Ideen umsetzen: So werden Sie wirklich aktiv

Ideen umsetzen
© Depositphotos.com / alphaspirit

Letzten Samstag war ich in einem Seminar von Hermann Scherer, einem der Top-Speaker im deutschsprachigen Raum. Am Abend hatte ich eine riesige MindMap mit vielen Ideen, Einsichten und To-dos.

Nun fällt es mir recht leicht, neue Ideen umzusetzen. Ich kann mir die Zeit dafür freischaufeln und wenn die Anfangsmotivation hoch genug ist, kann ich Dinge sehr schnell umsetzen.

Doch nicht allen geht es so. Vielleicht haben Sie ja ein ganzes Füllhorn guter Ideen, aber kommt da zu wenig ins Handeln.

Hier gebe ich Ihnen fünf Tipps, wie Sie Ihre Ideen besser umsetzen können.

1. Werden Sie konkret.

Schwammig formulierte und (zu) große Aufgaben lassen den inneren Schweinehund aufjubeln.

Was wir nicht so richtig um- oder erfassen können, schieben wir gerne auf. Wir wissen ja auch nicht so genau, was wir zu tun haben. Ein schönes Beispiel:

Alle paar Monate führen meine Frau und ich einen Aufschieberitis-Tag durch. Dann erledigen wir eben die Dinge, die wir seit Wochen und Monaten aufschieben. Einmal nahm ich mir (auch) vor, den Schrank mit meiner Fotoausrüstung aufzuräumen. Diese Aufgabe habe ich Monate vor mich hergeschoben. Ich habe die Zeit gestoppt, wie lange ich dann schlussendlich dafür brauchte. Es waren nur …20 Minuten! Für mich war diese Aufgabe immer riesig und endlos – einfach weil ich nie überlegte, was ich genau zu tun haben.

Wenn Sie also eine neue Idee haben, dann überlegen Sie sich sofort, was die ersten paar Schritte sind. Schreiben Sie die unbedingt zusammen mit der Idee auf.

Sie müssen da nicht in die Tiefe gehen und schon gar keine Planung vornehmen. Häufig reicht schon der erste, notwendige Schritt aus, um die Idee konkreter werden zu lassen.

2. Handeln Sie schnell.

Das 72-Stunden-Gesetz besagt:

Gehen wir eine neue Aufgabe oder ein neues Projekt nicht innerhalb von 72 Stunden an, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass wir es jemals angehen, auf unter 5%.

Damit Ihnen das nicht passiert, sollten Sie bei jeder neuen Idee sofort ein kurzes Brainstorming machen. Sie müssen gar nichts beginnen oder erledigen, sondern das Ganze einfach kurz durchdenken.

Dieser Tipp geht natürlich Hand-in-Hand mit dem ersten Tipp.

Wie schnell setzen Sie Ihre Ideen um?
Diesen Satz twittern...

3. Schaufeln Sie sich Zeit dafür frei.

Von Google ist bekannt, dass ihre Mitarbeiter 20 Prozent ihrer Zeit in Projekte stecken sollen, die außerhalb ihrer Hauptarbeit sind: Ideen, coole Projekte usw.

Bekannte Dienste wie Gmail oder AdSense entstanden übrigens so.

Nutzen Sie dieses Konzept und halten Sie sich jede Woche Zeit für Ihre Ideen frei. Das muss ja nicht gleich ein ganzer Tag sein, aber so 1-2 Stunden sollten Sie auch finden.

Diese Zeit müssen Sie sich aber erkämpfen und dann verteidigen. Versuchen Sie, effizienter zu arbeiten, eliminieren Sie Zeitfresser und optimieren Sie Ihr Zeitmanagement. Dann liegen locker 1-2 Stunden oder mehr drin.

Welche Ihrer Ideen setzen Sie nie um, weil Sie Ihre Zeit für Unwichtiges verschleudern?
Diesen Satz twittern...

4. Stellen Sie sich das Endergebnis vor.

Damit sich Ideen auch irgendwann einmal in der Realität zeigen, müssen Sie mal das Traum- oder Luftschloss-Stadium verlassen.

Stellen Sie sich also vor, wie das Endergebnis aussehen wird. Malen Sie es sich aus – so konkret wie möglich. Schaffen Sie sich ein inneres Bild.

