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Das Konzept „Deep Work“ stammt von Cal Newport, der ein Buch darüber verfasst hat, nämlich Deep Work (auf Deutsch: Konzentriert arbeiten) (Affiliate-Links).

Dabei geht es bei diesem Konzept um weit mehr als einfach nur konzentriertes Arbeiten. Im Prinzip geht es darum, in einen Zustand zu kommen, wo ich mich um die sehr hochwertigen, schwierigen Aufgaben kümmern kann und sämtliche Unterbrechungen ausschalte. Es handelt sich dabei um Aufgaben, die sonst niemand tun kann, weil ich auf diesem Gebiet am stärksten und daher weitestgehend unersetzbar bin. Soweit die sehr stark zusammengefasste Definition des Konzeptes von Cal Newport, dessen Buch ich wirklich jedem, der am Thema interessiert ist, sehr ans Herz legen möchte. Über das Konzept sprach ich übrigens auch schon in meinem Podcast, nämlich in der Folge 191: Was „Deep Work“ wirklich bedeutet.

Diesen Inhalt gibt es übrigens auch zum Anschauen im Rahmen meiner regelmäßigen YouTube Lives – auch genannt #blatterbewegt:

Die Idee, ungestört an den wirklich wichtigen Dingen arbeiten zu können, klingt im ersten Moment für wirklich jeden erstrebenswert. Aber ist das tatsächlich so? Müssen alle Deep Work machen (können)? Auch Cal Newport hat sich diese Frage gestellt und ist dabei zum Schluss gekommen, dass dem tatsächlich nicht so ist.

Es gibt nämlich Jobs, wo die Unterbrechung notwendiger Teil der Arbeit ist. Man denke z.B. an Feuerwehrleute, Leute am Empfang, Notärzten, Leute im Support etc. Da liegt es auf der Hand, dass Unterbrechungen zum Alltag und Sinn der Arbeit gehören. 

Dasselbe gilt aber auch für Geschäftsführer oder CEOs. Cal Newport vertritt in seinem Buch die Meinung, dass CEOs kein Deep Work machen müssen. Er geht dabei sogar noch weiter und sagt: CEOs, die Deep Work machen oder machen wollen, verfehlen eigentlich ihren Job. Das ist eine starke Aussage und ich persönlich bin da nicht zu 100% mit ihm einig. Was bringt Cal Newport zu dieser Aussage?

Cal Newport meint, CEOs, die Deep Work machen, verschwenden damit das, was sie eigentlich so wertvoll macht. Ein Top-CEO hat sehr viel Erfahrung und einen unglaublich guten Instinkt für den Markt. Er bekommt ständig neue Inputs, E-Mails, Meetings, Besuche, Anrufe etc., die er sehr schnell verarbeiten und aufgrund derer er sehr schnell Entscheidungen treffen muss. Deshalb ist Deep Work für diese CEOs eigentlich der falsche Weg. 

Ich denke, Cal Newport malt hier etwas sehr schwarz-weiß. Das mag für einen gewissen Kreis an Top-CEOs gelten, doch es gibt auch sehr viele Geschäftsführer, die sehr wohl Deep Work machen (wollen/müssen), aber dann eben außerhalb der Bürozeiten. Während den normalen Bürozeiten sind sie tatsächlich in diesem Modus, wo sie unglaublich schnell hin und her wechseln. 

Es gibt halt Aufgaben, die man nicht in diesem Schnellwechsel-Modus erledigen kann. Da hat ein CEO dann zwei Möglichkeiten: Entweder er kümmert sich selbst um diese Aufgaben während einer Deep Work-Session außerhalb der Bürozeiten oder er stellt ein paar Leute für Deep Work ein und kümmert sich selbst nur für die wichtigen Entscheidungen. Letztere Möglichkeit ist nicht für alle Geschäftsführer eine echte Möglichkeit. Deshalb ist es für mich OK oder sogar wichtig, dass gerade Geschäftsführer von KMUs bewusst Deep Work-Zeiten schaffen.

Mein Fazit: Das ist ein interessanter Gedanke von Cal Newport. Man mag den teilen oder auch nicht. Seine Sichtweise ist bei CEOs der ganz großen Unternehmen und Weltkonzerne bestimmt zutreffend. Bei einem Geschäftsführer eines etwas kleineren Unternehmens muss man aber differenzieren.

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Wenn du also Geschäftsführer eines KMU bist, der die Deep Work-Zeiten selbst abdeckt, habe ich einen wichtigen Tipp für dich.

Fokuszeiten

In deinem Fall lohnt es sich, dass du dir regelmäßige Zeiten für Deep Work reservierst. Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, mir regelmäßige Fokuszeiten zu setzen. Dies empfehle ich auch bei meinen Coachings immer wieder und meine Kunden geben mir da auch durchs Band gute Rückmeldungen.

Durch die Regelmäßigkeit dieser Fokuszeiten, entsteht eine Gewohnheit, so dass du dann schon fast automatisch in den Deep Work-Modus kommst. 

Im Idealfall hast du täglich Fokuszeiten und am besten jeweils zur selben Zeit. Dies unterstützt nicht nur deine Gewohnheit, sondern sie etabliert sich auch bei deinen Mitarbeitern: Alle wissen dann z.B., dass du jeden Tag zwischen 8 Uhr und 9 Uhr ungestört arbeiten möchtest.

Ich glaube, dass jeder Unternehmer und jede Führungskraft mindestens eine Stunde Fokuszeit pro Tag verdient und sich diese auch ruhig nehmen darf – und zwar ohne schlechtes Gewissen auch tagsüber während den Bürozeiten.

Vielleicht ist es manchmal ein bisschen schwierig, diese Fokuszeit wirklich jeden Tag irgendwo unterzubringen, trotzdem rate ich, nicht so schnell aufzugeben. Denn Fokuszeiten lohnen sich auf jeden Fall.

Vor allem aber sind es Termine wie andere Termine auch. Wenn ich einen Termin mit einem Kunden habe und mir kommt etwas extrem Wichtiges dazwischen, so dass ich unter keinen Umständen den Kundentermin wahrnehmen kann, dann sage ich den ja auch nicht einfach ab, sondern gebe dem Kunden Bescheid und frage nach einem neuen Termin. 

Fokuszeiten sind verbindliche Termine mit mir selbst. Wenn mir also etwas Wichtiges dazwischen kommt, dann verschiebe ich diesen Termin und lasse ihn nicht einfach fallen.

Wie immer gilt: Gut ist, was für dich funktioniert. Ich bin sicher, dass dir Fokuszeiten einen Schub an höherer Produktivität bringen. Du glaubst mir nicht? Dann probiere es aus. :-)

ÜBER IVAN BLATTER

Ivan Blatter
Ivan Blatter

Als Produktivitätscoach führe ich dich und dein Team dazu, stressfrei zu arbeiten und mehr zu erreichen.

  • Einerseits helfe ich Unternehmern, ihr Zeit- und Selbstmanagement in den Griff zu bekommen, so dass sie erfolgreicher, mit mehr Freude und motivierter arbeiten.
  • Andererseits unterstütze ich kleine Unternehmen dabei, die Produktivität ihrer Teams zu erhöhen, damit sie mehr Zeit für die Erreichung ihre Ziele haben.

So einfach wie möglich, immer persönlich und individuell.