Weiterbildung ist wichtig. Das ist klar.

Für Solopreneure und Unternehmer ist es sogar spielentscheidend. Verpasst man die Entwicklungen in seiner Branche, ist man weg.

Das betrifft nicht nur die Fachthemen, sondern auch allgemeine Business-Themen.

Wie Bernd Geropp und ich dafür sorgen, dass wir den Anschluss nicht verlieren, erzählen wir dir hier.

Weiterbildung-Solopreneure

Wie bildet man sich als Solopreneur am besten weiter?

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In diesem Doppelkick sprechen wir über:

  • die Weiterbildungen, die wir besuchen;
  • worauf wir bei der Auswahl unserer Weiterbildungen achten;
  • weshalb wir unsere Mastermind-Gruppe auch als Weiterbildung verstehen;
  • wie wir uns Zeit für Weiterbildung blockieren;
  • wie wir uns „nebenbei“ weiterbilden;
  • weshalb wir mehr Belletristik lesen sollten;
  • …und vieles mehr.

Im Podcast erzähle ich vom Weiterbildungsprogramm von Monika Birkner und dem sehr inspirierenden Podcast von Father Roderick.

Das Gespräch zum Nachlesen

Ivan Blatter: Hallo Bernd, wie ist das Wetter in Aachen?

Bernd Geropp: Hallo Ivan, das Wetter ist regnerisch, wir sind ja im Januar. In Aachen ist der Regen einfach kälter, daran erkennt man, dass Winter ist.

Ivan: Ach so!

Bernd: Das ist nicht wie bei dir in der Schweiz mit Schnee und so weiter, das haben wir hier leider ganz selten. Das ist das Einzige, was ich hier ein bisschen vermisse.

Ivan: Hier in Basel ist auch nichts mit Schnee, da schneit es auch nicht so häufig oder der Schnee bleibt nicht lange liegen. Aber in den Bergen sollte es jetzt doch endlich ein wenig Schnee haben.

Bernd: Das denke ich, ja.

Ivan: Wir haben uns für diese Doppelkick-Folge das Thema „Weiterbildung für Solopreneure“ vorgenommen. Gerade, wenn man alleine unterwegs ist oder wenn man die Verantwortung für sein Business hat, auch als Unternehmer, ist es umso wichtiger, dass man immer aktuell bleibt, dass man immer à jour bleibt, wie man bei uns in der Schweiz sagt, dass man die neuesten Entwicklungen in seiner Branche auch mitbekommt und sich weiterentwickelt. Und genau zu diesem Thema wollen wir uns heute ein wenig unterhalten. Wie ist das bei dir Bernd, welche Kurse oder Weiterbildungen hast du letztes Jahr gemacht? Gibt es die eine oder andere, die heraussticht?

Bernd: Bei mir ist es so, seitdem ich wieder selbständig bin, also seit sechs Jahren, versuche ich, jedes Jahr eine richtig große Sache zu machen, wo ich also wirklich eine Woche lang eine Weiterbildung in irgendeiner Art mache. Als ich damit begonnen habe, habe ich mich zum Beispiel für Hypnose interessiert, war dann bei deinem Kollegen aus der Schweiz, dem Hans-Peter Zimmermann, der hat mich fasziniert. Ich wollte einfach Hypnose lernen, nicht, weil ich es unbedingt in einer Therapie anwenden möchte, sondern einfach, weil mich das fasziniert hat. Dort habe ich interessante Leute kennengelernt, unter anderem eben Hans-Peter Zimmermann, und dann hatte ich das nächste Jahr eine weitere Weiterbildung wiederum für eine Woche bei ihm gemacht. Und das Jahr darauf war ich in USA, weil ich mich mit Online-Marketing beschäftigen wollte, ich war dort bei einer größeren Konferenz. Also immer solche Geschichten. Und das vorletzte und letzte Jahr habe ich eine Woche auf den Philippinen beim Tropical Think Tank auch zum Online-Marketing verbracht. Danach habe ich noch ein paar Tage drangehängt. Und das finde ich immer eine tolle Sache, denn a) lernst du interessante Leute kennen, Gleichgesinnte einer bestimmten Sache. Es geht nicht nur darum, etwas zu lernen, sondern auch den Austausch mit den Leuten zu haben. Und b), wenn man so etwas Größeres macht, dann kann man immer noch zwei, drei Tage dranhängen und einfach so ein bisschen über Strategien nachdenken, sich vielleicht auch ein bisschen erholen und einfach aus dem Tagesrhythmus herauskommen. Das finde ich eine tolle Sache. Das heißt, das gehört für mich jedes Jahr zusammen, eine Woche lange eine große Weiterbildung zu absolvieren. Außerdem mache ich noch kleinere Sachen, ob das jetzt online ist oder ob das eine kleine Konferenz oder etwas in der Art ist. Wichtig ist für mich, diese eine Woche Weiterbildung frühzeitig einzuplanen. Darauf freue ich mich auch immer.

