Erst der Rahmen macht das Bild

Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Blogparade von Martin Grünstäudl. Das Thema lautet “Mein wichtigster Tipp für Existenzgründer”. Bei einer Blogparade sind interessierte Blogger aufgerufen zu einem gestellten Thema einen Artikel zu schreiben. Alle Artikel der Blogparade finden Sie in der Übersicht.

Vor zweieinhalb Jahren habe ich bereits an einer ähnlichen Blogparade mitgemacht . Mein Tipp damals:

Habe eine Vision und mach jeden Tag einen Schritt in die Richtung der Vision.


Ich halte diesen Tipp nach wie vor für den wichtigsten Tipp für Existenzgründer. Während damals die Vision im Vordergrund stand, lege ich heute mehr Wert auf den zweiten Teilsatz.

Voraussetzungen

Mittlerweile setze ich eine Vision voraus, wenn man sich selbstständig machen will. Genau so wie ich andere Dinge voraussetze:

Z.B. das Produkt/die Dienstleistung/die Idee muss wirklich gut sein (Qualität), die rechtlichen Rahmenbedingungen sind gesetzt, es besteht ein anständiger (=muss nicht perfekt, aber solide sein) Auftritt auf dem Markt (Visitenkarten, Webseite, E-Mail-Adresse auf eigener Domain etc.) und vieles mehr.

Hat man das noch nicht, ist es für eine Existenzgründung wohl noch zu früh.

Das alles vorausgesetzt, geht es dann darum, die Vision Realität werden zu lassen und das ist die Herausforderung. Gelingt dies nicht, bleibt es bei einem Traum und Luftschloss.

Ziele und Aufgaben

Eine Vision ist in der Regel sehr allgemein und abstrakt. Sie ist wie der Kompass, der die Richtung vorgibt, ohne den genauen Weg festzulegen. Und genau hier kommt das Energie- und Zeitmanagement ins Spiel.

Ist die Richtung bekannt, braucht es noch drei weitere Dinge:

  1. Man entscheidet sich für einen Weg (Ziel-/Zeitmanagement).
  2. Man muss genügend Proviant dabei haben (Energiemanagement).
  3. Man muss den Weg dann auch tatsächlich gehen (Durchhaltevermögen).

Es geht also darum, die Vision immer weiter herunter zu brechen, bis mich im Idealfall alle oder die meisten meiner täglichen Aktivitäten meiner Vision einen Schritt näher bringen.

In einem ersten Schritt gehören dazu die Ziele: Welche (lang-, mittel- und kurzfristigen) Ziele stecke ich mir, um meine Vision zu erreichen.

Im nächsten Schritt ergeben sich aus diesen Zielen konkrete Aufgaben: Was muss ich konkret tun, um meine Ziele zu erreichen?

Um die Verbindung zu meiner Vision und meinen langfristigen Zielen nicht zu verlieren, hängt bei mir im Büro ein Whiteboard, auf dem ganz oben mein wichtigtes langfristiges Ziel steht. Rundherum befinden sich Zettel mit motivierenden Zitaten oder Ideen, die mich inspirieren. Mein Whiteboard hilft mir, mich mit der Vision zu verbinden und sie nie – wörtlich! – aus den Augen zu verlieren.

Der Rahmen

Ziele sind nicht nur für die Motivation wichtig, sondern Ziele stecken einen Rahmen ab, innerhalb dessen ich mich bewegen kann.

Das halte ich für entscheidend für Existenzgründer. Häufig fehlt nämlich eine Tagesstruktur, was mit ein Grund sein kann, sich überhaupt selbstständig zu machen.

Trotzdem ist es eine tägliche Herausforderung, das eigene Potential auch wirklich auszunützen. Täglichen Herausforderungen begegnet man am besten mit positiven Ritualen. Rituale haben einen grossen Vorteile: Einmal installiert laufen sie völlig automatisch und unbewusst ab. Wir sind so an das Ritual gewöhnt, das uns etwas fehlt, wenn wir ihm einmal nicht folgen. Alles, was automatisch abläuft, müssen wir nicht jeden Tag neu entscheiden. Damit sparen wir viel Energie.

Ich weiss beispielsweise sehr genau, was mich stärkt und was mich schwächt. Das heisst nicht, dass ich nur die Dinge tue, die mich stärken. Bildlich gesprochen: Manchmal ist die Couch halt doch näher als die Turnschuhe. Ich habe jedoch versucht, ein paar Dinge, die mich stärken, in meinem Alltag zu ritualisieren.

Schlüsselpunkt dazu ist der Morgen. Ich bin überzeugt: Wie Sie den Tag beginnen, so wird er verlaufen. Springen Sie aus dem Bett, schütten einen Kaffee runter und hetzen auf den Bus, wird ihr Tag genau so weiter verlaufen: Hektisch und stressig. Nehmen Sie sich jedoch Zeit für sich und die Personen, die Ihnen wichtig sind, wird Ihr Tag eine ganz andere Qualität haben. Das gibt natürlich keine Garantie auf einen guten Tag, doch die Voraussetzungen sind so schon geschaffen.

Fazit

Was heisst das konkret? Würde mich ein angehender Existenzgründer tatsächlich nach einem Tipp fragen, wäre meine Antwort:

  • Habe eine Vision.
  • Brich die Vision in Ziele und dann Aufgaben herunter.
  • Unterschätze ein erfolgreiches Zeitmanagement nicht. Es hilft Dir, Dein Potential auszuschöpfen, ohne Dich selbst auszusaugen.
  • Schaff Dir einen Rahmen und eine Umgebung, die Dich stärkt.
  • Überlegt Dir ein konkretes Morgenritual (Dauer: 30-60 Minuten) mit Dingen, die Dich stärken. Berücksichtige Deinen Geist, Deinen Körper und Deine Seele.

Foto von maniacmiler18

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