Verzettelt? Die Entschlackungskur gegen Verzettelung

Hast du dich verzettelt? Schwacher Trost: Dann geht es dir wie vielen meiner Kunden.

So hatte es auch meine erste Coaching-Kundin geschafft, sich völlig zu verzetteln.

Ein Beispiel: Sie hatte drei Kalender für ihre Termine: Einen privaten, einen fürs Büro und noch einen Familienkalender am Kühlschrank. Es war sehr schwierig, mit ihr überhaupt einen Termin abzumachen, da sie immer den falschen Kalender dabei hatte. Natürlich war eine der ersten Maßnahmen, nur einen einzigen Kalender einzurichten.

Wenn ich diese Geschichte in meinen Seminaren erzähle, können sich viele ein wohlwollendes Lächeln nicht verkneifen und verstehen sofort, dass sie sich komplett verzettelt hatte. Das war ein sehr offensichtlicher Fall von Verzettelung.

Doch bei den meisten meiner Kunden entdecke ich ähnliche Fälle von Verzettelung. Nur merkt man selbst kaum, wie verzettelt man ist, ist man doch etwas betriebsblind geworden.

Deshalb macht es durchaus Sinn, hin und wieder einen Schritt zur Seite zu machen und seine Art der Organisation und den Workflow zu reflektieren, selbst wenn man das Gefühl hat, eigentlich ganz gut aufgestellt zu sein und sich nicht zu verzetteln.

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Wo liegt das Problem beim Verzetteln?

Schaut man genau hin, entdeckt man viele Möglichkeiten, sich zu verzetteln:

  • Dir fehlt die Übersicht.
  • Du läßt dich immer wieder unterbrechen.
  • Du willst perfekt sein.
  • Du machst mehrere Dinge gleichzeitig.

Dir fehlt die Übersicht

Klar, wer sich verzettelt, hat keine Übersicht mehr. Das ist ja sozusagen die Definition oder die Bedeutung von Verzettelung. Überraschend ist aber, wo wir uns überall verzetteln können. Du glaubst mir nicht? Dann schau mal diese Beispiele an:

To-dos: Ein paar Aufgaben sind in Mails im Posteingang versteckt, andere stecken in irgendeinem Sitzungsprotokoll, wieder andere im Notizbuch und dann gibt es noch ein paar Zettel, die auf dem Tisch verstreut sind.

Notizen: Während der Sitzung machst du dir Notizen auf Papier, den Inhalt des Telefongesprächs hältst du am Computer fest und die Ergebnisse aus dem Gespräch mit dem Kunden sind nur in deinem Kopf gespeichert. Ach ja: Und ein paar Dinge stehen im Smartphone.

Adressen: Die meisten deiner Kontakte sind in Outlook, für gewisse Zwecke führst du aber noch Listen in Excel (z.B. für die Mitglieder einer Arbeitsgruppe oder sogar eine Kundenliste). Selbstverständlich sind die Einträge nie identisch und aktuell.

Schreibtisch: Die wörtliche Verzettelung: Du weißt schon gar nicht mehr, wie die Tischplatte aussieht, da der Schreibtisch so überfüllt ist mit Blättern, Notizen, Post-Its.

Ordnerstruktur: Ordner auf der Festplatte legst du nach Tageslaune und Zufall an. Wo ein Dokument abgelegt wird, entscheidet ebenfalls die Laune und der Zufall. In jedem Fall nicht dort, wo du es später suchst.

Hinter all diesen Beispielen für eine "erfolgreiche" Verzettelung steht nur eines: 

Es gibt kein einheitliches System, sondern mehrere parallel: mehrere Eingangskörbe, parallele Notizen und Listen und zu viele Tools, viel zu viele Tools für denselben Zweck. 

Damit verzettelst du dich.

Dies mag das Kernproblem sein, weshalb wir uns verzetteln. Schon allein das Wort deutet ja darauf hin: Man sieht förmlich wie jemand von einem Haufen von Zetteln und Haftnotizen umgeben ist und weder ein noch aus weiß.

Verzetteln geht aber noch weiter. Es ist nicht immer (nur) der mangelnde Überblick, weil die Organisation uneinheitlich bis chaotisch ist.

Du läßt dich immer wieder unterbrechen

Lässt du dich immer wieder bei deiner Arbeit unterbrechen oder ablenken, wirst du dich wahrscheinlich über kurz oder lang ebenso verzetteln.

