Du hast es in der Hand: Schaff dir den idealen Tag.

Zeit ist eine der demokratischsten Ressourcen, die es gibt: Jeder von uns hat genau 24 Stunden pro Tag.

Es gibt zum Glück keine grauen Herren, die einen antreiben, Zeit zu sparen und diese Zeit dann rauben, damit sie überleben können.

(Das ist ein Querverweis auf Momo, ein fantastisches Buch, aus dem auch Erwachsene sehr viel lernen können – nicht zuletzt auch über den Umgang mit der Zeit.)
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Der ideale Tag

Während die einen mit ihren 24 Stunden etwas Großartiges schaffen, anderen Menschen helfen oder die Welt verändern, nutzen andere ihre 24 Stunden lieber für das TV-Delirium, das Sofa-Yoga (ist dir schon aufgefallen, in welchen verrückten Positionen Menschen auf dem Sofa liegen können?) oder um sich sonst irgendwie berieseln zu lassen. Nichts tun, nichts denken, nicht handeln.

Ich bin weiß Gott keiner, der sagt, jede Minute müsse ausgenutzt werden und Ausruhen sei Zeitverschwendung! Doch ich bin einer, der versucht, aus mir und meiner Zeit etwas zu machen.

Wir schlittern manchmal in eine Routine, die weder gut ist noch uns gut tut. Es hat sich einfach so eingespielt.

Schritt für Schritt.
Ohne, dass wir es bewusst merken.
Plötzlich verbringen wir unsere Zeit so, wie wir sie halt verbringen, weil wir sie immer so verbracht haben.

Dabei haben wir jeden Tag, jede Stunde und jede Minute die Entscheidung, wie wir unsere Zeit nutzen wollen.

Klar: Wir können nicht immer einfach tun, was wir wollen, doch wir sind weitaus weniger fremdbestimmt, als wir uns eingestehen wollen.

Wir können ständig entscheiden – wenn wir bereit sind, die Konsequenzen dafür zu tragen.

  • Manchmal bin ich das nicht und ich tue etwas, worauf ich keine Lust habe.
  • Manchmal entscheide ich mich implizit und ohne darüber nachzudenken.
  • Doch manchmal entscheide ich mich ganz bewusst dafür, etwas zu tun oder zu lassen.

Entscheiden an sich ist eigentlich ganz leicht. Die Schwierigkeit liegt nur darin, dass wir uns entscheiden müssen, ohne dass wir uns ganz sicher sein können, ob wir die richtige Wahl getroffen haben:

  • Manchmal müssen wir auch Dinge loslassen, die wir an sich gut finden oder die uns Spaß machen.
  • Manchmal haben wir auch das Gefühl, dass wir etwas verpassen, wenn wir uns so entscheiden – und vielleicht stimmt das sogar.
  • Manchmal sind wir gut beraten, gewisse Dinge vorbeiziehen zu lassen und einfach mal weniger zu tun – was nicht einfach ist.

Doch wer sich entscheidet, hat auch das Gefühl der Eigenverantwortung: Ich habe die Fäden in der Hand. Ich habe mich entschieden, was nicht einfach war, aber ich habe es so gewählt.

Und wenn man auch noch ein gesundes Selbstbewusstsein hat, dann weiß man häufig, dass man sich richtig entschieden hat. Man kann sich selbst vertrauen.

Eine kleine Übung: Schaff dir den idealen Tag

Nehmen wir mal an, dein Tag ist ein komplett leeres Blatt. Keine Meetings, keine Verpflichtungen – gar nichts. Du kannst ihn jetzt befüllen, wie du magst.

Was würdest du dann hineinschreiben?

Denk nicht nur an einen einzigen Tag, sondern stell dir vor, dass dann all deine Wochentage so wären, wie du hier aufschreibst.

Diese Einschränkung soll verhindern, dass du dann einfach nur „in der Sonne liegen und Margaritas trinken“ aufschreibst. Das mag ein paar Tage Spaß machen, doch mit der Zeit wird das ziemlich öde.

Du hast ja in deinem Leben auch schon viele Verpflichtungen oder Rollen freiwillig übernommen. Schreib diese auch auf, weil du dich ja schon dafür entschieden hast (z.B. mit den Kindern spielen oder mit meiner Frau über Gott und die Welt diskutieren).

Wie würde also dein idealer Tag dann aussehen?

Wirst du jemals genau so einen Tag erleben? Keine Ahnung – vielleicht nicht. Doch er gibt dir einen Kompass und hilft dir, deine Prioritäten besser zu setzen. Schließlich weißt du dann, was dir wirklich wichtig ist.

Bildnachweis: © Depositphotos.com / olly18

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Ivan Blatter

Über Ivan Blatter

Ich bin Personal Trainer für neues Zeitmanagement und zeige meinen Kunden, wie sie ihre Produktivität verdoppeln und mehr erreichen, ohne sich dabei auszulaugen.

Ich helfe einerseits Solopreneuren und Unternehmern, ihr persönliches Zeitmanagement zu verbessern, so dass sie ihr volles Potential umsetzen können für ein erfolgreiches Business mit mehr Freude und Motivation. Andererseits unterstütze ich Unternehmen dabei, die Produktivität ihrer Teams zu erhöhen und so die Ziele schneller zu erreichen.

So einfach wie möglich, immer persönlich und individuell.

9 Gedanken zu “Du hast es in der Hand: Schaff dir den idealen Tag.”

  1. Hallo Ivan,

    die „Der ideale Tag Übung“ ist immer wieder ein großer Spaß und sehr inspirierend. Ich mache die immer mal wieder gerne, wenn ich mal nicht so gut einschlafen kann, auf Bahnfahrten oder im Flugzeug (eine Reise in der Reise quasi).

    Auch wenn ich dann nur kleine Dinge in meinem „normalen Tag“ ändere, ist das immer wieder sehr inspirierend.

    Danke und Gruß
    Thomas

  2. Hallo Ivan,
    danke für die tolle Anregung – diese kam für mich genau richtig! Oft verliert man die wichtigen Dinge aus den Augen und „man funktioniert nur mehr“ und ist tatsächlich fremdbestimmt. Werde mir Zeit nehmen und deine Übung machen – nochmals Danke für den Gedankenanstoß ;-)

    Annemarie

  3. Ein super und sehr inspirierender Artikel, hat mir gut gefallen.
    Mit dieser Übung schafft man es auch immer wieder seine Prioritäten neu zu sortieren.
    Vor allem kann man auch sehr schön sehen, wie weit man in seiner Routine von dem eigentlichen Wichtigen gerade abweicht.

    LG
    Tobias

  4. Hallo Ivan, ein sehr nachdenklich machender guter Artikel! Ich finde, gerade dieses Thema passt gut zur Fastenzeit mit der Neu-Orientierung und der Frage nach den Lebenszielen: Jedenfalls versuche ich in dieser Zeit, nicht nur auf einige „Süßis“ zu verzichten, sondern auch positiv Dinge zu tun, die wirklich „Sinn-voll“ sind, Zeit für Wesentliches zu nehmen. Ich finde es gut, wenn man da nicht nur „weglässt“, sondern versucht, das Leben auf ein neues gutes Gleis zu setzen. Mir persönlich hilft dazu das Stundengebet (findet man im Internet unter http://stundenbuch.katholisch.de/kalendertag.php), wie es in den Klöstern gebetet wird. Man schaltet den Alltag einfach aus – und man merkt, dass man nichts versäumt, sondern vieles gewinnt. Herzliche Grüße Ludger

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