Heute kann ich Monika Birkner zu einem Gespräch begrüssen.

Ich kenne Monika seit vielen Jahren, bin auch Kunde von ihr und habe in ihren Programmen sehr viel lernen können. Wir haben auch schon mal ein Webinar zusammen gemacht.

Monika ist für mich eine dieser so wertvollen Stimmen, die wirklich etwas zu sagen haben, aber das ohne grosses Tamtam und sehr unaufgeregt tun. Dafür aber mit viel Tiefgang.

Für diese Folge habe ich das Zitat von Wolf Biermann „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“ gewählt, denn es passt von mir aus gesehen so gut zu Monika Birkner und ihrer Arbeit.

Was Monika Birkner genau macht, wie sie dazu gekommen ist und wie sie heute arbeitet, sagt sie dir am besten selbst.

Interview Monika Birkner

Nur wer sich ändert, bleibt sich treu

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Am besten wechselst du nach dem Interview auf die Webseite von Monika Birkner. Dort findest du alles über ihre Arbeit und viele interessante Artikel in ihrem Blog.

Das Interview mit Monika Birkner zum Nachlesen

Monika Birkner: Hallo Ivan, ich freue mich sehr, dass du mich eingeladen hast.

Ivan Blatter: Stell dich doch zu Beginn am besten selbst kurz vor.

Monika: Ich heiße Monika Birkner und bin seit 15 Jahren selbständig beziehungsweise, dieses Jahr werde ich mein fünfzehnjähriges Jubiläum haben. Und das war natürlich ein bewegter Weg, und auch vorher hatte ich schon einen bewegten Weg. Ich war ursprünglich Rechtsanwältin, das kam zustande, weil ich in der Schule in allen Fächern gleich gut war – außer in Sport – und schlicht nicht wusste, was ich damit machen sollte. Und dann dachte ich, dass ich mir mit Jura alle Türen offenhalte (lacht). Ich habe dann während der Referendarzeit gemerkt, Richter, Staatsanwalt, Behörde, das war es alles nicht, aber Rechtsanwältin, das hat mir Spaß gemacht. Es hat mir auch für ein paar Jahre viel Spaß gemacht, ich war angestellt, und dann habe ich von da aus in die Wirtschaft gewechselt, bin in verschiedenen Wirtschaftsunternehmen gewesen in verschiedenen Funktionen, Managementfunktionen, zum Schluss dann auch in der Geschäftsleitung. Und 2001 habe ich mich dann selbständig gemacht und arbeite mit Solo-Unternehmern, unterstütze Solo-Unternehmer, ihr Business neu zu denken, dass sie ihr Business neugestalten und es dann auch erfolgreich umbauen. Soweit erst einmal zur Einführung, und du wirst dann sicher weitere Fragen stellen.

Ivan: In jedem Fall. Also auch dein Weg von der Rechtsanwältin über die Wirtschaft bis hin zur Solo-Unternehmerin, da werde ich sicher noch einige Frage stellen. Aber lass uns zuerst einmal auf deine jetzige Tätigkeit blicken und auf deine Kunden. Du hast gesagt, du hilfst ihnen, das Business auch umzubauen, neu zu gestalten, vor allem auf einem systematischen Weg. Weshalb wollen deine Kunden das?

Monika: Das sind verschiedene Situationen. Es sind teilweise Kunden, die sich in einer Umbruchphase in ihrem Leben befinden, die zum Beispiel mit dem 50. Geburtstag zu tun haben kann oder dem 55. oder vielleicht sogar mit dem 60. Geburtstag. Wo sie anfangen, nochmal neu darüber nachzudenken, wie sie die nächsten Jahre gestalten wollen. Die vielleicht sogar durchaus sehr erfolgreich sind und überlegen, wie wollen sie zum Beispiel ihr Wissen anders weitergeben als bisher? Sie möchten vielleicht nicht mehr nur eins zu eins mit Kunden arbeiten. Das können geschäftliche Umbruchsituationen sein, dass Unternehmer merken, „ich bin irgendwie zu breit aufgestellt, mein Business sieht aus wie ein Bauchladen. Ich verzettle mich dabei, es ist zu viel, zu komplex, zu anstrengend, zu schwerfällig“. Wie so ein riesengroßer Tanker, den man kaum noch bewegen kann, möchte man stattdessen lieber ein kleineres Schnellboot haben. Oder es gibt andere, die sich langweilen (lacht).

Ivan: Okay!

Monika: Das habe ich auch gelegentlich, dass sie sagen, „im Grunde läuft alles ganz gut, aber ich fühle mich nicht richtig gefordert“. Das kann auch ein Beweggrund sein. Und es gibt auch viele, für die das Ganze nicht erkennbar ist. Die sagen, sie haben eine Menge gemacht, sie haben vieles, was erfolgreich ist, es gibt einiges, was nicht erfolgreich ist, aber sie haben letzten Endes eine Ansammlung von Puzzlesteinen, und sie wissen nicht, wie diese richtig zusammengehören. Und die das Bedürfnis haben, eine Linie reinzubringen, Klarheit hineinzubringen, einmal für sich selbst und dann auch nach außen, und die auch finanziell noch auf einen anderen Level kommen möchten. Dieses Thema „Tausch Zeit gegen Geld“, das kann auch durchaus noch ein wichtiges Motiv sein, dass sie sagen, „jetzt bin ich zwar erfolgreich, allerdings, wenn ich immer nur Zeit gegen Geld tausche, dann kann ich nicht weiter wachsen“. Oder sie haben dann Risiken, wenn sie beispielsweise krank werden oder wenn sie Urlaub nehmen möchten und so weiter. Insofern können die Ausgangssituationen durchaus verschieden sein, und dahinter steckt oft der Wunsch, Klarheit und System hineinzubringen, Übersicht, es einfacher zu machen. Vor allen Dingen auch, mehr Fokus hereinzubringen, so dass sie für sich selbst diesen Fokus haben und das auch nach außen hin kommunizieren können.

