Fitness und Gesundheit für Solo-Unternehmer: Meine Erfahrungen

Peer Wandiger ruft in seinem Blog zu einer Blogparade auf. Das Thema: Fitness und Gesundheit für Selbständige im Netz. (Was eine Blogparade ist, erkläre ich am Ende des Artikels.)

Da ja eigentlich Zeitmanagement vielmehr Energiemanagement ist, habe ich mir schon viele Gedanken dazu gemacht und auch schon einiges ausprobiert.

Hier deshalb meine Antworten auf die Fragen von Peer Wandiger.


Fitness und Gesundheit für Solo-Unternehmer: Meine Erfahrungen
© Depositphotos.com/Michele Piacquadio

Gleich vorneweg: Dieser ernste Herr da rechts bin nicht ich. :-) Mein Körperideal liegt ohnehin näher bei Roger Federer als bei Arnold Schwarzenegger.

Doch lassen Sie uns zu den Fragen von Peer Wandiger und meinen Antworten gehen.


Welche Erfahrungen habt ihr bzgl. eurer Gesundheit während eurer Selbständigkeit gesammelt und wie hat sich das auf eure Arbeit ausgewirkt?

Als ich noch angestellt war, war die Trennung Arbeit-Freizeit glasklar. Das ist jetzt natürlich vorbei.

Wenn Leute mit viel Freiraum nicht arbeiten, haben sie häufig so ein kleines Stimmlein im Hinterkopf, das sagt: “Du könntest doch noch dieses oder jenes tun.” Diese Stimme kenne ich gut.

Die Gefahr ist dann groß, dass man die übergeordneten oder grundlegenden Dinge vernachlässigt. Dazu gehören auch die Themen Fitness und Gesundheit.

Deshalb habe ich von Beginn an darauf geachtet, mich auch darum zu kümmern. Ich habe diese Themen fest in meinem Alltag eingebaut, damit sie nicht vergessen gehen können.

Wie? Natürlich über Gewohnheiten und Routinen.


Wie hat sich euer Gesundheitszustand, euer Gewicht und allgemein eure Fitness seit der Gründung verändert?

Immer mehr verbessert. Nach der Gründung hatte ich immer einen Nebenjob, der mir die grundlegenden Ausgaben deckte. Erst seit diesem Jahr bin ich zu 100% Solo-Unternehmer.

In der Zeit mit dem Nebenjob nahm mein Business immer mehr Raum und (Frei-)Zeit ein, so dass die Themen Fitness und Gesundheit in den Hintergrund gerieten.

Ich versuchte zwar, Bewegung in den Alltag einzubauen, doch trotzdem war das zu wenig.

Deshalb erkläre ich das Jahr 2012 zu meinem “Jahr der Gesundheit und Fitness”. Das war einer meiner Schwerpunkte.

So habe ich begonnen, Sport zu machen (täglich) und meine Ernährung wieder umzustellen. Die Folge: Obwohl nie wirklich dick, habe ich doch 10 Kilo abgenommen und gleichzeitig Muskeln aufbauen können.

Das Fazit: Ich habe mich noch nie so fit, gesund, energiegeladen und wohl gefühlt wie jetzt.