Ich beginne bei neuen Ideen, die ich umsetzen will, übrigens immer am Ende. So erstelle ich z.B. als erstes die Webseite dazu – einfach, damit das Ganze so konkret wie möglich wird.

Passen Sie aber auf, dass Sie sich hier nicht verlieren. Dieser Tipp hat nur den Zweck, die Idee zu konkretisieren und aus den Wolken auf den Boden zu holen. So steigt nämlich die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung.

5. Vergessen Sie Ihre Ideen nicht.

Wir haben eine geniale Idee und denken, die ist so genial, dass wir sie sicher nicht vergessen werden.

Tja, und dann nur ein paar Stunden später wissen wir noch, dass wir eine geniale Idee hatten, aber nicht mehr, was für eine Idee das war…

Ganz schön blöd, aber so geht es uns doch allen.

Deshalb: Neue Ideen gehören sofort aufgeschrieben. Sorgen Sie dafür, dass Sie immer in der Lage sind, rasch etwas zu notieren.

Wie viele Ideen haben Sie heute vergessen, nur weil Sie sie nicht sofort aufgeschrieben haben?
Diesen Satz twittern...

Doch das genügt nicht. Wenn die Idee dann irgendwo in unserem Notizbuch oder im Computer versteckt liegt, haben wir genauso nichts davon.

Gewöhnen Sie sich also an, regelmäßig (d.h. wöchentlich!) durch Ihre Ideen zu gehen und zu überlegen, ob Sie eine davon angehen wollen.


Wird mit diesen 5 Tipps alles gut? Natürlich nicht. Aber sie sind ein guter Startpunkt, aktiv zu werden und Ideen umzusetzen.

Probieren Sie sie aus. Nützt’s nichts, dann können Sie immer noch weitersuchen.

Ähnliche Beiträge

Ivan Blatter

Über Ivan Blatter

Ich bin Personal Trainer für neues Zeitmanagement und zeige meinen Kunden, wie sie ihre Produktivität verdoppeln und mehr erreichen, ohne sich dabei auszulaugen.

Ich helfe einerseits Solopreneuren und Unternehmern, ihr persönliches Zeitmanagement zu verbessern, so dass sie ihr volles Potential umsetzen können für ein erfolgreiches Business mit mehr Freude und Motivation. Andererseits unterstütze ich Unternehmen dabei, die Produktivität ihrer Teams zu erhöhen und so die Ziele schneller zu erreichen.

So einfach wie möglich, immer persönlich und individuell.

3 Gedanken zu “Ideen umsetzen: So werden Sie wirklich aktiv”

  1. Ideen notiere ich immer direkt in meinen Task Manager. Egal wann und wie sie mir kommen…

    Die meisten Programme zum Taskmanagement haben zur Schnelleingabe einen Keyboard-Shortcut. So kann man ohne die eigentliche Arbeit zu unterbrechen, schnell Ideen und Aufgaben festhalten.

    Sie sind auch ein Fan eines Wochenrückblickes, lieber Herr Blatter, den ich diesbezüglich nur empfehlen kann.

    Während dieses Weekly Reviews schaue ich mir unter anderem alle Tasks an und ich stolpere somit immer wieder über unerledigten Aufgaben und aufgeschobene Ideen. Irgendwann, wenn es der Zeitplan zulässt, gehe ich an die Umsetzung.

    Mit diesem Konzept geht nichts verloren.

    Jetzt braucht es nur noch Ihre Ideen gegen die Aufschieberitis :)

    • Das geht mir genauso. Ideen landen – ganz GTD-klassich – im Eingangskorb und dort arbeite ich sie zeitnah ab.

      Spätestens beim Wochenrückblick sehe ich sie wieder und kann sie allenfalls konkretisieren.

      Danke für Ihren Kommentar!

  2. Sehr gute Zusammenfassung, die ins Handeln kommen lässt. Das Erfassen von Ideen erfolgt bei mir auch immer in Evernote (meistens per DoNote) und einmal wöchentlich wird in bester GTD-Manier der Eingangskorb geleert. Doch danach landen sie zu oft in einem Ideen-Notizbuch und dort schlummern sie auf alle Ewigkeit. Die 72h-Regel und die wöchentliche festgelegte Zeit (Aufgabe) werde ich einmal ausprobieren. Im Wochenreview fehlt die Zeit und die Muße dafür.

    Vielen Dank für den Tipp!
    Viele Grüße
    Torsten

Kommentare sind geschlossen.