Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Sommerzeit ist auch Ferienzeit. Nur blöd, dass wir manchmal nach den Ferien nicht wirklich erholt im Büro wieder ankommen. Was läuft da schief und wie kann man dies verhindert?

Der Gummibandeffekt

Diesen Effekt habe ich bei Jochen Mai auf der Karrierebibel kennen gelernt [Link funktioniert leider nicht mehr; IB]. Was ist dieser Effekt?

Nun, ganz einfach: Was machen wir, bevor wir in den Urlaub fahren?

Genau: Wir geben noch einmal so richtig Gas und versuchen, alles zu erledigen, was noch erledigt werden muss. Vor dem Urlaub heisst: Eine richtig stressige Woche. Und dann muss noch gepackt werden.

Dann, kaum angekommen im Urlaubsparadies, lassen wir von einer Sekunde auf die andere komplett los und fahren sofort herunter. Die Folge: Kopfschmerzen, eine Erkältung zum Ferienbeginn oder sogar eine kleine Depression. In den USA heisst dieses Phänomen Holiday Blues, bei uns Entlastungsdepression.

Die stressige Woche vor dem Urlaub stehen wir nur durch, weil unser Körper uns mit einem Hormoncocktail durchhalten lässt. Die Kehrseite: Dieser Cocktail und der Stress schwächen das Immunsystem. Kaum im Urlaub, bricht dann unser Körper und Geist schier zusammen.

Jetzt wissen Sie auch, weshalb der Holiday Blues auch Gummibandeffekt heisst: Vor den Ferien (über)spannen wir das Gummiband, am ersten Ferientag lassen wir sofort los. Autsch!

So verhindern Sie den Gummibandeffekt

Frühzeitig planen

Bekanntlich bin ich kein Freund von zu genauen Wochen- und Tagesplänen. Die Ausnahme bestätigt die Regel: Vor dem Urlaub kann es sich lohnen, die letzte und vielleicht vorletzte Woche genau durchzuplanen.

Teilen Sie sich Ihre Arbeit so ein, dass Sie sie gut erledigen können und nicht am letzten Arbeitstag noch Überstunden machen müssen. Diese Planung kann durchaus detailliert sein. Listen Sie am besten auf, was Sie vor dem Urlaub unbedingt erledigen müssen. Dann die Aufgaben, die Sie im Idealfall auch schaffen sollten. Und dann die Aufgaben, die bis nach dem Urlaub warten können.

Die Aufgaben der ersten Kategorien (Muss-Aufgaben) planen Sie genau ein. Die Aufgaben der zweiten Kategorien (Wäre-gut-Aufgaben) würde ich nur locker planen. Und die dritte Kategorie (Wäre-nett-Aufgaben) planen Sie gar nicht.

Planen Sie unbedingt auch die “Kleinigkeiten” vor jedem Urlaub ein, da die sich summieren und dann schlussendlich doch recht viel Zeit kosten:

  • Instruieren Sie rechtzeitig Ihre Stellvertretung.
  • Vergessen Sie die Abwesenheitsnotiz nicht.
  • Besprechen Sie Ihren Anrufbeantworter.
  • Organisieren Sie den Empfang Ihrer Post.
  • …und viele weitere kleine Dinge wie: Wer giesst eigentlich die Blumen im Büro? Hat jeder, der einen Schlüssel zu  meinem Büro haben muss, einen Schlüssel? Und vieles mehr.

Machen Sie Pause

Was für den normalen Arbeitsalltag gilt, gilt für stressige Zeiten umso mehr: Machen Sie vernünftige Pausen. Lieber mehrere kleine Unterbrüche als eine lange Pause.

Nutzen Sie auch die Mittagspause als Pause. Verlassen Sie Ihren Arbeitsplatz und schalten Sie ab. Ein Sandwich vor dem Computer ist keine Pause!

Je mehr Stress, desto wichtiger sind die Pausen. Klingt paradox, ist es aber nicht: Jede gute Pause gibt Ihnen neue Power, um Ihre Aufgaben schneller, effizienter, genauer, mit weniger Fehlern, zielgerichtetet – kurz: besser – zu erledigen. Die Pausenzeit holen Sie so locker wieder herein.

Langsam bremsen

Wenn Sie mit Ihrem Wagen in die Garage fahren, fahren Sie ja auch nicht mit 50 km/h hinein und machen eine Vollbremsung. Sondern Sie bremsen langsam ab.

Genauso sollten wir auch im Urlaub keine Vollbremsung vollziehen, sondern langsam abbremsen. Verschlafen Sie nicht die ersten beiden Urlaubstage, sondern schlafen Sie vielleicht eine Stunde länger als sonst. Verbringen Sie die ersten Tage auch nicht ausschliesslich auf dem Liegestuhl oder an der Strandbar, sondern bewegen Sie sich etwas und essen Sie etwas Leichtes. Geniessen Sie den Tag, nehmen Sie’s gemütlich, aber lassen Sie sich nicht komplett fallen.

Energieaufbau

Versuchen Sie, im Urlaub Ihre Batterien bewusst aufzuladen. Entspannung heisst nicht, überhaupt nichts zu tun, sondern etwas anderes zu tun. So erholen Sie sich viel besser. Geniessen Sie ruhig Ihren Urlaub, machen Sie Dinge, die Sie sonst nicht tun können, und erholen Sie sich bewusst.

Bauen Sie Ihr Schlafdefizit ab, geniessen Sie leichtes, lokales Essen. Bewegen Sie sich und nehmen Sie sich so richtig Zeit für Ihre Familie oder Ihre/n Partner/in, ein gutes Buch und überhaupt für die schönen Dinge im Leben.

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