Wie du mit einem winzigen Trick deine Konkurrenz abhängst

„Leicht verspätet“ ist das neue „pünktlich“:

  • Sitzungen und Treffen beginnen selten pünktlich.
  • Verabredungen kommen zu spät (und schicken drei Minuten vor dem Termin eine SMS „sorry, bin zu spät“…).
  • Projekte werden grundsätzlich ganz leicht nach der Deadline abgeschlossen.

Dabei ist es so einfach: Wenn du wirklich deine Kollegen oder Kunden verblüffen willst, dann sei konsequent pünktlich.

Ohne Witz: Probier’s aus und du wirst sehen, wie du so auch deiner Konkurrenz einen Schritt voraus bist.

Wann warst du das letzte Mal pünktlich mit deiner Arbeit? Oder wann warst du sogar früher fertig?

Wie du mit einem winzigen Trick deine Konkurrenz abhängst

Das neue Statussymbol: Auf den letzten Drücker

Auch in meinen Coachings höre ich häufig:

Ich brauche den Druck, um produktiv arbeiten zu können.

Das ist falsch. Meistens heißt das nämlich:

Ich brauche den Druck, um überhaupt zu arbeiten.

Oder noch deutlicher:

Ohne Druck arbeite ich nicht.

Das nennt sich auch „Aufschieben“ oder „Prokrastination“. Oder das heißt, dass du nicht planen kannst.

Nur unter Druck, Stress und Hektik zu arbeiten, ist alles andere als effizient, sondern höchst gesundheitsgefährdend.

Aus der Psychologie weiß man (dank Robert Yerkes und John D. Dodson), dass wir einen gewissen Druck brauchen, um unsere beste Leistung abrufen zu können.

„Ein gewisser Druck“ meint aber eine sogenannte mittlere Aktivierung und nicht ein Riesenstress. Sobald diese mittlere Aktivierung überschritten ist, nimmt unsere Leistung rapide ab. Gleichzeitig steigen die Fehleranfälligkeit und natürlich der Stress massiv an.

Probier’s aus: Nimm dein aktuelles Projekt, schließe es 3 Tage vor der Deadline ab und beobachte, was passiert: Bei dir, bei den Kollegen und beim Kunden.

Das eigentliche Statussymbol: Früher fertig sein

In meinem Bereich gibt es viele falsche Vorstellungen. Wenn ich z.B. über die Vorteile des leeren Schreibtischs spreche, höre ich oft als Antwort: „Ja, aber dann meinen meine Kollegen, dass ich nichts zu tun habe.“

Genauso hier: Wenn du pünktlich oder vor dem Termin fertig bist, dann kann der Eindruck entstehen: „Der hat ja nichts zu tun.“

Das hat aber weniger etwas mit dir oder deiner Arbeit zu tun, sondern mit denen, die das denken.

Denn der eigentliche Eindruck, der entsteht, ist der hier:

  • Wow, der ist aber effizient.
  • Was? Früher fertig und das Ergebnis ist qualitativ so gut? Wie macht er das?
  • Hat sein Tag mehr Stunden als meiner?

Ganz zu schweigen davon, dass du damit deine Konkurrenz meilenweit hinter dir lässt.

Was meinst du, wer bekommt den Folgeauftrag:

  • Der Dienstleister, der eine fantastische Arbeit drei Tage vor der Deadline abliefert?
  • Oder der Dienstleister, der einen Tag zu spät ist, der zwar genau erklären kann, woran es lag – aber dessen Arbeit leider ein paar Qualitätsmängel aufweist?

Es ist deine Entscheidung, auf welcher Seite du sein willst. Ich habe meine Entscheidung getroffen.

Bildnachweis: © unsplash.com

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Ivan Blatter

Über Ivan Blatter

Ich bin Personal Trainer für neues Zeitmanagement und zeige meinen Kunden, wie sie ihre Produktivität verdoppeln und mehr erreichen, ohne sich dabei auszulaugen.

Ich helfe einerseits Solopreneuren und Unternehmern, ihr persönliches Zeitmanagement zu verbessern, so dass sie ihr volles Potential umsetzen können für ein erfolgreiches Business mit mehr Freude und Motivation. Andererseits unterstütze ich Unternehmen dabei, die Produktivität ihrer Teams zu erhöhen und so die Ziele schneller zu erreichen.

So einfach wie möglich, immer persönlich und individuell.

14 Gedanken zu “Wie du mit einem winzigen Trick deine Konkurrenz abhängst”

  1. Hallo Ivan,

    Du spricht mir aus der Seele. Allerdings bin ich jemand, der immer früh fertig sein musste. Dann kann man – gerade bei wichtigen Projekten – deutlich ruhiger schlafen.

