Arbeitest du hart? Versuch lieber, smarter zu arbeiten.

Muss man, um erfolgreich zu sein, hart arbeiten? Ja, das glaube ich schon.

Oder mit Joe Girard:

The elevator to success is out of order. You’ll have to use the stairs.

(„Der Aufzug zum Erfolg ist außer Betrieb. Du musst die Treppe nehmen.“)

Doch einfach nur hart zu arbeiten, genügt auch nicht.

Das ist wie beim Bergsteigen: Ich kann noch so schnell, gut, sicher und ausdauernd klettern: Wenn ich die falsche Route wähle, komme ich nie auf dem Gipfel an.

Erfolgreich zu sein, heißt deshalb auch: Arbeite smart, nicht nur hart.


smarter-arbeiten

Viele meiner Kunden sind ganz hervorragende Leute, die ihr Gebiet beherrschen und auch bereit sind, hart zu arbeiten. Doch sie kommen trotzdem nicht vom Fleck.

Häufig rennen sie zwar schnell und gut, aber in die falsche Richtung. Sie lassen sich zu sehr treiben und fremd steuern.

Im Coaching zeige ich ihnen dann, wie sie die Fäden wieder mehr in die Hand nehmen können. Weniger Fremdbestimmung, mehr Selbstverantwortung.


Hier sind 5 Tipps, wie auch du smarter arbeiten kannst.

1. Zuerst denken, dann handeln

Hast du schon mal in einem Hühnerstall in die Hände geklatscht?

Genau so reagieren wir, wenn jemand ruft „schnell“, „dringend“ oder „wichtig“: Wir rennen einfach kopflos drauf los.

Nimm dir aber lieber immer die Zeit, zuerst kurz nachzudenken und dann erst zu handeln. Das gilt ganz besonders in Zeiten größter Hektik.

Nimm dir immer die Zeit, zuerst kurz nachzudenken und dann erst zu handeln.
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Mein letzter Chef hat immer anti-zyklisch agiert (eben nicht nur re-agiert):
Wenn der Stress und der Druck zunahmen, hat er sich in seinem Stuhl zurückgelehnt und gesagt: „Moment. Also, was haben wir jetzt hier? Was kommt zuerst? Was mache ich zuerst? Was kann ich nach hinten schieben? Wie gehe ich jetzt vor?“ Er hat sich in aller Ruhe einen Schlachtplan gemacht und hat den dann ausgeführt.

2. Trenne deine Vorgänge und Prozesse

Einer der wichtigsten Gedanken aus GTD (Getting Things Done) ist, die einzelnen Schritte der Arbeitsorganisation streng von einander zu trennen.

Das tun wir viel zu wenig: Kommt eine neue Aufgabe oder haben wir eine Idee, arbeiten wir die sofort ab oder erledigen wir sie schon zumindest teilweise. So springen wir von einer Sache zur anderen.

Dabei ist es viel effektiver, wenn wir alle Vorgänge trennen: Das Sammeln von Ideen oder Aufgaben sollte getrennt sein vom Abarbeiten dieser Einfälle. Oder das Organisieren sollte getrennt sein vom Abarbeiten.

Man kann sogar noch einen Schritt weitergehen: Auch beim Erledigen von Aufgaben tun wir alles gleichzeitig. Das ist dann aufgaben-internes Multitasking.

Ein Beispiel: Wir schreiben einen Text, einen Bericht oder einen Brief. Dabei sehen wir einen Tippfehler drei Zeilen weiter oben und korrigieren den schnell. Bei der Gelegenheit setzen wir einen Satz fett, weil er ja wichtig ist. Dann gehen wir zum Ende des Textes und schreiben weiter. Bis wir dann wieder fünf Absätze hochspringen und etwas ändern.

Hier vermischen wir die Vorgänge „Schreiben“, „Korrigieren“ und „Editieren“.

Es ist viel smarter, wenn wir nur schreiben, wenn wir schreiben. Dann korrigieren wir. Und dann editieren wir. So bekommen unsere Texte einen viel besseren roten Faden.

Genauso sonst bei der Arbeit: Trenne deine Vorgänge und Prozesse strikt. So wirst du in jedem Bereich produktiver.

3. Fokus, Fokus, Fokus

Warren Buffett wird zugeschrieben:

The difference between successful people and really successful people is that really successful people say ’no‘ to almost everything.

