Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Eine klassische psychologische Strategie, um Veränderungen vorzunehmen, ist die sogenannten BAR-Strategie. Ich habe diese Strategie bei Hans Werner Rückert in seinem Klassiker zur Aufschieberitis “Schluss mit dem ewigen Aufschieben” kennen gelernt.

In diesem Artikel will ich Ihnen die BAR-Strategie anhand der Aufschieberitis vorstellen. Das Schöne ist: Sie können diese Strategie auf jede Verhaltensänderung in Ihrem Leben und besonders natürlich in Zusammenhang mit dem Zeitmanagement anwenden.

Die BAR-Strategie

Freuen Sie sich nicht zu früh: Die BAR-Strategie hat leider nichts mit dem Ort zu tun, an dem Sie nach Feierabend ein Getränk zu sich nehmen können.

BAR ist viel mehr ein Akronym für
Bewusstheit
Aktion
Rechenschaft

Das ist der magische Dreischritt, um eine Veränderung beizuführen. Im Einzelnen:

B wie Bewusstheit

Zunächst geht es darum, das Phänomen richtig zu verstehen und beispielsweise zu erkennen, wann wo und wie Sie aufschieben. Es ist also Ihre Selbstwahrnehmung gefragt, die Sie in diesem Schritt gleichzeitig auch schärfen.

Besonders bei der Aufschieberitis – aber auch in vielen anderen Zusammenhängen – ist die Sprache entscheidend, die man benutzt, wenn man zu sich selbst spricht. Sie wissen schon: Ich meine nicht Selbstgespräche, sondern die Stimme im Kopf, die sagt: “Ich muss noch unbedingt…” Hier lässt sich häufig erkennen, wo die Verkrampfungen liegen und wie wir uns selbst blockieren.

Zu diesem Schritt kann aber auch dazu gehören, das Phänomen auseinander zu nehmen und beispielsweise Bücher darüber zu lesen. Was verbirgt sich genau hinter der Aufschieberitis? Wie lässt sich die richtig umfassen und verstehen?

Der Schritt ist enorm wichtig als Voraussetzung für die weiteren beiden Schritte. Häufig überspringen wir ihn, verfallen in Hektik und tun irgendwas. Obwohl ich ein grosser Anhänger der rollenden Planung oder des “Ready – Fire – Aim“-Ansatzes bin, lohnt es sich doch meistens, zuerst zu denken, dann zu handeln.

A wie Aktion

Erst dann werden die Aktionen gegen die Aufschieberitis geplant und durchgeführt. Vielleicht haben Sie im ersten Schritt Lösungen gefunden oder Strategien, die Ihnen helfen. Oder Sie haben gelernt, wie Sie das Problem an der Wurzel packen können.

In diesem Schritt geht es also darum, sich zu überlegen: Was kann ich tun? Und dann tatsächlich und konsequent aktiv zu werden.

Vermutlich der schwierigste Schritt: Nämlich durchzuhalten, dran zu bleiben und “das Ding durchziehen” – gerade bei Aufschieberitis schon fast ein Widerspruch in sich selbst.

R wie Rechenschaft

Jeder Lernprozess, jede Veränderung muss unbedingt am Schluss die Möglichkeit bieten, Bilanz zu ziehen und (sich selbst) Rechenschaft abzulegen: Was hat funktioniert? Weshalb? Was hat nicht funktioniert? Weshalb nicht? Was kann ich anders machen? Was kann ich besser machen? Wer kann mich dabei unterstützen?

Vielleicht können Sie sich mit jemandem mit einem ähnlichen Problem austauschen oder in einem Forum beteiligen. Vielleicht haben Sie Ihre Aktionen und die Auswirkungen in einem Tagebuch festgehalten. Das können Sie jetzt beiziehen und etwas daraus lernen.


Das sind schon die magischen drei Schritte. Diese Schritte können Sie natürlich auf jede Verhaltensänderung anwenden. Werden die Schritt konsequent durchgeführt, dann schliesst sich der Kreis am Ende wieder: Nachdem man sich Rechenschaft abgelegt hat, steigt natürlich die Bewusstheit und man kann neue oder andere Aktionen planen usw.

Gerade bei Herausforderungen, die nicht nur an der Oberfläche kratzen, ist besonders der erste Schritt enorm wichtig. Nur so kommen Sie wirklich zu den Wurzeln und können Aktionen planen, die Ihnen wirklich helfen und nicht nur ein Strohfeuer sind. Bei der Aufschieberitis gibt es wohl keinen anderen Weg, geht doch gerade sie so richtig tief.

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