Am 1.1.2015 habe ich meinen Lesern das "Du" angeboten.
In den älteren Artikeln sieze ich noch, wir bleiben aber natürlich gerne beim "Du". :-)

Als Kinder haben wir gelernt, dass man immer schön ordentlich sein muss. Später dann haben wir die chaotische Organisation entdeckt und in unserem Leben erfolgreich umgesetzt. Meist sind wir nämlich zu faul, Ordnung zu halten. Wir reden uns ein, dass wir auch in unserem chaotischen System immer alles finden. Das mag schon stimmen, aber es gibt einen ganz wesentlichen Vorteil von Ordnung, der mich zum Umdenken bewegt hat: Die Minimierung von Ablenkung.

Ablenkung vs. Fokussierung

Wir leben heute in einer Zeit, wo wir ständig abgelenkt werden: Mail-Benachrichtigung, Instant Messaging, Handys, Telefone usw. Multitasking gilt heute als Schlüsselqualifikation. Ich bin da anderer Meinung: Durch Fokussieren auf eine einzige Aufgabe arbeiten wir schneller, besser, effizienter und zufriedener. Das zeigt auch der Spitzensport: Höchstleistungen sind nur dann möglich, wenn ein Sportler es schafft, sich völlig zu fokussieren, die Tausenden von Zuschauern aus zu blenden und nur noch sich, seinen Körper und seine Aufgabe wahrnimmt. Man spricht dann auch davon, dass er im Tunnel oder in der Zone ist.
Im Job können wir uns nie ganz abschotten, aber wir können versuchen, die Ablenkungen zu minimieren und uns auf genau eine Aufgabe zu konzentrieren.

7 Tipps zu mehr Ordnung

  1. Simplify: Was braucht man wirklich? Diese Frage muss immer als erste kommen. Alles, was man nicht wirklich braucht, kommt einfach weg. Um es konkreter zu machen: Gegenstände und Dinge, die man seit Monaten oder vielleicht sogar Jahren nicht mehr gebraucht hat, kann man ruhig weg geben. Andere freuen sich vielleicht darüber. Beispiele? Gerne: Gratiskugelschreiber sind eine tolle Sache, aber man muss nicht einen Vorrat fürs Leben anlegen. Vielen haben mehr Karten für Geburtstage und sonstige Feste auf Vorrat, als sie je schreiben werden können. Nicht jede Rechnung muss man aufheben.
    Wen man mal ein kritisches Auge über all seine Dinge schweifen lässt, entdeckt man automatisch viele Sachen, die man weg geben kann.
  2. Heimatlos: Ganz grundlegend und wichtigste Regel ist, dass jedes Ding sein Zuhause haben soll. Nichts soll heimatlos sein. Die Schlüssel gehören bei mir auf den Schuhkasten, das Handy in meine Schultertasche, die Papiertaschentücher auf den Beistelltisch neben dem Computertisch, der Notizblock ebenfalls usw. Denkt euch für jeden Gegenstand einen Ort aus, wo sein Platz ist. Dieser muss für euch logisch sein, damit ihr den Gegenstand wieder findet, wenn ihr ihn braucht. Die Schlüssel in den Schrank mit den Tellern macht wenig Sinn, aber auf das Tischchen neben der Garderobe schon.
  3. Ablegen: Je einfach das Ordnungssystem ist, desto einfach ist es zu handhaben. Ich habe schon sehr ausgeklügelte Ordnungen bei mir geschaffen, aber danach nichts mehr gefunden… Ganz besonders gilt dies beim Ablegen von Papieren. Je mehr Kategorien es gibt, desto grösser werden die Grenzfälle: Lege ich meine Versicherungsrechnung unter “Rechnungen” oder unter “Versicherung” ab? Heute ordne ich meine Papiere ganz einfach alphabetisch und findet die Dinge ruckzuck. Meine Hausratsversicherung kann nur unter “H” (Hausrat) oder “A” (erster Buchstabe der Versicherungsgesellschaft) sein. Ich muss nie an mehr als vielleicht zwei Orten nachschauen und schon habe ich das Papier.
  4. Leere Flächen: Leere Flächen reizen regelrecht, etwas drauf zu legen. Doch das muss nicht sein! Leere Flächen (Schreibtisch, Regale, Beistelltische) kann man ruhig auch mal leer lassen. So ist man weniger abgelenkt, das Putzen geht viel einfacher und es sieht schön ordentlich aus.
  5. Ablenkungen minimieren: Das Prinzip der leeren Flächen kann man generalisieren: Es geht darum, die Ablenkungen zu minimieren. Dekorationsgegenstände, Bilder, Gegenstände usw. lenken ab. Man kann zwar daran Freude haben und sie mögen, aber schlussendlich lenken sie ab. Deshalb: Nur gerade so viel (Dekorations-)Gegenstände, dass man sich wohl fühlt (z.B. ein Bild von seinem Schatz auf dem Tisch, ein Bild an der Wand, eine Pflanze und – fertig), aber nicht mehr. Dasselbe gilt übrigens auch für die “gedanklichen” Ablenkungen: Mail-Benachrichtigung abschalten (wenn’s geht), Instant Messaging schliessen.
  6. Computer: Den Computer nicht aufzuräumen ist ganz einfach. Man sieht ja von aussen nicht, was für ein Durcheinander auf der Festplatte herrscht. Doch eigentlich gelten dort die selben Prinzipien. Mehr dazu findet ihr in meiner Miniserie “Ordnung im PC“.
  7. Übergangszeiten: Genau wie im Herbst, wo die Natur aufräumt (Vögel reisen ab, Bäume werfen ihre Blätter fort), gibt es täglich kurze Übergangszeiten, nämlich zwischen zwei Aufgaben. Diese Zeiten birgen Chancen, aber auch grosse Gefahren. Denn dann ist die Versuchung sehr gross, einfach das Neue hervor zu holen, ohne das Alte weg zu räumen. Gleichzeitig ist das aber genau die Zeit, in der man mühelos und ohne Aufwand für Ordnung sorgen kann, indem man nämlich ganz einfach die Dinge versorgt, die man nicht mehr braucht: Akten, “Instrumente” (Taschenrechner, Kugelschreiber, Leuchtstift usw.). Wenn man das konsequent macht, gibt es am Abend gar nicht mehr viel aufzuräumen.

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