(„Der Unterschied zwischen erfolgreichen Menschen und richtig erfolgreichen Menschen ist, dass richtig erfolgreiche Menschen zu fast allem ‚Nein‘ sagen.“)

Das gilt nicht nur für die Dinge, die an uns herangetragen werden, sondern auch für all die Dinge, die wir uns selbst auferlegen.

Wir haben immer mehr Aufgaben als Zeit.

Das würde sich auch nicht ändern, wenn unser Tag 36 Stunden hätte. Dann würden wir einfach noch mehr in den Tag stopfen wollen.

Wir haben immer mehr Aufgaben als Zeit.
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Deshalb lautet das Grundrezept eines erfolgreichen Zeitmanagements: Fokussiere dich.

  • Fokussiere dich auf sehr wenige Ziele.
  • Fokussiere dich auf sehr wenige, aber unglaublich wichtige Projekte mit riesiger Wirkung.
  • Fokussiere dich auf die Dinge, die du wirklich gut kannst.

Mein Freund Markus Cerenak hat übrigens eben grad einen Artikel genau zu diesem Thema geschrieben: Get Shit Done – Fokussieren für Blogger und Online Marketer

4. Stärke zuerst dich selbst

Du landest sehr zuverlässig im Hühnerstall-Modus (siehe Punkt 1), wenn du dir nicht Sorge gibst.

Stärke dich selbst, gib Sorge zu dir, pflege dich selbst – körperlich, emotional und spirituell.

Wohl etwas vom Wichtigsten: Erhole dich mehr, häufiger und bewusster. Sorge besonders für genügend Schlaf.

Jede Minute, die du (scheinbar) verschläfst, kommt mehrfach zurück. Ausgeschlafen arbeitest du schneller, besser, effizienter, effektiver, konzentrierter, ruhiger, fokussierter. Du erreichst mehr in weniger Zeit.

Mit einem Schlafdefizit bleibst du weit unter deinen Möglichkeiten.

5. Lass dir helfen

Ja, es ist toll, wenn du etwas erreichst und sagen kannst: „Das habe ich ganz alleine geschafft!“

Doch nimm mal ein beliebiges Buch aus dem Bücherregal und schlag die ersten Seiten auf: Dort findest du immer umfangreiche Dankesworte an alle möglichen Leute.

Um wirklich erfolgreich zu sein, musst du dir helfen lassen.

Das kann auf viele Arten geschehen:

  • Such dir Menschen, die dich und deine Ideen unterstützen.
  • Schließe dich mit Menschen zusammen, die ähnliche Ziele wie du haben – beispielsweise in einer Mastermind-Gruppe.
  • Delegiere die Dinge, die du nicht gut kannst oder gerne tust – beispielsweise an eine virtuelle Assistenz.
  • Schließe strategische Partnerschaften ab.
  • Beteilige dich in deiner Community (online und offline).
  • Such dir Unterstützung – beispielsweise durch ein Coaching.

Um wirklich erfolgreich zu sein, musst du dir helfen lassen.
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Hart arbeiten ist wichtig, aber nicht alles. Genauso wichtig ist, smart zu arbeiten.
Welches sind deine Tipps, um smarter zu arbeiten? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Bildnachweis: © Depositphotos.com / olly18

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Ivan Blatter

Über Ivan Blatter

Ich bin Personal Trainer für neues Zeitmanagement und zeige meinen Kunden, wie sie ihre Produktivität verdoppeln und mehr erreichen, ohne sich dabei auszulaugen.

Ich helfe einerseits Solopreneuren und Unternehmern, ihr persönliches Zeitmanagement zu verbessern, so dass sie ihr volles Potential umsetzen können für ein erfolgreiches Business mit mehr Freude und Motivation. Andererseits unterstütze ich Unternehmen dabei, die Produktivität ihrer Teams zu erhöhen und so die Ziele schneller zu erreichen.

So einfach wie möglich, immer persönlich und individuell.

16 Gedanken zu „Arbeitest du hart? Versuch lieber, smarter zu arbeiten.“

  1. Hallo Ivan,
    wie immer ein gelungener Artikel, Gratulation!
    Im Grunde kennt man ja die PUnkte, doch… Wendet man
    sie an?
    Ich werde sie mir in jedem Fall neben den Monitor hinhängen,
    um sie zu verinnerlichen, häufiger einzusätzen und letztendlich,
    irgendwann ganz automatisch danach handeln! Danke!
    HG
    Antonio

  2. Wie du schon gesagt hast – zuerst denken und dann handeln. Und dabei dann den Fokus darauf legen, wie das Ergebnis am leichtesten erzielt werden kann. Will ich zum Beispiel etwas lernen, dann kann ich mir ein Hörbuch runter laden und es im Auto oder beim Putzen hören. Oder ich investiere in ein Hilfsmittel das mir eine Menge Zeit und Ärger erspart. Das nenne ich dann smartes Arbeiten.