Ivan: Das kann ich mir gut vorstellen. Bei mir ist es noch ganz interessant, ich bin ja ein ausgesprochener Autodidakt, das war ich schon immer, auch schon während des Studiums. Ich habe meine Vorlesungen überhaupt nicht geliebt, ich habe viel lieber für mich gelernt, das ging mir viel besser. Ich habe auch das Gefühl, ich kann dann viel besser und effizienter lernen. Abgesehen davon, dass einige Professoren – na ja – ein klein wenig langweilig waren und einfach ihr Buch vorgelesen haben. Da habe ich gedacht, „lesen kann ich selbst, da muss ich ihm nicht zuhören, das kann ich auch zuhause machen“.

Bernd: Das kann ich gut nachvollziehen, das ging mir auch so.

Ivan: Ich habe Soziologie studiert, das gehörte damals noch zur Geisteswissenschaftlichen Fakultät, das heißt, wir hatten nicht viele Vorlesungen und viel Freiheit, und die habe ich dann auch ausgenutzt und bin nicht so häufig in den Vorlesungen anzutreffen gewesen. Aber das ist ein Grundthema, das sich eigentlich durch mein Leben zieht. Auch jetzt, wenn ich mich weiterbilde, wenn ich Kurse mache, mache ich am liebsten Online-Kurse oder autodidaktische Kurse. Ich bin nicht derjenige, der eine Woche lang zu einer Weiterbildung fährt und dann den ganzen Tag im Seminar hockt, das entspricht mir nicht so. Und da muss ich aber aufpassen, dass ich die anderen positiven Effekte von dieser Weiterbildung, nämlich das Vernetzen, der Austausch, die Diskussion unter Kollegen oder eben unter den anderen Lernenden, dass ich das nicht verpasse oder dass das dann wegfällt. Das ist die Gefahr, wenn ich hier alleine meine Videos und PDFs an meinem Computer anschaue, dann habe ich all das nicht. Und genau dafür besuche ich dann schon bewusst andere Veranstaltungen, neuerdings auch wahnsinnig gerne Barcamps. Das ist ein Format, das mir bislang unbekannt war, ich habe das bisher nie selbst erlebt. Letztes Jahr bin ich ein bisschen auf den Geschmack gekommen, nicht zuletzt auch deshalb, weil wir selbst ein Barcamp, das Leadership Barcamp, organisiert hatten. Aber auch sonst habe ich beispielsweise das Inspirationscamp besucht, das mir auch sehr viel Spaß gemacht hat und wo ich tolle Leute kennengelernt habe.

Bernd: Das ging mir genauso. Ich war so wie du auch im letzten Jahr das erste Mal bei dieser Art von Konferenz, also Barcamps oder Unkonferenz, dabei. Bei mir war es das Podcast-Barcamp von Mike und der Solopreneur-Tag in Köln von Ehrenfried und Brigitte Conta Gromberg. Der Austausch ist dort das Entscheidende, du lernst auch ein bisschen was, ja, aber der Austausch mit den anderen macht die Faszination von diesen Sachen aus, das ist schon klasse.

