Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, doch ich liebe es zu sehen, wie andere Unternehmer organisiert sind.

Genau deshalb habe ich Bernd Geropp in diesem Doppelkick gebeten, seine besten Tools mit uns zu teilen. Natürlich zeige ich auch, wie ich organisiert bin.

Zwei Welten treffen hier aufeinander: Windows vs. Mac, Papier vs. papierlos. Viel Spaß damit!

Die besten Tools

Ein Blick in den Werkzeugkasten von Bernd Geropp und mir

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Alle Infos zum Podcast…

In diesem Doppelkick sprechen wir über:

  • wie wir unsere Aufgaben organisieren;
  • welche kleinen Tools uns das Leben erleichtern;
  • welche Hardware und Gegenstände wir nicht mehr missen möchten;
  • wie wir unsere Podcasts und Videos aufnehmen;
  • …und natürlich vieles mehr.

Die Links zu den Tools

In der Folge sprechen wir über viele Tools (Software und Hardware). Hier ist eine „chronologische“ Liste von den Tools und einige Artikel, die dazu passen:

Das Gespräch zum Nachlesen

Ivan Blatter: Hallo Bernd.

Bernd Geropp: Hallo Ivan.

Ivan: Heute lassen wir unsere Zuhörer in unseren Werkzeugkasten blicken. Heute geht es um Tools, nämlich darum, wie wir uns als Solopreneure organisieren und welche Tools und Hilfsmittel wir besonders nutzen. Lass uns direkt einsteigen. Ich frage dich einfach mal, wie organisierst du deine Aufgaben?

Bernd: Ich arbeite prinzipiell mit Outlook, ich bin noch ein bisschen am PC orientiert. Ich habe zwar ein iPad und auch ein iPhone, aber sonst bin ich auf der Windowsebene und verwende Outlook sehr stark. Seit einem Dreivierteljahr habe ich auch den Todoisten, und du warst ja derjenige, der mich damit infiziert hat. Das funktioniert klasse für mich, also diese Kombination, denn man kann den Todoisten auch im Outlook verwenden. Ansonsten bin ich eher papier- oder flipchartgebunden. Ich habe in meinem Raum hier im Keller ein Flipchart und ein Whiteboard, und die helfen mir dabei, immer mal wieder aufzustehen. Da habe ich auch meine Aufgaben für den Tag, meine To-do’s. Wenn ich ein solches To-do abgearbeitet habe, dann stehe ich auf und streiche es schön mit einem dicken Edding durch. Das macht immer viel Spaß.

Ivan: Dieser kleine psychologische Trick, eben das Durchstreichen oder mal ein Blatt Papier wegzuschmeißen, der ist nicht zu unterschätzen. Ich gebe selbst auch Outlook-Kurse, Zeitmanagement mit Outlook, denn ich bin der Meinung, am besten beginnt man mit dem, was man hat. Man muss nicht gleich mit irgendeinem komplizierten Tool einsteigen, sondern lieber mit dem, was man hat und was man vor allem schon kennt. Die Windows-User sind ohnehin den ganzen Tag in Outlook, weshalb also nicht auch dort die Aufgaben verwalten?

Bernd: Ganz so ist es nicht, Ivan! Wer die ganze Zeit in Outlook ist, macht meiner Ansicht nach etwas falsch. (Lacht) Das habe ich von Ivan gelernt!

Ivan: (Lacht) Das stimmt natürlich, zumindest ist Outlook häufig immer offen, nicht unbedingt wegen der Mails, sondern auch wegen des Kalenders.

Bernd: Das stimmt, da hast du Recht.

Ivan: Und wir kennen und nutzen Outlook sehr intensiv, von daher ist es eigentlich naheliegend, damit zu beginnen. Aber sag mal, was geht denn bei dir in das Outlook, was in den Todoist und was kommt auf dein Flipchart?

Bernd: Ich habe einerseits die Aufgaben, die ich mir vornehme, also „das und das muss mit der Deadline bis dahin gemacht werden“, das geht alles in den Todoisten. Früher gab es auch bei Outlook eine Aufgabenverwaltung, mit der bin ich aber nie warm geworden, weil die immer zugenommen hat, und ich konnte sie nicht so richtig organisieren. Das ist mit dem Todoisten viel besser, finde ich. Und wenn ich unterwegs irgendwelche Ideen habe, dann schreibe ich sie mir auf ein gelbes Zettelchen, und sobald ich die Möglichkeit habe, auf Outlook oder den Todoisten zuzugreifen, dann schreibe ich sie dort hinein. Das funktioniert für mich sehr gut. Gleichzeitig habe ich aber noch das Flipchart, weil ich das die ganze Zeit vor mir stehen sehe. Dort sind die Sachen drauf, die ich unbedingt machen muss. Im Todoisten sind auch Kleinigkeiten drin, zum Beispiel wird es heute mal wieder Zeit, dass ich zum Frisör gehe, also schreibe ich dort einen Frisörtermin hinein, den schreibe ich mir nicht auf das Flipchart. Auf dem Flipchart stehen beispielsweise Sachen wie der Workshop, den ich noch für einen Kunden vorbereiten muss. Und das muss auch wirklich in den nächsten zwei Tagen vorbereitet werden. Das sind die größeren Aufgabenpakete, die jetzt anliegen, die sind eigentlich auf meinem Flipchart.

Ivan: Also nutzt du das Flipchart eher zur Planung und den Todoisten und Outlook eher zur Aufgabenverwaltung?

Bernd: Ja, genau. Momentan habe ich das Flipchart als To-do-Liste, und dann habe ich noch das Whiteboard mit einem großen Plan, an dem ich auch immer noch herumschraube, welche E-Mails wann versandt werden müssen für den Launch der Online-Leadership-Plattform. Und gleichzeitig habe ich noch einen Jahresplaner, damit ich auch das Jahr immer in Sichtweite habe. Das ist bei mir auch nicht auf dem Rechner, denn ich habe es gerne im Blick. Wie machst du das? Ich weiß eigentlich von dir, dass du nur einen Apple-Computer hast, mehr ist das nicht?