So kommst du nämlich nicht in den Flow, sondern deine Gedankengänge werden immer wieder unterbrochen. Abgesehen von der Energie, die das kostet, weil du die Konzentration immer wieder neu aufbauen musst, werden sich mit der Zeit etliche nicht zu Ende gedachten Gedankengänge ansammeln.

Du wirst versuchen, diese losen Ende einzusammeln, fertig zu denken und zu strukturieren. Das ist aber schwierig und bald schon fühlst du dich überfordert, weil da so viel in deinem Kopf rumschwirrt.

Du hast dich verzettelt.

Du willst perfekt sein

Oder gehörst du vielleicht zu den Perfektionisten? Bist du erst mit dir und der Arbeit zufrieden, wenn du 100% Einsatz geleistet und 100% Qualität vor dir hast?

Dieses Ansinnen ist ja löblich, aber wenn du bedenkst, wie viel du zu tun hast, dann nimmst du dir schon recht viel vor.

Du arbeitest dich so nämlich immer bis ins Detail vor, vom Hundertsten ins Tausendste, kommst mit der Arbeit nicht vom Fleck, verlierst den Überblick – und verzettelst dich dann.

Ein Perfektionist setzt die ganze Priorität auf 100% Qualität. Das ist manchen Berufen unabdingbar, ja kann sogar über Leben und Tod entscheiden. Ein Herzchirurg zum Beispiel muss perfekt arbeiten, alles andere wäre fahrlässig.

Die Mehrheit aber muss gut und gewissenhaft arbeiten, nicht jedoch perfekt. Führt Perfektionismus dahin, dass man sich verzettelt, ist falsch priorisiert worden.

Überhaupt Prioritäten zu setzen und dann die richtigen ist wichtig. Wenn du immer nur den dringenden Aufgaben deine Beachtung schenkst und diese erledigst, kämpfst du gegen Windmühlen. Es kommt immer Dringendes rein. Kümmerst du dich immer sofort und nur darum, arbeitest du am Ende fremdbestimmt und wirst dich zwangsläufig verzetteln.

Du machst mehrere Dinge gleichzeitig

Ein weiterer Grund für Verzettelung kann sein, zu viele Dinge gleichzeitig zu tun. Der Mensch ist nicht für Multitasking geschaffen – Männer nicht und Frauen auch nicht. Du kannst bügeln und Radio hören gleichzeitig, kein Problem. Du kannst Auto fahren und dich mit deinem Beifahrer unterhalten, wenn du routiniert fährst.

Aber du kannst nicht telefonieren und parallel dazu eine Mail schreiben. D.h., du kannst es natürlich, aber du wirst nachher entweder nicht mehr genau wissen, was ihr telefonisch vereinbart habt, oder die Mail wird mehr als nur einen Tippfehler aufweisen.

Wenn du häufig so arbeitest, brauchst du unendlich viel Energie, wirst schnell müde und dich verzettelt fühlen.

Unter dem Strich

So oder so: Wenn du verzettelt bist, fühlt es sich nicht gut an. Du fühlst dich fremdbestimmt. Du hast die Fäden nicht mehr in der Hand, bist der Situation ausgeliefert. Verzettelung raubt dir Energie und ist ein Stressfaktor.

Aber halt! Stopp! Du bist nicht ausgeliefert!

Du kannst dich gegen die Verzettelung entscheiden und mit einem Reset deine Aufgaben, Notizen, kurz alles, was in dein Leben kommt, in geordnete Bahnen lenken.

Du kannst die parallelen Schienen neu legen, die Weichen stellen und einspurig weiterfahren.

Ein wichtiger Gedanke vorab

Bevor ich dir hier zeige, wo du ansetzen kannst, um dich nicht mehr zu verzetteln, will ich dir aber noch Folgendes zu bedenken geben.

Um Zeit zu sparen, müssen wir zuerst Zeit investieren.

Und diese Zeit haben wir ja nicht. Oder besser gesagt: Wir nehmen sie uns nicht.

Das ist das Paradoxon des Zeitmanagements.

Wir haben keine Zeit aufzuräumen, aber unendlich Zeit zum Suchen.

Woher soll ich mir denn die Zeit nehmen?

Paradox, nicht?

