Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

In meiner Tätigkeit begegne ich immer wieder Menschen, die Mühe mit Zeitmanagement an sich haben. Lesen Sie in diesem Artikel, was dahinter liegt, weshalb ein funktionierendes Zeitmanagement sein MUSS (eigentlich eine sehr einfach Gleichung).



Ich begegne ab und zu Menschen, die Zeitmanagement an sich in Frage stellen. Sie sagen: “Ich will keine Maschine werden” oder “Zeitmanagement bremst meine Kreativität” oder “ich will nicht nur ein Hamster im Rad sein”. All diese Aussagen stimmen natürlich, weil diese Menschen genau diese Erfahrung machen. Dahinter sind zwei Probleme versteckt:

  1. Das traditionelle Zeitmanagement funktioniert tatsächlich nicht mehr.
  2. Zeitmanagement wird häufig falsch oder zu eng verstanden.

Die Ursprünge des Zeitmanagement liegen in der Steigerung der Produktivität. Dieser Begriff wiederum ist ein klassischer Begriff der Industrialisierung: Fabrikmaschinen konnte man tatsächlich immer noch ein wenig produktiver machen, so dass sie mehr Output bei gleichem Input produzieren konnten oder noch effizienter wurden. Diese Idee lässt sich natürlich nicht eins-zu-eins auf den Menschen übertragen.

Die Aussagen von oben stehen in dieser Tradition und diejenigen Menschen, die diese Aussagen treffen, spüren, dass die Methoden bei Menschen eben nicht funktionieren.

Wir brauchen ein funktionierendes Zeitmanagement

Ich glaube, wir brauchen eine neue Sicht auf das Zeitmanagement, eine funktionierende Arbeitorganisation und produktives Arbeiten. Sicher ist: Wir brauchen ein funktionierendes Zeitmanagement mehr denn je. Ich bleibe vorläufig beim Begriff Zeitmanagement, obwohl der Begriff so falsch ist, wie er nur sein kann. Schliesslich können wir ja Zeit nicht managen, sondern höchstens uns selbst.

Also, die Gleichung ist recht simpel:

Ohne funktionierendes Zeitmanagement schöpfen wir unser Potential nicht aus, haben weniger zufriedene Kunden, generieren weniger Umsätze und verlieren schlussendlich auch unsere Motivation.

Jetzt kommt aber das ganz grosse Aber: Häufig werden die bekannten Methoden des Zeitmanagement falsch angewendet, ab und zu sogar missbraucht. Führen diese Methoden dazu, nur das Hamsterrad noch schneller zu drehen, enden wir in Erschöpfung, Demotivation oder Burnout.

Ein gutes Zeitmanagement hilft letzlich der Zufriedenheit bei der Arbeit. Kein Zeitmanagement, ein schlechtes Zeitmanagement oder falsch angewendet saugt es uns nur aus.

Das grosse Ziel ist, sich so zu organisieren, dass man über den ganzen Tag seine Leistung aufrufen kann, ohne sich am Abend sich komplett leer zu fühlen. Müde schon, aber nicht leer. Schliesslich wollen wir ja noch ein wenig Zeit mit unserer Familie, unseren Freunden oder bei einem Hobby verbringen können und nicht nur vor dem Fernsehen wegdämmern.

Vielen meiner Kunden geht es genauso. Sie mögen zwar ihren Job, spüren häufig sogar noch das innere Feuer dafür, aber stossen an ihre Grenzen. Sie fühlen sich überfordert, haben das Gefühl, sie verzetteln sich und kümmern sich nicht um die wichtigen Dinge.

Meine Erfahrungen

Als ich vor Jahren begann, mich mit den Methoden des Zeitmanagements zu beschäftigten, war ich irgendwann auch an dem Punkt, an dem ich dachte:

So, jetzt hast Du einfach nur Dein Hamsterrad beschleunigt. Aber sonst?

Genau zu diesem Zeitpunkt habe ich dann versucht, mich selbst zu managen, anstatt nur immer besser zu organisieren. Und genau das war der Schlüssel.

Dieser Schlüssel geht viel weiter als ein paar neue Tipps und Methoden. Es geht um das Eingemachte, um die eigenen Glaubenssätze und Einstellungen. Die lassen sich nicht einfach so rasch ändern, sondern das braucht etwas Zeit und Training.

Viele Zeitmanagement-Methoden versuchen, Zeitmanagement breiter zu sehen und gehen in Richtung Selbstmanagement. Leider sind sie nicht konsequent genug und die Zeitmanagement bleibt etwas neben dem Selbstmanagement stehen.

Das Anti-Zeitmanagement versucht die Verschmelzung der beiden. Ich habe lange überlegt, welches die sieben unerlässlichen Prinzipien sind, um wirklich produktiv arbeiten zu können, ohne sich selbst auszusaugen.

Mein Grundsatz lautet: Ich empfehle nichts, was ich nicht selbst kenne und ausprobiert habe. Natürlich weiss ist, dass nicht alles, was für mich funktioniert, bei anderen auch funktioniert. Aber ich kann – wenn ich einen Kunden kennen lerne – anhand meiner eigenen Erfahrungen helfen.

 

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