Der folgende Artikel ist ein Gastbeitrag von Markus Cerenak.

Die Woche beginnt. Ein normaler Tagesablauf startet. Eine Routine. Etwas, dass sich in den letzten Monaten oder Jahren eingespielt hat. Und darüber nachdenken, tust du selten. Eigentlich nie. Es ist, wie es ist. Irgendwann mal hast du Weichen gestellt.

Wenn du ganz ehrlich bist, wurden die Weichen ein Stück weit für dich gestellt. Von Menschen, die es gut meinen. Von Werten, Gedanken und Glaubenssätzen, die sich über die Zeit in dir entwickelt haben, die aber nicht unbedingt deine sind. Oftmals, um Erwartungen zu erfüllen, um Status zu etablieren, um sich oder anderen etwas zu beweisen oder einfach um das zu tun, was man eben so tut. Was alle eben so tun.


Bist du ein Zeitmillionär? Und 5 weitere unbequeme Fragen.

Manche sagen dazu „Alltag“, manche „Hamsterrad“, manche sagen mit bitterem Humor „Matrix“ dazu. Und um uns das Leben in unserem Alltag kurzweiliger zu gestalten, haben wir Dinge entwickelt, die uns unterhalten, ablenken, auf Kurs halten.


Ok, ich weiß, das ist jetzt ziemlich sarkastisch. Aber Hand aufs Herz: Wann hast du das letzte Mal in deinem Leben innegehalten und einiges in Frage gestellt, was tagein und tagaus in deinem Leben so passiert? Und nein die „Anfang-Januar-Ich-mach-jetzt-alles-anders-besser-Gedanken“ gelten nicht!

Viele Menschen gehen (eigentlich laufen) durchs Leben und verhalten sich wie Millionäre ihrer Lebenszeit. Sie verschenken das wertvollste Gut, das sie haben. Tag für Tag. Kaum jemand auf der Welt läuft durch die Straßen und verschenkt den ganzen Tag Geld. Weil kaum jemand es sich „leisten“ kann.

Viele Menschen gehen durchs Leben und verhalten sich wie Millionäre ihrer Lebenszeit.
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Von vollbeschäftigten Zeitmillionären

Aber warum können wir es uns leisten, uns wie „Zeitmillionäre“ aufzuspielen, indem wir das wertvollste Gut pausenlos verschenken? Meistens mit wenig Wertschätzung. Es einfach so laufen lassen. Hinnehmen, dass nicht immer alles „super-gummi-gut“ sein kann. Manchmal sogar gar nicht wissen, wo die Zeit denn hingekommen ist. Und nicht weiter darüber nachdenken.

Wir befinden uns nämlich in einem Zustand der „Vollbeschäftigung“. Nein, nicht im volkswirtschaftlichen Sinne, sondern im Kontext unseres Zeitbudgets. Wenn ich mit Freunden, Bekannten oder Workshop-Teilnehmern spreche, höre ich oft das Gleiche, wenn es um „Unzufriedenheit“ und deren Veränderung geht:

  • „Würde ich gerne machen, geht sich aber momentan nicht aus.“
  • „Ja, das steht schon lange auf meiner To-do-Liste, müsste mir mal die Zeit dafür nehmen, aber andere Dinge sind wichtiger.“
  • „Natürlich hast du recht, ich mach das demnächst mal.“

Wieso gibt es Menschen, die Zeit haben? Die das, was sie sich vornehmen, machen? Die selten gestresst sind, die entspannen können, denen der Satz “da habe ich keine Zeit dafür” kaum über die Lippen kommt? Obwohl sie mit jedem einzelnen Menschen auf der Welt zu 100 Prozent gleichgestellt sind. Sie haben genauso viel Zeit zur Verfügung, wie jeder andere auch. Also kann es nicht an der Zeit liegen.

Ich schreibe hier als Gastautor auf einem Blog über Zeitmanagement. Und natürlich liegt es nicht an der Zeit, sondern an deren Nutzung. Und es liegt auch nicht am effizienten oder effektiven Einsatz der Zeit durch Unterstützung von Tools, Apps oder Methoden des Zeitmanagements.

