Energie tanken, ohne Gummibandeffekt – So geniessen Sie Ihren Urlaub

Sommerzeit ist auch Ferienzeit. Nur blöd, dass wir manchmal nach den Ferien nicht wirklich erholt im Büro wieder ankommen. Was läuft da schief und wie kann man dies verhindert?

Der Gummibandeffekt

Diesen Effekt habe ich bei Jochen Mai auf der Karrierebibel kennen gelernt [Link funktioniert leider nicht mehr; IB]. Was ist dieser Effekt?

Nun, ganz einfach: Was machen wir, bevor wir in den Urlaub fahren?

Genau: Wir geben noch einmal so richtig Gas und versuchen, alles zu erledigen, was noch erledigt werden muss. Vor dem Urlaub heisst: Eine richtig stressige Woche. Und dann muss noch gepackt werden.

Dann, kaum angekommen im Urlaubsparadies, lassen wir von einer Sekunde auf die andere komplett los und fahren sofort herunter. Die Folge: Kopfschmerzen, eine Erkältung zum Ferienbeginn oder sogar eine kleine Depression. In den USA heisst dieses Phänomen Holiday Blues, bei uns Entlastungsdepression.

Die stressige Woche vor dem Urlaub stehen wir nur durch, weil unser Körper uns mit einem Hormoncocktail durchhalten lässt. Die Kehrseite: Dieser Cocktail und der Stress schwächen das Immunsystem. Kaum im Urlaub, bricht dann unser Körper und Geist schier zusammen.

Jetzt wissen Sie auch, weshalb der Holiday Blues auch Gummibandeffekt heisst: Vor den Ferien (über)spannen wir das Gummiband, am ersten Ferientag lassen wir sofort los. Autsch!

So verhindern Sie den Gummibandeffekt

Frühzeitig planen

Bekanntlich bin ich kein Freund von zu genauen Wochen- und Tagesplänen. Die Ausnahme bestätigt die Regel: Vor dem Urlaub kann es sich lohnen, die letzte und vielleicht vorletzte Woche genau durchzuplanen.

Teilen Sie sich Ihre Arbeit so ein, dass Sie sie gut erledigen können und nicht am letzten Arbeitstag noch Überstunden machen müssen. Diese Planung kann durchaus detailliert sein. Listen Sie am besten auf, was Sie vor dem Urlaub unbedingt erledigen müssen. Dann die Aufgaben, die Sie im Idealfall auch schaffen sollten. Und dann die Aufgaben, die bis nach dem Urlaub warten können.

Die Aufgaben der ersten Kategorien (Muss-Aufgaben) planen Sie genau ein. Die Aufgaben der zweiten Kategorien (Wäre-gut-Aufgaben) würde ich nur locker planen. Und die dritte Kategorie (Wäre-nett-Aufgaben) planen Sie gar nicht.

Planen Sie unbedingt auch die „Kleinigkeiten“ vor jedem Urlaub ein, da die sich summieren und dann schlussendlich doch recht viel Zeit kosten:

  • Instruieren Sie rechtzeitig Ihre Stellvertretung.
  • Vergessen Sie die Abwesenheitsnotiz nicht.
  • Besprechen Sie Ihren Anrufbeantworter.
  • Organisieren Sie den Empfang Ihrer Post.
  • …und viele weitere kleine Dinge wie: Wer giesst eigentlich die Blumen im Büro? Hat jeder, der einen Schlüssel zu  meinem Büro haben muss, einen Schlüssel? Und vieles mehr.

Machen Sie Pause

Was für den normalen Arbeitsalltag gilt, gilt für stressige Zeiten umso mehr: Machen Sie vernünftige Pausen. Lieber mehrere kleine Unterbrüche als eine lange Pause.

Nutzen Sie auch die Mittagspause als Pause. Verlassen Sie Ihren Arbeitsplatz und schalten Sie ab. Ein Sandwich vor dem Computer ist keine Pause!

Je mehr Stress, desto wichtiger sind die Pausen. Klingt paradox, ist es aber nicht: Jede gute Pause gibt Ihnen neue Power, um Ihre Aufgaben schneller, effizienter, genauer, mit weniger Fehlern, zielgerichtetet – kurz: besser – zu erledigen. Die Pausenzeit holen Sie so locker wieder herein.

