Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Wer schreibt, kennt Schreibblockaden. Sagt man.

Ich nicht. Ich kenne ein paar Blockaden aus eigener Erfahrung, aber keine Angst vor dem leeren Blatt oder Schreibblockade.

Wieso? Keine Ahnung. Lesen Sie hier, wie ich schreibe und was mir wichtig ist. Zu Beginn gibt auch noch ein kleines Video, das zeigt, wie ich schreibe.

Das ist übrigens mein Beitrag zur Blogparade gegen die Schreibblockade von Kerstin Hoffmann.

Bei einer Blogparade ruft ein Blogger seine Kollegen auf, zu einem bestimmten Thema einen Artikel zu schreiben. Die Artikel werden dann gesammelt und vom Aufruf aus verlinkt.

So schreibe ich: Ein Blick über meine Schulter

Für diesen Artikel brauchte ich ca. 50 Minuten (vom Lesen der anderen Beiträge bzw. Sammeln von Ideen bis hin zum veröffentlichten Artikel). Ich habe gleichzeitig meinen Bildschirm abgefilmt. Sehen Sie hier in 3 Minuten, wie dieser Artikel entstand:

Sie sehen hier kein Video? Dann wechseln Sie zum Artikel auf ivanblatter.com.

Schreibblockaden? Kenne ich nicht.

Schreibblockade
© Depositphotos.com / Michele Piacquadio

Wie gesagt: Ich kenne keine Schreibblockade.

Ich kenne den inneren Schweinehund (Aufschieberitis), ich kenne Unlust oder Ideenlosigkeit. Aber keine Schreibblockaden.

Komme ich beim Schreiben mal tatsächlich nicht vorwärts, lief meistens vorher schon etwas schief.

Freiheit und Un-Produktivität

Viele Selbstständige haben ihre Arbeit gewählt, um mehr Freiheit zu haben. Das geht mir nicht anders.

Allerdings habe ich gelernt: Wenn ich zu viel Freiraum habe, dann arbeite ich nicht produktiv. Sondern ich verplempere meine Zeit, arbeite sehr ineffizient und überhaupt nicht zielgerichtet.

Nebenbei: Es ist nicht zufällig, dass bei Selbstständigen und Studenten die Aufschieberitis besonders häufig vorkommt. Es gibt durchaus einen Zusammenhang zwischen Freiheit und Aufschieben.

Deshalb ist mir ein gewisser Rahmen so wichtig. Ein Rahmen, innerhalb dessen ich mich dann verwirklichen kann.

Ohne Plan kein Plan

Setze ich mich hin und denke “Ach, über was könntest Du denn heute schreiben”, dann wird das nichts. Ich muss mir vorher einen Rahmen überlegen und plane deshalb meine Schreibarbeiten: Über was schreibe ich wann und wann wird es veröffentlicht?

Das ist bei mir entscheidend. Habe ich keinen Plan, dann habe ich wirklich keinen Plan.

Habe ich hingegen einen Plan, dann schreibt es sich schon fast von alleine.

Über Schreibblockaden: Habe ich keinen Plan, dann habe ich wirklich keinen Plan.
Diesen Satz twittern...

So weiss ich, zu welchen Themen ich diese Woche bloggen will.

Die einzige Blockade, die ich beim Schreiben kenne, ist, dass ich mal etwas länger für meinen Plan überlegen muss. Was will ich schreiben? Welche Themen könnten interessant sein?

Hier fällt mir ab und zu nicht mehr viel ein. Dann tue ich etwas anderes und versuche es später wieder.

Meine Routinen beim Schreiben

Das Schreiben selbst läuft dann sehr routiniert. Ich schaffe mir also auch hier einen Rahmen. Das hier tue ich dann:

  • Ich vermeide aufgabeninternes Multitasking: Wenn ich schreibe, dann schreibe ich. Ich korrigiere, editiere und formatiere erst später. Auch Links füge ich erst am Schluss hinzu. Ich springe nicht im Text hin und her, sondern schreibe einfach herunter, was mir so einfällt.
  • Ich schreibe nach einem “Bild”: Bevor ich zur Tastatur greife, habe ich eine Art Bild meines Textes im Kopf. Schwer zu umschreiben, aber ich sehe oder spüre vorher das Resultat. Ich weiss in etwa, was meine Hauptbotschaft sein soll und wie die Struktur in etwa sein soll.
  • Manchmal überlege ich mir vorher die Struktur: Nicht immer, aber bei komplexeren Themen hilft mir das. Beim Bloggen habe ich zusätzlich eine Vorlage, die ich auf Knopfdruck aufrufen kann und die mir eine gewisse Struktur vorgibt.
  • Ich minimiere Ablenkungen: Das tue ich sowieso immer, aber beim Schreiben ist es noch wichtiger. Wenn ich schreibe, sehe ich einfach nur meinen Text vor mir. Alles andere am Computer ist ausgeblendet. Natürlich auch alle Benachrichtigungen. Es gibt nur mein virtuelles Blatt Papier und mich. Dazu nutze ich das Programm iAWriter.
  • Manchmal höre ich Musik: Das tue ich sowieso gerne beim Arbeiten und funktioniert wunderbar, wenn ich die Musik gut kenne und dadurch aus dem Bewusstsein ausblenden kann.
  • Ich schreibe in Routinen: Meistens schreibe ich vormittags oder samstags. Sehr häufig an meinem Stehpult. Sobald ich also an einem Samstag Vormittag an mein Stehpult trete, bin ich automatisch im Schreibmodus.
  • Ich sorge bei Bedarf für den nötigen Kick: Musik kann mich enorm stark steuern. Bin ich eher etwas lustlos, starte ich meine Wiedergabeliste “Power-Liste” mit lauter Songs, die in mir so ein richtiges Kribbeln auslösen. Wenn ich danach keine Power habe, dann lasse ich es am besten gleich ganz bleiben.
  • Der Appetit kommt beim Essen: Der Spaß beim Schreiben kommt auch erst beim Schreiben. Also: Einfach loslegen hilft mir. Ich weiß, dass der erste Entwurf nur für mich ist. Der muss weder gut noch richtig noch lesbar sein, sondern der ist nur für mich. Dadurch ist die Starthürde sehr niedrig und es gibt keinen Grund, nicht loszulegen.

Das war mein Beitrag zur Blogparade “Blogparade gegen die Schreibblockade” von Kerstin Hoffmann. Klicken Sie ruhig auf den Link, da stehen schon ein paar tolle weitere Artikel zum Umgang mit der Schreibblockade.

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