Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Die Serie “Mehr durch weniger” will zeigen, wie mit wenig Aufwand das Arbeitsleben vereinfacht werden kann, und man so schneller, stressfreier, produktiver und effektiver ans Ziel kommt. Meiner Meinung nach könnten wir viel mehr erreichen, wenn wir uns nicht so verzetteln würden, sondern uns auf die wichtigsten Dinge fokussieren würden. Wie das erreicht werden kann und vieles mehr, soll in dieser Serie beleuchtet werden.

Diese Woche geht es um einen ganz einfachen, aber hundertprozentig funktionierenden Mechanismus, wie man nicht nur besser, konzentrierter, effektiver und effizienter arbeiten kann, sondern auch noch seinen Stress reduzieren und die Fehlerhäufigkeit minimieren kann und sich dabei auch noch wohler fühlt. Was das für eine Wundermethode ist? Ganz einfach: Mach mal Pause!

Es gibt viele Gründe, keine und schon gar nicht jetzt eine Pause zu machen:

  • Keine Zeit: Man muss unbedingt das noch fertig machen, der Chef wartet darauf. Und überhaupt hat man so viel zu tun, dass man keine Zeit für Pausen hat.
  • Überschätzung: Manchmal denkt man, dass man ja gar keine Pause braucht, da es ja noch gut geht. Aber der Energielevel sinkt in kleinen Schritten und wenn man dann wirklich nicht mehr kann, ist es zu spät und die Regenerationszeit viel länger. Ihr tankt ja schliesslich euer Auto auch nicht erst auf, wenn der Tank leer ist, oder?
  • Sich (zu?) wichtig nehmen: Wer viel zu tun hat, wird gebraucht und ist wichtig. Wer aber Zeit für Pausen hat, hat nur zu wenig zu tun und ist folglich nicht so wichtig.
  • “Nur noch kurz”: Man ist ja gleich fertig, da will man die Arbeit nicht unterbrechen. Und man arbeitet und arbeitet und arbeitet…

Das sind alles eigentlich gute und plausible Gründe, aber entspringen einer sehr kurzfristigen Denkweise. So wird man nie eine Pause machen und plötzlich ist man so fertig, dass man sich nur noch aufs TV-Delirium am Feierabend freut.

Richtig Pause machen

Pausen macht man am besten dann, wenn man noch Reserven hat:

  1. Kurze Pausen: (Man beachte den Plural im Wort “Pause”!) Nach spätestens 45 Minuten ist eine kurze Pause (2-3 Minuten) nicht verkehrt. Kurz mal strecken, sich bewegen, etwas anderes Denken und dann weiter an die Arbeit.
  2. Kaffeepause: Nach etwa 2 bis 2.5 Stunden könnt ihr euch einen schönen Kaffee gönnen und 15-20 Minuten ausspannen.
  3. Längere Pause: Nach spätestens 4 Stunden braucht es eine richtige Pause, von mindestens 45-60 Minuten, wo man richtig abschaltet.

Ich weiss schon, was viele von euch denken: “So viele Pausen sind Zeitverschwendung und wer das wirklich so braucht, dem müsste man mal einen Tritt verpassen.” Kann sein, aber probiert es einfach mal selber aus. Ich bin überzeugt, dass ihr sehr bald einen positiven Effekt bemerkt. Raucher machen das automatisch richtig: Nach etwa einer Stunde müssen sie ihren Nikotinspeicher wieder auffüllen und machen Pause. Das ist wohl das einzige Vernünftige und Gesunde am Rauchen.

Probiert es aus und versucht, euren Rhythmus zu spüren. Die Zeiten oben sind nur ein Vorschlag, es kann sein, dass ihr weniger lange oder weniger häufig Pausen braucht. Es kann aber auch das Gegenteil eintreffen. Seid vorsichtig: Die meisten von uns tendieren dazu, die Wirkung von Pausen zu unterschätzen und sich selbst zu überschätzen. Wenn ihr aber ausprobiert, was häufigere Pausen für einen Effekt haben, dann habt ihr einen Vergleich zum Jetzt-Zustand. Danach könnt ihr immer noch entscheiden, welcher Rhythmus für euch stimmt.

Sehr wichtig ist es, nicht am PC hocken zu bleiben und einfach im Internet zu surfen. Steht auf und bewegt euch, macht aktiv Pause. Hier ein paar Vorschläge:

  • Apfel essen
  • Strecken, Dehnen, sich lockern
  • Fenster auf, hinaus schauen und tief durchatmen
  • Ein paar Schritte gehen
  • Kaffee stehend trinken
  • Ein Glas Wasser trinken
  • Augenmassage
  • An Ort hüpfen

Es gibt viele Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Einfach nicht vergessen: Nicht am PC bleiben und auch möglichst den Raum verlassen (für die längeren Pausen). Besonders für die lange Pause ist es wichtig, den Ort zu wechseln. Kommt gar nicht auf die Idee, am PC zu essen. Das ist nicht nur ungesund, sondern alles andere als erholsam. Geht in einem Pausenraum, wenn ihr nicht jeden Tag auswärts essen wollt. Im Notfall kann man vielleicht schon im Büro essen, aber verlasst es nachher, macht einen Spaziergang, geht shoppen oder einen Kaffee trinken, aber geht weg vom Computer.

Klar ist: Die Arbeit wird nicht weniger und erledigt sich leider nicht von alleine. Doch mit richtigen, guten und aktiven Pausen dazwischen steigt der Energielevel und man kann konzentrierter und effektiver arbeiten. Indem man also nur ein klein wenig weniger Zeit am Stück arbeitet, erreicht man mehr Qualität. Oder in der Kurzform: Mehr durch weniger!

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