Ivan: Mehrere! (Lacht) Gut, eigentlich sind es zwei. Grundsätzlich organisiere ich mich zu 80, 90 Prozent im Todoisten, einfach, weil das Programm sehr simpel ist, und trotzdem kann man dort auch komplexere To-do-Listen verwalten. Ich bin bekanntlich ein sehr großer Fan dieses Todoisten. Da stehen all meine Aufgaben drin, natürlich mit Fälligkeit, also mit einem Datum, aber auch der ganze Rest. Und ich glaube, das funktioniert für mich, weil ich regelmäßig hineinschaue. Mindestens einmal pro Woche gehe ich alle Aufgaben im Todoisten durch und überlege mir, okay, was willst du nächste Woche machen, worum solltest du dich jetzt langsam mal kümmern? Was musst du vielleicht einplanen, weil es eine größere Geschichte ist, was musst du zerteilen, damit es besser handhabbar ist? Und so weiter und fort. Und ich glaube, das ist ein entscheidender Schritt, dass man auch regelmäßig in sein Tool hineinschaut und prüft, ob alles aktuell ist. Das ist, glaube ich, spielentscheidend. Und dann gehe ich jeden Tag hin und picke mir neben den fälligen Aufgaben je nachdem noch bis zu drei Aufgaben heraus, die ich auch heute noch erledigen will, Projekte, die ich endlich vorwärts treiben will oder solche Dinge. Aber das geschieht alles im Todoist.

Außer unterwegs, wenn mir etwas einfällt, während ich unterwegs bin oder wenn eine neue Aufgabe auf mich zukommt, dann erfasse ich die nicht direkt im Todoisten sondern in meinen Apple Notizen. Der Grund ist folgender. Wenn ich das einfach im Todoist hineinschreiben würde, dann hätte ich dort solche Aufgaben drin wie „Oferte xy“ oder irgendetwas in der Art, große Dinge oder „Buch schreiben“. Das ist keine Aufgabe, das ist ein Riesenprojekt, da musst du dich mal hinsetzen und dir überlegen, was das überhaupt heißt. Was ist der erste, zweite, dritte Schritt? Und wenn ich das direkt im Todoisten erfasse, dann entsteht die Illusion, dass das bereits eine Aufgabe ist – bei mir zumindest. Natürlich hat der Todoist einen Eingang, und der ist genau dafür gemacht, dass man hinschreiben kann: „Buch schreiben“. Und wenn man die Aufgabe oder dieses Projekt nachher einsortiert, dann kann man sich die Teilaufgaben überlegen. Aber das funktioniert bei mir nicht so gut. Am Computer mache ich das so, da erfasse ich sie direkt im Todoisten, aber unterwegs nutze ich eben Apple Notizen. Und auch das hat einen kleinen Hintergrund: Ich nutze Siri, je länger, je mehr, den Sprachassistenten von iPhone, iPad und Apple Watch. Das heißt, wenn ich unter der Dusche steht und mir fällt etwas ein, dann drücke ich auf meine Apple Watch und sage „notiere: Buch schreiben“, um bei dem Beispiel zu bleiben. Und damit ist es notiert.

Bernd: Das ist dann bei den Apple Notizen drin.

Ivan: Ganz genau.

Bernd: Und diese Software versteht dich?

Ivan: Ja, sehr gut, sogar mein Schweizer Hochdeutsch (lacht).

Bernd: (Lacht)

Ivan: Das ist überhaupt kein Problem. Egal ob Siri, Google Now oder Microsoft Cortana, mit einem Sprachassistenten kann man sehr schnell und effizient eben solch kleinen Dinge notieren. Ich könnte auch Erinnerungen direkt erstellen, allerdings nicht im Todoisten, sondern in Apple Erinnerungen. Aber das geht dann blitzschnell. Auch bei Terminen, wenn ich unterwegs bin, bis ich die auf meinem Handy mit der Mini-Tastatur eingetragen habe, bin ich mit Siri zehnmal schneller. Da sage ich einfach, „neuer Termin – Podcast mit Bernd am Dienstag um 09:00 Uhr“, und dann ist der Termin eingetragen.

Bernd: Da fällt mir etwas ein. Ich höre viele Podcasts, vor allem im Auto. Du fährst ja meist mit der Bahn, aber beim Autofahren ist es ein bisschen schwierig, man hört den Podcast, und ein Kollege sagt etwas Interessantes, und dann denkt man, „Mensch, dazu habe ich eine Idee“. Was mache ich dann immer? Ich suche den nächsten Parkplatz, fahre raus, habe immer meine kleinen gelben Kärtchen und schreibe mir die Idee auf. Das ist natürlich nicht sehr effizient. Es wäre unter Umständen geschickt, und das müsste ich einmal ausprobieren, ob ich während des Fahrens quasi kurz den Podcast auf „stopp“ drücke, mich mit Siri unterhalte und die Idee auf diese Weise abspeichere. Wenn ich dich richtig verstehe, könnte das funktionieren.

Ivan: Das ist so, und vor allem, wenn du das aktuelle iPhone hast, im Moment ist es das 6S, da kannst du direkt sagen, „hey Siri“, und dann hört er dir zu. Bei einem älteren Modell, so lange es am Strom hängt, und das ist im Auto meist der Fall, funktioniert das ebenfalls. Das musst du lediglich in den Einstellungen ein Mal so einrichten. Und dann musst du gar nichts drücken, du kannst einfach in deinem Auto rufen, „hey Siri“, und dann hört dir Siri zu, und dann: „notiere geniale Idee“.

Bernd: Cool, das probiere ich mal aus!

Ivan: Das ist wirklich cool, sehr, sehr gut. Der springende Punkt ist, es geht auch darum, dass man nachher die Notizen auch abarbeitet. Aber das ist überall dasselbe, wenn du mit deinen gelben Zettelchen unterwegs bist, und du hast sie irgendwo in der Mappe oder noch im Auto und kümmerst dich nie wieder darum, dann hast du auch verloren!

Bernd: Richtig.

Ivan: Man muss in seinen Workflow einbauen, dass man diese Notizen auch regelmäßig sauber abarbeitet.

Bernd: Ja, das leuchtet mir ein, aber das ist eigentlich nicht das Problem. Für mich ist bisher eher das Problem gewesen, dass ich Auto fahre, es kommt kein Parkplatz, und ich kann es auch nicht während der Fahrt aufschreiben. Das habe ich zwar auch schon gemacht, aber das darf man nicht, auch zu Recht nicht. Und das wäre eine tolle Lösung, das muss ich ausprobieren. Super!

Ivan: Unbedingt, ja. Du siehst, Siri erleichtert mir den Alltag enorm. Der Vorteil ist auch, dass ich in der Apple-Welt zu Hause bin und alles schön integriert ist. Aber es gibt viele kleine Tools, die uns den Alltag erleichtern. Das sind vielleicht nicht die großen, komplexen Programme wie Excel oder MS Project oder weiß der Geier was, sondern es sind die kleinen Dinge. Hast du solche Tools, die dir den Alltag erleichtern?