Nutz doch einfach das Investitionsprinzip:

  • Du legst ja auch jetzt Geld zur Seite, um dir später etwas leisten zu können.
  • Du treibst auch jetzt Sport, um später fit und gesund zu sein/bleiben.
  • Du verzichtest heute aufs Dessert, um morgen weniger zu wiegen.
  • Du planst heute, um morgen bei der Ausführung Zeit zu sparen.

Die Zeit, um der Verzettelung den Garaus zu machen, hast du ganz eindeutig. Sie ist ja schon da, aber du nutzt sie falsch. Wärst du nämlich weniger verzettelt, würdest du Stunden einsparen.

Weshalb also diese Stunden nicht jetzt schon nutzen – nämlich z.B. fürs Aufräumen?

Nun wissen wir also, wo und warum wir uns verzetteln. Wir wissen, dass wir etwas ändern wollen und wir deshalb Zeit investieren müssen. Fehlt eigentlich nur noch das Wie. Wie schaffen wir es, dass wir uns nicht mehr verzetteln?

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Meine Kunden sind leistungsstarke Menschen, die eigentlich wissen, was sie wollen. Doch sie sind im Moment überfordert oder haben den Durchblick verloren.

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Das kannst du tun, wenn du dich verzettelt hast

Es gibt zwei Ansätze, wenn du etwas ändern möchtest:

Hauruck: Du nimmst dir einmal einen halben oder sogar ganzen Tag Zeit, um deine Verzettelung zu beseitigen. Prüf deinen Workflow und deine gesamte Arbeitsorganisation in einem Rutsch

Stück für Stück: Steter Tropfen höhlt den Stein auch. Du nimmst dir also jeden Tag 15 Minuten Zeit für deine Arbeitsorganisation. Nach einigen Wochen bist du dann auch top-organisiert.

Ich bin eher der Hauruck-Typ, wenn es ums Aufräumen oder die Neu-Organisation geht. Das bin aber nur ich. Du funktionierst vielleicht anders.

Bist du auch der Hauruck-Typ, dann schaufle dir jetzt die Zeit für die Aktion frei. Blockiere einen halben oder ganzen Tag im Kalender. Wenn’s nicht anders geht, dann opfere dafür einen Samstag – es lohnt sich.

Bist du eher der Stück-für-Stück-Typ, dann beginn einfach – und zwar morgen früh als Erstes. Sobald die Tageshektik begonnen hat, wirst du dir wahrscheinlich die Zeit dafür nicht mehr nehmen.

Beschränke dich und kanalisiere

In der Regel nutzen wir viel zu viele Instrumente und Hilfsmittel, was schlussendlich zu einem schlechteren Zeitmanagement führt.

Häufig beobachte ich eine der beiden Varianten, mit Zeitmanagement-Tools umzugehen:

Die einen nutzen, was halt grad so da ist. Die eine Aufgabe steht dann in Outlook, die Telefonnummer des Kunden auf einem Notizzettel, die geniale Idee auf der Serviette.

Die anderen nutzen (zu) viele Werkzeuge. Ich habe Kunden, die kennen mehr Tools und Apps als ich. Leider nutzen sie sie auch. “Leider”, denn sie verzetteln sich heillos. Die eine Aufgabe steht in der App, die Idee im MindMapping-Programm, die andere Idee aber in der Datenbank, die nächste Aufgabe wiederum in Outlook.

Beides führt dazu, dass man sich verzettelt.

Und beide Varianten haben etwas mit einem wichtigen Prinzip zu tun: Entscheiden.

Während sich die Ersteren gar nicht entscheiden, sondern treiben lassen, sind die Letzteren ständig auf der Suche nach einer noch besseren App, noch besseren Möglichkeiten, noch besseren Methoden.

Willst du hier etwas ändern, dann musst du bewusst eine Entscheidung treffen – für etwas und gegen etwas anderes.

Es ist richtig und gut, das eigene Zeitmanagement zu verbessern, wenn man Schwächen ausmacht. Doch auch hier gilt das Pareto-Prinzip (80/20-Regel): Der Aufwand, um Perfektion zu erreichen, ist unverhältnismäßig hoch.

Schließlich müssen wir bei jeder Veränderung ja zuerst mal Erfahrungen damit sammeln können und schauen, ob wir das überhaupt brauchen.

So kenne ich Leute, die könnten von den Tools her locker ein Millionenprojekt managen, brauchen das aber nie, da ihr Projektteam meistens aus einer Person besteht: Sich selbst.

