Energie- statt Zeitmanagement

Das klassische Zeitmanagement versucht, immer mehr in immer weniger Zeit zu erreichen. Im Zeitalter der Kopfarbeiter greift dies aber zu kurz. Langsam findet ein Umschwung statt: Zeitmanagement heisst je länger je mehr Energiemanagement.

Produktivität und Produktivitätssteigerung können heute nicht mehr nur aus einer rein methodischen und technischen Sicht betrachtet werden. Vielmehr ist eine ganzheitlich Sicht notwendig. Produktivität ist nämlich mehr als GTD, ToDo-Listen, Terminverwaltung und alphabetische Sortierung. Produktiv ist, wer zwar weiss, wie er effektiv und effizient arbeitet, aber gleichzeitig sich und seine Fähigkeiten kennt sowie seine Energie optimal einsetzen kann.

Zum Energiemanagement gehört, den eigenen Rhythmus zu beachten, mit der eigene Energie gut umgehen und neue Energien zu gewinnen:

  • Rhythmus beachten: Ich bin ein ausgesprochener Morgenmensch. Andere Menschen laufen erst gegen Abend auf Hochtouren. Das ist weder gut noch schlecht, auch wenn wir Morgenmenschen meist bewundert werden. Neben diesem Grundtypen, den die meisten von sich wohl kennen, ist auch der ganze Tag einem Rhythmus unterworfen. Wir leben in 90-Minuten-Zyklen, vergleichbar mit den Schlafzyklen. Auch die Woche läuft rhythmisch ab: Ich bin beispielsweise am Dienstag am produktivsten, während ich am Freitag mit dem Kopf schon im Wochenende bin. Wenn man diese Rhythmen kennt, kann man seine Arbeit entsprechend darum herum planen. Auch kann man versuchen, die natürlichen Hochs zu verstärken, beispielsweise indem man einen Kaffee trinkt (und nicht erst, wenn man völlig ermüdet ist).
  • Umgang mit der Energie: Wie viel Energie man hat, ist einerseits biologisch festgelegt. Es gibt Menschen, die nicht zu bremsen sind. Andere sind eher ruhiger und haben nicht viel Power. Was wir aber aus dieser Anlage machen, liegt in unseren Händen. Durch gesunde Ernährung, genügend Bewegung und Schlaf können wir unseren Energiehaushalt positiv beeinflussen. Dadurch leisten wir mehr, aber das ist nicht alles im Leben. Nein, wir sind auch ausgeglichener, gesunder und fühlen uns besser.
  • Neue Energien gewinnen: Das ganze Leben ist eine Abfolge von Anspannung und Entspannung. Diese Bewegung zeigt sich nicht nur zwischen Wachphase und Schlaf, sondern auch im Kleinen. In der Entspannung schöpfen wir neue Energien. Deshalb ist es sehr wichtig, sich richtig zu erholen (was heute viele Menschen nicht mehr können), seine Ressourcen neu zu aktivieren und immer wieder in Schwung zu kommen.

Mit diesen ersten Gedanken möchte ich den Blick von ivanblatter.com erweitern. Ich möchte mein Augenmerk vermehrt auf das Energiemanagement richten und in loser Folge Beiträge auch zu diesem Thema schreiben. Ich bin überzeugt davon, dass ein guter Umgang mit der eigenen Energie uns zu zufriedeneren, ja glücklicheren Menschen machen kann. Und darum geht es ja schlussendlich bei allem Selbst- und Zeitmanagement.

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Ivan Blatter

Über Ivan Blatter

Ich bin Personal Trainer für neues Zeitmanagement und zeige meinen Kunden, wie sie ihre Produktivität verdoppeln und mehr erreichen, ohne sich dabei auszulaugen.

Ich helfe einerseits Solopreneuren und Unternehmern, ihr persönliches Zeitmanagement zu verbessern, so dass sie ihr volles Potential umsetzen können für ein erfolgreiches Business mit mehr Freude und Motivation. Andererseits unterstütze ich Unternehmen dabei, die Produktivität ihrer Teams zu erhöhen und so die Ziele schneller zu erreichen.

So einfach wie möglich, immer persönlich und individuell.

4 Gedanken zu „Energie- statt Zeitmanagement“

  1. Hallo Ivan, mich würde interessieren, was letztlich Dein Ziel beim Energiemanagement ist: möchtest Du mehr in derselben Zeit erledigen oder (wie Tim Ferriss) dasselbe in weniger Zeit, damit Du die gewonnene Zeit nach Lust und Laune in etwas Anders investieren kannst?

  2. @Rolf: Bei mir ist das Kriterium der Spass (nicht „Fun“, sondern Freude, Begeisterung): Ich möchte die Dinge, die mir keinen Spass machen, in weniger Zeit erledigen, damit ich mehr Zeit mit den Dingen verbringen kann, die mir Spass machen.

    Das Kriterium ist nicht „mehr, um zu…“: Ich will nicht mehr machen oder erledigen, um etwas zu erreichen (Macht, Geld, Status, Einfluss oder was auch immer). Sondern ich will mich mehr den Dingen widmen können, die mir wirklich wichtig sind.

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