Bernd: Ganz klar: „1Password“, ohne das wäre ich aufgeschmissen. Das ist eine Art Password-Tresor, wo meine ganzen Passwords gespeichert sind. Früher habe ich mir alles aufgeschrieben, aber dabei wirst du blöde. Vor allem ist es überall synchronisiert, auf allen Plattformen, egal, ob das Apple oder sonstwas ist. Wenn du an einer Stelle etwas eingibst, ist es überall gespeichert. Das möchte ich nicht mehr missen, das ist für mich ganz wichtig. Ansonsten, so komisch sich das anhört, ich nutze die Suchmaschine Google extrem viel. Ich merke es immer dann, wenn ich kein Internet habe oder irgendetwas kaputt ist, und ich nicht an Google herankomme. Früher war es so, dass man seine Bücher, den Brockhaus irgendwo hatte und dort nachschaute, wenn man etwas wissen wollte. Und das mache ich sehr viel mit Google. Das fällt mir gar nicht mehr auf, nur erst dann, wenn ich keinen Internetzugang habe, wie sehr ich mir dort Informationen hole.

Ivan: Das geht mir auch so, vor allem, wenn man Google richtig bedient, dann kann man die Suche sehr schön verfeinern und zum Beispiel nur PDFs suchen lassen, die zwischen dem 01.01. und dem 31.03. und nur auf Deutsch erschienen sind und so weiter, da kann man eine sehr feine Suche einstellen.

Bernd: Und was vielen gar nicht klar ist, da hat es einen unheimlichen Wandel gegeben in den letzten zehn Jahren. Ich bin der Meinung, dass ich mich innerhalb eines halben Tages, innerhalb weniger Stunden in eine Thematik einarbeiten kann und von 95 Prozent der Menschen, die keine absoluten Experten auf dem Gebiet sind, selbst als Experte wahrgenommen werde. Und das finde ich faszinierend. Du kannst dich also sehr schnell in eine Thematik hineinarbeiten mit Google, mit Wikipedia und so weiter in einer viel besseren Art und Weise, als dies früher mit Lexika möglich war.

Ivan: Und vor allem war es früher so, man hat sich Wissen angeeignet und dann bei Bedarf auf den Wissensspeicher zurückgegriffen, den man eben hatte oder nicht oder auch mit Hilfe von Notizen. Heute hingegen eignet man sich eigentlich kein Wissen mehr an, sondern man sucht es sich zusammen. Nicht nur im Internet, sondern vielleicht auch in den ganzen PDFs, die hier auf meiner Festplatte herumliegen oder in den Notizen, die ich bereits habe. Das Aneignen von Wissen hat heute einen ganz anderen Stellenwert. Und ich sage das ganz neutral, ganz ohne Wertung. Man kann das sehr bedauern, es hat bestimmt auch Nachteile, aber es hat eben auch viele Vorteile. Wie du es gerade bereits beschrieben hast, du kannst dir innerhalb weniger Stunden ein gutes Wissen, zumindest ein bestimmtes Wissen über ein Thema aneignen. Zurück zu den drei Tools, die unseren Alltag erleichtern: Hast du noch ein drittes?

Bernd: Die Kombination von Outlook und Todoist, die ist für mich sehr hilfreich bei der Planung. Früher habe ich viel mehr handschriftlich gemacht, alles auf Papier. Dann habe ich das Papier nicht gefunden, das war alles irgendwie Schrunz. Heute funktioniert es mit der Kombination ganz gut, vor allem, weil es auf allen Systemen läuft, sowohl auf dem iPhone als auf dem PC. Was würdest du sagen, welche sind deine drei Tools, die du nennen würdest?

Ivan: Wir hätten uns absprechen sollen, bei mir sind es fast die gleichen! Der Todoist, das ist ganz klar. Ein wichtiger Aspekt des Todoisten ist auch noch die Teamkommunikation. Das können alle modernen Aufgabenverwalter, ob Wunderlist, Nozbe oder Asana. Aber so ein To-do-Listenprogramm kann inzwischen die Fülle an internen Mails zumindest schon massiv verringern, es kann nämlich alles, was man früher per E-Mail diskutiert hat, zu einer Aufgabe zusammenfassen. Das war damals eben nicht bei einer Aufgabe, sondern das musste man sich mühsam im Posteingang wieder zusammensuchen. Mit diesen Programmen kann man direkt bei der entsprechenden Aufgabe kommentieren, diskutieren, Anhänge beifügen und solche Dinge. Und das kann auch sehr gegen die E-Mail-Flut helfen.

Bernd: Das hast du mir bereits gezeigt bei unserer gemeinsamen Veranstaltung des Leadership-Barcamps, zusammen mit Mike, da nutzen wir es auch, teilweise, also den Todoisten. Das ist schon klasse, vor allem, weil es so einfach funktioniert. Man muss sich nicht lange hineinarbeiten, das ist schon eine tolle Sache.

Ivan: Genau, und wenn ich dann die Aufgabe angehe, dann kann ich unten schauen, was hat Bernd dazu gesagt, was hat Mike gesagt, was habe ich dazu gesagt? So kann ich die Aufgaben viel schneller erledigen. Mein zweites Tool ist eben auch 1Password, auch da noch eine kleine Erweiterung. Der große Vorteil ist tatsächlich, dass es das Programm für MAC, Windows und Android und IOS-Geräte gibt. Windows-Phones sind ein bisschen außen vor, aber abgesehen davon ist es sehr, sehr verbreitet. Und es gibt seit einigen Monaten 1Password for Families, und jetzt neu auch 1Password for Teams. Und diese neue Version nutze ich. In 1Password legt man verschiedene Tresore an, in denen man die Passwörter speichert. Und diese Tresore kann ich teilen. Ich habe zum Beispiel einen Tresor zusammen mit meiner Frau, mit einigen Passwörtern, die wir gemeinsam benötigen. Ganz simple Dinge, zum Beispiel das Login zu unserem Supermarkt, um zu schauen, wie viele Punkte wir dort schon haben oder so etwas. Das ist ein Login, das wir beide nutzen. Und ich habe einen Tresor zusammen mit meinem virtuellen Assistenten, und das ist natürlich schon cool. Wenn ich das Password ändere, was ich relativ häufig mache, dann hat er direkt die aktualisierte Version. Er muss nicht einmal schauen, ob sich etwas verändert hat, das richtige Password steht einfach schon drin – und fertig! Und mit 1Password kann ich das Password im Browser direkt einfügen, ich muss nicht „copy & paste“ machen, sondern es geht mit einem Klick oder einem Tastendruck. Und das ist nochmal eine Ebene, die neu dazugekommen ist und die mir das Leben enorm erleichtert.

Bernd: Ja, das muss ich auch sagen.

