Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Eines der sieben Prinzipien des Anti-Zeitmanagements ist “Schnelligkeit”. Hier geht es aber nicht so sehr um die absolute Geschwindigkeit, sondern eher um die Beschleunigungsfähigkeit: Wo nötig, kann man Dinge blitzschnell erledigen.

Häufig werde ich darauf angesprochen, dass ja auch Entschleunigung wichtig sei. Das stimmt.

Schnelligkeit und Entschleunigung ergänzen sich sogar. Entschleunigung gehört nämlich zum Prinzip “Entscheiden”: Ich will nicht mehr auf jede E-Mail sofort reagieren/hetzen/stressen und akzeptiere die Konsequenzen meiner Entscheidung.

So ist die Entscheidung zur Entschleunigung für einen Börsenmakler vermutlich nicht ganz ideal – außer er entscheidet sich auch für die Konsequenzen und sucht einen neuen Job. Doch selbst ein Mönch kann das Prinzip “Schnelligkeit” umsetzen, etwa wenn er sofort seelsorgerisch tätig werden soll.

Es gibt also zwei Bewegungen: Beschleunigen und entschleunigen. Schneller werden und bremsen.

Trotzdem gibt es Situationen oder Phasen, wo Sie generell beschleunigen oder bremsen sollten. In diesen Phasen ergänzen sich die beiden nicht, sondern schließen sich aus und fordern eine klare Entscheidung.

Hier sollten Sie beschleunigen

Vielleicht fallen Sie in Ihrem Job zurück. Oder Sie schaffen es nicht, Ihre Arbeit rechtzeitig zu erledigen.

Dann kann sich eine Beschleunigung lohnen. Aber nur, wenn Sie sich dabei nicht ausbeuten.

Das Prinzip “Schnelligkeit” lehrt, wie man ohne Nachteile schneller arbeiten kann. Etwa mit Hilfe von Textbausteinen, Vorlagen, Checklisten usw.

Und manchmal müssen wir einfach auf die Zähne beißen und ein außerordentliche Leistung erbringen. Das geht, wenn das nicht der Regelfall wird und wenn – zwingend! – anschließend eine Ruhephase folgt. Die kann durchaus kurz sein, muss aber da sein.

Wenn Bremsen besser ist

Dann gibt es wiederum Situationen, in denen Sie besser etwas Tempo rausnehmen. Etwa wenn Sie viele Fehler machen oder viele Gelegenheiten verpassen.

In den Zeiten des größten Stresses lehne ich mich zuerst zurück und überlege in aller Ruhe, wie ich jetzt vorgehe. Hetze ist immer die schlechteste Lösung. Wenn ich mich dann für ein Vorgehen entschieden habe, kann ich das Tempo sehr rasch und sehr stark hochfahren.

Und natürlich im Urlaub lohnt es sich, etwas auf die Bremse zu treten und bewusst neue Kraft zu schöpfen.

Was jetzt? Beschleunigen oder bremsen?

Wie beim Autofahren können Sie in diesen Fällen nicht beides gleichzeitig machen.

Sie sollten beschleunigen, wenn Sie

  • zurückliegen.
  • Ihre Ziele nicht erreichen.
  • Ihr Potential nicht ausschöpfen.
  • Dinge nicht oder zu wenig rasch zu Ende bringen.
  • Projekte aufschieben.

Sie sollten hingegen bremsen, wenn Sie

  • unzuverlässig werden.
  • Gelegenheiten und Chancen übersehen.
  • in einer Energiekrise stecken.
  • immer gehetzt sind.

Sie sehen: Je nach Situation und Phase ist es angebracht, Gas zu geben oder zu bremsen. Wichtig ist auch hier, das eigene Handeln bewusst zu reflektieren und sich selbst gegenüber ehrlich zu sein.

Fragen Sie sich also, ob Sie etwas an Ihrem Tempo ändern sollten. Was und wie könnten Sie das genau tun?

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