Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Ist Nörgeln menschlich? Wahrscheinlich schon. Doch Nörgeln ist auch Aufschieben.

Wer sich beklagt, ist sich der Aufmerksamkeit sicher. Zumindest kurzfristig. Mittel- bis langfristig gibt es nur einen schlechten Ruf.

Wir beklagen uns über den Chef, den Kunden, den Arbeitsplatz, die Arbeit, die Konkurrenz, den fehlenden Service, die stockende Karriere, das Wetter, das Essen, das TV-Programm und vieles mehr.

Nur: Aussprechen und Verändern sind zwei ganz verschiedene Dinge.

Veränderung, Handeln sind immer mächtiger als Nörgeln. Nörgeln führt nur zu mehr nörgeln und zu einer schlechten Stimmung.Und schliesslich zum Aufschieben.

  • Anstatt über das TV-Programm zu nörgeln, kann ich einfach ausschalten.
  • Anstatt über die stockende Karriere zu nörgeln, kann ich aktiv werden, mich weiterbilden, mein Netzwerk ausbauen.
  • Anstatt über den Arbeitsplatz zu nörgeln, kann ich das Beste daraus machen oder einen neuen Job suchen.
  • Anstatt über den fehlenden Service zu nörgeln, kann ich den Dienstleister wechseln.
  • Anstatt über den Kunden zu nörgeln, kann ich den Auftrag sauber zu Ende bringen und danach nie mehr etwas von dem Kunden annehmen. Und wer jetzt nörgelt “ich brauche aber dieses Geld”, der soll aktiv werden und den Kundenstamm verbreitern.

Nörgeln führt selten zu Aktivität, sondern nur zu Aufschieberitis.

Was geschieht, wenn man immer nörgelt?

  • Selbsterfüllende Prophezeiung: Je mehr jemand darüber jammern, wie schlecht alles ist und wie er nie erfolgreich wird, desto mehr erfüllt sich das. Selbsterfüllende Prophezeiung eben: Man ist, was man denkt.
  • Zeitfresser: Fühlt man sich nach einer Nörgel-Session besser? Nein, im Gegenteil: Man nörgelt lange, verliert Zeit, es ändert sich nichts und am Ende fühlt man sich schlecht.
  • Negative Einstellung: Eine positive Einstellung und – wer es mag – positive Affirmationen helfen der Motivation, lassen uns positiver und erfolgreicher werden. Nörgeln ist genau das Gegenteil davon. Es entzieht unnötig Energie und – ich wiederhole mich – führt zur Aufschieberitis.
  • Andere glauben Ihnen: Je mehr Sie nörgeln, desto mehr glauben Ihnen andere. Plötzlich gelten Sie als unglücklich – Ihre Welt ist ja so schrecklich.
  • Sie gelten als Nörgler: Plötzlich sind Sie derjenige, der immer nur nörgelt. Sie werden mehr und mehr isoliert. Plötzlich finden Sie sich nur noch von anderen Nörglern umgeben. Nicht sehr attraktiv, oder?

Was kann man gegen das eigene Nörgeln tun?

Wie immer geht es zuerst darum, überhaupt zu erkennen, wie und wann man nörgelt. Dazu gibt es ein schönes Buch, dass das Bewusstsein dafür erhöht (sehr lesenswert!):
Einwandfrei: ‘A Complaint Free World’ – Wie Sie aufhören, über Gott und die Welt zu klagen und stattdessen anfangen, wirklich das Leben zu genießen – Die 21-Tage-Herausforderung

Schon nur dadurch, dass Sie sich plötzlich bewusst werden, wie häufig Sie nörgeln, werden Sie weniger nörgeln.

Dann geht es darum, sich zu fragen, was Sie anstelle des Nörgelns tun sagen oder tun könnten. Vielleicht heisst die Alternative: Einfach schweigen.

Und schliesslich könnten Sie jede Versuchung zum Nörgeln nutzen, aktiv zu werden und wirklich etwas zu verändern. Ist es Ihnen das nicht wert, dann hören Sie einfach auf zu nörgeln – sowieso die beste Lösung.

Wie wär’s wenn Sie diese neue Woche als Anti-Nörgel-Woche nutzen?

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