Genauso im Zeitmanagement:

Nutze so wenige Tools und Hilfsmittel wie möglich und so einfache Tools und Hilfsmittel wie möglich.

Dann bist du schon weit weniger verzettelt.

Der erste Hinweis leuchtet ein. Mit dem zweiten Hinweis ist ein Problem angesprochen, das noch auf uns zukommt: Zukunftssicherheit.

Was nützt dir die geniale Software, mit der du all deine Notizen erfassen kannst, deren Hersteller aber die Entwicklung plötzlich einstellt? Bist du sicher, dass du alle Inhalte daraus exportieren und in einem anderen Programm importieren kannst?

Zeitmanagement funktioniert nur, wenn es einfach ist.


Deshalb mein Tipp:

1 ist die Zauberzahl.


Nutze für jeden Bereich des Zeitmanagements genau ein Tool oder Hilfsmittel:

  • Ein Kalender
  • Eine To-do-Liste
  • Ein Notizbuch (oder eine Notiz-App)
  • Ein Adressbuch


Überlege dir, wo du mehrere Apps oder sonstige Hilfsmittel parallel nutzt, und beschränke dich auf eines. Gibt es andere Apps oder sonstige Hilfsmittel die du ganz weglassen kannst, weil du sie eigentlich gar nicht brauchst?

Entscheide dich. Und dann räume auf.

Du wirst sehen, das fühlt sich so gut an, wie es sich anfühlt, die Wohnung aufzuräumen und sich von Ballast zu trennen. Das ist richtig befreiend, schafft Platz für neue Ideen und du bekommst wieder den Überblick, bist weniger verzettelt. Anschließend geht es eigentlich nur noch darum, aufzupassen, dass sich durch die Hintertür nicht wieder Dinge einschleichen und deine tolle neue Ordnung torpedieren.

Lass dich nicht unterbrechen und ablenken

Es gibt Tage, da springst du gehetzt von einer Aufgabe zur nächsten. Die Folge: Am Abend bist du erschöpft und du hast den Eindruck, du hättest nichts geschafft. Hetze ohne Ende und ohne Ergebnis. Du fühlst dich völlig verzettelt.

Dann gibt es Tage, da gelingt es dir, dich auf die jeweils aktuelle Aufgabe zu fokussieren. Du tust diejenigen Dinge, die dich deinen wichtigsten Zielen näher bringen. du bist entspannt, konzentriert – du bist im Flow. Diese Tage schließt du mit großer Zufriedenheit ab und du erbringst die Leistung, zu der du fähig bist.

Zufälligkeiten sind der Feind des Fokus. Zufälligkeiten bedeuten, dass man sich verzettelt.

Eine der Schlüsselqualifikationen für ein erfolgreiches Zeitmanagement ist die Fähigkeit, ​sich fokussieren zu können.

Lassen wir uns von allem unterbrechen und kümmern uns sofort darum, werden wir gehetzt,  getrieben und verzettelt. Keine Frage: Es gibt Dringlichkeiten, es gibt Notfälle, es gibt Unterbrechungen, auf die wir sofort reagieren müssen. Eine neue E-Mail gehört selten, eine neue Status-Meldung auf Facebook gehört nie dazu.

Die hohe Kunst besteht darin, nur diejenigen Unterbrechungen zuzulassen, die wirklich dringend sind.

Wir brauchen eine persönliche Firewall, die uns vor schädlichen Störungen schützt. Haben wir keine, lassen wir uns fremdbestimmen, was auf Dauer zu Stress und Unzufriedenheit führt – und uns weg bringt von unseren eigenen Visionen, Zielen und Commitments.

Echte vs. falsche Dringlichkeiten


Fokussieren ist die Fähigkeit, zwischen echten und falschen Dringlichkeiten unterscheiden zu lernen.

Nicht alles, was dringend zu sein scheint, ist auch wirklich dringend – und schon gar nicht automatisch wichtig.

Ein Beispiel: Ein Anruf ist immer dringend. Das Telefon klingelt, wir müssen reagieren, also ist unsere Reaktion dringend. Doch längst nicht jeder Anruf ist vom Inhalt her dringend oder wichtig. Beispielsweise ist ein Werbeanruf weder das eine noch das andere.

Genauso bei neuen Aufgaben: Kümmern wir uns immer sofort um neue Aufgaben, werden wir wiederum fremdbestimmt und beenden keine einzige. Muss die Aufgabe bis heute um 16 Uhr erledigt sein, muss ich nicht um 9 Uhr damit anfangen – nicht zu spät, mit einer Zeitreserve für Unvorhergesehenes schon, aber nicht zwangsläufig sofort.

