Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Der folgende Artikel ist ein Gastbeitrag von Markus Cerenak von “MarkusCerenak.com – Lass es dir gut gehen“. Möchten auch Sie einen Gastbeitrag auf ivanblatter.com schreiben? Dann nehmen Sie mit mir Kontakt auf.

Von Markus Cerenak

Die Bibliotheken sind voll davon und der Tenor ist klar: Wir müssen mehr leisten. Und das in kürzerer Zeit. Wir müssen effektiver werden, effizienter. Höher. Schneller. Weiter.

Pausenlos werden neue Tools erfunden, neue Wege entwickelt unser heiligstes Gut, die Zeit noch besser zu nutzen. Denn Zeit, die einfach nur verstreicht, ohne dass jede Sekunde wertvoll genutzt wurde, ist verlorene, nutzlose Zeit. Es werden Apps entwickelt, Bücher geschrieben und Blogartikel wie dieser.

Halt. Sorry, aber das ist ein Irrtum.

Ich habe hier nicht vor in diese Kerbe zu schlagen. Mir liegt nämlich eines wirklich am Herzen: nämlich, dass wir ein wenig Abstand von unserem Hamsterrad gewinnen. Dass wir nicht mit Scheuklappen auf jeden neuen Trend springen, der uns noch schneller durch das Hamsterrad hetzen lässt oder uns zeigt, wie wir im Hamsterrad zwei Sprossen überspringen können (um dann noch immer drin zu sein).

Ich plädiere für Einfachheit. Für weniger erledigen. Für das bewusste “Nicht-Nutzen” von Zeit.

John Lennon hat einmal gesungen:

You may say, i’m a dreamer. But i’m not the only one.

In diesem Sinne lasst uns gemeinsam das Wort “Zeitmanagement” neu definieren.


Z wie Ziele

Hamster
© Depositphotos.com/alptraum

Klingt vertraut. Ist es nicht. Ich denke, nämlich dass wir es lassen sollten, verbissen Ziele hinterher zu laufen.

Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass “Loslassen” schneller positive Dinge im Leben eintreten lässt, als das ewige “danach trachten”. Also eine Anti-Ziele-Strategie

E wie Eliminieren

Einfach Dinge nicht mehr tun und beobachten was passiert. Es geht nicht um die Anarchie, einfach nichts mehr zu überlegen.

Es geht darum bevor man Priorität und Wichtigkeit eine Aufgabe beurteilt sich zuerst die Frage nach der Sinnhaftigkeit zu stellen. Passiert de facto nie, führt aber zu erstaunlichen Ergebnissen

I wie Involvieren

Auf die Gefahr hin, dass das jetzt wie Faulheit klingt. Sobald eine Aufgabe auftaucht, poppt bei mir wie automatisch der Gedanke auf: “Wer kann mir das erleichtern?”

Es handelt sich nicht um den TEAM (Toll-Ein-Anderer-Macht)- Gedanken, sondern um die Tatsache sich zu fragen, ob das Involvieren von anderen den Workflow erleichtert und vereinfacht.

T wie Täglich nur 2 x E-Mails lesen

Wer Tim Ferriss wirklich fertig gelesen hat (wie bei Ratgeber-Bücher bekannt, sind das nur rund 20% der Leser) ist irgendwann auf die E-Mail Strategie gestoßen. Einfach gesagt: E-Mail Programm vormittags öffnen, E-Mails abarbeiten, schließen, Benachrichtigungen und Reminder deaktivieren, nachmittags noch einmal öffnen, E-Mails abarbeiten, schließen.

Nicht immer das Programm im Hintergrund laufen lassen, nicht pausenlos E-Mail checken. Erstaunlich, dass die Welt nicht zusammenbricht, wenn nicht in Echtzeit geantwortet wird.

M wie Morgens mehr erledigen.

Ich bin ein glühender 5 to 9 Verfechter. Nein, das ist kein Tippfehler.

Von 5 Uhr früh bis 9 Uhr früh erledigt man vieles ungleich einfacher als von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Und man hat mehr Zeit zum “Nichts-tun”. Ausprobieren und erstaunt sein!

A wie Automatisieren

Bevor ich mit einer Software zu arbeiten beginne, schaue ich mir Tutorial-Videos an und möchte das Ding komplett verstehen, um es so nutzen zu können, wie es sich die Entwickler gedacht haben. Dadurch kann ich viele Prozesse einfacher und angehöre gestalten.

Ich investiere zuerst Zeit in den Prozess, in den Workflow und erst dann, sobald ich weiß, was mir das Werkzeug alles automatisch abnehmen kann, gehe ich an die operative Umsetzung.

N wie Nichts tun

Ein kleines Experiment. 10 Minuten in die Luft starren und nichts tun. Nicht schummeln, also nicht während des Joggens oder wenn man im Stau steht. 10 Minuten nichts tun. Nichts. Null. Nada.

