Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Ich kann unterwegs ganz hervorragend arbeiten. Einerseits muss ich das können, da ich häufig unterwegs bin, andererseits tue ich es auch gerne.

Ich ziehe mich häufig bewusst in mein Lieblingscafé zurück oder gehe „rasch“ zu meinen Eltern Mittag essen. Die wohnen nämlich zwei Stunden mit dem Zug von hier. Das bereitet mir 4 Stunden ungestörte, konzentrierte Arbeit im Zug.

Ein fremder Ort kann sehr inspirierend sein. Schauen Sie hier:

Wie versprochen zeige ich Ihnen in diesem Artikel, was die Vorteile davon sind, was es dazu braucht und wie auch Sie den Ort wechseln können – selbst wenn Sie angestellt sind.

Weshalb Sie auch mal im Café arbeiten sollten

Ich verlasse meinen Schreibtisch häufig und bewusst dazu, mich in eine bestimmte Stimmung zu versetzen. Das heißt nicht unbedingt, dass ich mein Büro verlasse, sondern dass ich eine andere Arbeitsfläche nutze.

So nutze ich z.B. mein Stehpult meistens, um Inhalte zu erstellen (Blogartikel, Newsletter, Seminare, Präsentationen usw.). Kaum stehe ich an meinem Pult, bin ich automatisch im Modus „Inhalte erstellen“. In meinem gemütlichen roten Sessel hingegen lese ich vor allem E-Kurse, andere Blogs usw.

Orte können als Auslöser dienen, in eine bestimmte Stimmung oder einen bestimmten „Modus“ zu gelangen.

Orte können als Auslöser dienen, in eine bestimmte Stimmung oder einen bestimmten „Modus“ zu gelangen.
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Ich glaube, genau das steckt auch dahinter, weshalb viele Menschen in Cafés besser arbeiten können.

Hier ein paar weitere Vorteile:

  • Stimulierend: Wir nehmen die Umgebung anders und bewusster wahr. Was wir schon sehr gut kennen, blenden wir ja aus. An einem anderen Ort gibt es viele/s, was wir nicht so leicht ausblenden können. Das kann stimulieren und die Kreativität anregen.
  • Routinefrei: An unserem üblichen Arbeitsort spulen wir unsere Routinen und Gewohnheiten ab. Die tun uns aber vielleicht gar nicht so gut. Wenn wir gewöhnt sind, jeden Morgen ausführlich die Morgenzeitung zu lesen oder uns in den Social Medias zu verlieren, ist der Ausstieg schwierig. Der Ort dient nämlich als Auslöser. An einem neuen, anderen Ort haben wir diesen Auslöser nicht und können ganz einfach neue, bessere Gewohnheiten installieren.
  • Weniger Ablenkung: Zwar hat es im Café mehr Menschen und mehr Lärm. Aber dafür keine schmutzigen Scheiben, die man putzen können, und keine Stapel unbearbeitete Post, die umherliegt. Am normalen Arbeitsplatz gibt es immer viele Dinge rundherum, die uns ablenken oder uns etwas Wichtigeres aufschieben lassen.
  • Inspirierend: In einem Café hat es häufig auch andere Menschen, die arbeiten. Ich finde das immer sehr inspirierend. Obwohl ich ja den ganzen Tag im Internet surfen könnte und niemand würde etwas sagen, tue ich es nicht. Keine Ahnung weshalb. Vielleicht weil ich eben bewusst zum Arbeiten hingehe und mich von den anderen anstecken lasse.
  • Mindset ist anders: Wer die Möglichkeit hat, in einem Café arbeiten zu gehen, hat meist viel Freiraum bei seiner Arbeit. Das sind Menschen wie ich, die nicht so scharf zwischen Arbeit und Freizeit trennen (wie z.B. (Solo-)Unternehmer, Freiberufler, Selbstständige). Deshalb ist das Mindset ein ganz anderes und man kann gut dort arbeiten, wo man sich richtig wohl fühlt (und der Espresso Klasse ist!).
  • Anderes Gefühl: Arbeit im Büro fühlt sich nach Arbeit an. Arbeit im Café fühlt sich nach Spaß an.
  • Arbeitsweg: Die fehlende Trennung zwischen Arbeit und Freizeit kann auch ein Problem sein. Arbeitet man im Home Office – was ich auch tue -, ist es manchmal schwierig, in den Arbeitsmodus zu kommen. Gehe ich aber bewusst in ein Café, um zu arbeiten, ist das eine Art Arbeitsweg, der mich eben zur Arbeit führt. Das kann hilfreich sein.