Ivan: Und die Eigendynamik, die da entsteht, die war für mich nicht vorstellbar. Ich habe auch früher schon von Barcamps gehört, konnte mir aber nicht vorstellen, dass das wirklich etwas bringt, abgesehen vom eigentlichen Netzwerken. Aber da muss ich auch nicht das Label „Barcamp“ dranhängen, wenn es nur darum geht. Als ich das dann das erste Mal erlebt habe, da habe ich gemerkt, welche Eigendynamik es entwickeln kann. Und es ist eben mehr als nur netzwerken, es ist tatsächlich auch eine Art Konferenz, eine Weiterbildung, wo man sehr viel lernen kann. Halt nicht so extrem strukturiert wie bei einer üblichen Weiterbildung oder Konferenz, aber gerade diese Eigendynamik macht es für mich wahnsinnig spannend.

Bernd: Gut, und die andere Art der Weiterbildung, die ich seit zwei Jahren extrem schätze, die ich auch in diese Sache hineinpacken würde, das sind die Mastermind-Gruppen. Du und ich, wir sind gemeinsam in einer solchen Gruppe, und ich habe noch eine englische, wo man sich alle 14 Tage online trifft. Wir in unserer deutschen Gruppe treffen uns sogar auch ein-, zweimal im Jahr in der realen Welt. Das finde ich unheimlich gut, und das ist sehr effizient, eine Stunde lang alle 14 Tage, dabei kommt für mich unheimlich viel herum.

Ivan: Das sehe ich auch so, es ist unglaublich spannend, wenn man eine gute Mastermind-Gruppe erwischt, da kann man sich wahnsinnig weit vorwärtsbringen und pushen. Und zwar nicht nur, wenn man seine eigenen Fragen anbringen kann, sondern auch, wenn die Kollegen mit ihren Ideen kommen und dann auch etwas von dir erwarten und eine Meinung von dir erwarten, die sie weiterbringt. Da muss man sich auch schon ziemlich anstrengend, dass man ihnen auch etwas bieten kann. Und das ist toll, es ist herausfordernd, aber es bringt einen unglaublich weiter.

Bernd: Und ich glaube, das ist das Entscheidende, wenn wir von Weiterbildung reden. Wenn ich zum Beispiel einfach nur Excel lernen will, dann kann ich das in einem Online-Kurs hervorragend machen, wenn ich die Motivation habe. Wenn ich aber eine Kombination habe, ich habe hier ein bisschen Strategie, da muss ich etwas tun und dort brauche ich noch etwas, wenn alles Mögliche rankommt, dann benötige ich irgendwo einen Austausch mit anderen, sonst brauche ich viel länger, um irgendwo hinzukommen, das ist mein Eindruck. Deswegen muss jeder für sich als Solopreneur herausfinden, wie viel von diesem Austausch brauche ich? Wie viel Zeit brauche ich für Online-Kurse? Ich habe zum Beispiel von Amy Porterfield den Facebook-Marketing-Kurs gemacht, weil ich in Facebook nicht so richtig gut bin. So etwas mache ich dann auch, aber da ist es eben auch sehr hilfreich, die Mastermind-Gruppe zu fragen, wenn man nicht mehr weiterkommt. „Sag mal, irgendwie funktioniert das bei mir nicht, wie macht ihr das?“ Und dann kommt als Antwort irgendein kleiner Trick, häufig sind es ja Kleinigkeiten. „Probiere mal dies und jenes“, „ah, darauf hätte ich auch selbst kommen können.“ Bin ich aber nicht! Und dann setzt du das um, und das finde ich unheimlich hilfreich, und deswegen ist dieser Austausch so entscheidend, glaube ich.

Ivan: Was jetzt hier noch der Vorteil war bei diesem Facebook-Kurs, ich glaube, in unserer Mastermind-Gruppe haben den alle gemacht – oder fast alle.

Bernd: Stimmt!