Ivan: Und das dritte Tools, das wurde noch nicht genannt, das ist bei mir der Text Expander, das ist ein Textbausteinprogramm. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, das gibt es nur für Mac. Das heißt, du gibst ein Kürzel ein, zum Beispiel „Str“, und dann steht da deine Straße. So kann man E-Mail-Adressen, Anreden und sogar komplette E-Mails einfügen. Das ist die simpelste Funktion. Aber es geht auch noch viel weiter. Ich kann zum Beispiel, wenn ich dir eine Mail schreibe, deinen Nachnamen kopieren, und dann drücke ich „sgh“, das heißt „Sehr geehrter Herr“, das ist mein Kürzel, und dann steht da, „Sehr geehrter Herr Geropp“. Das heißt, das Programm fügt das, was ich vorher kopiert habe, an der richtigen Stelle ein. Oder ich kann Berechnungen machen, ich kann auf Tastendruck das Datum von gestern einsetzen. Das benötige ich häufig, wenn ich Dateien umbenenne, und so weiter und so fort. Das ist etwas, was zwar nicht viel Zeit spart, aber das Leben sehr erleichtert. Ich vertippe mich nie bei meiner E-Mail-Adresse, ich vertippe mich nie, wenn ich meine Webseitenadresse teile.

Bernd: Das ist geschickt!

Ivan: Als Solopreneur bekommst du häufig Anfragen, auf die du nicht unbedingt eingehen möchtest, die du gerne ablehnen möchtest. Ich habe generell das Problem, Dinge abzulehnen, darüber machen wir auch nochmal eine Folge, aber ich habe auch das Problem, wie sagst du es so, dass es der andere annehmen kann und dass es nicht zu schlimm für ihn ist? Und das habe ich mir jedes Mal von Neuem überlegt, aber jetzt habe ich einfach einen Textbaustein, den ich einsetze. Ich habe verschiedene Fälle, zum Beispiel, wenn jemand einen Gastartikel bei mir anfragt. Die lehne ich leider meistens ab, und da habe ich einen vorbereiteten Text, den ich mit diesem Textexpander per Knopfdruck einfüge. Und dann stimmt es, und alles ist gut. Sehr nützlich!

Bernd: Wie viele dieser Kürzel nutzt du oder hast du?

Ivan: Haben und nutzen ist nicht dasselbe! (Lacht) Ich habe Hunderte, also wirklich Hunderte Kürzel, aber nutzen tue ich vielleicht ein paar Dutzend davon. Es ist einfach entscheidend, dass man ein System entwickelt, um sich diese Kürzel zu merken. Meine Kürzel beginnen immer mit dem Dollarzeichen, denn das brauche ich nie, und das ist auf der Schweizer Tastatur sehr gut erreichbar. Zum Beispiel „$VG“ heißt „viele Grüße“ oder „$sgh“ heißt „sehr geehrter Herr“. Und so kann ich mir das sehr gut merken.

Bernd: Wenn ich mal völlig auf Apple umsteige, dann ist das sicher eine interessante Geschichte.

Ivan: Oder du nutzt schon jetzt Phrase Express, das wäre deine Alternative für Windows. Das gibt es auch auf Deutsch. Für die private Nutzung ist es kostenlos, für die geschäftliche Nutzung kostet es etwa 50,- Euro im Jahr, und das ist auch ein gutes Programm.

Bernd: PhraseExpress?

Ivan: Genau, PhraseExpress. Ich werde natürlich dieses und alle anderen Tools auch in den Show Notes zu dieser Folge verlinken.

Bernd: Da bin ich mal gespannt, wie du mein Whiteboard verlinken willst! (Lacht)

Ivan: Ich hoffe, du schickst mir ein Foto! (Lacht) Jetzt haben wir uns mehrheitlich über Software unterhalten, aber es gibt auch noch Hardware, also Dinge, die nicht im Computer stecken. Hardware im weiteren Sinne, ich meine nicht nur den Computer und den Drucker, sondern sonstige echte Dinge, die man anfassen kann, die uns den Alltag ebenfalls erleichtern können. Was sind deine Lieblingstools der Hardware?

Bernd: Ich bin eher sehr basic, was diese Sache angeht. Was sich für mich sehr bewährt hat: Ich nutze prinzipiell zwei PCs, also nicht nur zwei Bildschirme, sondern wirklich zwei vollkommen getrennte Rechner. Ich habe einen Laptop, der an einer Dockingstation ist und einen zweiten PC. Man kann zwar auch an nur einem Rechner oder parallel an beiden arbeiten, ja, aber da bin ich gebrandmarkt als früherer, sehr stark auf Microsoft basierenden Nutzer, weil da oft etwas abgestürzt ist oder es nicht schnell genug ging. Auf dem einen Rechner mache ich viel mit Videos, Videoproduktion, das heißt, es ist ein sehr schneller Rechner. Auf dem anderen laufen Outlook oder die normalen Arbeiten. Aber gerade, wenn ich an einer Sache arbeite und kurz ins Internet will, dann ist es mir lieber, einen zweiten Rechner zu haben. Das sind zwei PCs. Das andere genauso, das ist mehr aufgrund von Sicherheit. Wir haben beide ein sehr stark auf online basierendes Geschäft, und da ist es mir ganz wichtig, dass ich zwei Internetlines habe. Vor drei Jahren hatte ich einmal den Fall, dass ich zehn Tage kein Internet hatte, weil die Deutsche Telekom es nicht hingekriegt hat. Auf der Straße stand irgendwo etwas unter Wasser, und es war ihnen vollkommen wurscht, dass das Internet zehn Tage lang nicht funktioniert hat. Und da habe ich mir gesagt, dass mir so etwas nie wieder funktionieren wird, und deswegen habe ich gleichzeitig eine Internetleitung von Unity Media, das ist eine Firma, die eigene Kabel legt, früher für das Fernsehen, jetzt auch für Internet. Das heißt, ich habe tatsächlich zwei getrennte Leitungen. Selbst, wenn die eine Leitung kaputt ist, habe ich immer noch Internet auf der anderen Leitung, und das gibt mir eine gewisse Sicherheit. Weiter habe ich meine Whiteboards, das habe ich schon erwähnt, das Flipchart und ansonsten iPhone und iPad.

Ivan: Das ist ein guter Punkt mit den zwei PCs und den zwei Internetleitungen. Ich habe auch zwei Computer, zwei Apple-Computer, allerdings eher wegen der Mobilität. Es sind zwar beides Laptops, aber der eine ist immer stationär hier am externen Bildschirm, und dann habe ich noch einen sehr leichten für unterwegs. Ich werde demnächst den einen ersetzen dürfen, darauf freue ich mich schon! Und ich habe mir auch überlegt, ob es wieder ein Laptop werden soll oder ob ich einen einen stationären PC möchte. Dann würde ich für unterwegs nur das iPad nutzen. Aber dieser Sicherheitsgedanke, wenn mal einer kaputt ist, was machst du, wenn du nur noch das iPad hast? Das ist ein wichtiger Punkt, gerade für uns Online-Unternehmer. Und auch ich hatte schon den Fall, dass ich einen oder zwei Tage kein Internet hatte, ich musste deswegen auch schon Webinare verschieben. Das ist unglaublich blöd. Aber dann gehe ich wenigstens über das Handy ins Internet. Ich kann den Computer mit dem Handy verbinden und dann einfach über das normale Mobilfunknetz ins Internet gehen. Das funktioniert, wenn man es nicht so eilig hat, denn das ist meist nicht so schnell. Und natürlich, wenn man eine Flatrate hat.