Welche Maßnahmen habt ihr ergriffen, um eure Fitness wieder auf Vordermann zu bringen und eure Gesundheit zu verbessern?
  1. Ich habe dem Thema eine hohe Priorität eingeräumt.
  2. Ich habe meine Ernährung umgestellt (angelehnt an Metabolic Balance).
  3. Ich habe mich vom Glaubenssatz “Jedes Essen muss eine Offenbarung sein” verabschiedet und den Satz “Essen soll mich stärken und mir das geben, was ich brauche” gelernt. Die Folge: Meine Mahlzeiten sind zwar weniger spannend, viel einfacher, aber gesund und geben mir so richtig viel Power. Ausnahme: Am Samstag darf ich essen, was und wie viel ich will. Halte ich mich immer daran? Mitnichten. Aber die Tendenz ist so.
  4. Ich habe einen Sport gesucht, der mir gefällt.
  5. Ich habe viel über Fitness gelesen und versucht, ein optimales Programm zu finden. Optimal heißt: Möglich wenig Zeitaufwand und möglichst großer Nutzen. Geholfen hat mir das Buch “Der 4-Stunden-Körper” von Timothy Ferriss, dessen Empfehlungen ich umsetze. – Klicken Sie auf diesen Link und kaufen etwas ein, bekomme ich von Amazon eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis nicht.
  6. Nur was ich messe, kann ich verändern. Ich halte täglich fest, wie viel ich wiege, wie viele Schritte ich tue, wie lange ich schlafe und wie meine Stimmung ist. Ich zeichne jedes Sporttraining auf (welche Übungen mit welchen Gewichten, wie lange Ausdauertraining bei wie hohem Puls usw.). Ja, ich bin ein Datenfreak. :-)
  7. Meine Gesundheitsziele bestehen nicht aus Ergebniszielen sondern aus Handlungszielen. Mehr zu dieser Unterscheidung gibt’s hier: “So setzen Sie sich einen guten Zielemix.”
  8. Ich habe Gewohnheiten und Routinen installiert, so dass ich nichts ins Grübeln komme. Für mich als maßlosen Menschen heißt das: Jeden Tag Sport. Und zwar als Teil meines Morgenrituals, d.h. ich bin morgens um 6.30 Uhr im Sportstudio. Ich würde gerne noch früher, aber mein Studio macht erst um 6.30 Uhr auf.
  9. Das Thema „Gesundheit und Fitness“ ist eine Lebenseinstellung und kein Programm, das ich bei Bedarf abspule. Will heißen: Ich suche auch im Alltag die Bewegung. So boykottiere ich häufig den Fahrstuhl oder gehe grundsätzlich jede Strecke zu Fuß, die ich in weniger als 30 Minuten zu Fuß bewältigen kann.

Klingt super, nicht wahr? Bin ich ein Supermann? Nein, überhaupt nicht. Auch ein Produktivitätstrainer kennt den inneren Schweinehund und isst gerne Schnitzel mit Pommes. Und wie!

Es geht hier auch nicht um Perfektion, sondern alles, was ich hier schreibe ist mein Ideal, das ich häufig einhalte, aber eben nicht immer. Für mich ist entscheidend, was ich schon schrieb: Ich habe mich noch nie so fit, gesund, energiegeladen und wohl gefühlt wie jetzt.

Und sagen Sie jetzt bloß nicht: „Der Blatter hat gut reden, der kann sich ja seine Zeit frei einteilen.“ Ich habe mit diesen Maßnahmen begonnen, als mein Business so richtig Fahrt aufnahm und ich gleichzeitig noch einen „Nebenjob“ mit 70% hatte.


Welche praktischen Tipps könnt ihr für eine bessere Fitness geben und was macht ihr genau?

Ich glaube, entscheidend ist die Maßnahme 9 bei der letzten Frage. Es genügt nicht, das beste Fitnessstudio zu suchen und dieses dann 2–3x pro Woche aufzusuchen, aber gleichzeitig keinen Schritt zu viel zu gehen oder auch für ein oder zwei Stockwerke den Fahrstuhl zu nutzen. Das passt dann überhaupt nicht.

Wer sich nicht fit fühlt oder ungesund lebt, sollte zuerst seine Glaubenssätze und seine Einstellung gegenüber sich selbst und seiner Gesundheit gegenüber überprüfen.

Dann sollte man sich wirklich den Sport und die Ernährung suchen, die zu einem passt. Ein Beispiel: Ich kann zwar schwimmen, aber mache es sehr ungern. Auch wenn Schwimmen ein wunderbarer Sport ist – gelenkschonend und den ganzen Körper beanspruchend -, würde es überhaupt nichts bringen, wenn ich mich täglich ins Schwimmbad schmeisse. Da wäre der Misserfolg vorprogrammiert.

Was ist überhaupt eine Blogparade?

Bei einer Blogparade ruf ein Blogger Kolleginnen und Kollegen dazu auf, innerhalb eines definierten Zeitraum über ein bestimmtes Thema zu schreiben. In diesem Fall war das Peer Wandiger, der am Schluss auch noch alle Beiträge kurz zusammenfassen wird. Die Blogparade läuft bis am 31. August.

Bei der Gelegenheit: Wie schaffen Sie es, sich um Ihre Fitness und Gesundheit zu kümmern?

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Ivan Blatter

Über Ivan Blatter

Ich bin Personal Trainer für neues Zeitmanagement und zeige meinen Kunden, wie sie ihre Produktivität verdoppeln und mehr erreichen, ohne sich dabei auszulaugen.

