Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Müde macht dick

Ein Teilaspekt eines erfolgreichen Zeitmanagements ist zweifellos das Energiemanagement:

  • Wie kann ich garantieren, über den gesamten Tag so viel Energie wie möglich zu haben?
  • Wie teile ich meine Energie ein, so dass ich mein Potential abrufen kann?

Energiemanagement ist so wichtig, dass das Anti-Zeitmanagement diesem Thema sogar ein eigenes Prinzip widmet, sogar eines der beiden Basisprinzipien (das andere beschäftigt sich mit Ihren Commitments).

Ich schrieb schon einige Male darüber, wie Sie Ihren natürlichen Energierhythmus, der weitgehend in Ihren Genen programmiert ist, für Ihre Produktivität nützen können.

Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich, dass Sie Ihr Potential nicht abrufen, wenn Sie gegen Ihren Rhythmus leben und arbeiten.

Ein Forscherteam um Till Roenneberg hat nun einen weiteren, gravierenden Nachteil von Schlafmangel gefunden: Müde macht dick.

Der soziale Jetlag

Müde macht dick.
Diesen Satz twittern...

Nun ist es leider so, dass wir nicht einfach nach unserem Rhythmus leben können. Durch unsere Verpflichtungen und Jobs sind wir gezwungen, teilweise gegen unseren natürlichen Rhythmus zu leben.

Till Roenneberg spricht hier sogar vom sozialen Jetlag:

Unser Leben ist so, als ob wir ständig unter einem Jetlag leiden.
Diesen Satz twittern...

Schätzungen zufolge leiden 80% der Menschen unter dem sozialen Jetlag!

Das zeigt auch, dass wir uns nie so richtig an ein rhythmusfremdes Leben gewöhnen können.

Die Folgen: Stress, Unzufriedenheit bis hin zu schweren Erkrankungen.

Doch damit nicht genug: Die Forschungen von Till Roenneberg lassen vermuten, dass Übergewicht und Fettleibigkeit mit dem sozialen Jetlag zusammenhängen. Schlafmangel kann zu einem gestörten Hungergefühl führen und man isst zuviel.

Ganz so linear ist der Zusammenhang natürlich nicht – aber der soziale Jetlag ist ein Teil in diesem Puzzle.

Das Fazit von Till Roenneberg ist einfach:
“Wer morgens einen Wecker braucht, hat einfach zu wenig geschlafen. Genügend Schlaf ist aber – anders als viele glauben – keine Zeitverschwendung. Er garantiert nicht nur eine bessere Arbeitsleistung, sondern offenbar auch schlankere Taillen” (zitiert nach http://web.de/magazine/gesundheit/krankheiten/15351238-uebergewicht-sozialer-jetlag-dick.html).

So kommen Sie zu mehr Schlaf

Der Fluch ist: Neben Job, Familie und all den anderen Verpflichtungen möchten wir ja auch mal das tun, was wir wollen. Das ist dann meistens abends und wir verpassen es, ins Bett zu gehen.

Falls Sie das kennen, dann helfen Ihnen die folgenden 5 Tipps:

  1. Routinen einrichten: Wollen wir eine neue Gewohnheit lernen, geht das am Einfachsten, wenn wir sie in eine bestehende Routine einbauen. Schaffen Sie sich eine Abendroutine, die immer gleich abläuft. Gestalten Sie sie so, dass sie Ihnen “liegt” und dass sie nur zu einem führt: Ins Bett.
  2. Herunterfahren: Schalten Sie rechtzeitig ab. Tun Sie etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafen ein paar Dinge, die Ihnen helfen herunterzufahren: Trinken Sie eine Tasse Tee, lesen Sie etwas Entspannendes und vermeiden Sie, in einen Bildschirm zu starren (TV, Computer, Smartphone, Tablet).
  3. Schlaf beeinflussen: Sie können die Schlafqualität verbessern, indem Sie ein paar Dinge rund um den Schlaf beachten: Ernähren Sie sich gesund, trinken Sie viel, bewegen Sie sich regelmäßig, richten Sie sich ein “schlaffreundliches” Schlafzimmer ein (wenig Elektronik, dunkel, kühl, ein gutes Bett etc.).
  4. Rhythmus einhalten: Verstärken Sie nicht den Jetlag. Idealerweise gehen Sie jeden Tag zu selben Zeit ins Bett und stehen jeden Tag zur selben Zeit auf (auch am Wochenende). Wählen Sie die Zeiten so, dass Sie Ihrem natürlich Rhythmus möglichst nahe kommen. Ich weiß: Am Wochenende auch früh aufzustehen ist weder einfach noch reizvoll. Bleiben Sie aber nicht den halben Tag im Bett, damit verstärken Sie die Müdigkeit nur.
  5. Powernaps einschalten: Wer in der Nacht zu wenig Schlaf bekommt, soll ein klassisches Mittagsnickerchen einlegen. Das geht fast überall: Ich habe auch schon im Büro auf dem Boden geschlafen (mit einem Kissen). Oder im Stillzimmer der Firma. Oder in einem Sitzungszimmer, den Kopf auf den Armen. Schlafen Sie nicht länger als 20 Minuten, sonst kommen Sie danach nicht mehr in Fahrt.

Hat dir der Artikel gefallen? Dann sprich darüber:

Ähnliche Beiträge