So bleibe ich mit meinen Zielen auf Kurs

So bleibe ich mit meinen Zielen auf Kurs

Ich arbeite sehr zielgerichtet. Jedes Jahr setze ich mir verschiedene Ziele: Persönliche und berufliche.

Allerdings probiere ich fast jedes Jahr eine andere Methodik aus:

  • Manchmal setze ich mir ganz wenige Ziele, manchmal mehr.
  • Manchmal tue ich das sehr strukturiert, manchmal sehr locker.
  • Manchmal klebe ich mein wichtigstes Ziel an die Wand, manchmal schreibe ich es jeden Tag neu auf.
  • Manchmal setze ich fast nur Handlungsziele, manchmal eher Ergebnisziele.

All das funktioniert – machmal. Und manchmal auch nicht. Ich entwickle mich weiter, mich spricht nicht immer dasselbe an.

Genauso ist es ja im gesamten Zeitmanagement: Es gibt nicht die eine Lösung, die für alle passt. Es gibt häufig sogar nicht mal die eine Lösung, die immer zu mir passt.

In einem Jahr habe ich mir in einem strukturierten Prozess zehn Ziele vorgenommen. Hier die Aufteilung meiner Ziele:

  • Fünf private, fünf geschäftliche (die Aufteilung war Zufall)
  • Sechs Handlungsziele, vier Ergebnisziele

Als Alleinunterhalter Solo-Unternehmer trennt man ja in der Regel nicht so zwischen Privatem und Geschäftlichem. Man tut ohnehin das, was man will und wofür man eine Leidenschaft hat. Deshalb wirken meine „privaten“ Ziele auch in meinem Business.

Ein Beispiel:
Ein Ziel lautet: „Ich schlafe mindestens 5x pro Woche mindestens 7.5 Stunden.“ Wenn ich das durchziehe, habe ich mehr Power, kann mich besser fokussieren, bin motivierter, gesünder und fiter. Selbstverständlich merke ich das auch eins-zu-eins in meinem Business.

Nun, die grosse Frage ist natürlich: Wie schaffe ich es, auf Kurs zu bleiben? Hier mein Weg:

  1. Jedes Ziel ist machbar und messbar. Das ist die praktikable Form der SMART-Formel.
  2. Zu jedem Ziel habe ich mindestes fünf Gründe aufgeschrieben, weshalb ich das will. Das hilft der Motivation, besonders dann, wenn der Anfangsschwung vorbei ist. Bei jedem Ziel steht auch, wie ich mich fühle oder sein werde, wenn ich es erreiche, und wie, wenn ich es nicht verfolge oder erreiche. Meine Ziele und diese Motivationen stehen in Evernote.
  3. Zu jedem Ziel habe ich sofort den ersten Schritt aufgeschrieben, den ich tun muss, um das Ziel zu erreichen. Bei den wenigsten habe ich mehr als einen Schritt aufgeschrieben. Der Grund ist klar: Ziele sollen ja aus der Komfortzone schubsen. Man tut also etwas, was man bisher nicht getan hat. Wie soll ich dann wissen, was ich alles ganz genau tun muss? Ich kann den nächsten oder vielleicht die nächsten drei Schritte planen. Aber alles, was darüber hinausgeht, kenne ich ja noch nicht. Deshalb mache ich keine genaue Zeitplanung.
  4. Eines der Ziele ist das wichtigste Ziele überhaupt. Wenn ich das verfolge und erreiche, zieht das die Erreichung der anderen Ziele mit sich oder hilft ihnen sehr. So könnte durchaus mein Schlafziel mein wichtigstes Ziel sein. Wenn ich das konsequent verfolge, schöpfe ich mein Potential besser aus und kann deutlich mehr erreichen. Das hilft mir dann auch, die anderen Ziele zu erreichen.
  5. Einmal pro Woche überprüfe ich, ob ich auf Kurs bin. Ein Punkt in meinem Wochenrückblick lautet: Ziele durchsehen. Ich lese jedes Ziel und die Motivation dahinter durch. Dann überlege ich mir, ob ich eines vernachlässige oder was der jeweils nächste Schritt ist.
  6. Bei den Handlungszielen halte ich täglich fest, ob ich auf Kurs bin. Ich nutze dazu die App Habit List. Sie erinnert mich jeden Abend um 20 Uhr daran einzutragen, ob ich die entsprechenden Handlungen ausgeführt habe oder nicht (z.B. ob ich letzte Nacht 7.5 Stunden geschlafen habe).

Klingt das aufwändig? Ach was, ist es überhaupt nicht.

