Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Erinnert du dich an Ivan Lendl?

Ivan Lendl war der Roger Federer der 1980er Jahre und hat die Tennis-Tour bestimmt. Er war zwar nicht der talentierteste Spieler, doch das hat er einerseits durch seinen Willen und seine Disziplin und andererseits durch positive Rituale wett gemacht.

Ich persönlich bin nicht ganz überzeugt, ob Disziplin als Hauptantreiberin wirklich hilft. Ivan Lendl hat eindrücklich bewiesen, wie positive Rituale Disziplin ergänzen oder sogar ersetzen können.

Wie wir gesteuert werden

Forschungen lassen vermuten, dass unser Verhalten nur zu 5% bewusst gesteuert ist. 95% geschieht unbewusst und damit automatisch als Gewohnheit oder als instinktive Reaktion.

Ivan Lendl hat das gewusst oder gespürt: Sein ganzer Tag war komplett durchstrukturiert, von den Trainings über die Essenszeiten bis hin zu Konzentrations- und Entspannungsübungen, die er auch auf dem Platz einsetzten konnte.

All das mit einem Ziel: Sich Rituale anzugewöhnen, die ihn stärken.

Auch zwischen den Ballwechseln befolgte Ivan Lendl Rituale, die ihn schnell entspannen und neu fokussieren liessen.

Das ist übrigens bei allen erfolgreichen Spitzensportlern so:
Beobachte einmal Roger Federer, wie er zwischen den Ballwechseln immer genau gleich vorgeht. Oder beobachte eine Skirennfahrerin vor dem Start.

So sparst du dir deine Energie für Wichtigeres

Der grosse Vorteil: Was wir unbewusst oder gewohnheitsmässig tun, kostet uns kaum eine Anstrengung, da wir es eben automatisch und ohne Nachdenken tun.

Was wir hingegen bewusst tun, kostet uns immer Energie und Anstrengung. So können wir positive Rituale erlernen und installieren, die uns selber stärken, aber kaum Anstrengung benötigen.

Weshalb positive Rituale helfen

Positive Rituale helfen uns, die unbewusste Steuerung unseres Lebens zu beeinflussen und positiv zu nutzen. So können wir mit positiven Ritualen unser Energie- und damit auch unser Zeitmanagement bedeutend beeinflussen.

  • Unser Wille und unsere Disziplin sind nützlich, aber leider begrenzt. Hier können Rituale und Gewohnheiten einspringen, so dass wir weniger häufig auf den Willen zurück greifen müssen.
  • Mit positiven Ritualen können wir sicherstellen, dass wir täglich die Dinge tun, die uns wirklich gut tun. Zeitmanagement ist immer auch Energiemanagement. Rituale helfen uns, unseren Energielevel hoch zu halten und stärken uns.
  • Unsere Werte und Visionen geben uns den allgemeinen Weg vor. Um diese Werte und Visionen  in konkrete Handlungsschritte zu übersetzen, können wir positive Rituale einsetzen.

Das gilt natürlich auch umgekehrt:
Viele unserer Gewohnheiten haben sich einfach so eingeschlichen und helfen uns nicht, uns zu stärken.

Im Gegenteil, sie schwächen uns sogar.

So verzichten wir auf das Frühstück, um früher im Büro zu sein, mit der Folge, dass wir am Vormittag nicht auf unsere volle Energie kommen. Dafür trinken wir lieber ein paar Tassen Kaffee, wiederum mit der Folge, dass wir unserem Körper und Geist keine Zeit zur Erholung mehr gönnen. Abends sind wir dann so erschöpft, dass nur noch der Fernseher und ein paar Gläser Wein bleiben mit der Folge, dass wir uns nicht aktiv entspannen und unsere Schlafqualität negativ beeinflussen. Eine negative Spirale beginnt sich zu drehen…

Diese Spirale zu durchbrechen, ist nicht immer einfach.

Weshalb? Ganz einfach:

Man muss bewusst Gegensteuer geben und – wie gesehen – was bewusst geschieht, kostet Anstrengung und Energie. Energie, die man ja gerade nicht hat, da man sich in der negativen Spirale befindet.

Das Morgenritual

Meiner Meinung nach gibt es eine Schlüsselzeit für positiven Rituale: Der frühe Morgen.

  • Hier entscheidet sich, wie dein Tag verlaufen wird.
  • Hier hast du die Möglichkeit, dich zu stärken, um während des Tages deine Leistung abrufen zu können.
  • Hier kannst du den Grundstein für einen erfolgreichen Tag legen.

Welche Rituale dich morgens stärken können, weißt du selber am besten.

Zweifellos dazu gehört jedoch ein gesundes Frühstück, das seinen Namen verdient. Daneben kannst du meditieren, Tagebuch schreiben, etwas Inspirierendes lesen, die Katze ausgiebig streicheln, einen kleinen Spaziergang machen, Sport treiben usw.

Es lohnt sich in jedem Fall, eine halbe oder dreiviertel Stunde früher aufzustehen und in das wichtigste Kapital zu investieren, dass du hast: dich selbst.

Lass mich deshalb fragen: Welche Rituale könnten dich stärken?

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