Leider gibt es keine wasserdichte Definition von echten Dringlichkeiten. Sie unterscheiden sich nach:

  • Branche (z.B. kennt die IT-Branche viele echte Dringlichkeiten)
  • Gepflogenheit (z.B. marschiert man nicht wegen jeder Kleinigkeit ins Büro des Kollegen; kommt also jemand, ist es wahrscheinlich dringend)
  • Einstellung (z.B. reagiere ich auf E-Mails innerhalb von einem Tag; ist etwas dringend, erreicht man mich per Telefon)
  • bewusste Entscheidung (z.B. schalte ich das Telefon auf stumm, wenn ich mich wirklich konzentrieren will)
Unterbrechung

© Ivan Blatter

Offensichtliche vs. weniger offensichtliche Ablenkungen


Es gibt offensichtliche und weniger offensichtliche Ablenkungen. Beide lenken ab.

Die offensichtlichen Ablenkungen sind… offensichtlich: Mailbenachrichtigung, Twitter-Benachrichtigungen, SMS, Anrufe, spontane Besuche und vieles mehr.

Die weniger offensichtlichen Ablenkungen lenken genauso ab mit denselben Konsequenzen:
Einfälle (=mentale Unterbrechungen), ein unaufgeräumter Schreibtisch (=ständig vor Augen, was man noch tun muss) und vieles mehr.

Die weniger offensichtlichen Ablenkungen sind gefährlicher: Wir merken unter Umständen gar nicht, dass sie uns ablenken.

Die Wirkung ist in jedem Fall dieselbe: Egal ob offensichtlich oder nicht: Ablenkungen lenken immer ab. Das heißt: Wir werden unterbrochen mit allen Folgen.

Mehr zum Thema Fokus findest du in meinem Fokus-Artikel.

In diesen Bereich gehört auch das Thema „Multitasking“.

Multitasking


Ist für eine Aufgabe unsere volle Aufmerksamkeit erforderlich, dann sollten wir uns darauf, und nur darauf konzentrieren. Machen wir daneben noch etwas anderes, auf das wir uns auch konzentrieren müssen, dann wird das Resultat immer schlechter ausfallen.

Häufiges Multitasking lässt dich sprunghaft werden und bedeutet Stress. Das Hirn weiss genau, dass es sich eigentlich auf beide Aufgaben voll konzentrieren müsste. Deine Aufmerksamkeit springt deshalb hin und her und versucht, bei beiden Tätigkeiten voll und lückenlos da zu sein.

Wenn du dir das mal bildlich vorstellst, dann merkst du gleich, welche große Anspannung das bedeutet. Bei Multitasking verbrauchst du viel Energie für dieses mentale Hin und Her, die dir dann bei der Erledigung der Aufgaben fehlt.

Natürlich kannst du das Geschirr abwaschen und daneben auf dem Tablet eine Sendung anschauen. Das sind zwei Tätigkeiten, die nicht deine volle Aufmerksamkeit benötigen. Und trotzdem tut es manchmal ganz gut, sich auch hier nur auf etwas zu konzentrieren und das dann bewusst zu tun. Das kann dann auch gut etwas meditativen Charakter annehmen. Auf jeden Fall hilft Singletasking dabei, wieder etwas zur Ruhe zu kommen, zu lernen, sich auf etwas zu konzentrieren und das, was man macht, auch bewusst zu tun.

Plane gut und klar

Eine gute Planung ist die halbe Miete für ein gutes Zeitmanagement und sowieso gegen Verzettelung. Denn bei der Planung setzt du klare Prioritäten, was heute Platz haben soll und was nicht.

Das Thema Planung ist nicht nur ein wichtiges, sondern auch ein großes. In meinem Artikel über die Zeitplanung zeige ich dir viele verschiedene Möglichkeiten, wie du deinen Tag besser in den Griff bekommst. So hast du eine bessere Übersicht und verzettelst dich weniger.

Die Basis einer erfolgreichen Planung sind gute Ziele. Hast du ein Ziel, das dich wirklich motiviert, stellst du die Weichen auch in Richtung dieses Ziels. Damit hast du keine Probleme mehr, Prioritäten zu setzen und alles andere wegzulassen. Auch das hilft natürlich gegen die Verzettelung.

