Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Ich kann Ihnen ohne Risiko unterstellen, dass Sie denken, Zeitmanagement sei eine gute Sache. Schließlich lesen Sie hier ja mit.

Kein Wunder, ein gutes Zeitmanagement hilft nämlich…

  1. …Ihr Potential abzurufen;
  2. …Ihre Arbeit und Ihre Aufgaben im Griff zu haben;
  3. …abends vielleicht müde, aber zufrieden und nicht ausgelaugt zu sein;
  4. …das zu erreichen, was Sie wollen, denn mit einem guten Zeitmanagement wissen Sie auch, was Sie überhaupt wollen;
  5. …proaktiv zu handeln, der Fremdsteuerung entgegen zu wirken und das eigene Arbeitsleben besser zu kontrollieren.

Doch es gibt auch eine dunkle Seite des Zeitmanagements.

Die dunkle Seite des Zeitmanagements

Die dunkle Seite des Zeitmanagements

Ich glaube nicht, dass wir zu produktiv werden können. Doch ich glaube, dass wir uns – wie bei jedem Thema – verrennen können. Hier ein paar Beispiele, was passieren kann, wenn wir uns zu sehr um Zeitmanagement kümmern:

  • Stress steigt: Wir setzen uns selbst unter Druck, ständig produktiv sein zu müssen. Die Folge: Stress.
  • Falsche Perspektive: Ein gutes Zeitmanagement heißt nicht nur, effizienter zu arbeiten, sondern genauso wichtig ist es, effektiver zu arbeiten. So kann ich sehr effizient hunderte Blogs lesen, aber ob das effektiv ist oder ob ich in der Zeit nicht lieber neue, eigene Inhalte erstelle, steht auf einem anderen Blatt, das auch sehr wichtig ist.
  • Arbeit vergessen: Wir werden dafür bezahlt, unsere Aufgaben zu erledigen, und nicht dafür, sie optimal zu verwalten. In der Zeit, in der ich die super-tolle neue App evaluiere, bleiben meine Aufgaben liegen. Vor lauter Suche nach weiteren Optimierungen verlieren wir das eigentlich Wichtige, eben das Erledigen der Aufgaben, aus den Augen.
  • Keine Grenzen: Können wir uns noch unproduktive Zeit (wie Freizeit und Erholung) leisten? Oder beantworten wir auch noch in der Straßenbahn ins Kino und in der Filmpause ein paar E-Mails?
  • Loslassen: Produktives Arbeiten ist ein Wechsel von Anspannung und Entspannung wie Flut und Ebbe. Während des Spaziergangs ein Hörbuch oder einen Podcast hören, ist völlig in Ordnung, wenn wir für das Thema brennen. Wenn wir das aber nur hören, um keine Zeit zu verlieren, ist möglicherweise die Sichtweise etwas verkehrt.

Bleiben Sie locker

Wenn Sie sich in einigen dieser Punkte wiedergefunden haben, dann ist es Zeit, einen Schritt zurückzutreten und die eigene Einstellung gegenüber dem Zeitmanagement zu überprüfen.

Hier ein paar Fragen, die Ihnen dabei helfen:

  1. Was ist für Sie Zeitmanagement und welche Bedeutung geben Sie ihm? 20 Minuten einfach nur die Katze zu streicheln oder mit den Kindern zu spielen, kann unter dem Strich zu deutlich mehr Produktivität führen, als einfach durchzupowern.
  2. Wie erholen Sie sich?
  3. Wann lassen Sie los? Planen Sie solche Zeiten bewusst ein.
  4. Was macht Ihnen Spaß? Welche Aktivitäten oder welche Hobbys wollen oder sollten Sie mehr pflegen?
  5. Wann sind Ihre Auszeiten? Das können Sie ruhig auch als Weg-Zeiten verstehen. Wann gehen Sie physisch von Ihrer Arbeit weg und schalten von allem ab? Das können Wochenend-Trips und natürlich auch echte Reisen sein, an denen Sie nur eines tun: Reisen.

Wir sind alle Menschen. Wir haben unsere Hochs und Tiefs. Das ist im Zusammenhang mit dem produktiven Arbeiten und dem Zeitmanagement nicht anders.

Wir dürfen – oder vielleicht sollen sogar – auch unproduktiv sein. Das müssen wir aber auch zulassen können. Können Sie das?

Bildnachweis: © iStockphoto.com / alvarez

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