Ivan: Sehr spannend, Umbruchsituationen, Langeweile habe ich auch gehört, das Ganze erkennt man plötzlich nicht mehr. Oder vielleicht verliert man auch die Lust am Thema, dass man sich genommen hat, das kann durchaus auch sein.

Monika: Das kommt auch vor.

Ivan: Irgendjemand erkennt das jetzt, „okay, ich bin hier in einer Umbruchsituation, ich möchte etwas verändern“. Dann macht er sich auf den Weg. Was sind die üblichen Stolpersteine, wenn es eben darum geht, das eigene Business umzubauen? Weshalb gelingt uns das häufig nicht?

Monika: Es gibt verschiedene Stolpersteine. Der erste beginnt im Kopf, Thema „Mindset“, nämlich, dass man mit den bisherigen Augen auf das Business schaut. Und die bisherigen Augen, der bisherige Blick, der ist oft sehr von innen geprägt. Dass man sich überlegt, was will ich, was kann ich? Und der erste Schritt, zu dem ich Klienten verhelfe, ist, mit neuen Augen auf das Business zu schauen. Das ist es, was ich meine, wenn ich sage, „das Business neu zu betrachten, neu zu denken“, nämlich nicht so sehr aus der Perspektive, „ich bin Coach, Trainer, Berater oder Softwareentwickler oder was auch immer und mache dies und jenes“, sondern aus der Perspektive heraus, „weshalb gibt es dieses Business überhaupt und was bewirke ich mit diesem Business?“ Das heißt, letzten Endes aus der Perspektive des Kunden zu schauen, welche Kunden will ich damit ansprechen, was bewirke ich, und um welche Veränderungen geht es für die Kunden? Das ist dann der erste Schritt, es neu zu denken und sich darüber klarzuwerden. Und im nächsten Schritt geht es dann darum, ein Gesamtkonzept zu entwickeln auf dieser Basis, um zu sehen, welche Produkte gehören dazu, und welche Produkte lasse ich vielleicht fallen oder wandle ich um, die ich in der Vergangenheit hatte? Welches Marketing gehört dazu? Das in ein Gesamtkonzept zu bringen, und dann kommt die eigentliche Umbruch- und Umbauphase. Und auch bei dem Gesamtkonzept gibt es Hindernisse, die auch zu tun haben mit dem bisherigen Mindset, mit der bisherigen Herangehensweise, weil man selbst oft den roten Faden nicht erkennt und weil man Mühe hat, zu unterscheiden, was ist jetzt noch wichtig für die Zukunft und was ist nicht so wichtig? Und dann bei der Umbauphase, da gibt es dann auch eine Reihe von Stolpersteinen, die darin bestehen können, überhaupt Zeit dafür zu finden. Denn in der Regel ist man mit dem laufenden Geschäft bereits so ausgelastet oder mit der Kundenakquise oder was immer es ist oder mit der Umsetzung und Erfüllung von Kundenaufträgen, und dann noch die Zeit zu finden, systematisch am Business zu arbeiten, das ist schon eine Herausforderung. Und auch, es dann systematisch weiter zu verfolgen, denn es gibt Ablenkungen, es gibt Unterbrechungen, es gibt plötzlich neue Ideen. Viele meiner Klienten sind sehr kreativ und sprudeln über vor neuen Ideen. Und kaum hat man angefangen, hat man schon wieder eine neue Idee, wie es in eine ganz andere Richtung gehen kann. Und es kommen Ablenkungen von außen, durch Angebote, durch das, was man in den Social Media liest, durch Produkt Launches, wo irgendwelche tollen Sachen angeboten werden, durch Webinare, die plötzlich stattfinden, womit man sich dann beschäftigt, und im Nu ist man abgelenkt von seinem Weg. Zeit zu finden, dranzubleiben und das Ganze systematisch umzusetzen, und zwar so, dass man dabei auch Zeit spart, das sind wichtige Stolpersteine.

Ivan: Ich glaube, das ist ein ganz wesentlicher Punkt. Es mag den Fall geben, dass jemand zu dir kommt und sein Business umbauen will, weil es nicht läuft, weil er zu wenig verdient oder weil er seine Ziele nicht erreicht, auch nicht seine finanziellen Ziele, das ist das eine. Aber es gibt durchaus auch Leute, die wirklich einen Umbruch wollen. Das Geschäft brummt zwar, aber sie wollen einen Umbruch, weil sie nicht mehr damit zufrieden sind oder eben das Ganze nicht mehr erkennen und so weiter und so fort. Und vor allem für diejenigen ist es natürlich eine riesige Herausforderung neben dem üblichen Tagesgeschäft, noch das Business umzubauen. Dafür braucht man eine gewisse Ruhe, vielleicht auch eine gewisse Muße, eine Kreativität, um das überhaupt machen zu können. Ist das überhaupt möglich, neben dem normalen Tagesgeschäft das Business noch umzubauen?