Und warten, wie lange es dauert, bis schlechtes Gewissen und das Gefühl der Nutzlosigkeit hochkommt. Interessant, was die soziale Programmierung des Hamsterrades so alles mit uns tut.

A wie Auslagern

Eigentlich ist das “Involvieren 2.0”. Nicht überlegen, wer könnte den Prozess oder die Aufgabe erleichtern, sondern wer kann es besser, schneller oder günstiger machen als man selbst. Auch hier ist Zeitinvestment in den Prozess gefragt, bevor es ans Exekutieren geht. Die Zeit ist aber gut investiert. Es einmal jemand erklären macht mehr Sinn, als es immer selbst zu tun.

G wie Gastartikel im Biergarten

Kleiner Exkurs: Diesen Gastartikel schreibe ich gerade in einem Wiener Biergarten, eigentlich in meiner “Freizeit” – dieses böse Wort impliziert übrigens, dass wir sonst nicht frei sind – ähnlich verkorkst wie der “Work-Life-Balance”-Quatsch.

Zeitmanagement verliert seine Wichtigkeit, wenn man Arbeit nicht als Arbeit empfindet.

E wie Einzelne Schritte

Ich stehe morgens auf und teile meinen Kalender in Ein-Stunden-Schritte. Jeder Stunde wird eine Aufgabe gewidmet. Ein fetter Punkt auf der To Do Liste verliert somit jeden Schrecken.

Es ist ja nur ein kleiner Schritt. Hat ja sogar Neil Armstrong hinbekommen. Und zwar unter widrigeren Umständen.

M wie Multitasking vermeiden

Auch wenn es uns viele glaubhaft machen wollen: Multitasking funktioniert nicht. Es lässt uns umfokussiert und ineffizient werden. Es lässt die Ergebnisse schlecht aussehen und gibt uns am Ende des Tages das Gefühl nichts erledigt zu haben.

Übrigens: Selbst Computer können es nicht. Sie arbeiten nur sehr schnell die Dinge hintereinander ab.

E wie Einfachheit

Ich stelle mir bei jedem etablierten Workflow die Frage: “Geht das nicht einfacher?”

Jedes Mal wenn der Satz “Das haben wir schon immer so gemacht” fällt, schrillen bei mir die Alarmglocken. 15 Minuten Nachdenken über Vereinfachung von Prozessen zahlt sich aus. Und machmal lässt es den Prozess sogar gegenstandslos erscheinen.

N wie Nicht stören

Handy, SMS, E-Mails, Facebook, Anrufe, Kollegen. Alles Faktoren, die uns davon abhalten, fokussiert zu arbeiten. Fokus ist die Grundvoraussetzung für qualitativ hochwertige Ergebnisse. Es hat sich als nützlich erwiesen, bestimmt Tätigkeiten in absoluter Einsamkeit zu verrichten und ALLE Störfaktoren zu eliminieren.

Das Schwierigste ist das Mobiltelefon. Es ist teilweise erschreckend, wie Menschen reagieren, wenn man von ihnen verlangt, das Handy für 1 Stunde abzuschalten. Viele würde lieber eine Niere spenden, als ihr Mobiltelefon zu deaktivieren.

T wie Termine für Pausen

Üblicherweise planen wir zu viel Aufgaben in zuwenig Zeit ein. Üblicherweise gehen wir dann frustriert nach Hause, mit dem Gefühl nichts erledigt zu haben. Sinnvoll ist es großzügige Pausen einzuplanen und sie auch konsequent einzuhalten.

Mich erstaunt immer wieder, welche Ideen mit in den Pausen kommen. Ideen, die erleichtern, vereinfachen oder neue Aspekte aufzeigen. Ideen, die im Hamsterrad nicht aufkommen.

Lass es dir gut gehen!
Markus Cerenak

P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Ehrlichkeit das Leben einfach macht.

Markus CerenakÜber den Autor
Markus Cerenak ist Trainer, Social Media Consultant, Online Marketer und Entrepreneur, wobei er die Bezeichnung “Digitaler Vagabund” bevorzugt. Er war Marketing-Leiter, Chefredakteur, Product- und Event-Manager, Kulturmarketing-Consultant, Flirttrainer, DJ, Barkeeper, Opernkritiker, Werbetexter u.v.m.Nachdem er das normale Arbeitsleben hinter sich gelassen hat, absolvierte er in den USA die NLP-Trainer Ausbildung bei Dr. Richard Bandler (Co-Erfinder des NLP), wurde Kommunikations-, Motivations- und Mentaltrainer sowie systematischer Coach.
Mit seiner Webseite “MarkusCerenak.com – Lass es dir gut gehen” unterstützt er Menschen dabei das berufliche und private Hamsterrad zu verlassen und mit ihrer Leidenschaft erfolgreich zu sein.

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