Ivan: Das war ganz lustig. Wir geben uns ja auch immer Tipps und Hinweise auf tolle Kurse, tolle Tools oder irgend so etwas, und irgendjemand erwähnte dann eben den Facebook-Kurs von Amy Porterfield, und dann wurde einstimmig genickt, weil schon alle mit dabei waren (lacht), das war ganz witzig. Ich habe letztes Jahr 2015 auch ein interessantes Konzept kennengelernt oder wieder erlebt, so muss ich sagen, und zwar bei Monika Birkner. Sie hat ein Gruppen-Coaching-Programm, das sich „Premium Positionierung für Solounternehmer“ nennt, da war ich auch mit dabei. Und die reine Wissensvermittlung hat sie in Videos, Arbeitsbüchern und PDFs verpackt, und dann trafen wir uns jeden Freitag über Mittag zum Austausch. Dort hat sie nochmal kurz zusammengefasst, worum es im letzten Modul ging, und dann durfte jeder, der wollte, von seinen Erfahrungen erzählen. Er konnte sagen, auf welche Probleme er gestoßen ist, und dann haben sie und die anderen Teilnehmer versucht, zu helfen. Da hattest du eigentlich die Mischung aus beidem. Das reine Vermitteln des Wissens, das war ein eigentlicher Online-Kurs, eben mit Video und PDF, aber es gab dann auch noch den Austausch, den Live-Austausch, nicht nur über eine Facebook-Gruppe. Das gab es zwar auch, aber es gab auch noch den Live-Austausch. Und das fand ich auch ein ganz spannendes Konzept, um beide Bereiche abzudecken.

Bernd: Oh ja, das versuche ich auch, bei der Online-Leadership-Plattform umzusetzen, dadurch, dass ich Webinare habe und auch diese Präsenztreffen. Und ich merke, dass das unheimlich gut ankommt. Es ist wirklich spannend, wenn du das wirklich jede Woche machen kannst. Aber es begrenzt natürlich, das kannst du vielleicht mit acht oder zehn Leuten machen, du kannst es aber nicht mit 50 oder 100 machen. Da kommt es immer auf das Konzept an, habe ich das Gefühl.

Ivan: Das ist so. Bei ihr war es auch eine kleine Gruppe, ich würde mal sagen, von vielleicht 15 Teilnehmern. Und weil nie alle teilnehmen können, waren immer so zehn bis 12 Leute anwesend.

Bernd: Ja, dann kann das gut funktionieren, das ist klasse.

Ivan: Das ist wirklich noch eine gute Geschichte. Was mir bei der Vorbereitung dieser Doppelkick-Folge aufgefallen ist, als ich hingeschrieben habe, welche Kurse ich im letzten Jahr gemacht habe, das waren fast alles Business-Themen, vor allem Online-Business, über Webinare, auch von Amy Porterfield oder über E-Mail-Marketing, solche Geschichten. Und ich habe eigentlich ganz, ganz wenig fachspezifische Dinge gemacht, höchstens mal ein E-Book von David Allen gelesen, „Getting Things Done“ oder für iPhone oder einen Omnifocus-Kurs, den ich mir mal angeschaut habe. Aber das waren ganz, ganz wenige Dinge, denn es waren bei mir vor allem Business-Themen. Wie war das bei dir, hast du irgendeine Weiterbildung ganz speziell zum Thema „Führung“ gemacht?

Bernd: Letztes Jahr nicht. Ich beschäftige mich dann mehr mit den Themen, indem ich Leute in Interviews bitte, für meine Podcasts. Häufig lese ich deren Bücher sehr intensiv, ich beschäftige mich also sehr mit der Thematik. Insgesamt also Bücher, Podcasts und Blogs, da hole ich mir eher diese Information für die wirklich fachlichen Sachen, und eben dann durch die Interviews. Ich habe die letzten zwei Jahre keine Leadership-Konferenz besucht, außer unserer eigenen. Das ist etwas, was ich mir vorgenommen habe, was ich gerne noch verändern möchte, dass ich da noch ein bisschen mehr in diese Richtung gehe. Es ist auch die Frage, um welche Themen geht es bei einer Weiterbildung? Ich glaube, in bestimmten Zeiträumen sagt man, „aha, das ist jetzt mein Thema, davon brauche ich mehr“, das ist ein Gefühl, was man hat, und das war in den letzten zwei Jahren bei mir extrem Online-Marketing-lastig.

Ivan: Das geht mir eigentlich ähnlich. Bei mir kommt noch hinzu, so blöd das jetzt klingt, aber was will ich in einem Zeitmanagement-Seminar tun? Ich weiß ja, wie es geht, ich gebe selbst Seminare. Was wäre dann die richtige Weiterbildung, fachspezifisch jetzt für mich?