Monika: Es ist eine Herausforderung, auch eine große Herausforderung. Nur, die meisten haben keine andere Alternative. Sei es aus finanziellen Gründen oder dass sie laufende Kundenaufträge haben, die wenigsten können es sich leisten, sich für drei oder sechs Monate total zurückzuziehen. Und hinzu kommt auch, dass manche Dinge einfach auch Reifungsprozesse sind. Wenn man beispielsweise an seiner Positionierung arbeitet, dass das auch ein gewisser Reifungsprozess ist, den man nicht einfach übers Knie brechen und über Nacht alles fertig machen kann. Und mir selbst ist sehr früh klar geworden, dass man sich für diese Dinge Zeit nehmen muss, dass die Zeit nicht da ist, sondern dass man sie sich nehmen muss. Als ich damals mein erstes Buch schrieb, „Kurswechsel im Beruf“, bin ich erst einmal so herangegangen, wie es viele tun: „Ich fange einfach an und schreibe jeden Tag mal ein bisschen“. Ich habe dann aber gemerkt, dass ich damit nicht richtig weiterkomme. Und richtig weitergekommen bin ich dann, als mich plötzlich ein Verlag ansprach und ich eine Deadline hatte und wusste, in drei Monaten muss es fertig sein. Dann musste ich mir einen Plan machen, wie ich es schaffe, wie viele Seiten muss ich pro Tag schreiben, und wie viel Zeit brauche ich, um das dann nochmal zu überarbeiten? Und dann ging es plötzlich, dann habe ich mir die Zeiten eingeräumt, und vorher waren sie nicht da. Und ich habe immer davon geträumt, mich doch mal drei Monate am Stück zurückziehen zu können, mich irgendwo in ein schönes Hotel zu setzen und zu schreiben, aber so ging es nicht. Und so ist das mit dem Businessumbau ganz genauso. Niemand, den ich kenne, hat die Möglichkeit, sich total zurückzuziehen, sondern es muss neben dem Geschäft laufen. Und dann ist die Frage, wie macht man es am intelligentesten und kräfteschonendsten?

Ivan: Der Vorteil deiner Dienstleistung ist, dass du deine Kunden über längere Zeit hinweg begleitest. Du machst mit ihnen nicht einfach nur ein Tagesseminar und gut ist, sondern auch du bleibst dran, du bleibst beim Kunden und unterstützt ihn auch in dieser Phase. Was natürlich den Kunden wiederum motiviert, wirklich dranzubleiben.

Monika: Und das ist erst neueren Datums. Ich habe eine Weile Tagesseminare oder Tagesworkshops mit Einzelpersonen gemacht und sie auch auf kürzeren Wegstrecken begleitet, und ich habe dann gemerkt, dass ich damit letzten Endes den Klienten keinen Gefallen tue. Es gibt einzelne, die das auch wirklich konsequent umsetzen, und viele bleiben dann eben in der Umbauphase irgendwo stecken. Und ausschlaggebend war für mich neulich nochmal, als ich Jay Abraham hörte, von ihm habe ich früher sehr viel gelernt, aber eine Weile lang hatte ich mich nicht mehr mit ihm beschäftigt, im Moment höre ich wieder viel von seinen alten oder auch neueren Sachen. Und er sagte einen Satz, der sehr nachdrücklich auf mich gewirkt hat: Man soll seinen Kunden nicht mehr verkaufen, als sie brauchen, aber man soll ihnen auch nicht weniger verkaufen, als sie brauchen. Und das war für mich so ein ganz ausschlaggebender Satz, weil ich wirklich weiß, wie hart es ist, sein Business umzubauen. Ich bin selbst auch immer mal wieder in Umbauphasen, mal mehr und mal weniger intensiv. Und ich weiß, wie hart das ist und wie schnell man herunterfallen kann von seinem Gleis und abgelenkt werden und steckenbleiben kann. Und dann ist mir klargeworden, ich tue meinen Klienten den größten Gefallen, wenn ich sie durch eine längere Wegstrecke hindurch begleite, so dass sie Gewohnheiten und Systeme entwickeln, und dass sich ein solches Momentum einstellt und wirklich Ergebnisse erzielt werden. Und selbst das Thema „Ergebnisse“ beispielsweise, mir liegt sehr daran, sehr schnelle Ergebnisse zu erzielen und die Projekte auch so zu strukturieren, dass man schnelle Fortschritte macht, schnelle Zwischenergebnisse hat, schnelle Erfolgserlebnisse hat, denn das motiviert dann wiederum, weiterzumachen.

Ivan: Das ist definitiv so, ich glaube, wir Coaches und Trainer haben auch eine Verantwortung gegenüber dem Kunden. Wir sind auch dafür da, dass der Kunde das erreicht, was er will, wenn ich die richtige Person dafür bin. Und dann wäre es auch falsch, ihm zu suggerieren, „ach komm, wir machen ein Tagesseminar, und gut ist es“, sondern man muss dann auch sagen, es ist eine längere Zeit, wo du dranbleiben musst, wo ich dich gerne begleite, was auch die Verbindlichkeit auf der Seite des Kunden erhöht. Und wenn er dann auch dranbleibt, dann kann er tatsächlich eine Veränderung umsetzen und dann auch leben. Und das ist unser Job, ihm das klipp und klar zu machen.

Monika: Und manche wissen es auch von alleine, manche kommen schon mit dieser Haltung auf mich zu. Ich habe es aber auch schon erlebt, und das war für mich eine wichtige Erkenntnis, dass ich Interessenten etwas Kürzeres angeboten habe, und die haben gesagt, „ich überlege nochmal“, sind dann zurückgekommen und haben gesagt, dass sie sich für etwas Anderes entschieden haben. Und wenn ich dann nachgefragt habe, dann war das beispielsweise ein Jahresprogramm irgendwo, und das hat mir dann auch zu denken gegeben.

