Maßvoll oder maßlos? Wie diese Unterscheidung im Zeitmanagement hilft

Zeitmanagement ist eine Sache erfolgreicher Gewohnheiten. Unser Umgang mit unserer Zeit, unser Umgang mit uns selbst, also unser Selbstmanagement und damit unser Zeitmanagement ist sehr von „Rahmenbedingungen“ geprägt. Beispiele: Schlaf, Ernähung, Sport, EInstellung, Glaubenssätze und vieles mehr.

Die wunderbare Gretchen Rubin warf vor ein paar Jahren in einem Artikel die Frage auf:
Bist du eher maßvoll oder eher maßlos?

Dass und wie die Antwort auf diese Frage einen Einfluss auf dein Zeitmanagement hat, zeige ich dir in diesem Artikel.

Maßvoll oder maßlos?

Der Unterschied ist einfach:

  • Maßvolle finden, gelegentlicher Genuss führt zu Vergnügen und stärkt die Willenskraft. Sie zucken beim Gedanken zusammen, etwas nie mehr zu erhalten oder zu tun.
  • Maßlose haben Mühe mit etwas aufzuhören, wenn sie gestartet haben. Sie können aber gut auf etwas komplett verzichten.

Auf den Punkt gebracht:

Maßvolle können täglich ein Stückchen Schokolade essen, Maßlose verdrücken die ganze Tafel – auch wenn ihnen schlecht wird. Maßvolle können Maß halten, Maßlose können etwas nur ganz oder gar nicht tun.

Bist du eher maßvoll oder eher maßlos?
Diesen Satz twittern...

Ich bin eindeutlich ein Maßloser. Ich kann keine Schokolade neben mir haben: Die muss sofort und zwar vollständig weg – auch wenn ich gerade eine ganze Mahlzeit hinter mir habe.

Soweit so gut, doch was hat das mit Zeitmanagement zu tun?

Der Umkehrschluss

Das hat sehr viel mit Zeitmanagement zu tun! Gretchen Rubin schreibt nämlich im Folgeartikel, was diese Kategorien auch noch für Folgen haben. So finden es Maßlose im Umkehrschluss viel einfacher, etwas jeden Tag zu tun als beispielsweise nur jeden zweiten Tag.

Sie beschreibt das sehr schön: Versucht sie, etwas nur vier Mal pro Woche zu tun, überlegt sie sich laufend: Muss ich es heute tun? Beginnt die Woche am Sonntag oder Montag? Ist heute nicht eine Ausnahme? Verdiene ich nicht eine Pause? „Zählt“ gestern? Usw.

Ich kenne das bestens! So fällt es mir sehr leicht, täglich Sport zu treiben. Will ich nur Montag, Mittwoch und Freitag Sport treiben, passiert Folgendes:

  • Am einem Mittwoch habe ich so viele Termine, dass es mir nicht reicht für den Sport. Also deklariere ich das als Ausnahme.
  • Am Donnerstag weiß ich noch von der Ausnahme, aber denke gleichzeitig: „Donnerstag ist ja kein Sporttag und etwas Ruhe tut mir gut.“
  • Am Freitag überlege ich: „Ach, die Woche war streng und Mittwoch hast Du auch schon ausgelassen, also lassen wir es heute.“ Oder ich vergesse es schlicht und einfach.

Treibe ich hingegen prinzipiell jeden (Wochen-)Tag Sport, dann ist jede Ausnahme eine Ausnahme, die mich ärgert und mir ein schlechtes Gewissen bereitet. Ausreden sind nicht mehr so einfach möglich.

Somit gilt hier:

  • Maßvolle können eine neue Gewohnheit gut erlernen, indem sie sie regelmäßig, aber nicht zwingend täglich einüben.
  • Maßlose sind gut beraten, eine neue Gewohnheit wirklich auch jeden Tag einzuüben.

Zeitmanagement ist eine Sache erfolgreicher Gewohnheiten. Gewohnheiten und Routinen sind der Schlüssel zum produktiven Arbeiten. Die Einsichten von Gretchen Rubin – von denen ich übrigens keine Ahnung habe, ob sie psychologisch fundiert sind – helfen mir zu erkennen, wie ich diese Gewohnheiten erlernen kann und wie ich meinen Kunden dabei helfen kann.

Eine wertvolle Erkenntnis! Zumal ohnehin gilt: Erfolgreiches Zeitmanagement ist der bewusste Umgang mit sich selbst, der eigenen Zeit und der Arbeit.

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Ivan Blatter

Über Ivan Blatter

Ich bin Personal Trainer für neues Zeitmanagement und zeige meinen Kunden, wie sie ihre Produktivität verdoppeln und mehr erreichen, ohne sich dabei auszulaugen.

Ich helfe einerseits Solopreneuren und Unternehmern, ihr persönliches Zeitmanagement zu verbessern, so dass sie ihr volles Potential umsetzen können für ein erfolgreiches Business mit mehr Freude und Motivation. Andererseits unterstütze ich Unternehmen dabei, die Produktivität ihrer Teams zu erhöhen und so die Ziele schneller zu erreichen.

So einfach wie möglich, immer persönlich und individuell.

8 Gedanken zu “Maßvoll oder maßlos? Wie diese Unterscheidung im Zeitmanagement hilft”

  1. Lieber Ivan,

    vielen Dank für diese Einsicht! Ich bin eindeutig ein maßloser Mensch, wenn ich das so lese.

    Als ich Deine Zeilen las, fiel es mir wie Schuppen von den Augen, warum ich Dinge kann, die ich täglich tue, aber mir die Dinge, die ich in Intervallen machen will, immer schwer fallen. Am Ende meist hinten runterfallen.

    Klasse! Nun bin ich wieder ein Stückchen weiter. Danke!

    Liebe Grüße aus Nürnberg
    Peter

  2. Hallo Ivan,

    gerade heute noch habe ich mit einem Kollegen genau über diese Kategorisierung gesprochen. Ich zähle mich selbst zu den maßlosen (treibe praktisch jeden Tag Sport, und Ruhetage sind auch als Sporttage definiert, nur halt regenerativ) und kann deine Aussagen nur fett unterstreichen. Jeden Tag ist einfach…alles andere ist eher schwierig.

    Liebe Grüße
    Wolfgang

  3. Die Zuordnung ist einfach und eindeutig: maßlos :(

    Klingt ja erst mal negativ, ein maßloser Mensch zu sein. Aber nach der gezeigten Beschreibung bringt es auch einen grandiosen Vorteil mit: Maßloses Verhalten verhindert die Aufschieberitis! Die Tafel Schokoloade muss jetzt und sofort „aus dem Verkehr“ gebracht werden. Oder auch der Sport, der nicht auf morgen verschoben werden kann.

    Ein einfaches Rezept. Zu Risiken oder Nebenwirkungen fragen Sie Ivan Blatter oder einen Personal Trainer ihres Vertrauens.

  4. Hi Ivan,

    das ist wirklich sehr interessant!

    Ich persönlich bin, wenn es um Schokolade geht definitiv der maßvolle Typ.

    Aber in deinem Sport Beispiel habe ich mich voll und ganz mit dir identifizieren können.

    Hmm heißt das ich bin ein maßvoller maßloser Mensch? :-D

    Liebe Grüße,
    Alina

    • Tja, das eine schließt das andere nicht aus. :-) Es gibt tatsächlich Dinge, bei denen ich auch eher ein maßvoller Mensch bin. Die sind aber eindeutig in der Minderheit und haben es schwer. :-)

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