Bernd: Es geht eigentlich mehr darum, was sich in der Szene getan hat. Und das erfährt man sehr gut dadurch, dass man sich Leute, die Spezialisten sind, ins Interview holt oder indem man sich Podcasts anhört oder Blogs liest, auch Zeitschriften, Manager-Seminare, Trainings. In der Richtung, glaube ich, hilft es einem am meisten, wenn man in seinem Themengebiet weiterkommen möchte.

Ivan: Und ich habe auch einen sehr guten Austausch mit einigen Kollegen von mir, die ähnliche Themen haben. Da gibt es kein Konkurrenzdenken oder etwas in der Art, sondern wir sind Kollegen, und wir versuchen, uns gegenseitig zu unterstützen. Und dabei bekommst du auch einige Dinge mit, die gerade aktuell laufen oder die interessant sein könnten. Das handhabe ich ganz ähnlich wie du. Bei mir sind es vor allem Blogs und Podcasts, zum Teil noch Hörbücher. Und, was in den letzten Jahren auch wieder sehr dazugekommen ist, das sind die Sozialen Medien – Facebook, Twitter und so. Da hole ich mir sehr, sehr viel heraus. Noch vor ein paar Jahren hatte ich einen sehr gut gefüllten RSS-Reader, da habe ich viele, viele, viele Blogs abonniert gehabt und habe auch sehr viel mehr über Zeitmanagement-Produktivität gelesen. Das kommt heute fast alles über Facebook oder Twitter.

Bernd: Auf Facebook wird etwas gepostet, und dann gehst du auf den Blog von demjenigen, der es gepostet hat?

Ivan: So ist es, genau. Denn da entdecke ich plötzlich Artikel, die ich sonst nicht entdecken würde. Wenn ich deinen Blog abonniere, dann sehe ich deine Artikel. Aber wenn jemand bei Facebook sagt, „der xy hat einen tollen Artikel zum Thema Führung geschrieben“, dann sehe ich das nicht. Und deshalb bin ich direkt bei Facebook oder Twitter, je nachdem.

Bernd: Bei mir ist es Twitter, Google+ und Facebook, wo ich in diese Richtung mitbekomme, was passiert.

Ivan: Du hast schon ein bisschen darüber gesprochen, dass du gewisse Themenschwerpunkte hast, in den letzten zwei Jahren waren das Online-Marketing-Themen. Wie gehst du sonst vor, um deine Themen auszusuchen?

Bernd: Es muss etwas sein, was mich interessiert, und das muss nicht unbedingt sehr eng mit meinem Thema verbunden sein. In den letzten zwei, drei Jahren war dies sehr viel mit Online-Marketing, aber es können auch andere Sachen sein. Und das Faszinierende ist, dass gerade die Sachen, die eher vielleicht ein bisschen nebenher laufen, einen auf ganz andere Gedanken und neue Ideen bringen können. Und das finde ich hochspannend. Ich habe gesagt, ich habe mich mal eine Zeitlang mit Hypnose beschäftigt, mit dem Hans-Peter Zimmermann, das fand ich hochspannend. Der hatte einen Online-Kurs, da ging es um Psychopathologie, das fand ich absolut klasse. Nicht, weil ich Psychologe oder Psychiater werden möchte oder sonst wie, sondern weil mich das Thema unheimlich interessiert hat. Weil man das insofern anwenden konnte, weil du manchmal mit Leuten zusammenkommst und denkst, „irgendetwas stimmt hier nicht, ich kann es aber nicht greifen, ich komme mit ihnen nicht klar“. Und sich auf dem Gebiet mit der Psychologie auseinanderzusetzen, das hat unheimlich Spaß gemacht. Das ist eigentlich wie eine Vorbereitung, wenn du Therapeut werden willst, obwohl das gar nicht mein Ansinnen war, ich wollte mich einfach ein wenig näher damit beschäftigen, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Und das hat unheimlich gut geklappt. Und daraus entstehen auch wieder Ideen in deinem eigenen Feld, und das finde ich das Interessante. Deswegen glaube ich, es muss etwas sein, was dich interessiert. Meiner Ansicht nach darfst du nicht hingehen und sagen, dass du dies und jenes „mal machen müsstest“. Also gehst du auf einen Kurs, zum Beispiel „Betriebswirtschaft für Geschäftsführer“, hast aber überhaupt keinen Bock darauf. Dann wird das keine gute Weiterbildung. Es muss deinen Horizont erweitern, und du lernst auch teilweise ganz neue Leute dadurch kennen, die eben nicht aus deinem „Sumpf“ kommen, indem du dich normalerweise befindest. Und das finde ich das Interessante daran.