Ivan: Ja, das stimmt. Häufig unterschätzen wir den Kunden ein wenig. Wir denken, wir dürfen ihm nicht zu viel zumuten, und das halte ich für den falschen Weg. Das war auch eine Erkenntnis, die ich lange nicht hatte, die ich erst jetzt seit einigen Monaten habe und pflege, aber wir dürfen auch den Kunden nicht unterschätzen, er will mit uns arbeiten und er will auch etwas von uns, und wenn es länger dauert und er sieht den Nutzen, dann ist das häufig gar nicht so ein großes Problem, wie wir meinen.

Monika: Ich finde diese Aussage toll, dem Kunden auch genug zuzumuten oder nicht zu wenig zuzumuten, ihn nicht zu unterfordern. Ich denke, man kann das sehr gut beim Sport sehen. Ich bin eine Weile sehr oft in Fitnessstudios gegangen. Ich habe gerne Kurse gemacht und habe festgestellt, dass die Kurse, bei denen die Trainer wirklich gefordert haben, am beliebtesten waren. Und diejenigen, wo es so „la la“ ging, die waren eigentlich nicht so beliebt und haben nicht so viel Freude gemacht. Wenn man gefordert wird, wenn man ein bisschen über seine Grenzen hinausgeht, nicht so viel, dass man entmutigt wird, aber so, dass man ein Stückchen über die Grenzen hinausgeht, dann tut es einfach gut, dann fühlt man sich auch wohl danach.

Ivan: Das ist so, ja. Was mich auch noch interessieren würde, wir haben jetzt häufig über Kunden, Klienten gesprochen. Deine Zielgruppe sind eigentlich Solo-Unternehmer, jetzt eine Frage, du hast vorhin Coaches, Berater, Trainer und Softwareingenieure erwähnt, ist dein Kundenfeld tatsächlich so breit gestreut oder sind das vor allem Coaches und Berater, mit denen du zusammenarbeitest?

Monika: Es ist breit gestreut, es sind verschiedenste Berater, Unternehmensberater, Personalberater, Steuerberater, Rechtsanwälte – aber Rechtsanwälte eigentlich weniger, erstaunlicherweise. Coaches sind auch eine ganze Reihe dabei, Trainer und IT-Leute auch gelegentlich, und die können durchaus sogar noch mehr werden, denn ich arbeite gerne mit IT-Leuten und auch mit Ingenieuren beispielsweise zusammen.

Ivan: Sehr schön, eine sehr breite Palette an Menschen, mit denen du zusammenarbeitest.

Monika: Und interessanterweise sind sie auch in sich selbst sehr breit, einerseits sehr kreativ und auch viele von denen durchaus auch sehr strukturiert, das ist auch eine Mischung, die ich sehr schätze.

Ivan: Strukturiert – wir haben schon mehrfach von dir das Stichwort „systematisch, System“ gehört. Du bietest eben auch einen Businessumbau mit System. Kannst du dazu etwas sagen, was meinst du mit diesem „systematischen Businessumbau“?

Monika: Verschiedenes. Zum einen diese drei Phasen, über die ich eben sprach, nämlich erst einmal das Business mit neuen Augen zu sehen. Danach das Gesamtkonzept zu entwickeln und dann diese längere Phase des Umbaus. Das ist etwas, was ich mit „System“ meine. Dann meine ich damit auch, dass während aller dieser drei Phasen das, was ich „Signature System“ nenne, eine zentrale Rolle spielt, denn darin drückt sich letzten Endes dann aus als Keimzelle, was eigentlich die Kernleistung oder der Kernprozess ist. Und daraus können sich dann verschiedene Produkte entwickeln. Und auch systematisch dann in der Phase des Umbaus, indem ich auch mitentscheiden helfe, als Sparringspartner dann mitentscheiden helfe, in welcher Reihenfolge stehen denn die Schritte an? Kürzlich hatte ich eine Klientin, die wollte unbedingt schon etwas machen, und dann haben wir darüber diskutiert und haben festgestellt, dass es in dieser Phase noch nicht besonders viel Sinn macht. In einem Jahr kann das sehr viel sinnvoller sein, wenn sie es in einem Jahr macht, und das war für sie eine große Erleichterung, dass sie sich das nun nicht auch noch aufbürden muss sondern erst einmal diese nächsten zwei, drei Schritte, die jetzt anstehen, was größere Schritte sind, jeweils Monate, in Anspruch nehmen wird. Also erst einmal diese zu tun, und dann, wenn das abgeschlossen ist, auf die nächste Stufe zu gehen und das, was sie jetzt auch schon im Kopf hat, organisch daraus wachsen zu lassen.

Ivan: Du hast das „Signature System“ erwähnt, die Kernleistung, der Kernprozess, um den sich dann alles gruppiert. Kannst du das ein wenig genauer erklären, was ist ein Signature System? Oder hast du vielleicht ein Beispiel, damit wir es uns besser vorstellen können?

