Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Hektik hilft dem inneren Schweinehund. Er kann sich schön dahinter verstecken und sagen: “Ich hatte noch keine Zeit, es ist so stressig im Moment.”

Natürlich stimmt das manchmal, aber der innere Schweinehund ist clever. Er ist gut getarnt und trickst Sie und Ihr Umfeld auf schlaue Weise aus.

Hektik lässt den Fokus verlieren, was einen weiteren Schubs in Richtung Aufschieberitis geben kann. Ein Leser von mir hat eine gute Gegenstrategie für sich gefunden.


Dieser Leser schreibt mir:

Ich reduziere vor Arbeitsbeginn jede mögliche Ablenkung auf ein Minimum. Konkret heißt dies: ich lasse auf der 30-40minütigen Fahrt ins Büro das Radio aus und fokussiere meine Gedanken auf eine wichtige anstehende Sache bzw. ein größeres Projekt, welches in Ruhe überlegt werden muss.

Im Büro angekommen ist eine Hürde gleich wieder etwas kleiner und der Start fällt deutlich leichter. Gefühlt nehme ich dann wesentlich mehr Schwung mit ins Büro. Zudem lenkt das Fokussieren auch gerade soviel vom Verkehr ab, dass ich mich nicht mehr über jede Unachtsamkeit anderer Verkehrsteilnehmer beklage.

Diese Ruhe im Auto habe ich für gewöhnlich den Rest des Tages nicht mehr bzw. müsste mir einen solchen Zeitraum erkämpfen.

Eine hervorragende Strategie! Er wehrt sich damit gegen die allgegenwärtige Berieselung und gegen den Zwang zum Immer-Produktiv-Sein.

Produktives Arbeiten ist immer ein Wechsel von Entspannung und Anspannung, von Ebbe und Flut. Wo nur die Flut herrscht, gibt es Überschwemmungen. Wo nur Ebbe ist, ist es langweilig. Es braucht also beides.

Übertragen auf das Zeitmanagement: Wir können nur unsere beste Leistung abrufen, wenn wir uns auch kleine Inseln im Alltag schaffen, wo wir uns bewusst erholen oder wo wir uns bewusst stärken können.

Mein Leser tut dies im Auto. Hier bereitet er sich auf den Tag vor und kommt entspannter im Büro an, als wenn er einfach nur hinhetzen, sich über den Verkehr ärgern und gleichzeitig noch etwas “tun” würde.

Auch das ist eine Form des Morgenritual. Meines sieht freilich anders aus, hat aber genau den selben Zweck: Mich fit zu machen für den neuen Tag und mir zu helfen, das Beste aus mir heraus zu holen, ohne mich auszusagen (wichtig!).

Bei der Gelegenheit: Haben Sie schon mal versucht, eine halbe Stunde früher aufzustehen und sich bewusst zu stärken?

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