Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Kleine Effekte haben manchmal grosse Auswirkungen. Besonders in meinen Trainings merke ich oft, wie ein kleiner, bestimmter Tipp, der einfach gerade passt, die Situation um ein Vielfaches mehr verbessert als ein ganzes System. Manchmal brauchen wir nur einen kleinen Stupf, einen kleinen Anstoss.

Dasselbe funktioniert leider auch in die andere Richtung. Kleine Zeiteinheiten, die wir gedankenlos verpulvern, können aus einer etwas grösseren Perspektive gesehen verpasste Chancen und Gelegenheiten am Laufmeter sein. Lesen Sie in diesem Artikel, was ich damit meine und – noch wichtig – was man dagegen tun kann.


Wir verbringen täglich viel Zeit damit, unproduktiv zu sein. Das ist gut so, wenn es eine (gute!) Pause ist; das ist weniger gut, wenn wir etwas tun, dass uns schadet oder das Energie entzieht.

Wenn Sie hier schon lange genug mitlesen, wissen Sie, dass ich nie darauf abziele, uns zu einer Maschine zu machen, die immer perfekt, effizient und produktiv läuft. Pausen, Erholung, Spass, Zufriedenheit, gute Gespräche, Zeit mit den Liebsten sind enorm wichtig.

Hier meine ich hingegen: Planlos im Internet surfen, durch die TV-Kanäle zappen, umher plempern, Dinge aufschieben, unproduktiv arbeiten oder einfach generell Zeit verschwenden.

Was täglich vielleicht nur ein paar Minuten sind, kann sich schnell summieren.

Nehmen wir an, ich surfe täglich 30 Minuten einfach planlos im Internet.
In einer Arbeitswoche macht das bereits 150 Minuten oder 2.5 Stunden.
Macht man das auch noch zu Hause so, sind das in einem Jahr bereits fast 8 volle Tage.

Nehmen wir weiter an, wir arbeiten täglich 8 Stunden. 8 volle Tage (à 24 Stunden) sind somit 24 Arbeitstage (à 8 Stunden) oder fast 5 Arbeitswochen, die wir versurft haben.

Jetzt stellen Sie sich vor, Sie hätten sich während diesen täglich 30 Minuten um ein wichtiges Projekt gekümmert.

Vielleicht nicht einmal ein Projekt für Ihren Job, sondern ein Projekt, dass Ihnen persönlich sehr am Herzen liegt. Vielleicht möchten Sie ein Buch schreiben, einen Blog führen oder einen kleinen Nebenjob aufbauen.

Wie weit wären Sie wohl in diesen 24 Arbeitstagen gekommen?

Noch ein Rechenspiel gefällig?

In Deutschland schaut ein durchschnittlicher Erwachsener täglich 221 Minuten TV, also fast 4 Stunden.

Nehmen wir an, Herr X schaut täglich nur eine halbe Stunde weniger TV und liest dafür ein Buch, das ihn beruflich weiterbringt.

Die durchschnittliche Lesegeschwindigkeit beträgt 250 Wörter pro Minute. Eine Buchseite enthalt im Schnitt 250 Wörter. Er kann also 1 Seite pro Minute oder 30 Seiten pro Tag lesen.

Nehmen wir nun noch an, ein durchschnittliches Buch hat 240 Seiten Text (ohne Inhalts-, Literaturverzeichnis etc.). Dann braucht er acht Tage, um das Buch zu lesen.

Schlagen wir noch zwei Tage drauf (also eine Stunde), da sich Herr X auch Notizen zu dem Gelesenen macht.

Damit benötigt er 10 Tage pro Buch. Er liest also alle anderthalb Wochen ein Buch, das ihn beruflich weiterbringt.

Im Jahr sind das mindestens 30 Bücher, wenn man den Urlaub, Krankheit etc. auch noch abzieht.

30 Bücher im Jahr, die ihn beruflich weiterbringen!

Wo würde wohl Herr X in 5 Jahren beruflich stehen, wenn er heute damit anfängt? Wie viel mehr würde er in 5 Jahren verdienen?

Lernt Herr X noch Schnelllese-Techniken, bringt er es mit etwas Übung auf 1’000 Wörter pro Minute. Er kann also viermal so schnell und damit viermal so viele Bücher lesen (bei gleichem Textverständnis!), also etwa 120 Bücher im Jahr!

Genug gerechnet. Sie können natürlich anstatt zu lesen auch für Ihren Blog schreiben oder für ein ehrenamtliches Projekt engagieren. Egal, das ist nur ein Beispiel.

Was will ich damit sagen? “Schauen Sie kein TV mehr”?
Nein, das wäre nicht sehr authentisch von mir. :-)

Damit will ich sagen:

Produktives Arbeiten ist auch immer bewusstes Arbeiten.

Achten Sie mal in den nächsten Tagen auf Aktivitäten, die

  • Sie Energie kosten,
  • unnötig sind,
  • Ihnen nichts bringen (Pausen, Erholung, Spass bringen etwas!) oder
  • Sie aus Ihrem Leben eliminieren möchten.

Welche davon könnten Sie ohne Verlust ersatzlos streichen?

Suchen Sie sich sinnvollere Aktivitäten und beginnen Sie ab sofort, diese umzusetzen.

Beginnen Sie mit nur 15 oder 30 Minuten, die sich ab sofort täglich sinnvoller einsetzen. Mit der Zeit können Sie diese Dauer ausdehnen.

Sie werden staunen, wo Sie sich in einem Jahr wiederfinden. :-)

Zu diesem Beitrag hat mich Steve Pavlina in der neusten Ausgabe seines Newsletter inspiriert.

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