Die meisten von uns haben keine Probleme, neue Ideen zu finden.

Aber die meisten von uns haben Mühe, diese neuen Ideen dann tatsächlich einmal in die Wirklichkeit umzusetzen.

Das hat mehrere Gründe. Richtig blöd ist aber, wenn wir zwar eine geniale Idee haben, sie danach mit der Zeit vergessen.

Damit dir das nicht passiert, gibt es die Ideenliste.

Ursprünglich habe ich diese Idee (sic!) bei „Getting Things Done“ (GTD) kennengelernt.

David Allen empfiehlt ja den Kontext „Irgendwann/Vielleicht“ (Someday/Maybe). Hier gehören alle Ideen hin.

Jede Woche (wichtig!) schaut man auf diese Liste und prüft, ob man nicht etwas davon umsetzen möchte.

Das ist aber nur die eine Funktion der Ideenliste: Dafür sorgen, dass wir keine Idee vergessen.

Es gibt noch weitere Vorteile, weshalb sich eine Ideenliste lohnt. Hier sind fünf davon.

Ideenliste
© Ivan Blatter

Fünf Gründe, eine Ideenliste zu führen

1. Einige Ideen sind doch nicht so genial, wie ich meine.

Wenn mir etwas Neues einfällt, bin ich immer gleich begeistert davon.

Doch Hand aufs Herz: Kommen dir einige deiner Ideen nicht auch manchmal etwas sehr banal vor, wenn du ein paar Mal darüber geschlafen hast?

Mir geht es ab und zu so. Ideen müssen auch reifen können. Einige verfaulen dann:

  • Vielleicht ist die Idee doch nicht so gut.
  • Vielleicht realisiere ich, dass mir doch die Leidenschaft dafür etwas fehlt.
  • Vielleicht führt mich die Realisierung der Idee in eine Richtung, in die ich gar nicht will.
  • Vielleicht passt sie eben doch nicht so gut zu mir oder zu meinem Zielpublikum.

Das realisiere ich aber erst mit der Zeit. Deshalb ist es eine gute Idee, einfach mal ein wenig zu warten, um zu erkennen, ob es sich lohnt, die Idee weiterzuverfolgen.

Damit die Idee aber nicht verloren geht, schreibe ich sie auf meine Ideenliste.

2. Ich kann Ideen schneller umsetzen.

Eine gewisse Reifungszeit tut den meisten Ideen gut. Trotzdem sollten wir unbedingt dafür sorgen, dass wir neue Ideen schnell umsetzen.

Das heißt:

  • Beachte das 72-Stunden-Gesetz und durchdenke jede Idee kurz.
  • Sorge dafür, dass du deine Ideen regelmäßig zu Gesicht bekommst, damit du dich entscheiden kannst, eine Idee umzusetzen.

Die Ideenliste garantiert nicht nur, dass ich keine Ideen vergesse, sondern eben auch, dass die Chance auf eine Realisierung steigt.

Schließlich habe ich mich mit der Idee schon schriftlich beschäftigt und kann jede Woche überlegen, ob ich sie umsetzen möchte.

Eine gewisse Reifungszeit tut den meisten Ideen gut.
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3. Was außerhalb meines Kopfes ist, ist greifbar.

…auch wenn es nur digital notiert ist.

Unscharfe, große oder schwammige Aufgaben sind gefundenes Fressen für den inneren Schweinehund. Wir schieben gerne Dinge auf, die irgendwie da, aber doch nicht konkret sind.

Schon nur dadurch, dass wir Ideen notieren, werden sie greifbar und damit konkreter.

Das alleine kann die Chance steigern, dass wir sie jemals umsetzen.

Ist eine Idee notiert, können wir auch immer wieder daran weiter basteln.

  • Vielleicht fällt uns irgendwann etwas ein, das zur Idee passt.
  • Vielleicht machen wir mal in einer freien Minute ein Brainstorming dazu.
  • Vielleicht finden wir einen Link, einen Artikel oder ein PDF, das wunderbar zu unserer Idee passt.

All das können wir sehr einfach bei der Idee festhalten.

Wenn wir dann die Idee mal angehen, können wir sie sehr schnell in eine Aufgabe umwandeln.

Schon nur dadurch, dass wir Ideen notieren, werden sie greifbar und damit konkreter.
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4. Ideen können ablenken.

Ich habe also eine Idee, die mir gefällt, für die ich auch nach einer gewissen Reifungszeit noch begeistert bin und in der ich viele Chancen sehe.

Trotzdem habe ich aber noch ein paar andere Projekte am Laufen, die vielleicht auch als geniale Ideen gestartet sind. Und dann gibt es noch das Tagesgeschäft.

Ideen können also auch von der Realität wegbringen! Hier müssen wir aufpassen, dass wir uns ganz klar fokussieren.

Eigentlich sollten wir eine Fokusliste haben, wo unsere Top 5-Projekte aufgeführt sind und eine Liste mit allen anderen Projekten und Ideen.

So wissen wir genau, wo unser Fokus liegt oder liegen sollte.

Bin ich von einer Idee begeistert, die noch nicht auf meiner Top 5-Liste ist, motiviert mich das, die Top 5 schneller zu erledigen, damit ich Platz für die neue Idee habe.

Ideen können auch von der Realität wegbringen!
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5. Die Ideenliste hilft beim Entscheiden.

Fokussieren heißt, sich zu entscheiden. Entscheiden für ein paar Dinge und damit auch gegen ein paar andere Dinge.

Eine gute Entscheidung braucht eine gute Grundlage. Findet der Entscheidungsprozess ausschließlich im Kopf statt – also ohne eine Ideenliste vor sich -, dann lasse ich mich durch Emotionen, Lust/Unlust oder die Tagesform treiben.

Das ist definitiv nicht die beste Grundlage für eine geschäftsrelevante Entscheidung.

Viel besser ist, wenn ich die Optionen physisch vor mir sehe. Genau dazu dient die Ideenliste.

Ich sehe, was ich alles tun könnte und kann dann konkret die Ideen gegeneinander abwägen.

Hier ist dann auch der Platz für die Emotionen und die Intuition. Doch sollten wir nicht nur aus dem hohlen Bauch entscheiden.


Falls du noch keine Ideenliste hast, dann fang heute damit an. Die Ideenliste kannst du als spezielle Kategorie auf deiner Aufgabenliste führen (z.B. “Ideen” oder “Irgendwann”) oder ganz formlos in deiner Textverarbeitung, auf einem Notizzettel oder in deinem Notizprogramm (OneNote, Evernote, Apple Notizen etc.). Hauptsache du hast eine Ideenliste, auf die du auch regelmäßig schaust.

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