Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Von Getting Things Done (GTD) habe ich die Irgendwann-Liste bzw. die Ideen-Liste übernommen. Hier stehen all die Dinge, die ich jetzt nicht machen kann oder will, die ich aber nicht verlieren will. Ferienziele, neue Projektideen, Geschenkideen und vieles mehr.

Diese Einträge haben nur ein Problem: Sie fallen nie von der Liste.

Schauen Sie mal auf Ihre Irgendwann-Liste: Seit wann sind diese Ideen darauf? Ein Monat? Drei Monate? Ein Jahr oder mehr?

Lesen Sie hier, weshalb die Irgendwann-Liste auch Probleme mit sich bringt und was Sie dagegen tun können.

Wann ist “Irgendwann”?

“Irgendwann” liegt immer in der Zukunft, aber nie im Jetzt. “Irgendwann” kommt nie.

Genauso wenig, wie auch der berühmte verregnete Sonntag, an dem wir früher die Fotos ins Album kleben wollten, nie kam.

Wir schauen nur ab und zu auf die Liste und denken:

Oh, das könnte ich auch mal tun. Hätte ich doch bloss mehr Zeit.

Wie jede lange Liste unerledigter Dinge ist das sehr demotivierend und kann bereits als Eingangstor zur Aufschieberits wirken.

Die Irgendwann-Liste wird dann schnell zu einer “Sicher niemals”-Liste.

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir diese Ideen angehen, geht sowieso gegen Null. Ausser wir haben das 72-Stunden-Gesetz berücksichtigt. Dieses besagt: Gehen wir eine neue Aufgabe oder ein neues Projekt nicht innerhalb von 72 Stunden an, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass wir es jemals angehen, auf unter 5%.

Dabei genügt es schon, wenn wir die neue Aufgabe oder das neue Projekt nur kurz durchdenken, ein Brainstorming machen oder die ersten Schritte aufschreiben. Von “beginnen” oder “erledigen” ist gar keine Rede.

Unterschiedliche Einträge auf der Irgendwann-Liste

Nicht alle Einträge auf der Irgendwann-Liste sind gleich. Es gibt durchaus sinnvolle Einträge, etwa Reiseziele oder mögliche Geschenke. Das sind “echte” Irgendwann-Einträge. Schliesslich können wir nicht sofort in den Urlaub fahren und die Liebste hat auch erst in sieben Monaten Geburtstag.

Dafür brauchen wir aber keine Irgendwann-Liste. Zwei einfache Textdateien mit den Namen “Reiseziele” oder “Geschenke” tun es hier auch.

Und was die neuen Ideen und Projekte betrifft: Siehe oben – “irgendwann” kommt nie.

So nützt die Irgendwann-Liste doch noch etwas

Die Grundidee ist ja schon nicht schlecht, nämlich Dinge zu notieren, die wir jetzt nicht angehen können oder wollen.

Das Problem liegt wohl eher darin, dass wir anschliessend nichts mehr mit dieser Liste tun.

Hier ein paar Tipps, wie Sie das vermeiden können:

  • Machen Sie die Liste sichtbar: Aus den Augen, aus dem Sinn. Jedes Mittel bei der Arbeitsorganisation sollte sichtbar sein. Deshalb empfiehlt sich nur ein Kalender, eine Aufgabenapp usw. Sonst verzettelt man sich und man vergisst die andere Liste oder den anderen Kalender. Hier gilt dasselbe: Ihre Irgendwann-Liste sollte genauso sichtbar sein wie alle anderen Aufgabenlisten.
  • Gehen Sie sie regelmäßig durch: Nutzen Sie GTD, gehen Sie sie “automatisch” beim Wochenrückblick durch. Finden Sie ansonsten ein Mittel, dass Sie sie regelmäßig durchgehen (mind. alle zwei Wochen).
  • Übertragen Sie auch mal etwas auf Ihre Aufgabenliste: Was bringen all diese schönen Ideen, wenn Sie dann doch nie etwas davon umsetzen? Die Ausrede “ich habe keine Zeit” ist wirklich nur eine Ausrede. Nehmen Sie sich die Zeit, schaffen Sie sich die Zeit. Stehen Sie täglich eine Viertelstunde früher auf und setzen Sie eine Idee um. Täglich eine Viertelstunde bringt Sie in jedem Fall weiter als alle Schaltjahre ein Nachmittag.
  • Streichen Sie Einträge: Seien Sie realistisch: Wenn eine Idee schon so lange auf der Liste stand und Sie haben noch gar nichts gemacht, können Sie sie problemlos streichen. Nur Mut!
  • Verschieben Sie falsche Einträge: Eine beliebte Strategie bei Aufschieberitis ist, Aufgaben einfach auf die Irgendwann-Liste zu setzen, obwohl sie dort nichts zu suchen haben. Der Besuch beim Zahnarzt etwa gehört definitiv nicht hierher.

Worte steuern unsere Gedanken: Vielleicht ist einfach nur der Name “Irgendwann-Liste” verkehrt. Vielleicht sollten wir die Liste in “Künftige Aufgaben” oder so umbenennen.

Doch es bleibt die Frage:

Wann gehen Sie die Aufgaben auf Ihrer Irgendwann-Liste an?

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