Ob Ziele überhaupt wirken und wie du gute Ziele setzt, habe ich in meinem Artikel “Setz dir Ziele und erschaff dir so das Leben deiner Träume” beschrieben.

Lass es auch mal gut sein

Überlege dir mal in Ruhe, wie hoch der Standard deiner Aufgabenerfüllung jeweils sein muss.

Nicht jede Aufgabe muss in gleich hoher Qualität und Perfektion erledigt werden. Überlege dir jetzt, wie hoch der Standard jeweils sein muss. Unterteile dann deine Aufgaben in drei Kategorien:

Perfekt:

Es gibt natürlich Aufgaben, die müssen absolut perfekt sein, besonders wenn es um Zahlen und Daten geht. Deine Kasse muss Ende Monat perfekt stimmen. Die Löhne und alle Sozialleistungen für deine Mitarbeiter müssen perfekt sein. Die Berechnungen der Statik auch. Die Herzoperation sowieso.

Gut:

Bei diesen Aufgaben reicht es, wenn sie gut, aber nicht unbedingt perfekt erledigt wurden. Klassisches Beispiel: Korrespondenz. Natürlich müssen Briefe (rechtschreib-)fehlerfrei sein, doch sie brauchen keine literarischen Meisterwerke zu sein. Im Gegenteil: Kurz und auf den Punkt wird mehr geschätzt als lang und umständlich, aber dafür stilistisch perfekt.

Delegieren:

Wir müssen nicht alles selbst erledigen. Es gibt viele Aufgaben, die andere besser erledigen können oder die uns nicht so wichtig sind, dass wir sie selbst anpacken wollen.

Pflegst du einen gewissen Perfektionismus, weiß man, dass man von dir gute bis sehr gute Arbeit erwarten kann. Treibst du es jedoch zu weit mit dem Perfektionismus, bremst du dich aus:

  • Die Unzufriedenheit steigt (es ist ja nie gut genug).
  • Du setzt dich unter permanenten Druck.
  • Du kommst weniger schnell vorwärts.
  • Du bist verzettelt.


Wenn du zu Perfektionismus neigst, dann versuche doch mal, deine Zeit, die du dir für eine Aufgabe gibst, zu limitieren. Damit verhinderst du, dass du ins Uferlose gerätst. Und nach dem Pareto-Prinzip kannst du mit 20 Prozent des Aufwandes ja bereits 80 Prozent des Ergebnisses erreichen. Um die fehlenden 20 Prozent des Ergebnisses zu erreichen, bräuchtest du wiederum 80 Prozent des Aufwandes. Das spricht eigentlich ganz klar gegen Perfektionismus im normalen Alltag, oder nicht?

Auf den Punkt gebracht

Auch beim Verzetteln gilt: Weniger ist mehr!

  • Weniger Tools,
  • weniger Hilfsmittel,
  • nur etwas aufs Mal,
  • so wenig, wie möglich, so viel wie nötig.

Mit einer solchen Entschlackungskur kannst du nicht dafür sorgen, dass du weniger oder gar nicht verzettelt bist, du gewinnst auch neue Erkenntnisse, hast bessere Einfälle – einfach, weil da wieder Platz und Ressourcen frei werden.

Ich würde jetzt sagen: “Zwei Fliegen auf einen Schlag”, hätte ich mich nicht vorhin klar gegen Multitasking geäussert. ;-)

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Und du? Willst du auch deinen Produktivitätsturbo zünden? Dann lass uns darüber sprechen und schauen, ob ich dir helfen kann.

Kennst du jemanden, der meine Tipps auch brauchen könnte? Dann sprich ruhig darüber. :-) Ich würde mich sehr darüber freuen!

ÜBER IVAN BLATTER

Ivan Blatter

Ich bin Personal Trainer für neues Zeitmanagement und zeige meinen Kunden, wie sie ihre Produktivität verdoppeln und mehr erreichen, ohne sich dabei auszulaugen.


Ich helfe einerseits Solopreneuren und Unternehmern, ihr persönliches Zeitmanagement zu verbessern, so dass sie ihr volles Potential umsetzen können für ein erfolgreiches Business mit mehr Freude und Motivation.


Andererseits unterstütze ich Unternehmen dabei, die Produktivität ihrer Teams zu erhöhen und so die Ziele schneller zu erreichen. 


​​So einfach wie möglich, immer persönlich und individuell.

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