Ivan: Definitiv, ja, das ist so. Bei Barcamps beispielsweise, da habe gestaunt, bei meinem allerersten Barcamp, das ich besucht habe, das Inspirationscamp, da ging ich eigentlich wegen der Leute hin, die sich dafür angemeldet hatten. Die Teilnehmerliste war vorher schon bekannt. Ist ja auch klar, ich konnte ja nicht wegen des Programms hingehen, weil das Programm erst am ersten Tag entsteht. Also habe ich geschaut, wer geht noch hin? Und ich habe gedacht, „oh, mit demjenigen würde ich mich gerne mal unterhalten, und den finde ich auch noch spannend“ und so. Aber dann entstanden dort weitere Kooperationen, ich habe Leute kennengelernt, auch aus anderen Gebieten, beispielsweise eine Fitnesstrainerin. Da entstand ein ganz, ganz toller Kontakt oder auch zu anderen Leuten. Wenn du mich gefragt hättest, „wen willst du kennenlernen?“, dann wäre ich nicht unbedingt auf eine Fitnesstrainerin gekommen. Einfach, weil es zu weit weg ist von meinem Thema. Aber dadurch, dass ich sie kennengelernt habe, haben sich in meinem Kopf neue Türen geöffnet, es sind neue Ideen entstanden und so weiter und so fort. Und das ist natürlich wahnsinnig interessant.

Bernd: Wenn man über Weiterbildung spricht, ist es insgesamt, denke ich, wichtig, dass man sich nicht nur überlegt, „das sind irgendwelche Kurse“, sondern du hast – gerade heutzutage – eine Vielzahl von Möglichkeiten, dir Informationen zu holen, dich weiterzubilden, dich mit Sachen zu beschäftigen, dir Ideen zu holen. Die Sache, die ich für wichtig halte, ist, dass man sich die Zeit dafür schon vorher reserviert. Wir hatten vor Kurzem über die Jahresplanung gesprochen. In der Jahresplanung, zumindest meine Sache, die ich bisher immer gemacht habe, die mit einer Woche, die plane ich in das Jahr ein. Denn sonst passiert nichts. Das Einzige, das muss ich jetzt auch direkt sagen: 2016 steht bei mir noch nichts, aber das ist das erste Mal in sechs Jahren, dass ich Anfang des Jahres noch nicht weiß, welche Kurse oder welche Weiterbildungen ich mache. Ich suche im Moment noch. Aber das ist mir sehr wichtig, denn sonst passiert nichts, und das ist dann schade. Und die zweite Geschichte ist, dass man viele Sachen auch nutzen kann, so wie wir das mit Podcasts machen, bei Autofahrten oder beim Sport, dass man sich dort mit den Themen beschäftigen kann. Vor allem kannst du gerade dann Podcasts hören, die ein bisschen abseits sind, wo du sagst, „das ist eigentlich gar nicht mein Thema“. Aber gerade da hole ich mir dann Ideen und neue Anregungen, ob das Podcasts, Hörbücher oder sonstige Sachen sind.

Ivan: Ein guter Punkt, ein wichtiger Punkt, das geht mir genauso. Ich höre einen Podcast eines holländischen katholischen Priesters, Father Roderick, und auf den bin ich über den Cliff Ravenscraft gekommen, das ist die Podcastgröße in den USA, das ist der „Podcast Answer Man“. Und der hat verschiedene Podcasts, unter anderem auch einen, wo es um seine Persönlichkeitsentwicklung und im Moment auch sehr stark um Fitness geht und solche Themen. Und da bin ich auf diesen Priester gestoßen, ein wahnsinnig lustiger Mensch, ein großer Star Wars Fan (lacht), das ist also echt irre. Den muss ich verlinken, der ist so gut. Ich bin ein Star Wars Banause, obwohl ich inzwischen alle Filme gesehen habe, das muss ich auch sagen.