Es liegt daran zu wissen, wofür du deine Zeit einsetzt, damit es Sinn ergibt. Sinn für dich und Sinn, wenn du dir das Ergebnis danach ansiehst. Also es geht nicht darum, effektiv oder effizient zu sein. Es geht darum, das Richtige zu tun.

Um das zu können, müssen für dich aber ein paar Antworten gefunden werden.

Was du über dich selbst wissen musst

1. Du musst wissen, was für dich Sinn ergibt und für dich Bedeutung hat.

Ich beobachte im Austausch mit meinen Lesern und Seminarteilnehmern, dass viele einfach tun. Ohne den Sinn für sich und andere dafür zu erkennen. Wichtig ist, für sich zu wissen: Was hat für mich Bedeutung? Denn sobald das, womit du deine Zeit verbringst, bedeutsam ist, dann gehst du mit deiner Zeit wertschätzend um.

2. Du musst wissen, welches Ergebnis du haben möchtest.

Das wäre jetzt das klassische „Ziele setzen“. Dazu gibt es viele Techniken und Wege. Du bist hier auf Ivan Blatters Blog auch schon sehr gut aufgehoben.

3. Du musst wissen, warum du dieses Ergebnis haben möchtest.

Wichtig ist stets, das „Warum“ hinter dem Ziel zu kennen. Warum will ich dieses Ziel? Welches Motiv wird mit dem Erreichen des Zieles befriedigt? Tue ich es für mich oder andere? Was tue ich, wenn das Ziel erreicht ist? Welche Werte werden damit getriggert und welche Werte nicht?

Wichtig ist, dass du nicht nur einmal nach dem „Warum“ fragst. Sondern nach der ersten Warum-Antwort, nochmal „Warum?“ fragst. Und nach der zweiten Warum-Antwort wieder. Dann kommst du langsam aber sicher zur richtigen Antwort.

4. Du musst wissen, was dich antreibt und was dich abhält.

Hier geht es darum, die Fähigkeit zu besitzen, sich selbst zu beobachten und zu erkennen, welche Methoden du zur Selbstmotivation und zur Selbstbremsung einsetzt. Auch hier kommen wieder Werte, Glaubenssätze & Co auf. Auch hier ist es wieder wichtig, sich selbst gut zu kennen.

5. Du musst wissen, was dich zufrieden macht.

Ich bevorzuge das Wort „Zufriedenheit“ weit mehr als das Wort „Glück“. Denn Zufriedenheit, hat etwas Dauerhaftes. Glück ist etwa so wie ein sexueller Höhepunkt. Funktioniert bei jedem anders, es dauert nicht lange, manchmal ist nicht ganz klar, wie es so schnell ging und manchmal will es einfach nicht klappen. In meiner Videoserie (mehr dazu weiter unten) widme ich mich dieser Gegenüberstellung ein wenig genauer.

Was ist der Sinn des Lebens? (OMG, was für eine schmalzige Zwischenüberschrift…)

Alle Tools, die wir zur persönlichen Weiterentwicklung einsetzen – von Zeitmanagement bis NLP, von GTD (Getting Things Done) bis Autogenes Training, von Kommunikationstechniken bis Therapie -, haben doch nur den Sinn, dass alles Sinn ergibt. Dass wir „Zufriedenheit“ oder „Glück“ erfahren und unsere „Bestimmung“ leben. Alles bedeutungsschwangere Worte, aber es ist wichtig, eines zu verstehen:

Der Sinn des Lebens ist es, dem Leben Sinn zu geben.
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Das kann ich nur, wenn ich mich gut kenne.

Und du kannst das auch nur, wenn du dich gut kennst.

Daher fängt bei mir der (stets selbstdefinierte) Erfolg immer bei mir an. Ich habe eine kostenlose Videoserie mit genau diesen und weiteren Gedanken dazu zusammen gestellt, die in Kürze startet. Und auch dich möchte ich dazu einladen: http://www.markuscerenak.com/premium/lsc-blatter

Lass es dir gut gehen!
Markus Cerenak

Bildnachweis: © Depositphotos.com / peshkova

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