Das braucht es, um im Café produktiv arbeiten zu können

  1. Gute Kopfhörer: Keine Frage, im Café ist es lauter als im Büro. Gibt es nur ein gewisses Grundrauschen, dann können wir das gut ausblenden. Verstehen wir aber die anderen Menschen rundherum, dann geht das nicht so einfach. Hier braucht es gute Kopfhörer. Leisten Sie sich entweder geschlossene Kopfhörer oder Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung. Dann müssen Sie Ihre Musik nicht so wahnsinnig laut stellen, was Ihnen Ihre Ohren danken werden. Ich nutze den entweder den Bose QuietComfort 20, der schön kompakt ist und erst noch die Geräusche aus der Umgebung filtert. Oder wenn ich richtig gute Musik höre greife ich zum Beoplay H7, der sich via Bluetooth mit meinem Player verbindet. Beide Kopfhörer sind nicht günstig, doch jeden Euro Wert. Beim Abspielen von Musik ist mir Qualität sehr wichtig.
  2. Optimale Musik: Nicht jede Musik eignet sich für die Arbeit. Gewisse Musik kann Sie aufpeitschen, andere wiederum sehr beruhigen. Je nach Aufgabe möchten Sie die eine oder die andere Wirkung. Hören Sie nur Musik, die Sie sehr gut kennen und damit ausblenden können. Hören Sie kein Radio und eher Musik ohne Text oder zumindest in einer Sprache, die Sie nicht perfekt verstehen (wie Deutsch). Schauen Sie sich mal den Dienst [email protected] an, der die perfekte Musik zum Arbeiten bietet. Oder nutzen Sie coffitivity.com. Hier haben Sie die Geräuschkulisse aus einem Café (kein Witz!), aber Sie verstehen keine Gespräche.
  3. Internet: Das Internet kann natülich ablenken. Wählen Sie je nach Aufgabe bewusst ein Café mit oder ohne Internet aus. Viele meiner Keynotes entstehen beispielsweise im Zug, wo ich nur via Mobiltelefon ins Internet kann. Dafür kann ich mich gut ein paar Stunden auf eine einzige Aufgabe konzentrieren. Ideal!
  4. Strom: Vergessen Sie nicht, Orte zu suchen, an denen Sie Strom haben. Oder packen Sie Ihre Tasche vorausschauend: Ich nehme das Ladegerät für mein MacBook nicht immer mit, besonders wenn ich weiss, dass ich nur einen halben Tag im Café sitze.
  5. Daten: Falls Sie zwei Computer nutzen oder nicht alle Daten auf dem Laptop haben, sollten Sie immer gut überlegen, was Sie dabei haben müssen. Ist für mich kein Problem, da ich eh fast alles auf der Dropbox habe. Natürlich können Sie sich auch bewusst ins Café zurückziehen, wenn Sie einen Bericht oder Sitzungsunterlagen lesen müssen. Dann spielen Internet, Daten und Strom keine Rolle.

Darauf sollten Sie sich achten

  • Ständig im Café zu sitzen, kann auch ins Geld gehen. Es gibt aber Cafés, in denen man nicht ständig eine volle Tasse vor sich haben muss. Sehr angenehm! Konsumieren Sie aber trotzdem alle 2-3 Stunden etwas. Schließlich nutzen Sie ja die Dienstleistung des Cafés.
  • Nutzen Sie Cafés mit kostenlosem WLAN. Gehen Sie nicht in Cafés mit (zeitlich) eingeschränktem oder langsamen Internet. Diese Zeiten sind vorbei und solche Cafés sollten Sie nicht unterstützen.
  • Arbeit im Café ist trotzdem …Arbeit. Bereiten Sie sich entsprechend vor, setzen Sie sich Ziele und …arbeiten Sie.
  • Das Café kann ein Rückzugsort sein. Sorgen Sie aber dafür, dass man Sie trotzdem erreicht. Leiten Sie Ihr Telefon auf Ihr Handy um oder nutzen Sie VOIP. Ich kann von jedem Ort mit Internet-Anschluss über meine normale Festnetz-Nummer telefonieren dank VOIP. Einzige Bedingung: Ich brauche ein gutes Headset. Wenn ich es dabei habe, führe ich auch geschäftliche Gespräche oder habe auch schon mal ein Telefoncoaching aus einem Café gemacht. Denken Sie aber daran, dass andere Menschen mithören können und nerven Sie sie nicht mit ständigen und lauten Gesprächen.

So können auch Sie den Ort wechseln

Arbeiten im Café ist großartig. Ich liebe es! Aber nicht jeder kann sich mal spontan in ein Café zurückziehen.

Doch die Grundidee können Sie übernehmen. Es geht nämlich um eine andere, stimulierende Umgebung. Probieren Sie mal das hier:

  • Setzen Sie sich ans andere Ende Ihres Schreibtisches.
  • Stehen Sie auf und nutzen Sie den niedrigen Schrank als improvisiertes Stehpult z.B. für die Lektüre oder für ein Brainstorming.
  • Ziehen Sie sich für eine oder zwei Stunden in ein leeres Sitzungszimmer zurück.
  • Arbeiten Sie eine Stunde in der Kantine – möglichst zu einer ruhigen Zeit.
  • Stehen Sie zum Telefonieren immer auf.
  • Falls Sie die Möglichkeit haben, arbeiten Sie regelmäßig im Home Office. Man muss sich zuerst daran gewöhnen, aber tut man das regelmäßig, ist man hier genau so produktiv wie im Büro.

Wechseln Sie Ihren Arbeitsort auch manchmal? Welches sind Ihre Erfahrungen?

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