Bernd: Aber mit dem Spruch „die Macht ist mit dir“ kannst du schon etwas anfangen?

Ivan: Jetzt schon, ja, natürlich! (Lacht)

Bernd: (Lacht)

Ivan: Ich wusste auch vorher schon, wo man das einordnen muss, aber das war für mich echt eine neue Welt. Ich habe vor Weihnachten meinen ersten Star Wars gesehen. In dem ganzen Hype um den neuen Film habe ich gedacht, „ja, das wäre es doch nochmal“ und habe mir die ersten sechs Episoden geholt und sie in den letzten Wochen zusammen mit meiner Frau angeschaut. Und letzten Samstag haben wir dann den siebten Teil, den neuesten Film angeschaut. Das war großartig, vor allem hatten wir die ganze Geschichte noch sehr präsent, weil wir die anderen sechs Filme eben gerade erst gesehen hatten – super! Aber zurück zu diesem Father Roderick, dem katholischen Priester, er hat verschiedene Podcasts, und einer davon heißt „the walk“. Samstagmorgens geht er spazieren und spricht einfach etwas auf sein Aufnahmegerät. Und zwischen Weihnachten und Neujahr war ich auch häufiger spazieren, es gab ja keinen Schnee, man konnte nichts Anderes tun, und da habe ich mir ein paar Folgen von ihm angehört – völlig fachfremd, aber wahnsinnig spannend und interessant, und ich habe sehr, sehr viel gelernt, jetzt nicht unbedingt auf meinem Gebiet oder zum Online-Business, aber es hat mir einfach auch neue Horizonte aufgezeigt oder meinen Horizont erweitert.

Bernd: So etwas ist dann einfach inspirierend.

Ivan: Auf jeden Fall.

Bernd: Es hilft, auf andere Ideen zu kommen.

Ivan: Und zum selben Thema ein Stichwort, das ich mir auch aufgeschrieben habe: Es ist gut, wenn man Belletristik nicht komplett aus den Augen verliert. Als Solopreneur schreibt man häufig sehr viel und besonders, wenn man online unterwegs ist wie wir beide, wir müssen ständig schreiben und Content produzieren. Aber gut zu schreiben, das lernst du nicht über Sachbücher oder über Kurse, das lernst du, wenn du bei guten Autoren liest, und die schreiben eben häufig Romane. Es muss nichts mit deinem Thema zu tun haben, aber einfach die Sprache an sich, die lernst du in der Belletristik und nicht unbedingt in Sachbüchern. Und das ist etwas, was ich dieses Jahr auch wieder vermehrt pflegen will, mehr Belletristik zu lesen.

Bernd: Da muss ich auch sagen, dass ich schwach bin. Ich habe immer gerne Krimis oder Science-Fiction gelesen, aber ich habe es fast immer nur im Urlaub getan. Dann aber auch wirklich mehrere Bücher, das fand ich immer klasse. Aber so zwischendurch, ach, da schaue ich mir doch lieber einen Film an anstatt ein Buch zu lesen. Vielleicht ist das tatsächlich ein Fehler.

Ivan: Ich bin tendenziell auch eher der Gucker als der Leser. Früher habe ich sehr viel gelesen. Aber ich habe auch wieder mit Krimis angefangen, und irgendwann hatte ich mal wieder Lust, eine richtige Geschichte zu lesen. So kann man es natürlich nicht sagen, denn Krimis sind auch durchaus sehr, sehr gut geschrieben, aber ich wollte einfach keinen Krimi mehr lesen, sondern eine ganz normale Geschichte. Und da bin ich jetzt dran und lese im Moment etwas von einem Schweizer Autor, Franz Hohler, jeder Schweizer kennt ihn! Das ist großartig, es macht wahnsinnig viel Spaß, und es ist auch zum Herunterfahren und zum Abschalten gut, vor dem Schlafengehen noch ein paar Seiten zu lesen – großartig. Und ich glaube eben, das wird sich auch für meinen ganzen Content auszahlen.