    Ich verwende recht viel Zeit darauf, mir smarte Wege auszudenken und ökonomisch zu handeln. Wenn ich diese Zeit investiere, um Wege zu finden, wie ich etwas mit möglichst wenig Aufwand genauso gut oder besser machen kann, dann habe ich die Zeit auch bald wieder raus.

    Danke für die hilfreichen Ansätze.

    Liebe Grüße
    Tina

    • Sehe ich auch so.

      Apropos Hörbücher: Manchmal verzichte ich bewusst auf Hörbücher und Podcasts während des Sport oder so, um meinen Kopf nicht ständig zu befüllen, sondern einfach mal das zu tun, was ich grad tue. Das ist auch eine schöne Erfahrung!

  3. Was mir zum letzten Punkt „Lass dir helfen“ noch einfällt: Sei nicht zu geizig, wenn es ums Einkaufen von Dienstleistungen und Tools geht, die dir die Arbeit erleichtern.

    Ich musste jetzt für mich selbst auch feststellen, dass ich mir lange Zeit durch Sparsamkeit am falschen Ort vieles unnötig schwer gemacht wurde. Eine gut überlegte Investition hier und da zahlt sich auf längere Sicht wirklich aus, spart Zeit und Energie.

  4. Lieber Ivan, hilfreicher Artikel, danke.
    Mit dem Fokussieren hapert’s bei mir. Mit deinen Worten: ich schreibe, editiere und korrigiere.
    Werde ich aber abstellen, denn ich denke auch, dass ich mit fokussiertem Arbeiten bessere Ergebnisse haben werde.

    Einen smarten Tipp noch: ich packe seit einiger Zeit weniger ToDo’s auf meine Liste. Nur so viele, wie ich bei ehrlicher Reflexion auch wirklich an diesem Tag erledigen kann. Und nichts mehr, nur damit es besser aussieht und ich vermeintlich besser dastehe, weil ich ja sooo effizient bin.
    Dagmar

  5. Ein klasse Artikel/Podcast.

    Ich habe das, was Du mit dem Schreiben empfohlen hast vor gut zwei Jahren angewendet.
    Ich habe geschrieben und erst in den letzten Minuten korrigiert. Ich war damit um ein vielfaches schneller und die anderen waren auch verwundert.

    Doch ist es nicht so, dass diese Strategie auch die Gefahr birgt, eine Aufgabe mehrfach in die Hand zu nehmen.
    Denn momentan ist dies das Problem, was ich vermeide möchte.

    • Ich glaube, der Gewinn, wenn man die „Prozesse“ trennt, ist größer als der Effizienz-Verlust, weil man die Dinge mehrfach in die Hand nehmen muss.

      • Ok, vielleicht sollte ich es einfach ausprobieren.
        Kann man das eigentlich bei allen möglichen Aufgaben anwenden oder gibt es Ausnahmen.

          • Einfaches Beispiel….

            Ich habe 40 Seiten, diese muss ich kopieren und stempeln.

            Nun könnte ich die Prozesse „Kopieren“ und „Stempeln“ teilen.
            Zuerst kopieren und dann stempeln.

            Oder ich könnte zuerst kopieren und dann stempeln und dann kopieren und dann stempeln und so weiter…

            Lassen wir mal das weg, dass der Kopierer eine Aufnahmefähgikeit von mehr als 40 Seiten hat.

            Vielen Dank….

  6. Hallo Ivan,

    als Seelsorger habe ich mich besonders mit dem Fokus, also dem Nein sagen lange Zeit sehr schwer getan. Ich musste erst lernen, dass es auch bei mir viele Anfragen gibt die nicht sinnvoll sind bedient zu werden. Dadurch habe ich nicht nur Zeit für mich, sondern auch für die Menschen in meiner Gemeinde gewonnen.

    viele Grüße Benjamin

    • Ja, das ist ein schönes Beispiel: „Nein“ sagen ist nicht nur Selbstschutz, sondern auch die Umgebung und die Menschen, mit denen man zu tun hat, haben etwas davon.

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