Klar, es hat mich ein paar Stündlein gekostet, meine Ziele zu finden, zu formulieren und den Motivationen dahinter nachzuspüren.

Aber: Es sind ja meine Ziele! Das ist nicht irgendwas, was ich eigentlich gar nicht will und nur Arbeit bringt. Sondern das ist genau das, was tief in mir steckt und raus will! Dem kann ich gar keine zu hohe Priorität geben.

Im Alltag ist es dann sehr locker: Die wöchentliche Durchsicht der Ziele kostet mich nur ein paar Minuten und verbindet mich jede Woche von neuem mit den Zielen. Auch das kann man gar nicht hoch genug einschätzen.

Bei der Gelegenheit: Wie garantierst du, dass du bei deinen Zielen auf Kurs bist?

Bildnachweis: © unsplash.com

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Ivan Blatter

Über Ivan Blatter

Ich bin Personal Trainer für neues Zeitmanagement und zeige meinen Kunden, wie sie ihre Produktivität verdoppeln und mehr erreichen, ohne sich dabei auszulaugen.

Ich helfe einerseits Solopreneuren und Unternehmern, ihr persönliches Zeitmanagement zu verbessern, so dass sie ihr volles Potential umsetzen können für ein erfolgreiches Business mit mehr Freude und Motivation. Andererseits unterstütze ich Unternehmen dabei, die Produktivität ihrer Teams zu erhöhen und so die Ziele schneller zu erreichen.

So einfach wie möglich, immer persönlich und individuell.

7 Gedanken zu “So bleibe ich mit meinen Zielen auf Kurs”

  1. Ein wirklich toller und motivierender Artikel!
    Ich schiebe es leider noch immer auf, meine Ziele zu definieren und anzugehen, weil das Tagesgeschäft gerade so aufwändig ist. Dabei ist mir klar, dass ich mit der Definition meiner Ziele und der entsprechenden Wertung, das Tagesgeschäft so strukturieren kann, dass es nicht durchgehend hektisch ist.

    Aber nächste Woche wird es angepackt: Ich habe mir zwei Tage Klausur freigeschaufelt und werde nichts anders machen, als mir zu überlegen: „Was willst du, wo willst du hin und wann willst du es erreichen?“

    Genug Material und Beispiele lieferst du uns, lieber Ivan, ja massenweise.

    Danke dafür!

    Gruß
    Christoph

  2. Danke, Tipps, die helfen Ziele zu formulieren, zu verfolgen und zu erreichen. Den Erfolg dann zu genießen – und wo es nicht ganz gereicht hat (waren doch wieder nur drei Nächte mit den 7.5 Stunden Schlaf…) zu akzeptieren ohne sich selbst nieder zu machen, sondern es neu, anders, zu versuchen.

  3. Die richtige Zielsetzung und Planung der Durchführung ist maßgeblich für den Erfolg des jeweiligen Vorsatzes verantwortlich. Besonders toll finde ich die SMART-Regel – so vermeidet man, sich völlig unrealistische Ziele zu setzen die man sowieso nie erreichen wird. Auch die Strategie, 5 Gründe für die Realisierung des Ziels zu suchen finde ich sehr gut. Innere Motivation ist der wichtigste Antrieb, um seinen Schweinehund zu überwinden. Ist man von einer Sache wirklich überzeugt, stehen die Chancen gut, dass man sie auch konsequent durchzieht. Deshalb verfolge ich auch die Methode, mir eher weniger, für mich aber sehr wichtige Ziele zu setzen. Manchmal ist weniger mehr, so meine Ansicht zu der Thematik.

  4. In diesem Beitrag hat es mir vor allem Punkt 2 angetan: Zu jedem Ziel habe ich mindestens fünf Gründe aufgeschrieben, weshalb ich das will.

    Da geht es Ihnen wie mir – wenn ich weiß, warum ich etwas will, dann ist es gar nicht so schwer mich zu motivieren und für dieses Ziel anzustrengen.

    Viele Grüße
    Heike Lorenz

  5. Ich finde es auch sehr hilfreich, mir zu jedem Ziel aufzuschreiben, warum ich das eigentlich will und wie ich mich fühle, wenn ich es erreiche. Wenn ich mir das immer wieder durchlese wirkt das sehr motivierend und auch regulierend. Ich kann mir dann immer wieder überlegen, ob dieses Ziel noch aktuell ist oder, ob ich daran etwas umformulieren muss.
    Sehr hilfreiche Anregungen; vielen Dank!

    Herzliche Grüße, Kiwi

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