Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Bereits am Montag habe ich ein paar Gemeinsamkeiten zwischen Billard und Zeitmanagement aufgezeichnet. Ich kenne noch ein paar mehr, die ich heute vorstellen will.


Visualisieren

Viele Sportler und damit natürlich auch viele Billard-Spieler sind Meister im Visualisieren. Wer mit dem Queue auf die weisse Kugel zielt, sieht vor dem geistigen Auge, wo genau die weisse die farbige trifft, wohin die farbige dann rollt, wie die weisse abgelenkt wird und wo diese dann stoppt.

Viele erfolgreiche Menschen sehen ihren Tag genauso vor ihrem geistigen Auge. Sie visualisieren sich ihren Tag oder ihre Ziele. Dann setzen sie ihre Vision um. Sie hüten sich davor, sich einfach vom Tagesgeschäft – und damit meistens von der Alltagshektik – einfach treiben zu lassen.


Gelassenheit

Schauen Sie mal genau hin: Ein Spieler führt seinen Stoss nie hektisch aus. Er bleibt sogar in der Position, bis die weisse die farbige Kugel getroffen hat und die Kugeln fast zum Stillstand gekommen sind. Kommt er zu schnell hoch, besteht die Gefahr, dass er eben zu schnell hochkommt und so die weisse nicht da trifft, wo er sie treffen will. Kleine Verschiebungen können auf einem grossen Tisch schnell ein paar Zentimeter ausmachen. Deshalb führen Profis ihren Stoss in aller Gelassenheit bis zum Ende aus.

Im Büro lassen wir uns (zu) oft von der Hektik anstecken und treiben. Selten fragen wir uns: Was ist wirklich wichtig? Oder wir springen von einer Aufgabe zu nächsten ohne etwas in aller Ruhe fertig zu bringen. Dabei verstecken wir uns hinter Sachzwängen: “Das verlangt (der Markt/der Chef/der Kunde) so.”

Ist das aber wirklich so? Ich kenne sehr erfolgreiche Menschen auf allen Stufen – auch in höchsten Kaderpositionen -, die lassen sich nicht hetzen, sondern nehmen sich Zeit für die wichtigen Dinge (um die unwichtigen kümmern sie sich gar nicht) und führen die Dinge zu Ende.

Ich würde sogar behaupten: Je höher man die Karriereleiter hochblickt, desto mehr solche Menschen trifft man an. Menschen, die zwischen wichtig und unwichtig unterscheiden können, und sich ausschliesslich und hoch-fokussiert den wichtigen Dingen widmen.


Planen

Wer an den Tisch kommt, verschafft sich zunächst einen Überblick und überlegt sich dann einen Weg durch die Kugeln.

Welche spiele ich zunächst?
Und welche spiele ich danach?
Wie muss ich die weisse Kugel ablegen, damit ich weiter spielen kann?
Und welche spiele ich danach?

Der Spieler macht sich also einen Plan und überlegt sich, wie er den Tisch abräumen kann. Zumindest überlegt er sich die nächsten paar Kugeln, die er spielen will.

Gelingt es ihm nicht, die weisse Kugel optimal zu platzieren, wirft er den Plan sofort über Bord und macht einen neuen. Er plant also rollend und ist flexibel. Und er führt den Plan sofort aus.

Wie sieht das im Büro aus? Oftmals so: Wir planen und planen und planen und planen und wenn es dann nicht anders geht, führen wir vielleicht aus. Was beim Billard bizzar aussehen würde, fällt im Büro nicht einmal besonders auf.

Ein Plan ist aber überhaupt nichts wert, wenn wir ihn nicht Ausführen. Nur wer handelt, erreicht etwas.


Pause

Gerade bei langen Matches gibt es formale Pausen ausser in der Schlussphase. Profis nutzen diese Pausen ganz bewusst, um sich zu entspannen, die Konzentration neu aufzubauen oder zu erhalten und sich in eine positive Stimmung zu bringen.

Gibt es keine formalisierten Pausen mehr, lässt sich beobachten, dass die Spieler häufig zur Toilette gehen. Die haben aber nicht alle eine schwache Blase, sondern verlassen bewusst den Tisch und nehmen sich eine Mini-Auszeit, um sich neu aufzubauen.

Im Büro haben wir oft die Vorstellung, wir könnten durcharbeiten und dann schnell ein Sandwich vor dem Bildschirm verdrücken. So kann man sich täuschen. Jede Minute, die in eine regelmässige, kurze und gute Pausen investiert ist, kommt mehrfach zurück: Mehr Energie, mehr Motivation, weniger Fehler, mehr im Flow und mehr Freude.



Hier geht’s zum ersten Teil zum Thema “Billard und Zeitmanagement”

Bei der Gelegenheit: Sind Sie heute Ihrem wichtigsten Ziel näher gekommen?

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