Monika: Ja, das ist immer sehr schwierig zu erklären, und ich nutze diesen Begriff, weil er in den USA sehr verbreitet ist. Ich weiß nicht, wer ihn erfunden hat, aber mir ist noch kein besserer deutscher Begriff eingefallen. Er hat letzten Endes diese beiden Elemente, das eine, das System, damit meine ich, wenn ich mich an der Veränderung für den Kunden ausrichte, dann bedeutet das System, wie ich den Kunden zu dieser Veränderung führe. Also eine gewisse Abfolge von logischen Schritten. Wie ich ihn zu dieser Veränderung führe, in meinem Fall also beispielsweise durch diese drei Phasen, die ich eben genannt habe, erst neu denken und dann das Konzept entwickeln und später die Umbauphase. Und innerhalb dieser Phasen kann man das noch weiter unterteilen. Und „Signature“, das bedeutet, dass es idealerweise, zumindest längerfristig, etwas werden soll, was mit dem eigenen Namen verbunden ist. Und ein Beispiel, was ich immer nenne, ich weiß nicht, ob ich es dir wirklich nennen soll (lacht), weil es einen, sagen wir mal, Wettbewerber von dir betrifft, aber er ist auch jemand, wie ich weiß, an dem du dich auch ausrichtest oder von dem du auch etwas übernommen hast oder dich teilweise auch nach seiner Arbeit richtest: Das ist der David Allen mit seinem „Getting Things done“. Dessen Gesamtkonzept ich sehr bewundere, also jetzt gar nicht so sehr vom Thema des Zeitmanagements, das ist das eine, sondern sein Geschäftskonzept. Weil er hat alles auf dieses System, seine fünf Schritte, mit dem „Getting Things done“ ausgerichtet, und er hat darum herum so viele Produkte gruppiert, in allen möglichen Varianten, er tritt als Speaker auf, er gibt Trainings, es gibt Coachings und Online-Sachen. Man kann etwas anhören, und man kann etwas lesen, sein Buch, und dann noch Unterlagen, um seine Zeitplanung zu machen. Also ein solch breites Spektrum an Produkten, aber ohne, dass es ein Bauchladen ist, sondern es ist alles aus diesem grundlegenden Kernprozess der fünf Schritte heraus erwachsen. Und da das eben viele kennen und es deswegen auch verbreitet ist und auch so schön anschaulich ist und ich es bei kaum jemandem so schön verwirklicht finde wie bei ihm, deswegen nehme ich dieses Beispiel so gern.

Ivan: Das ist ein sehr gutes Beispiel, eben sein eigentlicher Inhalt, das „Getting Things done“ steht wie im Zentrum, so wie bei einer Mindmap. Und dann gehen von dort die ganzen verschiedenen Produkte weg, und das scheint sehr, sehr erfolgreich zu funktionieren. Und was ich eben spannend finde, der David Allen hat nicht gesagt, dass man alles im Buch nachlesen kann oder heutzutage, wo man alles im Internet nachlesen kann, wie „Getting Things done“ funktioniert. Sondern er hat genau gewusst, Moment, es gibt Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, der eine kennt „Getting Things done“, will aber wissen, wie man es in Outlook umsetzt. Und zack – hat er einen kleinen Kurs über „Getting Things done“ in Outlook gemacht. Der andere will seine besten Kunden und Kollegen inspirieren, und dann kann er einen Speaking-Gig von David Allen beispielsweise buchen. Und das ist das eigentlich Geniale, mir geht es zumindest so, häufig habe ich eine Idee oder ein Produkt, und dann ist es das, dann geht es irgendwie nicht weiter, das ist es, und von da gibt es keine Nebenprodukte oder so. Es gibt das eine Ding, und häufig hat man auch noch Angst, „wenn ich da einen Teil herausnehme und separat vermarkte, dann interessiert sich niemand mehr für das Ganze“ und so weiter und so fort. Und David Allen zeigt fast perfekt, dass das eben eine falsche Vorstellung ist und dass man auch keine Angst davor haben muss. Und „Getting Things done“, dieser Prozess, diese fünf Schritte, die sind relativ einfach, die hat man auch relativ schnell gelernt, aber daraus kann man unglaublich vieles machen, aus der Sicht von David Allen. Und das finde ich sehr bewundernswert.

Monika: Und mir ging es selbst so, ich habe immer auch Produkte entwickelt, Coaching-Programme entwickelt und bin auch des Öfteren damit in einer Sackgasse gelandet. Ich habe dann gemerkt, dass ich es zwar gemacht habe, aber wie geht es von hier aus weiter? Ich habe dann etwas Neues angefangen und das Alte nicht mehr so weiterverfolgt, wie ich es hätte weiterverfolgen können. Und insofern hat auch mein eigener Weg dazu beigetragen, zu überlegen, wie kann das Ganze anders werden, wie kann es fokussierter werden? Wie kann ich aus dem, was ich mache, mehr machen? Das hat auch etwas mit Zeitmanagement zu tun, seine Zeit so einzusetzen, dass damit Werte entstehen. Und es wird mir immer wichtiger, meine eigene Zeit so einzusetzen, dass ich damit Werte schaffe und nicht etwas, was ich heute mache und morgen ist es vergessen. Und auch eben die Klienten dabei zu unterstützen, Werte zu schaffen und einfach mehr in diese Richtung zu denken. Und letztlich auch in die Richtung zu denken, wie kann dadurch möglicherweise ein verkaufsfähiges Business entstehen?

Ivan: Ich unterstelle dir mal, dass Freiheit für dich ein großer Wert ist.

Monika: Ja!

Ivan: Das sauge ich mir nicht einfach aus den Fingern, sondern das kann man beispielsweise auf deiner Webseite nachlesen. Dort sprichst du auch vom „Freedom Business Gesamtsystem“. Und auch sonst, der Begriff „Freiheit“ kommt bei dir immer wieder vor. Welche sind aus deiner Sicht die Dimensionen von Freiheit, und wieso ist dir das so wichtig?

