Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Aufschieberitis
© Depositphotos.com / raywoo

In meinen Träumen und Fantasien habe ich häufig das Gefühl, der Weg zum Erfolg ist eine gerade Linie. Oder wie in einem Kochrezept: Man nehme A und daraus ergibt sich B. Geht es Ihnen auch so?

Leider wissen wir alle, dass das nicht ganz stimmt. Ursache – Wirkung: Das ist ein Naturgesetz. Doch welche Ursache ich wählen muss, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen, ist nicht ganz einfach zu beantworten.

Wir denken zu linear, die Welt aber funktioniert da ganz anders.

Doch eines weiß ich ganz bestimmt: Werde ich nicht aktiv, passiert gar nichts.

Der beste Zeitpunkt, um aktiv zu werden, ist …jetzt.
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Das Märchen vom perfekten Zeitpunkt

Wissen Sie, wer den Perfektionismus erfunden hat? Der innere Schweinehund.

Perfektionismus kann einer der Gründe sein, weshalb wir Dinge aufschieben.

Das kennen wir alle im Kleinen: Wir warten lieber noch ein wenig ab, bis der perfekte Zeitpunkt gekommen ist.

Doch was ist schon der perfekte Zeitpunkt (oder perfekte Job, perfekte Kunde usw.)? Vermutlich nichts anderes als eine große Illusion.

Damit erhoffen wir uns, dass alles automatisch gut wird, denn der Zeitpunkt war ja perfekt. Doch weit gefehlt! Wir haben ja keine Ahnung, ob gleich nach dem perfekten Zeitpunkt nicht die schlechteste aller Phasen folgt.

Natürlich lehrt uns Kairos, dass es einen günstigen Zeitpunkt gibt. Doch auch den muss man rechtzeitig packen.

Deshalb gibt es nur einen perfekten Zeitpunkt: JETZT.

Der Mythos von der Sicherheit

Unsicherheit auszuhalten, ist nicht lustig.

Doch immer weiter daran zu arbeiten, bis wir die absolute Sicherheit haben, ist endlos.

Eigentlich ist es wie mit dem Perfektionismus: Ich plane, analysiere, überlege immer länger, immer weiter, immer mehr – aber setze gar nichts um.

Um die absolute Sicherheit zu haben, müsste ich ja die Zukunft voraussehen können. Dass das nicht geht, ist klar.

Was spricht also dagegen, mehr zu tun, mehr auszuprobieren, mehr zu experimentieren?

Planen – ja, aber mit Augenmaß. Dann lieber etwas in einem geschützten Rahmen ausprobieren (z.B. in einem Pilotprojekt), als nie zu starten.

Das Naturgesetz

Jede Ursache führt zu einer Wirkung. Soweit so gut.

Welche Ursache aber welche Wirkung zeigt oder welche Ursache ich wählen muss, um eine bestimmte Wirkung zu erreichen, ist leider nicht immer klar.

Was hingegen glasklar ist: Ohne Ursache keine Wirkung.

Tue ich gar nichts, wird auch nichts passieren. Tue ich immer dasselbe, werde ich auch dieselben Ergebnisse erhalten.

Oder mit Abraham Lincoln:

If you always do what you always did
you will always get what you always got.

Wenn ich also etwas tue, dann geschieht irgendwas. Es kann sein, dass ich dann nicht das bekomme, was ich mir erhoffte, aber vielleicht gewinne ich eine neue Einsicht oder eine neue Idee und in jedem Fall eine neue Erfahrung.

All das möchte ich lieber heute als morgen. Was muss ich also tun? Jetzt aktiv werden.

Aktivität führt zu Zufriedenheit

Tue ich nichts, muss ich die Unsicherheit einfach so aushalten. Oder ich träume vor mich hin, aber werde meine Träume nie erreichen.

Ich bin ausgeliefert und lasse geschehen, was halt so passiert.

Keine schöne Vorstellung, nicht wahr?

Werde ich jedoch aktiv (z.B. jetzt), dann kann ich damit die Unsicherheit entschärfen. Ich sammle neue Erfahrungen, ich komme einen Schritt weiter, ich gewinne neue Klarheit.

So bringt mir selbst der kleinste Schritt, den ich tue, ein besseres Gefühl. Dazu muss ich ihn nur tun.


Dieser Artikel ist kein Plädoyer für Aktivismus, Hektik und Dauer-Anstrengung. Sie wissen genau, das ich absolut nicht dafür stehe, sondern für das Gegenteil.

Ich stehe für Aktivität. Ich stehe dafür, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Ich stehe dafür, Entscheidungen selbst zu treffen und nicht treffen zu lassen.

Als das braucht nicht viel, sondern eigentlich nur eines: JETZT aktiv zu werden.

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