Bernd: Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Das ist wieder eine andere Art der Inspiration.

Ivan: Ja, in jedem Fall. Was noch, haben wir noch etwas vergessen? Das war jetzt kein eleganter Abschluss, ich gebe es zu (lacht).

Bernd: (Lacht) Ich glaube, das waren die Hauptpunkte, aber wichtig ist die Vielfalt. Dass man nicht nur eine Sache macht, zum Beispiel nur Podcasts hört, sondern dass man verschiedene Sachen hat und möglichst breit streut. Dann funktioniert es auch mit der Weiterbildung sehr gut.

Ivan: Und Zeit und Kosten einzuplanen, was du erwähnt hast, dazu wollte ich noch etwas sagen. Du machst diese größere Ausbildungen und reservierst dir natürlich die Zeit in einem Jahresplan. Ich mache das für meine Selbstlernkurse nicht so, aber ich habe mir jeweils einen ganzen Tag pro Woche freigehalten oder ich habe ihn unter ein Motto gestellt, das ist bei mir der Freitag. Der Freitag, das ist für mich der Tag, an dem ich mir strategische Fragen stelle, an dem ich plane oder an dem ich auch mal irgendetwas lese oder einen Kurs mache, also Weiterbildung. Das heißt nicht, dass ich jeden Freitag einen Kurs mache oder etwas Strategisches plane, aber das ist einfach im Prinzip ein solcher Tag. Wenn ich mal in einem Kurs drinstecke, dann darf ich mich ohne Probleme einen ganzen oder einen halben Freitag diesem Kurs widmen ohne schlechtes Gewissen, denn der Tag ist ja quasi dafür da. Und das bewährt sich für mich, weil ich häufig erst unter dem Jahr Kurse finde. Oder plötzlich wird ein Kurs gelauncht, und wie das halt so ist, dann hast du irgendwie zwei Wochen Zeit, ihn zu kaufen, und dann verschwindet er wieder für ein halbes Jahr, und da musst du einfach zugreifen. Und damit ich den dann auch tatsächlich durchgehe und damit sich etwas verändert, habe ich mir eben den Freitag ein bisschen freigehalten.

Bernd: Ich glaube, das ist eine sehr gute Sache. Ich sehe das bei manchen Leuten, die bei mir in der Leadership-Plattform sind, die sagen, sie haben keine Zeit. Abgesehen davon, dass der Tag nur 24 Stunden hat: Ich bekomme die Zeit nur, wenn ich sie mir einplane, wenn ich sonst sehr stark getaktet bin. Und ich glaube, das so zu machen, auch als Solopreneur – und dabei kein schlechtes Gewissen zu haben – das finde ich eine sehr gute Idee.

Ivan: Das war bei mir der springende Punkt. Ich kaufe irgendeinen Kurs für einige Hundert Euro, und immer, wenn ich mich damit beschäftigt habe, war eine kleine Stimme im Hinterkopf, „du könntest doch noch dieses oder jenes machen oder besser einen Artikel schreiben oder deine Mails abarbeiten“. Ich hatte einfach ein schlechtes Gewissen, obwohl ich natürlich wusste, dass Weiterbildung dazugehört, aber es ist ein Stückweit außerhalb des Tagesgeschäfts. Und um dieses schlechte Gewissen sozusagen zum Verstummen, habe ich damit begonnen, mir eben diesen Freitag dafür freizuhalten.

Bernd: Das finde ich sehr gut.

Ivan: Ja, lieber Bernd, vielen Dank auch für diesen Austausch zum Thema „Weiterbildung“. Ich drücke dir in jedem Fall die Daumen, dass du auch für dieses Jahr noch eine gute Weiterbildung findest, die dir Spaß macht und die dich vorwärtsbringt, irgendeine größere Geschichte.

Bernd: Schauen wir mal, ich schaue momentan ein bisschen über den Teich Richtung USA. Mal sehen, was es dort gibt.

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