Monika: Ich habe viel darüber nachgedacht, Freiheit ist mir seit meiner Kindheit wichtig. Ich habe mich immer danach gesehnt, und ich denke, es ist für viele Solo-Unternehmer so. Und ich habe auch mit Freude immer wieder in deinen Podcasts gehört, dass auch du schon in deinem Intro von Freiheit für Solo-Unternehmer sprichst. Ich habe viel darüber nachgedacht, was ich eigentlich mit „Freedom Business“ meine, denn dieser Begriff, der kam zu mir irgendwann, als ich mich selbst noch einmal neu positionierte. Und ich habe ihn erst nach und nach mit Inhalt gefüllt, und letzten Endes verstehe ich heute darunter drei Dimensionen. Nämlich zum einen, die Freiheit im Business, und das bedeutet die Freiheit, man selbst zu sein, die Freiheit, sich selbst, seine Ideen zu verwirklichen und authentisch zu werden. Und auch, sich auf sich selbst zu verlassen und sich ein Stückweit auch unabhängig zu machen von dem, was man alles von außen hört. Es gibt so viele Experten, die einem sagen, „tu dies, tu das, und das tu nicht“, und man kann dadurch sehr verwirrt werden, wenn man versucht, das alles umzusetzen. Also sich selbst zu vertrauen, sich selbst zu verwirklichen, das ist die eine Dimension. Dann die Freiheit vom Business, damit meine ich die finanzielle Dimension. Dieser Spruch, den man oft hört, „tun, was Spaß macht, und das Geld kommt von alleine“ – ich habe nicht besonders häufig gesehen, dass das funktioniert. Bei mir hat es so nicht funktioniert, und bei den meisten, die ich kenne, funktioniert es ebenfalls nicht. Sondern es gilt auch, ein Business zu entwickeln und idealerweise dann auch eines, das – zumindest nicht ausschließlich – auf Zeit gegen Geld beruht, sondern das noch andere Einkommensquellen hat, das mehrere Einkommensquellen hat. Und das ist das, was ich eben ansprach mit David Allen und seinen vielen Produkten. Und die dritte Dimension, das ist die Freiheit durch das Business, nämlich, wenn man es noch weiterdenkt. Nicht nur das, was heute ist und morgen und in einem Jahr, sondern in zehn Jahren, in 20 Jahren, in 30 Jahren, je nachdem, wie alt man heute ist. Wie soll es dann weitergehen? Viele wollen natürlich gerne bis zum Ende arbeiten. Ich möchte auch bis zum Ende arbeiten, aber ich weiß nicht, ob es möglich sein wird. Ich weiß nicht, wie es gesundheitlich auf Dauer weitergeht, ich weiß nicht, ob ich es in 20 Jahren noch genauso machen möchte wie heute oder ob ich dann vielleicht etwas ganz Anderes machen möchte. Oder es muss gar nicht unbedingt mit dem Alter zu tun haben, auch Leute in einem jüngeren Alter, auch in den 40ern oder 50ern, die sagen sich vielleicht schon, „ich möchte dieses Business eigentlich nicht weiterführen, ich möchte etwas Anderes machen“. Bei einer Klientin war das kürzlich der Fall, sie hat ihr Business verkauft und ist jetzt dabei, etwas völlig Anderes zu machen, und sie ist noch jünger. Es gilt, das Business so auszurichten, dass man hinterher auch etwas zu verkaufen hat. Und das hat eben mit „Tausch Zeit gegen Geld“ zu tun, dass man, wenn man immer nur Zeit gegen Geld tauscht, nichts zu verkaufen hat. Dann wird es niemand weiterführen können, denn nur dann, wenn man es so gestaltet, dass es jemand weiterführen kann, auch wenn man selbst nicht dabei ist, kann es funktionieren. Und das sind die drei Dimensionen von Freiheit. Und jetzt dieser Tage, als ich meinen eigenen Podcast vorbereitet habe, ging mir noch eine übergeordnete Freiheit durch den Sinn, die mir auch sehr wichtig ist und die mein ganzes Leben auch immer wieder geprägt hat wie eine Art Lebensmotto: Diese Freiheit, immer wieder die Weichen neu stellen zu können. Dass nicht die Vergangenheit prägt, wie die Zukunft gestaltet wird, sondern dass man immer wieder die Möglichkeit hat, die Weichen neu zu stellen und neu zu starten, die Zukunft neu zu gestalten.

Ivan: Sehr schön, das hast du in deinem Leben bereits mehrfach erlebt. Du hast zu Beginn gesagt, dass du einen bewegten Weg hattest und eigentlich immer noch hast. Und du hast erzählt, dass du ursprünglich Rechtsanwältin warst, dann im Management und in der Geschäftsführung von internationalen Unternehmen gearbeitet hast und nunmehr seit 15 Jahren Solo-Unternehmerin bist. Das ist ein ziemlicher Bruch, aus dem Management großer Unternehmen, und plötzlich sitzt du alleine zuhause vor deinem Computer oder im Büro. Wieso kam es zu diesem großen Wechsel, und fiel dir das leicht?

