Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Gallup hat vor wenigen Tagen den Engagement Index 2011 veröffentlicht. Dieser Index misst, welche emotionale Bindung Angestellte aufweisen. Eine sehr spannende Studie, die besonders die Sicht der Arbeitgeber aufzeigt. Die emotionale Mitarbeiterbindung hat nämlich direkte Auswirkungen auf die Fehltage, die Fluktuation, die Loyalität, die Innovationskraft oder generell auf die Volkswirtschaft.

Die Sichtweise des Arbeitgebers ist sehr spannend. Diese Seite haben andere bereits sehr gut zusammengefasst.

Mich interessiert natürlich auch die andere Seite, nämlich die Seite der Arbeitnehmer und was das Ganze mit dem Commitment zu tun hat (immerhin eines der Basisprinzipien des Anti-Zeitmanagements).

Die Studie stellt fest, dass bereits 23% der Arbeitnehmer innerlich gekündigt haben. Das ist fast jeder Vierte! In den Worten des Anti-Zeitmanagements: Hier fehlt die Selbstverpflichtung (das Commitment) und damit eines der beiden Basisprinzipien.

Commitment für Angestellte?

Ich höre ab und zu in Seminaren:

Für Sie als Selbstständiger sind ein starkes Commitment und langfrisitge Ziele schon wichtig. Für mich als Angesteller braucht es das doch gar nicht.

Ich finde schon! Sonst ist die Gefahr gross, sich plötzlich in diesem Viertel wiederzufinden, die bereits innerlich gekündigt haben. Natürlich hat es nicht dieselbe Bedeutung wie für einen Unternehmer oder eine Führungskraft. Doch wir verbringen alle sehr viel Zeit mit unserer Arbeit und allem, was damit zusammenhängt (Arbeitsweg etc.). Dann macht es doch das Leben leichter und schöner, wenn man eine emotionale Bindung dazu hat und gerne tut, was man da tut.

Die Gallup-Studie zeigt weiter auf: 63% der Arbeitnehmer machen nur noch Dienst nach Vorschrift. Fast zwei Drittel!

Gleichzeitig – und das darf man nicht aus den Augen verlieren – sind 92% zufrieden mit ihrem Job.

Ich kann mir das gut vorstellen. Man kann ja einen Job haben, der in Ordnung ist, ohne sich emotional binden zu müssen. Nicht jeder muss sich in der Arbeit verwirklichen oder eine Berufung dazu verspüren. Vielen Menschen genügt es völlig, wenn die Arbeit die Freizeit finanziert.

Problematisch wird es aber dann, wenn der Job viel verlangt – und welcher Job tut das heutzutage nicht. Wenn hohe Ansprüche gestellt werden. Wenn auch das persönliche Engagement verlangt ist. Hier fällt einfach alles viel leichter, wenn man sich dazu verpflichten kann (auch emotional).

Eine Übung

Ich bin ein großer Anhänger eines starken Commitments. Ein starkes Commitment kann die Warum-Kraft entfalten, die Sie morgens aus dem Bett zieht.

Vielleicht ist es Zeit, mal auf die eigenen Commitments zu schauen.

Nehmen Sie sich doch am Wochenende diese Zeit und überlegen Sie sich, was Sie im Leben wirklich erreichen wollen. Oder schreiben Sie eine Liste mit 100(!) Gründen, weshalb Sie das tun, was Sie tun.

So eine Liste haben Sie nicht in ein paar Minuten erledigt, doch löst sie einen Prozess aus, der viele Dinge klären kann.

Meine Liste hängt übrigens direkt neben dem Computer in meiner Motivationsecke, so dass ich immer wieder darauf blicken kann und mein Commitment noch stärker verankern kann.

Was denken Sie darüber? Finden Sie eine emotionale Bindung an Ihren Job wichtig?

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