Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Der Traum der Menschheit: Neue Technologie erleichtern uns das Leben.

Die Realität: Mit jeder neuen Technologie heimsen wir uns neue, vorher unbekannte Probleme ein.

Und: Wenn wir nicht zuerst einiges an Zeit investieren, wird die neue Technologie schnell zum Bremsklotz. Einfach, weil wir den Umgang nicht im Griff haben.

Der Klassiker: E-Mails. Neben den unzähligen Vorteilen, sind wir doch auch ein Stück weit Geiseln von E-Mails.

Immer erreichbar, immer verfügbar, müssen wir immer und überall E-Mails lesen und beantworten. Oder meinen es zumindest.

Ohne bewussten, vernünftigen Umgang damit werden E-Mails schnell zum Bremsklotz unserer Produktivität und macht jegliches Zeitmanagement schwierig.



Dabei können alle Tools “gar nichts dafür”. Ein Tool, also ein Hilfsmittel, ist an sich neutral. Erst der Umgang damit macht es zu einer echten Hilfe ins unserem Zeitmanagement oder eben zum Bremsklotz.

Ich kann einen Hammer nutzen, um einen Nagel in die Wand zu schlagen, damit ich mein schönes Bild aufhängen kann. Oder ich kann denselben Hammer nutzen, um die Scheibe beim Nachbarn einzuschlagen. Mein Umgang ist entscheidend.

Chancen vs. Dominanz

Tools und neue Technologien bringen neue Möglichkeiten und neuen Chancen mit sich. Sie erlauben uns neue Wege, wie, wann und wo wir arbeiten. Sie erlauben uns ein neues, besseres Zeitmanagement.

Ich kann meine E-Mails auch an der Konferenz im Ausland beantworten. So ist der Berg bei meiner Rückkehr nicht ganz so gross.

Tools und neue Technologien können aber auch unser Leben dominieren und bestimmen. Ich muss meine E-Mails beantworten, auch wenn ich grad im Urlaub bin. Zumindest denke ich, dass muss. Damit widersprechen E-Mails dem Prinzip “Tank auffüllen” aus dem Anti-Zeitmanagement.

Entscheidend sind also zwei Gedanken:

  • Was muss ich wirklich tun? Muss ich meine Geschäftsmails am Wochenende lesen und beantworten? Oder meine ich das nur?
  • Weshalb meine ich denn das? Weshalb beantworte ich die Geschäftsmails trotzdem? Welcher Glaubenssatz steht dahinter?

Die beiden wichtigsten Tools, die rasch zu einem Bremsklotz werden können, sind sicherlich E-Mails und Handys.

6 Tipps, wie Sie sich aus der Geiselnahme durch E-Mails und Handys befreien können

OK, dieser Zwischentitel ist etwas gewagt. So einfach und rasch geht es natürlich nicht. Sondern es braucht wie immer im Zeitmanagement einen neuen Umgang und neue Gewohnheiten.

Hier 6 Hinweise, wie Sie anfangen können:

  1. Hilfsmittel als Hilfe: Tools sollen helfen. Und das tun Sie auch. Lassen Sie sich nicht unterbrechen, wenn Sie das nicht möchten. Lassen Sie Ihre Zeit nicht durch andere bestimmen, sondern nehmen Sie das Heft in die Hand.
  2. Beantworten Sie nicht jeden Anruf: Das Telefon wirkt bei uns wie die Glocke bei den Pawlowschen Hunden: Wenn es klingelt, gehen wir sofort ran. Wählen Sie besser bewusst aus, wann Sie sich stören lassen wollen. Ausserhalb dieser Zeiten schalten Sie das Telefon aus oder leiten es um. (Natürlich kann man das nicht bei jedem Job, doch lehnen Sie diese Möglichkeit nicht zu schnell ab, sondern probieren Sie es aus.)
  3. E-Mails abrufen: Schritt 1: E-Mail-Benachrichtigung ausschalten. Schritt 2: E-Mail nur noch einige Mal pro Tag abrufen und abarbeiten. Das kennen Sie schon, gehört dieser Hinweis doch zu den Basislektionen des Zeitmanagements. Setzen Sie ihn also um. Probieren Sie es während 10 Tagen aus.
  4. Rückruf nur auf Nachricht: Mein Anrufbeantworter erklärt, dass ich gerne zurückrufe, wenn der Anrufer eine Nachricht hinterlässt. Genau das tue ich. Sonst nicht. Das Umgekehrte gilt natürlich auch: Hinterlassen Sie eine Nachricht, wenn Sie zurückgerufen werden wollen.
  5. Wählen Sie Ihr Kommunikationsmittel bewusst aus: Nicht jedes Mittel eignet sich für jede Kommunikation. Häufig ist es besser, Sie rufen rasch an, anstatt eine E-Mail zu schreiben. Oder umgekehrt. Wählen Sie bewusst aus.
  6. Freizeit ist freie Zeit: Beschäftigen Sie sich in Ihrer Freizeit nicht mit Ihren E-Mails. Beantworten Sie keine Anrufe. Freizeit ist gemäss Anti-Zeitmanagement dazu da, den Tank aufzufüllen, damit Sie die Leistung abrufen können, zu der Sie fähig sind.

Die Prinzipien hinter diesen Hinweisen lassen sich natürlich auch auf andere Tools und Technologien anwenden:

  • Bewusste Entscheidung, wie Sie ein Tool einsetzen möchten.
  • Bewusster Umgang mit Tools.
  • Unterbrechungen nur dann, wann Sie es wollen.
  • Arbeiten, wenn Sie arbeiten. Erholung in der Freizeit.

Hat dir der Artikel gefallen? Dann sprich darüber:

Ähnliche Beiträge