Monika: Das war einerseits ein großer Bruch, und auf der anderen Seite hatte er sich lange vorbereitet. Denn ich hatte die letzten Jahre im Management Aufgaben, die mir nur bedingt Freude machten. Es gab spannende Projekte, ich hatte jedoch viele Umstrukturierungsprojekte, und „Umstrukturierung“ ist der beschönigende Name dafür, Leute zu entlassen, Sozialpläne zu verhandeln, und das im großen Stil. Und das habe ich viele Jahre gemacht. Auf Dauer fand ich das jedoch nicht befriedigend, weil ich eigentlich Menschen helfen wollte, in ihrer beruflichen Entwicklung die persönliche Erfüllung zu finden und ein persönliches Wachstum zu vollziehen. Es kam hinzu, dass ich schon viele Jahre, bevor ich mich selbständig gemacht habe, immer wieder Ausbildungen und Weiterbildungen gemacht hatte, Wochenenden auf irgendwelchen Seminaren verbracht hatte, und ich für mich nicht die Möglichkeit sah, das alles in meinen Management-Job zu integrieren. Ich hatte dort eine bestimmte Rolle und konnte über sie schwer hinauswachsen, konnte das nicht integrieren und fühlte mich zerrissen. Wenn ich auf meinen Wochenendseminaren war, traf ich dort Trainer, Coaches und Leute, die an Wachstum interessiert waren, an persönlicher Entwicklung. Im Management hatte ich dann eben meinen Sozialplan-Umstrukturierungsjob und musste eine ziemlich taffe Rolle spielen. Und irgendwie passte das immer weniger zueinander. Und dann spielte einfach der Zufall eine Rolle, dass zum Schluss das Unternehmen so umstrukturierte, dass wir als Geschäftsführung den Auftrag bekamen, das Ganze neu zu strukturieren. Wir hatten zwei Jahre Zeit, und danach wurde auch klar, und das wurde uns von vorneherein gesagt, es würde nur einer übrigbleiben, und es war auch klar, wer das war: der Vertriebsmann. Und ich dachte, „das ist die Chance für mich, das ist der Wink des Schicksals. Jetzt ist es endlich soweit, jetzt kann ich mich selbständig machen“. Und es war schwer, noch diese zwei Jahre auszuhalten. In der Tat war es dann eine große Umstellung, denn ich hatte plötzlich nicht mehr die Kollegen, ich hatte nicht mehr den Support. Ich hatte vorher eine super tolle Assistentin, die sehr professionell war und mir so viel abgenommen hat, und das alles war plötzlich nicht mehr da. Und ich wusste auch nicht richtig, wie ich rangehen sollte, ich hatte keinen richtigen Plan für mein Business. Obwohl ich dachte, ich habe mich mit Wirtschaft beschäftigt, ich kenne die Wirtschaft, ich habe mich mit Marketing beschäftigt, ich hatte viele Marketingbücher gelesen, aber ich hatte keinen richtigen Plan. Insofern war es eine riesige Umstellung.

Ivan: Das kann ich mir gut vorstellen, und vor allem hast du dich eigentlich ein Stückweit auch selbst weg-umstrukturiert, sozusagen (lacht).

Monika: Ja.

Ivan: Das finde ich auch noch spannend. Wie motivierst du dich heute? Du hast schon gesagt, du willst den Menschen helfen, ihre Berufung auch leben zu können. Ist das deine Hauptmotivation?

Monika: Es ist ein Teil der Motivation. Also generell kann ich mich sehr gut über Ziele motivieren beziehungsweise mehr noch über Visionen oder über meine Missionen, wie auch immer man das nennen mag, und gar nicht so sehr über konkrete Einzelziele. Mir liegen Solo-Unternehmer insgesamt sehr am Herzen, denn ich finde den Weg des Solo-Unternehmers einen extrem lohnenden, aber eben auch extrem herausfordernden Weg, auch einen persönlichen und teilweise auch spirituellen Wachstumsweg. Und ich weiß, dass viele eben auch auf diesem Weg zu kämpfen haben und dass dieser Weg mit vielen Herausforderungen verbunden ist. Und dass viele aufgeben oder daran denken, aufzugeben, und dass sie auch schwierige Zeiten erleben. Und meine ganz große Vision ist eben dazu beizutragen, dass dieser Weg für jeden gangbar wird. Dass es eine Systematik gibt, die jedem erlaubt, sich selbst zu entfalten, sich selbst zu entwickeln, und das auf eine Art und Weise, die auch zu guten finanziellen Ergebnissen führt und dann idealerweise sogar zu einem verkaufsfähigen Business. Für die Gesamtheit der Solo-Unternehmer oder zumindest für diejenigen, die so ticken, es sind nicht alle, etwas zu schaffen, was ihnen helfen kann. Und etwas, was über mich selbst hinauslebt, wenn ich irgendwann mein eigenes Business nicht mehr weiterführe oder weiterführen kann oder will. Und darüber hinaus sehe ich Solo-Unternehmer in einer ganz wichtigen gesellschaftlichen Funktion, ich sehe sie als Pioniere. Zum einen oftmals durch die Leistung, denn viele bieten sehr innovative Leistungen an. Und auch als Pioniere durch die Lebensform, die sie gewählt haben, und ich sehe mit großer Freude, dass es heute schon viel selbstverständlicher ist, sich zu ihnen zu bekennen. Früher, als ich anfing, da war es eher noch so, dass Solo-Unternehmer etwas war, „der hat es nicht zum richtigen Unternehmer geschafft“, eine Art verkleinerte Form. Und heute ist es schon etwas Eigenständiges, worauf sich die Leute auch stolz berufen. Und das ist eine Gruppe, der sich auch immer mehr Coaches, Berater und so weiter annehmen und sie unterstützen. Insofern sehe ich Solo-Unternehmer als eine wichtige gesellschaftliche Kraft, durch den Weg, den sie gehen, und durch die Leistung, die sie erbringen. Und auch durch neue Formen, mit denen sie experimentieren, beispielsweise, wie sie sich untereinander austauschen, wie sie sich gegenseitig unterstützen. Wir haben beide vor einiger Zeit an diesem Inspirations-Barcamp teilgenommen, und ich hatte auch an einem Barcamp mit Mike Pfingsten teilgenommen, dem Podcaster-Barcamp, und diese Formen von Austausch und des Teilens von Wissen und Erfahrung, das ist etwas, was Solo-Unternehmer brauchen, und was sie – nicht alle natürlich, aber auch da auf jeden Fall die Pioniere – praktizieren. Und wenn sich das weiter ausdehnt, dann ist es auch etwas, was ganz starke positive gesellschaftliche Auswirkungen haben kann.