    Wichtig: Rechtzeitig auf die Straße zum Kunden gehen. Denn Verspätungen durch Staus sind entschuldbar, aber ärgerlich. Und schonen die Nerven sicher nicht. Und es gibt weniger kostspielige Rechungen über irgendwelche Radarboxen.

    Viele Grüße

    Jörg Mann

    (Ich habe einen kleinen, aber verwirrenden Rechtschreibfehler korrigiert. :-) I.B.)

  2. Mein Tipp zu diesem Thema: Nicht nur einen Kalendereintrag für den reinen Kundentermin machen, sondern auch für die Fahrtzeit! Also statt nur für die Sitzungsdauer 10:00 bis voraussichtlich 12:00 lautet die Eintragung z.B. 7:30 – 14:30. Banal aber sehr wirkungsvoll.

    • Das ist ein sehr guter Tip, aber aus meiner Erfahrung weiß ich, dass es drei Kalendereinträge sein sollten: der eigentliche Termin, die Fahrzeit davor und die Fahrzeit danach. So weiß man immer, von wann bis wann der eigentliche Termin geplant war.

      • Bei Zugfahrten denkt man leicht(er) daran. Allein deswegen weil man i.d.R. bei der Buchung auch die Kalenderdatei zum Importieren bekommt. Bei *Autofahrten* hingegen musste ich mir extra eine Routine erarbeiten, damit ich die Eintragung nicht vergesse. Ich trage dann ein: Fahrtzeit lt. G.-Maps + 30 Minuten w/ Parkplatzsuche & Co.

        • Guter Hinweis, danke!

          Alle grossen Verkehrsbetriebe (Deutsche Bahn, Schweizerische Bundesbahnen, Fluggesellschaften usw.) bieten die Möglichkeit, die gewählte Reise direkt in den Kalender zu importieren. Wer das nicht kennt: Achte dich einfach mal bei der nächsten Buchung.

          Je nachdem muss man noch den Weg zum Bahnhof/Flughafen manuell mit angeben, aber damit kann man leben. :-)

          Steht die Reise im Kalender, hat man sie auch immer zur Hand (inkl. genaue Umsteigezeiten usw.).

  3. Ivan… uiuiui … da muss auch ich mich an der Nase nehmen.
    Oftmals klappt es super, doch dann „kommt was dazwischen“ und ich bin in Verzug.
    Aber dieses neue Statussymbol gefällt mir sehr gut! :-)

    Danke für diesen tollen Impuls!

  4. Hallo Ivan,

    also ich war bisher immer ein Freund von Pünktlichkeit, da hat mich auch noch keine neumodische Erscheinung von abgebracht. Ich finde das für mich auch durchaus entspannter.

    Da kann ich sogar noch einen Tipp anfügen. Du hast angesprochen dass manche nur unter Druck arbeiten können und daher erst alles auf den letzten Drücker angehen. Mein Tipp: Wenn man beispielsweise eine Abgabefrist von 5 Tagen hat, sich selbst einfach das feste Ziel setzen es in 4 Tagen fertig zu haben. Dies baut den nötigen Druck auf und man wird trotzdem zeitig fertig + man hat sogar noch etwas Zeit in Reserve, wenn etwas dazwischen kommen sollte. Also „3 Fliegen“ mit einer Klappe geschlagen! :-)

    Schöne Feiertage wünsche ich noch!
    Mathias

  5. Habe zu dem ganzen eine etwas differenziertere Meinung. Entgegen der allgemeinen Äußerung der Timetable hörigen etwa wie Druck sei nur Aufschieberitis bin ich der Meinung das mindestens genau so oft die vorzeitig beendeten Projekte/Aufgaben von diesen Personen oft im nachhinein unvollendet und oftmals durch mangelhafte 08/15 Lösung zustanden gekommen sind. Wenn diese Personen, welche meistens von sich selbst behaupten, angeblich so effektiv zu sein, dann wie schon oft erlebt die gewonne Zeit dazu nutzen um den Kollegen/innen deren wirklich kostbare Zeit durch unnötiges Gerede zu rauben, so hat dies in den meisten Fällen mit Effektivität reichlich weniger zu tun,.sondern mit Effekthascherei und vermutlich geschickt verhinderter Arbeitbelastung/-Überlastung auf Kosten der Kollegen.
    Mir kam noch nie wirklich der Gedanke
    „ach wie effektiv“
    oder
    „hat sein Tag womöglich mehr Stunden“
    Ich halte Pünktlichkeit für sehr wichtig, aber diese von Einigen fast schon als krankhafter Beamtensport zu bezeichnenede Überhöhung erscheint oft mehr als fragwürdig.

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