Bernd: Ich weiß nicht, darüber könnte ich mich auch jedes Mal aufregen. Ich habe zwar eine Flatrate, die ist aber irgendwo begrenzt. Und dann wird die Geschwindigkeit auf 64 K runtergesetzt, da siehst du, wie jedes einzelne Bit durchrutscht. Das ist lächerlich. Das hat mich damals so richtig geärgert, weil die Telekom ist schuld daran, dass ich kein Internet habe, aber dann erhöhen sie auch noch die Gebühren, ich musste richtig Geld dafür bezahlen, dass es mobil wird. Anstatt zu sagen, „okay, Herr Geropp, es ist unsere Schuld“ – ist es ihnen wurscht, das sind andere Budgets oder irgendetwas, keine Ahnung. Deswegen bin ich da so ein bisschen gebrandmarkt. Ich gebe dir Recht, natürlich kann man telefonieren, aber richtig arbeiten, wenn man beispielsweise Videos hochladen will oder ein Webinar machen will, dabei würde ich mich nicht auf Mobile verlassen, zumindest nicht in Deutschland bei den Geschwindigkeiten und den lahmen Sachen, die wir haben.

Ivan: Das geht natürlich nicht, ich musste mein Webinar dann leider auch verschieben. Ich muss aber auch sagen, wir in der Schweiz sind hier vielleicht etwas mehr verwöhnt als ihr in Deutschland, also in meiner Wahrnehmung seid ihr, was Geschwindigkeit des Internets und all diese Dinge angeht, noch ziemlich weit zurück.

Bernd: Das ist nicht nur deine Wahrnehmung, das ist leider die Realität.

Ivan: Ich glaube, Deutschland muss in der Hinsicht auch aufpassen, dass sie den Anschluss an die Welt nicht verlieren.

Bernd: Ja, absolut, da gebe ich dir Recht.

Ivan: Wir von den Hardware-Tools leicht abgedriftet, was aber nichts macht. Ich habe auch noch zwei, drei Hardware-Tools, die ich gerne empfehlen möchte. Das erste, und das ist wirklich der Knaller, der hat mir unzählige Stunden gespart, das ist ein echter Dokumentenscanner. Wenn man in Richtung papierloses Büro – zumindest – strebt, dann kommt man nicht darum herum, sich einen anständigen Dokumentenscanner zu kaufen. Es gibt diese Multifunktionsgeräte, die können kopieren, faxen, drucken und eben auch scannen. Aber das ist kein Vergleich zu einem speziellen Dokumentenscanner. Ich habe einen Fujitsu ScanSnap, da legst du oben 50 Blätter rein, wartest eine Minute, und dann sind die durch. Das funktioniert sehr schnell, sehr zuverlässig, und die Blätter müssen noch nicht einmal gleich groß sein. Du kannst irgendeine Restaurantquittung reinlegen und drei A4-Blätter oder so etwas, und das funktioniert alles. So macht das papierlose Büro erst Sinn und auch Spaß. Das ist wirklich Wahnsinn.

Bernd: Ich glaube, das ist einer der nächsten Anschaffungen, die auch ich tätigen werde. Ich habe auch einen normalen Drucker mit Scanfunktion, und das funktioniert auch, wenn man damit etwas einscannen will, aber wenn man viele Sachen einscannt, dann ist das absolut nervig.

Ivan: Das ist definitiv so. Das wären dann PDFs, die eingescannt werden, und zwar auch schon in durchsuchbare PDFs umgewandelt. Das heißt, ich kann später auch im PDF selbst suchen, und das ist schon toll.

Bernd: Dann das Zweite, das ich immer wieder gerne empfehle, das ist mein Stehpult. Wir alle sitzen zu viel und zu schlecht und zu krumm und überhaupt, und da tut es einfach gut, ab und zu einmal ein halbes Stündlein oder auch ein Stündlein am Stehpult zu stehen. Das hat vielleicht mit Ergonomie zu tun, mit der Gesundheit und so, aber gerade als Solopreneur sollte man das nicht zu sehr aus den Augen verlieren. Ich kenne viele Kollegen, die Probleme mit dem Rücken haben oder sogar mit der Atmung. Wenn ich auf einem sehr bequemen Bürostuhl „herumliege“, kann ich nicht richtig atmen. Die Atmung ist sehr oberflächlich, mein Gehirn bekommt zu wenig Sauerstoff, ich werde schneller müde und kann mich nicht so gut konzentrieren, kann nicht so gut fokussieren. Das hat einen ganzen Rattenschwanz an Folgen, die wir uns durch den eigentlich superschönen und bequemen Bürostuhl einhandeln. Und deshalb liebe ich mein Stehpult. Wenn man kein Stehpult hat oder sich keines kaufen will, dann kann man Alternativen probieren. Mann kann zum Beispiel zum Telefonieren immer aufstehen oder ein niedriges Regal benutzen, wenn man irgendetwas auf Papier liest. Da gibt es unzählige Möglichkeiten. Und jemand hat mir mal geschrieben, der nutzt sein Bügelbrett als Stehpult, das ist auch eine Möglichkeit!

Bernd: Ich arbeite mit einem Kunden zusammen, das ist die BGHW, eine Berufsgenossenschaft, und dort habe ich gesehen, dass fast alle Mitarbeiter einen Schreibtisch haben, der höhenverstellbar ist, so dass man ihn hochfahren und als Stehpult nutzen kann. Das finde ich eine tolle Sache. Stehpulte finde ich prinzipiell auch sehr gut, aber ich habe mich inzwischen auf meinem Schreibtisch eingerichtet. Hätte ich dazu jetzt noch einen zusätzlichen Arbeitsplatz, würde es mit den Monitoren nicht funktionieren. Und deswegen habe ich das noch nicht gemacht. Aber wenn man etwas in der Art hat, was man automatisch hoch- und runterfahren kann, dann fände ich das die beste Lösung, denn hin und wieder ist es auch schön, zu sitzen.

Ivan: Ja, das ist definitiv so. Mir gefallen die Stehpulte nicht, die man hoch- und runterfahren kann, rein vom Ästhetischen her. Ich mag Holz, ich habe hier so einen großen Holztisch, eigentlich ist es ein Esstisch. Und ich habe ein separates Stehpult auch aus Holz, das eben dort drüben an der Wand steht. Und wenn ich da hingehen will, dann schnappe ich mir meinen Laptop und gehe hinüber, fertig. Das ist auch sehr, sehr gut.