Ivan: Sehr schön, ja, daraus beziehst du also deine Motivation, auch aus dieser Zusammenarbeit. Was löst denn bei dir Stress aus, und wie gehst du damit um?

Monika: Es gibt eine ganz große Quelle von Stress, das ist zu viel, zu kleinteilig und in zu kurzer Zeit.

Ivan: Sehr schön (lacht)!

Monika: Ich bin gut, es macht mir viel Freude, strategisch etwas zu tun, etwas vorzubereiten, auch mit Klienten zu arbeiten, aber diese vielen kleinen Schritte, die dabei oft erforderlich sind, die machen es manchmal schwierig. Das sind Dinge, wo ich mir wirklich bewusstmachen muss, dass sie zum großen Ziel beitragen, es sind aber Dinge, bei denen das nicht immer unbedingt auf den ersten Blick offensichtlich ist, die teilweise etwas mit Technik zu tun haben, obwohl ich dazu mittlerweile ein ganz gutes Verhältnis gewonnen habe, aber die teilweise einfach mühselig sind und kleinteilig. Und wenn es auch noch viele davon sind, dann macht mir das Stress.

Ivan: Und wie erholst du dich, wo suchst du dir deinen Ausgleich?

Monika: Ich habe seit etwa drei Monaten ein neues Hobby, und zwar ist das Schlagzeug spielen beziehungsweise, von „spielen“ kann noch keine Rede sein, ich nehme Unterricht und übe (lacht). Und das ist so ein tolles Hobby, denn ich muss mich dabei sehr konzentrieren, überlegen und koordinieren, welche Hand ist dran, welcher Stock schlägt wohin und in welchem Rhythmus? Und da denke ich an nichts Anderes mehr, und danach bin ich super erholt, nachdem ich eine Stunde lang geübt habe. Ich habe jetzt auch die Möglichkeit, den Raum zu nutzen, dort hinzugehen, denn in einer Mietwohnung geht das ein bisschen schlecht. Da kann man bestimmte Grundübungen machen, aber so richtig loslegen, das geht nicht. Oder auch bei sportlichen Aktivitäten, da mache ich auch gerne Sachen, die mit Aerobic, mit tanzen und so weiter zu tun haben, wo es auch um Koordination geht, um unterschiedliche Bewegungen, wo ich einfach „bei mir“ sein muss und der Kopf sich dann befreit von all diesen anderen Dingen, die mit dem Business zu tun haben.

Ivan: Beim Schlagzeugspielen hast du auch noch den sportlichen Aspekt mit dabei.

Monika: Oh ja! Ich selbst bin noch nicht so weit, aber ich habe kürzlich gelesen, dass für die Profis solche Schlagzeug-Solos wirklich sportliche Leistungen sind. Dass die Herzfrequenz dadurch beansprucht wird und es vergleichbar ist mit Fußballspielen oder war es irgendeine andere Sportart, die da erwähnt wurde.

Ivan: Mein Patenkind hat letztes Jahr auch ein Schlagzeug geschenkt bekommen. Er wird dieses Jahr im April sieben, also letztes Jahr war er sechs, und da war er noch ein bisschen klein für das Schlagzeugspielen, aber er wollte das unbedingt. Er hat sich hingesetzt, hatte noch keine einzige Stunde Unterricht, und es klang schon nach einem Rhythmus, das war ganz, ganz faszinierend. Dann kam seine Schwester dran, die ist anderthalb Jahre älter, die wollte auch. Aber das war gar nichts. Er hat offenbar ein gewisses Talent. Und dann kam der Pate, das war ich, und ich habe dann gemerkt, wie schwierig das ist, eben von der ganzen Koordination her, man hat vielleicht schon einen Rhythmus im Kopf, aber wenn man selbst am Schlagzeug sitzt und schlagen muss, dann ist das doch ziemlich beanspruchend.

Monika: Oh ja!

Ivan: Das hätte ich völlig unterschätzt. Ich habe schon gewusst, ich kann mich nicht an ein Schlagzeug setzen und irgendetwas produzieren, aber dass es so schwierig ist, das habe ich unterschätzt (lacht).

Monika: Oh ja, das ist es. Und es macht unheimlich viel Spaß.

Ivan: Das kann ich mir vorstellen. Ja, liebe Monika, zum Abschluss unseres Gesprächs habe ich noch eine Frage, und zwar, hast du ein Lebensmotto, und falls ja, magst du es verraten?

Monika: Ich habe es vorhin schon eingeflochten, im Grunde habe ich zwei. Das eine: „Never give up“, ich weiß nicht, wie es zu mir gekommen ist, aber ich habe es mein Leben lang schon gehabt. Und das andere ist diese Freiheit, immer wieder neu anfangen zu können. Dass die Vergangenheit nicht automatisch die Zukunft voraussagt, sondern dass man immer wieder die Freiheit hat, sich neu auszurichten, neu anzufangen, neue Wege zu gehen. Und das in Verbindung mit „never give up“, das kann auf der einen Seite wie ein Widerspruch aussehen, aber es passt trotzdem für mich zusammen.

Ivan: Sehr schön, wunderbar. Liebe Monika, ganz herzlichen Dank, dass du dir Zeit für dieses Gespräch genommen hast.

Monika: Ich bedanke mich ganz herzlich bei dir, Ivan, denn ich finde deine Arbeit ganz große Klasse, und auch deinen Podcasts höre ich gerne zu. Ich freue mich, dass ich nun selbst mit dabei sein durfte und hoffe, dass sich die Zuhörer das eine oder andere daraus mitnehmen können.

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