Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Seit einigen Monaten stehe ich täglich recht früh auf. Früher sah das so aus: 7 Uhr, Wecker geht los: Fluchen, sich aus dem Bett quälen und ab unter die Dusche. Nach der Dusche schnell rasieren, anziehen, Kaffee kochen, etwas kleines essen, Sachen packen und ab die Post. Entspricht nicht gerade meiner Vorstellung von einem ruhigen, Kraft spendenden Morgen… Früh aufzustehen scheint bei Bloggern über Produktivität modern zu sein (z.B. bei Leo von Zen Habits, Steve Pavlina, lifehack.org, LifeRemix und Scott H. Young). Von denen lies ich mich inspirieren und habe meinen Rhythmus angepasst: Heute stehe ich zwischen 5 und 5.30 Uhr auf. Das bestimmt mein Wecker. Ich habe so einen Schlafphasenwecker, der mich irgendwann in dieser halben Stunde aufgeweckt, nämlich genau dann, wenn ich gerade in einer Leichtschlafphase bin. So fällt einem das Aufstehen viel leichter.
Das mag dem einen oder anderen (speziell den Nachteulen) merkwürdig vorkommen, freiwillig so früh aufzustehen. Ich habe aber gute Gründe:

  • Ich bin ein ausgesprochener Morgenmensch. Morgens habe ich am meisten Energie und Motivation. Die will ich bewusst nutzen. Abends bin ich meist nur müde.
  • Morgens ist man generell noch frisch, sobald man richtig wach und wenn man ausgeschlafen ist. Bei mir dauert das keine 30 Sekunden und ich bin voll da.
  • Am Morgen früh sind die Ablenkungen am geringsten. Es gibt noch keine Anrufe, keine Mails (ausser die vom Vorabend), nichts Interessantes im TV, keine anderen Menschen, die von einem was wollen.
  • Abends bin ich immer müde, egal, wann ich aufstehe. Meist mache ich dann nichts mehr Sinnvolles, im schlimmsten Fall bleibe ich vor der Glotze hängen. Deshalb gehe ich lieber früh ins Bett und nutze die Morgenstunden.

Wer Lust hat auszuprobieren, früher aufzustehen, für den habe ich ein paar Tipps:

  1. Nicht übertreiben: Kaum jemand schafft es von heute auf morgen zwei oder drei Stunden früher aufzustehen. Deshalb immer schön langsam. Ich habe meinen Wecker wöchentlich 15 Min. früher gestellt. Um eine Stunde früher aufzustehen, brauchte ich also vier Wochen.
  2. Schlafpensum: Jeder Mensch hat ein gewisses Pensum Schlaf, das er benötigt, um fit zu sein. Das ändert sich nicht, wenn man früher aufsteht. Deshalb muss man logischerweise auch entsprechend früher ins Bett gehen.
  3. Snooze-Knopf: Der ist tabu! Wenn man sich entschieden hat, früher aufzustehen, dann soll man auch zu seiner Entscheidung stehen. Wer nach dem Weckruf noch mehrmals 5 Minuten Dösen dran hängt, wird nur fauler und träger.
  4. Einfach aufstehen: Wenn ihr Mühe habt, aus dem Bett zu kommen, dann stellt einfach den Wecker ein paar Meter neben das Bett. Wenn er dann abgeht und man muss aufstehen, um ihn zu stoppen, dann bleibt man eher auf den Beinen.
  5. Routine: Überlegt euch vorher, was ihr mit der gewonnenen Zeit anfangen wollt und schafft euch eine Routine, die ihr dann immer einhaltet. Am besten fixiert ihr das schriftlich. Meine sieht im Moment so aus (ausgehend davon, dass der Wecker um 5 Uhr losgeht):

    5 Uhr: Aufstehen
    5.10 Uhr: Mit gebrautem Kaffee Google Reader starten.
    5.30 Uhr: Blogeintrag für den Tag schreiben.
    6.30 Uhr: Frühstück mit meiner Freundin
    7.00 Uhr: Morgengebet
    7.15 Uhr: Parat machen fürs Büro
    7.30-7.45 Uhr: Wohnung verlassen

  6. Rhythmus: Der schwierigste Punkt kommt zuletzt: Es wäre sinnvoll, wenn man den Rhythmus täglich einhält. Das bedeutet, dass man auch am Wochenende so früh aufsteht. Das ist gut für den Körper, das Einüben dieser Routine geht besser und schneller von Statten. Das ist aber recht schwierig, ich schaffe das auch (noch) nicht. Trotzdem ist mein Körper so programmiert, dass ich nie länger schlafen kann als bis 7, höchstens 8 Uhr, egal wann ich ins Bett gehe. Darauf kann ich aufbauen mit dem Ziel, auch am Wochenende um 5 Uhr aufzustehen.

Für was ihr eure gewonnene Zeit einsetzt, hängt von euch ab. Da müsst ihr selber eure Prioritäten setzen. Eine Zeit lang habe ich versucht, morgens meine Inbox zu leeren, ein wenig Hausarbeit zu erledigen und zu lesen (Bücher). Das hat sich sehr bewährt, bis ich angefangen habe zu bloggen. Jetzt schreibe ich lieber morgens. Ich bin überzeugt, wer nicht gerade ein Nachtmensch ist und eine Zeit lang früher aufsteht, wird es nicht mehr missen wollen!

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