Bernd: Stimmt, da hast du Recht.

Ivan: Ich habe noch ein weiteres Hardware-Tool, nämlich meinen Apple Pencil. Ich habe ein iPad Pro, und dazu kann man sich den Apple Pencil kaufen, diesen Stift von Apple. Und das ist unglaublich, ich habe unzählige Stifte getestet und ausprobiert, aber die waren alle nicht so gut. Mit dem Apple Pencil hast du Null Verzögerung, du kannst flüssig schreiben, deine Hand liegt auf dem iPad, es spielt keine Rolle, du schreibst einfach. Das Schreibgefühl ist natürlich niemals so wie auf Papier, das bekommst du auch nicht hin, denn du schreibst auf Glas. Aber trotzdem ist es eine sehr angenehme Art, direkt digital zu notieren, großartig!

Bernd: Das habe ich bei dir gesehen, das sieht schon gut aus.

Ivan: Im Fotoclub wollten wir jemandem eine Karte, eine Genesungskarte schreiben, und ich hatte keine Karte eingesteckt. Dann habe ich einfach mein iPad herumgegeben, jeder konnte darauf unterschreiben, in der Farbe, wie er wollte, und dann habe ich das einfach ausgedruckt, zusammen mit dem Text, und so eine sehr schöne Karte gemacht, auf der alle von Hand unterschrieben haben.

Bernd: Das ist auch cool.

Ivan: Ja, das war wirklich witzig. Lass uns wieder zurück zu den Software-Tools springen. Vielleicht eher eine Sektion für die Online-Unternehmer unter uns, nämlich meine erste Frage: Wie planst du eigentlich deinen Blog oder deinen Podcast, wie erstellst du einen Redaktionsplan, nutzt du dafür auch ein bestimmtes Tool?

Bernd: Ich mache das sehr konservativ in Excel. Ich habe es mir so aufgebaut, dass ich sage, okay, das ist die Podcastfolge, über welches Thema wird sie gehen? Ist es ein Interview oder ist es eine Solo Show? Und dahinter steht das Erscheinungsdatum, und so plane ich das. Mein Redaktionsplan, der steht bis Ende des Jahres. Dort habe ich meist eine Überschrift drin und vielleicht am Rand noch einige zusätzliche Stichworte. Ich nehme es mir aber heraus, wenn ich auf etwas keinen Bock habe, dass ich innerhalb des Planes auswechsle. Dann schiebe ich von unten etwas nach oben, was erst später geplant war, eine Aufgabe, die jetzt gerade besser hineinpasst, wie auch immer. Aber diese Planung gibt mir eine unglaubliche Ruhe, finde ich. Die Folgen selbst muss ich natürlich erstellen, das macht mir einen gewissen Druck, wenn ich nicht vorgearbeitet habe, aber die Planung an sich sagt mir zum Beispiel, dass ich genug Themen habe, und das nimmt den Druck wieder etwas heraus. Das ist überhaupt nicht das Problem. Im Gegenteil, ich habe für jedes Jahr ein eigenes Excel-Sheet, und es gibt noch ein zusätzliches Sheet, in das ich einfach nur Ideen hineinschreibe. Und das ist so voll, dass ich überhaupt keine Angst haben muss, dass nicht genügend Themen da wären. Am Anfang, als ich mit dem Podcasten angefangen habe, hatte ich ein bisschen Angst, ob ich denn überhaupt genug Themen habe, aber das ist überhaupt nicht der Fall. In meinem Ideen-Sheet steht genügend drin, das ist kein Problem.

Ivan: Ein solcher Redaktionsplan hilft einem auch, besser zu planen, dass man die Themen besser verteilt. Oder wenn man auf etwas hinweisen will, auf eine Veranstaltung oder ein Produkt, dann hat das eben Platz, und man kann auf das hinführen. Und vor allem, man muss keine Angst vor dem leeren Blatt oder dem stummen Mikrofon haben. (Lacht)

Bernd: (Lacht) Das wäre blöd, wenn das Mikrofon etwas sagen würde! Ich verstehe, was du meinst.

Ivan: Genau! (Lacht) Eben dieser Redaktionsplan nimmt einem die Angst, denn wenn man produzieren will, dann muss man nicht noch lange überlegen, was man heute aufsprechen oder schreiben könnte.

Bernd: Wenn ich nochmal anfangen würde, muss ich allerdings sagen, dann würde ich noch ein paar Zusätze in das Excel-Sheet mit hineinnehmen. Bei dir ist es auch so, wir haben über 100 Folgen, du weißt nicht mehr, welche Zusätze du bei den Sachen drin hattest. Das heißt, da wäre es günstig, sich zu notieren, „hier habe ich auf das und das hingewiesen, da auf das und das“. Das hätte ich noch hineinschreiben sollen.

Ivan: Das ist ein guter Punkt. Das machst du jetzt inzwischen?

Bernd: Nein, das habe ich mir zwar vorgenommen, aber noch nicht umgesetzt. Eigentlich könnte ich jetzt damit anfangen, aber da muss ich erst ein System finden und wahrscheinlich auch nacharbeiten, um diese Dinge später einmal austauschen zu können.

Ivan: Ich habe auch lange eine Tabelle genutzt, aber sie wurde mir zu unübersichtlich oder die Handhabung war nicht ganz so einfach. Irgendwie musste etwas Anderes her. Und jetzt experimentiere ich seit etwa einem Monat mit Trello. Das ist eigentlich ein großartiges Tool, aber ich habe mich damit nie so richtig warmlaufen können, wenn es um die To-do’s geht, rein um die To-do’s. Irgendwie hat es nicht gestimmt. Aber für den Redaktionsplan funktioniert das sehr, sehr gut. Da habe ich einfach ein Board „Redaktionsplan“, und dann habe ich verschiedene Listen, zum Beispiel „Blog“, „Podcast“, „Newsletter“, „EffizienzPLUS“ und so weiter und so fort. Und da schreibe ich schon mal die Karten hin, das sind die einzelnen Themen, über die ich schreiben oder sprechen will. Und dann gibt es auch noch einen Kalender, das heißt, sobald ich das Datum hinschreibe, wann die Folge erscheinen soll, kann ich die Ansicht umschalten und habe einen sehr schönen Kalender, habe eine Monatsübersicht und sehe, nächsten Dienstag ist dies fällig und am Donnerstag jenes. Und das ist eine Kombiniation zwischen meinem alten Excel-Sheet und einer Liste, wenn man so will, einer Liste mit Themen. Und die kann ich auch im Kalender hoch- und runterziehen und die eine Folge verschieben oder löschen und so, und das ist dann in den Listen gleich wieder gespiegelt. Es ist dann direkt in den Listen wieder korrekt. Und das gefällt mir schon sehr, sehr gut.

