Übersicht, aber wusste jetzt einfach nur, was ich alles aufschob bzw. hätte erledigen müssen. Produktives Arbeiten ist aber anders.

Ein gutes Zeitmanagement heißt, das eigene Potential wirklich umzusetzen.
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Neue Einsicht und der Beginn dieses Blogs

Damals fing ich an zu bloggen. Bei diesem „Hobby“ war meine Produktivität überhaupt kein Thema.

Da ging mir ein Licht auf:
Offenbar hatte ich bei einer Arbeit, die mir wirklich Spaß macht, überhaupt kein Problem, richtig produktiv zu sein.

Ich stand damals sogar jeden Tag um 5:00 Uhr auf, um Artikel für mein Blog zu schreiben, und ging dann später zu meiner normalen, ungeliebten Arbeit.

Ich bin zwar von Natur aus ein Morgenmensch. Trotzdem war es für mich eine neue Erfahrung, voller Elan und Motivation um 5:00 Uhr aus dem Bett zu springen.

Kein Wunder: Wusste ich doch, was mich bis gegen 7:30 Uhr erwartet. Eben etwas, was mir wirklich Spaß macht.

Das machte mich stutzig:
Vielleicht lag mein Produktivitätsproblem gar nicht an meiner Arbeitsorganisation, sondern am Rahmen rundherum? An meinem Job, an meiner Einstellung, an meinen fehlenden Zielen?

Das Erarbeiten meiner Basis

So habe ich mich sehr intensiv mit meiner Basis beschäftigt. Einschneidend war eine Übung: Ich nahm mir vor, hundert Ziele aufzuschreiben. Egal was – einfach lauter Dinge, die ich erreichen will.

Das war eine aufwändige Übung, aber ich habe es geschafft.

Was dann passierte, hat mich sehr erstaunt:
Ich erkannte, dass hinter all den Zielen nur wenige Werte stehen, nämlich nur etwa 5 oder 6.

Neue Gewohnheiten als Schlüssel

Nachdem ich damit die Basis meines Handelns gelegt hatte, kam ich wieder auf meine Produktivität und meine Arbeitsorganisation zurück. Ich begann, bewusst viele kleine Gewohnheiten zu ändern.

Ein gutes Zeitmanagement heißt, neue Gewohnheiten zu lernen.
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Jede an sich war nicht so spektakulär (z.B. die Gewohnheit, den Posteingang täglich zu leeren oder ein anständiges Frühstück zu essen), doch in der Summe haben diese Veränderungen mich und meine Produktivität mindestens verdreifacht bis verfünffacht.

Das ging nicht von heute auf morgen, sondern dauerte Jahre. Natürlich habe ich sehr vieles ausprobiert, wieder verworfen und angepasst.

Das war auch richtig und wichtig so. Wir dürfen nicht glauben, wir würden uns heute perfekt organisieren und das hält für bis in alle Ewigkeit. Wir verändern uns, der Job verändert sich, das Umfeld verändert sich.

Viel wichtiger ist, die Prinzipien eines guten Zeitmanagements wirklich zu verstehen. Wie und in welcher Form man diese Prinzipien dann umsetzt, ist dann nebensächlich.

Und die Moral von der Geschichte?

Ein gutes Zeitmanagement und eine hohe Produktivität sind “Work in Progress”. Was für mich heute passt, ist morgen schon wieder anders.

  • Wirklich produktiver werden wir nur, wenn wir bewusst arbeiten und leben.
  • Wahrnehmen, was in uns und mit uns geschieht.
  • Anpassen, wenn nötig.
  • Immer wieder neue Entscheidungen treffen.
  • Und nie aufgeben, Kurskorrekturen vorzunehmen.

Bildnachweis:
Artikelbild: © iStockphoto.com / Tolimir

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