Langsam bremsen

Wenn Sie mit Ihrem Wagen in die Garage fahren, fahren Sie ja auch nicht mit 50 km/h hinein und machen eine Vollbremsung. Sondern Sie bremsen langsam ab.

Genauso sollten wir auch im Urlaub keine Vollbremsung vollziehen, sondern langsam abbremsen. Verschlafen Sie nicht die ersten beiden Urlaubstage, sondern schlafen Sie vielleicht eine Stunde länger als sonst. Verbringen Sie die ersten Tage auch nicht ausschliesslich auf dem Liegestuhl oder an der Strandbar, sondern bewegen Sie sich etwas und essen Sie etwas Leichtes. Geniessen Sie den Tag, nehmen Sie’s gemütlich, aber lassen Sie sich nicht komplett fallen.

Energieaufbau

Versuchen Sie, im Urlaub Ihre Batterien bewusst aufzuladen. Entspannung heisst nicht, überhaupt nichts zu tun, sondern etwas anderes zu tun. So erholen Sie sich viel besser. Geniessen Sie ruhig Ihren Urlaub, machen Sie Dinge, die Sie sonst nicht tun können, und erholen Sie sich bewusst.

Bauen Sie Ihr Schlafdefizit ab, geniessen Sie leichtes, lokales Essen. Bewegen Sie sich und nehmen Sie sich so richtig Zeit für Ihre Familie oder Ihre/n Partner/in, ein gutes Buch und überhaupt für die schönen Dinge im Leben.

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Ivan Blatter

Über Ivan Blatter

Ich bin Personal Trainer für neues Zeitmanagement und zeige meinen Kunden, wie sie ihre Produktivität verdoppeln und mehr erreichen, ohne sich dabei auszulaugen.

Ich helfe einerseits Solopreneuren und Unternehmern, ihr persönliches Zeitmanagement zu verbessern, so dass sie ihr volles Potential umsetzen können für ein erfolgreiches Business mit mehr Freude und Motivation. Andererseits unterstütze ich Unternehmen dabei, die Produktivität ihrer Teams zu erhöhen und so die Ziele schneller zu erreichen.

So einfach wie möglich, immer persönlich und individuell.

7 Gedanken zu “Energie tanken, ohne Gummibandeffekt – So geniessen Sie Ihren Urlaub”

  1. Ein schöner Artikel, der im Detail noch einmal erklärt, wie man den eigenen Arbeitsplatz „urlaubssicher“ macht. Gleiches gilt in meinen Augen auch für zu Hause – auch Wohnung/Haus wollen auf Abreise und Rückkehr vorbereitet werden.

    Und jetzt? Jetzt hab ich auch Lust auf Urlaub. ;)

    Liebe Grüße, Tanja

    PS: Warst du nicht selbst eben weg? Gummiband gespürt oder nicht?

    • Danke für Deinen Kommentar!

      Ja, ich war in der Tat weg. Alle Artikel seit dem 11. Juni waren vorbereitet. Wieso? Wegen den Facebook-Einbrechern.

      Ich habe kein Gummiband gespürt. :-) Auch wenn ich viele Dinge vorbereiten musste, ist es mir gelungen, meine Zeit gut einzuteilen. Schliesslich gebe ich ja nur solche Tipps, die ich selbst ausprobiert habe.

      • Freut mich, dass Du eine erholsame Zeit verbracht hast. Urlaubsankündigungen per Facebook sind tatsächlich mehr als ungünstig, auch versicherungstechnisch. Wohl das einzige, was mir einen Gummiband-Schnalzer verpassen könnte – für den Holiday Blues bin ich ansonsten nicht anfällig. Mag auch daran liegen, dass ich wie von Rolf empfohlen sehr gute Kollegen habe, die problemlos die Stellung halten können.

  2. Schöne Tipps für mittelfristige und kurzfristige Vorbereitungen!

    Ein Weg, der auch nützlich ist: eine „echte“ Stellvertretung nicht nur „instruieren“, sondern im normalen Alltag aufbauen und sich kontinuierlich auch mal gegenseitig entlasten. Dann wird der Urlaub kein Krisenfall, sondern nur eine Variante des Normalfalls, über den man sich nicht sonderlich den Kopf zerbricht. Üblich ist allerdings der „nominelle“ Stellvertreter, der nur auf dem Papier steht, aber in der Praxis lieber betet, dass der „Ernstfall“ nie eintreten möge…

    Gruß
    Rolf

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