Bernd: Kann man das auch ausdrucken?

Ivan: Und danach mit dem Dokumentenscanner einscannen? (Lacht)

Bernd: (Lacht) Nein, nein, ich frage deswegen, denn es ist ganz komisch, ich mache das in Excel, aber ich habe einen Ausdruck davon.

Ivan: Echt, ja?

Bernd: Ich habe einen Ordner, wo ich dieses Ding mit drinhabe. Da bin ich irgendwie immer noch so, dass ich es auf Papier sehen und anfassen können will. Und nein, bei E-Mails mache ich das in der Regel nicht!

Ivan: Ich frage jetzt nicht, was du mit „in der Regel“ meinst. (Lacht)

Bernd: (Lacht) Das geht jetzt zu weit, das machen wir in einer separaten Folge.

Ivan: Aber du kennst ohnehin mein Credo: Gut ist, was für dich funktioniert. Und wenn das für dich so funktioniert, dann mach es um Gottes Willen so! Für den einen funktioniert das, für den anderen jenes, von daher gibt es überhaupt nichts dagegen einzuwenden.

Bernd: Da bin ich beruhigt!

Ivan: (Lacht) Lass uns zum Schluss vielleicht noch einen kleinen Blick auf die spezielleren Tools für die Online-Unternehmer werfen. Du bist bei den Podcasts sehr, sehr engagiert. Wie sieht deine Podcast-Ausrüstung aus?

Bernd: Ich habe einen Procaster-Mikrofon von Rode. Es gibt das Podcaster, und es gibt das Procaster, und das Procaster lässt sich mit einem Mischpult verbinden. Und weil ich über ein Mischpult arbeite, habe ich mir das geholt, und damit bin ich extrem zufrieden. Es hat auch diesen Schwanenhals, und ich habe so ein älteres Yamaha USB-Mischpult, und so mache ich die Solo-Folgen. Oder auch, wenn wir jetzt miteinander sprechen über Skype, dann verwende ich auch dieses Mikro. Ansonsten, wenn ich ein Interview in der realen Welt mache, dann habe ich normalerweise ein H4N-Aufnahmegerät mit zwei Bügelmikros C555L. Die finde ich sehr gut, die sind auch besser als die Ansteckmikros. Wenn man miteinander spricht, dann bewegt man sich, und dann raschelt das oder es nicht richtig am Anzug dran oder irgendetwas, und deswegen bin ich mit den Bügelmikros extrem zufrieden. Und als Software nutze ich entweder Audacity oder Cubase, das ist eine Musiksoftware, die eigentlich vollkommen oversized ist, damit mache ich meine Podcasts.

Ivan: Ich nutze jetzt das Shure SM7B.

Bernd: Das haben wir gestern gesehen, das sieht richtig geil aus.

Ivan: Genau, das ist jetzt meine zweite Folge, die ich mit diesem Mikrofon aufnehme, ich muss noch ein bisschen schauen, dass ich es richtig hinbekomme. Ich hatte früher ein Beyerdynamic DT 297, das ist ein Headset, also Kopfhörer und Mikro in einem. Und das hat den Vorteil, dass man sich damit bewegen kann, man kann mal aufstehen und so. Und das hat mir eigentlich sehr gefallen, aber es ging schon zweimal kaputt. Und wir mussten auch unsere Aufnahme dieser Doppelkicks schon verschieben, weil mein Mikrofon genau an dem Tag kaputtging. Und das hat mich so geärgert, dass einfach ein zweites wollte. Und jetzt habe ich dieses Shure SM7B, ich habe mich dann direkt für die Luxusvariante entschieden. Es gibt deutlich günstigere Mikrofone, aber ich habe gedacht, „ach, jetzt habe ich die Nase voll, jetzt kaufe ich mir das!“ Und das ist auch an einem Mikrofon-Arm installiert, so, wie du das geschildert hast. Das Mikrofon hängt an einem USB-Interface, das heißt, das Mikrofon hat keinen USB-Anschluss, so dass ich es nicht direkt an einen Computer anschließen kann, sondern es muss noch so ein Zwischending rein. Und das ist ein Onyx Blackjack, ein ganz kleines, simples Teil. Und dieses Teil ist dann mit meinem Computer verbunden.

Ich hatte früher auch einmal ein Mischpult, aber das war dann doch ein Overkill für mich. Mein Ziel ist es, einen leeren Schreibtisch zu haben, und wenn so ein riesiges Mischpult darauf steht, da hat mir irgendwie nicht mehr gefallen.

Bernd: Ich finde es gut, wenn da viele Knöpfe sind, aber okay! (Lacht)

Ivan: Ich war hin- und hergerissen, ich habe Freude an Geräten mit vielen Knöpfen und so, das war schon cool, (lacht) aber trotzdem! Und dann bearbeite ich die Audiodateien in Logic Pro. In der Regel reicht GarageBand, wenn man einen Mac hat, aber ich wollte einfach ein bisschen mehr und auch damit experimentieren. Das ist so ein bisschen der Spieltrieb, es ist vielleicht auch ein Overkill, aber was soll’s, es darf ja auch Spaß machen!

Bernd: Genau.

Ivan: Wie nimmst du deine Videos auf?

Bernd: Ich habe mir vor vier Jahren eine Nikon Kamera 5100 gekauft, mit einem Stativ. Und was auch sehr hilfreich ist, ich habe mir damals aus den USA einen preiswerten Teleprompter besorgt, und den nutze ich mit dem iPhone. Beim iPhone gibt es eine App, das heißt, da kann ich ein Wordfile draufladen, und diese App stellt es spiegelverkehrt dar, so dass ich es unter den Teleprompter legen kann. Das hat den Vorteil, wenn ich ein Video aufnehme, dann schaue ich wirklich exakt in die Kamera. Und wenn ich es ein bisschen übe, dann merkt keiner, dass ich es ablese, obwohl ich es tatsächlich 1:1 ablese. Und jeder fragt sich, „verdammt noch mal, wie behält der Kerl diesen ganzen Text?“ Ich behalte ich nicht, ich lese ihn ab! Das ist sehr hilfreich. Und ansonsten von der Software her verwende ich den PowerDirector von Cyberlink.

Ivan: Ich nutze vermutlich denselben Teleprompter, den habe ich mir nämlich auch aus den USA bestellt. Ich kann mein iPad ebenfalls dort hinein klemmen.

Bernd: Das geht, glaube ich, auch, es kann aber sein, dass du einen etwas größeren hast. Es ginge theoretisch, aber für mich hat es mit dem iPhone immer recht gut geklappt. Es kommt darauf an, wie weit du von dem Apparat entfernt bist.

