Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Mein Tipp zum neuen Jahr: Geben Sie auf!

Das neue Jahr ist noch jung. Vielleicht sind Sie noch dabei, all die guten Artikel zu lesen, die einem auch dieses Jahr wieder erklären, wie man Ziele setzt, wie Sie ein paar Kilo abnehmen und was Sie 2014 alles anders machen sollten.

Keine Angst, das hier ist keiner davon. Sondern ich rate Ihnen nur eines: Geben Sie auf!

Was? Der Blatter spricht doch immer von Durchhalten und kleinen Schritten statt heroischen Aktionen. Und jetzt kommt er und rät zum Aufgeben?

Jawohl, das tue ich. Ich meine aber “Aufgeben” im Sinne von Ballast abwerfen, Entscheidungen treffen, “Nein” sagen und Platz für Neues schaffen.

Ich habe in den letzten zwei Wochen nicht nur Urlaub gemacht, sondern auch einiges aufgeräumt, weggegeben und weggeworfen. Ich habe Ballast abgebaut. So habe ich

  • meinen Kleiderschrank aufgeräumt und einige Kleider in die Kleidersammlung gegeben;
  • mein Büro umgestellt und viele Dinge entsorgt;
  • alte Gerätschaften, die ich nicht mal mehr auf eBay los wurde, entsorgt;
  • all meine Notizen durchgesehen und die veralteten gelöscht;
  • …und vieles mehr.

Ein Freund aus dem Fotoclub, der so ziemlich alles besitzt, was Knöpflein hat und mit Strom funktioniert, hat sich mal beklagt. Obwohl alle immer leicht neidisch auf ihn blicken – den er hat wirklich alles -, ist das für ihn auch eine Belastung. Schließlich muss all das gewartet, unterhalten, gepflegt, ersetzt, repariert oder verkauft werden. Er sprach deshalb auch von Ballast. Seine momentane Aufgabe sah er darin, diesen Ballast abzubauen.

Ich kann ihn gut verstehen. Dinge, die wir toll finden, werden mit der Zeit zur Normalität und irgendwann zum Ballast.

Dinge, die wir toll finden, werden mit der Zeit zur Normalität und irgendwann zum Ballast.
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Meine Frau und ich veranstalten auch deshalb etwa einmal im Jahr einen Aufschieberitis-Tag. An diesem Tag erledigen wir all die Dinge, für die wir sonst keine Zeit haben. Pardon… für die wir uns sonst keine Zeit nehmen wollen. Die beiden Klassiker, die wir praktisch jedes Jahr dann erledigen, sind: Keller aufräumen und alte Gerätschaften bei eBay einstellen.

Und jedes Mal denke ich mir:

Mein Gott, wieso kaufst Du Dir immer so viele Dinge, die Du dann doch wieder verkaufst? Das zeigt doch, dass Du die gar nicht brauchst…

Jahresbeginn: Ballast abwerfen

Der Beginn des neuen Jahres ist immer eine sehr gute Gelegenheit, Altes loszuwerden und Ballast abzuwerfen. Nehmen Sie sich die Zeit und überlegen Sie sich folgende Dinge:

  1. Welche Abonnements können Sie künden? Denken Sie nicht nur an Zeitschriften und Zeitungen, sondern auch an all die verschiedenen Online-Dienste, die Sie abonniert haben.
  2. Welche Commitments können oder wollen Sie nicht mehr erfüllen?
  3. Welche Dinge können und wollen Sie weggeben, verschenken, verkaufen oder entsorgen?
  4. Welche Programme auf Ihrer Festplatte können Sie deinstallieren?
  5. Welche Dateien können Sie löschen?

Wenn Sie es wirklich wissen wollen, dann gehen Sie durch Ihre Wohnung oder Ihr Büro:

  1. Nehmen Sie sich jede Woche einen Raum vor.
  2. Öffnen Sie jede Schublade und jeden Schrank in diesem Raum und räumen Sie gründlich auf.

Und wenn Sie schon dabei sind: Erstellen Sie eine Not-To-Do-Liste: Was wollen Sie ab sofort nicht mehr tun. Mehr darüber und ein paar Beispiele finden Sie hier: Die Not-To-Do-Liste: Was tun Sie bewusst nicht mehr?

Ballast abwerfen heißt, Entscheidungen zu treffen.

“Entscheiden” ist eine Kernkompetenz im Anti-Zeitmanagement. Entscheidungen werden so oder so getroffen: Wenn nicht bewusst von Ihnen selbst, dann entweder von Ihren Launen oder von anderen Leuten. Beides wollen Sie aber nicht, oder?

Ballast abwerfen heißt, Entscheidungen zu treffen.
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Um Ballast abzuwerfen, müssen Sie sich entscheiden:

  • Was wollen Sie überhaupt (noch)?
  • Was wollen Sie nicht (mehr)?

Mit jeder Entscheidungen sagen Sie “Ja” zu etwas und gleichzeitig “Nein” zu ganz vielen anderen Dingen. Es genügt nicht, sich einfach zu entscheiden, sondern entscheidend (sic!) ist, auch “Nein” sagen zu können.

Ohne diese beiden Fähigkeiten wird es Ihnen nicht gelingen, Ballast abzuwerfen. Entscheiden Sie sich deshalb jetzt, diesen Prozess zu gehen und Platz für Neues zu schaffen.

P.S.: Die Minimalismus-Bewegung mag etwas weit gehen, aber deren Argumente haben eben schon was. Hier erklärt Leo Babauta, dass alles seine Kosten hat: The true cost of stuff

Bildnachweis: © Depositphotos.com / ericmilos

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