Zeitmanagement wird häufig falsch verstanden. Viele meinen…

  • mit einem guten Zeitmanagement würde man Zeit sparen;
  • mit einem guten Zeitmanagement könne man mehr erledigen;
  • mit einem guten Zeitmanagement könne man noch mehr in den Tag pressen.

Ja, es kann sein, dass mit einem guten Zeitmanagement plötzlich mehr Zeit zur Verfügung steht. Es kann auch gut sein, dass du plötzlich mehr Aufgaben erledigt bekommst.

Doch diese Einstellung geht am eigentlich wichtigen Punkt vorbei.

Was ein gutes Zeitmanagement tut, weshalb das häufig auch heißt, weniger zu tun, und wie du das erreichen kannst, erfährst du hier.

Weniger ist mehrEin gutes Zeitmanagement tut nur eines:

Es hilft dir, mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge zu haben und dein Potential endlich abrufen zu können.

Nebenbei: Die wirklich wichtigen Dinge sitzen häufig nicht auf deinem Schreibtisch oder in deinem Computer.

Wer Zeitmanagement mit “mehr, mehr, mehr” verwechselt, der ist wie der, der die Zitrone immer weiter auspresst. Das Ergebnis: Irgendwann ist die Zitrone ausgelaugt, leer, hinüber.

Wenn wir Menschen versuchen, immer mehr in den Tag zu pressen, immer mehr zu erledigen, uns immer mehr aufzuladen, geht es uns irgendwann wie der Zitrone. Wir fühlen uns leer. Bei uns Menschen heißt das dann: Stress, Hektik, Erschöpfung, Erschöpfungsdepression, Burnout.

Deshalb heißt ein erfolgreiches Zeitmanagement häufig auch: Weniger ist mehr!

Hier sind fünf Fragen, die dir helfen, das wirklich Wichtige zu Erkennen.


1. Welche Commitments kannst du loswerden?

Im Laufe der Jahre bist du verschiedene Commitments eingegangen.

Setz dich mal hin und mach eine Auslegeordnung (wie wir hier in der Schweiz sagen): Schreib auf, welche Commitments (=Verpflichtungen) du eingegangen bist – auch dir selbst gegenüber.

Dann geh ganz nüchtern durch die Liste und entscheide: Welche Commitments kannst du loswerden?

Das kann ein schmerzhafter Prozess sein, doch lieber wenige Commitments, die du wirklich erfüllst, also viele, die du nur halbpatzig erfüllen kannst.


2. Welche Ziele und welche Projekte sind dir wirklich wichtig?

Ich weiß, als Solopreneur nimmst du deine Kunden sehr wichtig. Und das ist gut so. Trotzdem hast du dir vielleicht ein paar Projekte zu viel aufgehalst.

Setz dich auch hier hin und schreib auf, welche Ziele und Projekte du hast. Dann überleg dir wiederum, welche dir wirklich wichtig sind.

Diesen Zielen und Projekten solltest du die allerhöchste Priorität geben. Alle anderen solltest du loswerden.

Das ist natürlich nicht in jedem Fall möglich. Dann solltest du ihnen auch eine tiefere Priorität zuweisen.

Nicht alles ist gleich wichtig für dich. Akzeptiere da und handle entsprechend.


3. Welches sind deine High-Value-Activities?

Wir machen viele, viele Dinge in unserem Alltag. Doch nur ganz wenige sind High-Value-Activites.

High-Value-Activites sind die Aktivitäten, die dir einen riesigen Wert bringen.

In meinem Fall als Solopreneur, der sein Geld vor allem online verdient, sind es zwei: Produkte herstellen und Marketing.

Ich versuche, soviel Zeit wie möglich mit High-Value-Activites zu verbringen, weil sie mich und mein Business am meisten weiterbringen.

Welches sind deine High-Value-Activites? Weißt du das?


4. Was kannst du delegieren?

Alles, was nicht zu deinen Stärken gehört, gehört eliminiert, automatisiert oder delegiert.

Auch als Solopreneur kannst du viele Aufgaben delegieren – hier heißt es dann eher outsourcen. Das gilt vor allem für viele Aufgaben, die eben keine High-Value-Activites sind.

Erstell eine Liste mit Aufgaben, die nicht unbedingt du erledigen musst. Falls du keine Ahnung hast, dann schreib mal ein paar Tage auf, was du alles macht. Am Ende kannst du auf dieser Liste ziemlich genau identifizieren, was du nicht selbst zu erledigen brauchst.


5. Wie kannst du mehr Pause machen?

Ich komme immer mehr zu Schluss, dass nicht derjenige produktiver ist, der viel tut, sondern derjenige, der eine perfekte Mischung zwischen Arbeit und Erholung hat.

Jede Minute echte Pause kommt nachher um ein Vielfaches in Form von höherer Effizienz, Effektivität, Fokus, Konzentration und Produktivität zurück.

Welches ist also ein guter Arbeitsrhythmus, der deine Produktivität explodieren lässt? Vielleicht ist es die Pomodoro-Technik, die dir entspricht, vielleicht ist es ein anderer Rhythmus.

In jedem Fall brauchst du regelmäßige und gute Pausen.

Überleg dir vorher (warum nicht gerade jetzt?), was du in den Pausen tust? Ans offene Fenster stehen? Einen Powernap? Einen kurzen Spaziergang? Meditieren?

Entscheide dich vorher, was du dann tust. Wenn du im Moment entscheidest, landest du in den “Pausen” zu häufig im Posteingang, bei Facebook oder einer Online-Zeitung. Das sind aber keine Pausen.


Man kann es mit der Anstrengung, noch produktiver zu werden, übertreiben.

Häufig geht es nicht darum, mehr zu tun, sondern die richtigen Dinge zu tun und die richten Dinge abzulehnen.

Besonders der letzte Punkt mit den Pausen ist völlig kontra-intuitiv: Ich muss weniger arbeiten (d.h. mehr Pausen machen), um produktiver zu werden? Jawoll, genau das solltest du.

So tust du unter dem Strich vielleicht weniger, aber erreichst bedeutend mehr.

Bildnachweis: © deathtothestockphoto.com

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