Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Noch im alten Jahr las ich einen inspirierenden Artikel von Florian Rustler über den Ideen-Marathon. Der Ideen-Marathon geht auf den Japaner Takeo Higuchi zurück, der dieses System in den 1980er-Jahren entwickelt hat.

Das System funktioniert. So ist die Idee zu blatternetPREMIUM am 28. Januar 2011 im Ideen-Marathon entstanden. Lesen Sie in diesem Artikel, wie das System funktioniert und wie ich es umgesetzt habe.

Was ist der Ideen-Marathon?

Zunächst möchte ich Ihnen die Grundidee des Ideen-Marathons nach Takeo Higuchi aufzeigen. Eigentlich sagt der Name bereits alles: Es geht darum, laufend neue Ideen zu produzieren. Gesucht wird also nicht der geniale Geistesblitz, sondern ein System, mit dem ich täglich neue Ideen produzieren kann.

Die Idee ist einfach: Jeden Tag notiere ich mir mindestens eine gute Idee. Das kann einen beliebigen Bereich im Leben betreffen. Hauptsache eine neue Idee pro Tag.

Das ist schon die ganze Zauberei hinter dem Ideen-Marathon. Takeo Higuchi hat mit diesem System selbst schon fast 400 Notizbücher gefüllt und über 300’000 Ideen produziert. Faszinierend!

Was sind die Regeln?

Die Grundidee ist einfach. Um noch mehr aus dem Ideen-Marathon zu holen, gilt es, 7 einfache Regeln zu beachten:

  1. Pro Tag muss mindestens eine neue Idee entwickelt werden.
  2. Jede Idee wird so kurz wie möglich aufgeschrieben, beispielsweise in ein eigenes Notizbuch oder in eine Datenbank.
  3. Es muss die Möglichkeit bestehen, zu jeder Zeit eine Idee aufzuschreiben (GTD lässt grüssen!).
  4. Die Ideen lassen sich verdoppeln, indem Sie darüber mit Freunden, Familie oder Kollegen sprechen.
  5. Nutzen Sie immer dasselbe Schema. Takeo Higuchi schlägt folgendes Schema vor: Fortlaufende Nummer, Idee, Kategorie der Idee (privat, geschäftlich usw.).
  6. Arbeiten Sie mit der Idee und fügen Sie weitere Notizen hinzu.
  7. Jeden Tag eine gute Idee: Arbeiten Sie täglich an Ihrem Ideen-Marathon.

Das ist alles. Es ist tatsächlich so einfach, wie es klingt. Wichtigste Regel: Jeden Tag mindestens eine neue Idee. Die Regeln helfen, mit den Ideen dann auch tatsächlich zu arbeiten.

Wie setze ich den Ideen-Marathon um?

Nachdem ich den Sinn aller Regeln verstanden habe, habe ich das System – wie immer – auf mich und meine Bedürfnisse angepasst. Einige Dinge habe ich übernommen, andere nicht.

Um immer Zugriff auf meine Ideen zu haben, arbeite ich nicht mit einem Notizbuch, sondern mit einer Datenbank, auf die ich auch mit meinem iPad – das fast immer bei mir ist – Zugriff habe.

In der Regel suche ich bewusst nach neuen Ideen. Selten küsst mich die Muse einfach so. Falls doch, bin ich dank GTD sowieso jederzeit in der Lage, einen Geistesblitz zu notieren. Den übertrage ich dann später in meine Ideendatenbank.

In meiner Ideendatenbank habe ich ein einfaches Formular erstellt mit folgenden Angaben:

  • Erstellungsdatum
  • Titel der Idee
  • Beschreibung
  • 3 Auswahlfelder: Weiterverfolgen, Nicht weiterverfolgen, Erledigt

Zu den 3 Auswahlfeldern hat mich die Umsetzung von Florian Rustler inspiriert.

Sie sehen, worauf dieser Aufbau abzielt: Ich gehe regelmässig durch die Liste und überlege mir, welche Ideen ich weiterverfolgen will oder nicht. Weiterverfolgen heisst: Ich mache daraus ein Projekt oder übertrage sie auf meine „Irgendwann“-Liste.

Bis hierher kann man die Ideen auch einfach auf einer Liste verwalten. Ich habe mich aber für eine Datenbank entschieden, da ich damit sehr einfach Abfragen machen kann. So habe ich im Moment vier Abfragen definiert:

  • Letzte 30 Tage: Hier kann ich die Ideen aus den letzten 30 Tagen sehen. Einmal im Monat gehe ich nämlich durch die letzten Ideen und überlege, was ich damit tun will.
  • Weiterverfolgen: Hier sehe ich diejenigen Ideen, die ich umsetzen möchte.
  • Nicht weiterverfolgen: Das sind nette Ideen, die ich aber nicht umsetzen kann oder will.
  • Noch offen: Eine Idee ist dann noch offen, wenn ich mich noch nicht entschieden habe, ob ich sie umsetzen will oder nicht.

Mit diesen Abfragen stelle ich sicher, dass ich mit meinen Ideen auch arbeite. Eine reine Auflistung bringt nämlich herzlich wenig, wenn dann nicht mit den Ideen tatsächlich gearbeitet wird.

Sie sehen: Der Ideen-Marathon ist so einfach wie bestechend. Die Muse küsst nur dann, wenn man sie zu einem romantischen Diner einlädt. :-) Will heissen: Geistesblitze mögen zwar ab und zu auftauchen, aber sicher nicht regelmässig. Ich muss mir bewusst Zeit nehmen, um Ideen zu entwickeln. Genau das erlaubt mit der Ideen-Marathon.

Zieht man den Grundgedanken auch durch (jeden Tag mindestens eine Idee), wird der Ideen-Marathon zu einer guten Gewohnheit und nach kurzer Zeit hat man eine Fülle an Ideen, die einen weiterbringen können.

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