Ich helfe einerseits Solopreneuren und Unternehmern, ihr persönliches Zeitmanagement zu verbessern, so dass sie ihr volles Potential umsetzen können für ein erfolgreiches Business mit mehr Freude und Motivation. Andererseits unterstütze ich Unternehmen dabei, die Produktivität ihrer Teams zu erhöhen und so die Ziele schneller zu erreichen.

So einfach wie möglich, immer persönlich und individuell.

9 Gedanken zu “Fitness und Gesundheit für Solo-Unternehmer: Meine Erfahrungen”

  1. Hallo Ivan,

    Interessanter Artikel. Ich bin als Grafikdesignerin selbstständig und versuche seit Ende letzten Jahres mein Leben in Punkto sportlicher Aktivität und Ernährung neu zu definieren. Hier auch ein Gruß an Steve von Fit im Leben, welcher mir auch mit seinem Blog und Beiträgen sehr unterstützt hat. Ich arbeite von zu Hause aus und möchte nach Möglichkeit nicht in einem Studio trainieren, sondern zu Hause. Das klappt erstaunlich gut und auch in Sachen Ernährung konnte ich einige Erkenntnisse erlernen. Daher ist Sport für mich jetzt tägliches Pflichtprogramm geworden, auch wenn nur meine 20 Minuten Workouts sind ;)

  2. Ah sorry aber ich glaube irgendwas haut hier mit den html tags in dem cms nicht so hin wie es soll ;) bitte korrigieren bzw löschen. Vielen Dank :P

  3. Hallo Herr Blatter, ich bin heute zufällig über diesen Artikel gestolpert den ich sehr interessant fand. Vor allem Punkt 8 würde ich für mich auch gerne umsetzen und zwar in Form von Qi Gong (6 Uhr aufstehen und dann 20-30 Min. Qi Gong). Heute stehe ich von MO-FR jeweils um 6.35h auf und gehe 1 Stunde später auf den Zug (Frühstück inkl.). Leider ist die halbe Stunde früher am Morgen aufstehen für mich eine „mental“ (zu) hohe Hürde. Wie ist es bei Ihnen? Sind Sie ein Frühaufsteher oder haben Sie sich zu einem „entwickelt“. Haben Sie Tipps, wie ich diese 30 Min. am Morgen früher aufstehen kann? Mit besten Grüssen aus Zürich und frohe Festtage, Armin Eyer

    • Ich bin „von Natur aus“ ein Morgenmensch, deshalb fällt mir das frühe Aufstehen leicht. Heute wollte ich eigentlich ausschlafen, aber war trotzdem schon um 5 Uhr hellwach…

      Ich rate Ihnen, Schritt für Schritt früher aufzustehen: In den ersten paar Tagen (oder sogar in der ersten Woche) um 6:30h, dann um 6:25h usw.

      Das klappt aber nur, wenn Sie auch früher ins Bett gehen, sonst sammeln Sie sich ein Schlafdefizit an. Hier wiederum hilft ein Abendritual, das schnurstracks und ohne Grübeln ins Bett führt.

      Wenn Sie dann noch einen starken Grund für das frühere Aufstehen haben (also ein starkes Commitment), dann geht das fast von alleine! :-)

      • Hallo Ivan (wir sind ja jetzt beim „Du“, was mir überaus gut gefällt ;o). Vielen Dank für Deine Tipps. Ich werde dieses schrittweise früher Aufstehen mal versuchen. Tönt für mich ziemlich logisch und ich frag mich, warum ich nicht selber darauf gekommen…. Also nochmals besten Dank und mit herzlichen Grüssen, Armin

        • Tja, ich sage meinen Kunden immer: Ihr wisst schon genug über Zeitmanagement. Mein Job ist es, dafür zu sorgen, dass ihr euer Wissen umsetzt.

          Insofern ist es völlig normal, wenn einem so viele so logisch und „einfach“ vorkommen. :-)

  4. Fitness und Gesundheit sind glaube ich für Solopreneure noch viel wichtiger als für die meisten Angestellten. Denn wenn der Solopreneur nicht kann, dann liegt die Firma flach.

    Allerdings leichter gesagt als getan, denn manchmal belibt selbst bei optimaler Organisation einfach keine Zeit für das Fitnesstraining.

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