Ivan: Ja, das stimmt. Bei mir wird es ziemlich groß angezeigt, wobei ich auch die Schriftgröße verändern kann, wenn ich will. Und ich habe dann als besonderen Gag noch eine Tastatur bei mir auf dem Boden liegen, die mit dem iPad verbunden ist. Das heißt, wenn der Text zu schnell durchscrollt, kann ich mit den Zehen schnell auf die Tatstatur drücken, und dann bleibt er stehen. Und wenn ich wieder darauf drücke, dann läuft er weiter.

Bernd: Das ist sehr gut!

Ivan: Und wenn man gut aufpasst, hört man manchmal in meinen Videos in den Pausen das „Klick“, wenn ich mit den Zehen auf „Pause“ drücke (lacht).

Bernd: Funktioniert das auch mit dem iPhone?

Ivan: Ich denke schon. Du kannst mit dem iPhone auch einfach eine Bluetooth-Tatstatur verbinden, aber ich nehme die ganz normale Tastatur, die auch sonst hier herumliegt. Das ist immer ganz lustig. Und ich nutze auch eine Fotokamera, also keine spezielle Videokamera. Das wechselt immer wieder mal, denn meine Frau und ich sind beide begeisterte Hobbyfotografen. Und dann liegen hier immer mal wieder neuere Kameras herum, und ich picke mir die heraus, die ich gut kenne, die ich gut beherrsche. Im Moment ist das vor allem meine eigene, das ist eine Fuji X-Pro2, eine großartige Kamera. Aber ich habe auch schon die Kamera meiner Frau genutzt, die hatte früher eine Canon 5D Mark III, jetzt hat sie eine Sony Alpha 7RII, irgendwie so heißt diese Kamera. Wobei, ich muss sagen, ich habe auch schon mit dem iPhone Videos gedreht. Wenn man sich nämlich vorstellt, das Video ist dann irgendwo bei YouTube relativ klein, ich meine, wir machen keine Kinofilme, da genügt die Qualität des iPhones eigentlich in der Regel schon. Und zwar spreche ich nicht nur von der Kamera auf der Rückseite, sondern auch von der vorderen. Die ist weniger gut als die hintere Kamera, aber häufig reicht das schon, um schnell mal ein Video zu machen, und die Qualität ist wirklich, wirklich gut. Dabei ist einfach wichtig, dass man auf den Ton schaut, das ist bei Videos sowieso wichtig. Also auch da habe ich ein externes Mikrofon, so ein Lavalier-Mikrofon, das ich mir ans Hemd stecken kann. Ich glaube, das ist auch noch entscheidend bei Videos.

Bernd: Ich nehme bei Videos meist auch die Bügelmikros, weil ich finde, dass damit die Qualität am besten ist, zumindest bei mir. Und was ich auch sehr wichtig finde, je nachdem, wo du es aufnimmst, dass man auch externes Licht hat. Ich habe damals extrem viel in Proxystar Flächenleuchten investiert, weil ich unten im Keller aufnehme. Und das hat sich schon bewährt. Es ist zwar aufwändig und auch nicht billig, und diese Möglichkeit gibt es heute mit Sicherheit viel preiswerter, aber darauf zu achten, gutes Licht zu haben, das halte ich für sehr wesentlich. Der Ton ist das Wichtigste, und das Zweite wäre, dass ich in Licht investiere, nicht nur in die Kamera, sondern in das Licht.

Ivan: Das sehe ich auch so. Ich habe auch verschiedene Leuchten auf Stativ, es ist ein bisschen mühsam, sie aufzubauen, aber ich habe auch noch eine andere Leuchte, eine LED-Leuchte, und die kannst du in den Blitzschuh der Kamera hineinstecken und kannst damit die Helligkeit regeln. Dann kommt das Licht zwar von vorne, aber ich mache eigentlich etwas, was man nicht machen sollte, ich nutze nämlich Mischlicht. Ich habe immer auch Tageslicht, also von draußen, das normale Tageslicht plus diese Leuchte, so dass es nicht allzu platt wirkt. In der Regel sollte man Licht nicht mischen, weil es dann von der Farbtemperatur heikel werden kann, aber hey, wir machen keinen Kinofilm, wir machen kleine Filmchen für die Webseite oder für einen Kurs. Und wenn da die Farbtemperatur nicht perfekt ist, stört das, glaube ich, niemanden.

Bernd: Ich glaube, da muss man auch einfach ein bisschen über seinen Schatten springen, gerade, wenn man sonst eher perfektionistisch veranlagt ist, dass man eben sagt, dass das nicht tragisch ist.

Ivan: Der Vorteil von Fotokameras gegenüber dem iPhone ist, du kannst den Hintergrund verschwimmen lassen. Ich bin hier in meiner natürlichen Umgebung, also bei uns in der Wohnung, und da siehst du hinten ein Büchergestell oder so etwas. Und wenn du eine gute Kamera hast und vor allem ein gutes Objektiv, dann kannst du den Hintergrund verschwimmen lassen. Und das geht mit dem iPhone nicht so gut oder gar nicht.

Bernd: Ich arbeite zum Beispiel auch mit Blue- oder Whitescreen, da musst du auch die Kamera einstellen, von der Helligkeit her, da gibt es einige Tricks. Und ich weiß nicht, ob man das mit dem iPhone so einfach machen könnte. Auch da ist es ganz gut, wenn man mit einer richtigen Kamera arbeitet.

Ivan: Das ist sicher einfacher, auch für das iPhone gibt es mittlerweile sehr gute Apps, mit denen du alles einstellen kannst, vom Weißabgleich über Helligkeit, Kontrast und die Schärfe dort setzen, wo du willst. Das gibt es inzwischen schon. Aber es ist natürlich viel bequemer an einer großen Kamera, und mit einer richtigen Kamera hast du auch mehr Möglichkeiten.

Bernd: Das ist das Faszinierende, vor vier Jahren habe ich mir diesen ganzen Kram gekauft, und das ist inzwischen alles obsolet. Das kann man heute viel einfacher machen.

Ivan: Das ist so, ja, definitiv. Ja lieber Bernd, vielen Dank für den Einblick auch in deinen Werkzeugkasten. Du siehst, wir sind doch in vielen Bereich anders organisiert. Wichtig ist jedoch, jeder muss das für sich finden, was zu ihm passt, was für ihn funktioniert und, nicht zu unterschätzen, was ihm Spaß macht! Wenn jemand Freude an seinem Papier hat, dann um Gottes Willen, und wenn einer Freude an den ganzen Knöpflein hat, super! So lange es funktioniert, ist alles gut. Ich glaube, das ist das entscheidende Kriterium. Vielen Dank, Bernd!

Bernd: Vielen Dank, Ivan, es hat mir wieder viel Spaß gemacht mit dir.

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