Hast du eine Bucket List? Ich auch nicht, aber eine viel besser Liste, die mir so richtig Schwung gibt, wenn ich es brauche.

Eine Bucket List ist eine Liste mit Dingen, die man in seinem Leben noch tun will. Vom Fallschirmsprung über die Weltreise oder das Bauen eines Hauses notiert man hier all seine Wünsche. Auf deutsch wird sie häufig auch Löffel-Liste genannt. Ein etwas makaberer Begriff, denn das sind die Dinge, die man noch tun will, bevor man den Löffel abgibt (kein Witz!).

Es wird dich nicht völlig überraschen, doch ich liebe Listen.

Eine Liste kann ich dir so richtig empfehlen – auch wenn das Ergebnis bei dir keine Liste werden sollte, sondern eine MindMap, eine Collage oder eine Zeichnung.

Es geht nämlich um eine Liste mit 100 Gründen, weshalb du tust, was du tust.

Genau diese Liste hing lange Zeit bei mir in meiner Motivationsecke und ich trug sie in meinem Geldbeutel. Immer, wenn ich keine Lust hatte oder einen Extra-Schub Power benötigte, habe ich mir diese Liste durchgeschaut.

neuer Schwung
© Ivan Blatter

Du brauchst keine Disziplin, du brauchst eine starke Warum-Kraft.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, doch ich habe Mühe mit dem Begriff “Disziplin”. Das klingt mir zu sehr nach Militär, zusammengebissenen Zähnen und Gehorsam.

Alles Dinge, die man als Solo-Unternehmer eben gerade nicht (mehr) will, denn einer meiner wichtigsten Werte ist “Freiheit”.

Doch zum Glück gibt es eine Alternative zur Disziplin und Willenskraft – nämlich die Warum-Kraft.

Wer ein fest verankertes und starkes “Warum?” hat, der braucht kaum mehr Disziplin.

Disziplin braucht es höchstens zu Beginn, wenn es darum geht, etwas Neues zu starten oder etwas Wesentliches zu verändern. Oder wenn man mal den Kontakt zum eigenen “Warum”verloren hat.

Aber ansonsten ist man mit einem starken “Warum” und der daraus folgenden Warum-Kraft viel besser bedient.

100 Gründe, weshalb ich tue, was ich tue

So habe ich mich also mal hingesetzt und mich gefragt:

Weshalb tust Du eigentlich, was Du da den ganzen Tag tust?

Ich habe mir vorgenommen, mit der Übung nicht aufzuhören, bis ich 100 Gründe aufgeschrieben habe.

Das war ein hartes Stück Arbeit. Die ersten Gründe waren schnell da.

Doch dann, wenn es nicht mehr von alleine läuft, kommen die spannenden Gründe hervor. Die waren nämlich schon immer da, aber waren mir vielleicht noch nie so richtig bewusst.

Diese Gründe waren dann richtig spannend. Hier ein paar Beispiele von meiner Liste mit den 100 Gründen. Es gibt sehr naheliegende:

  • Tun, was ich will
  • Helfen, Ziele zu erreichen
  • Begeisterung neu entdecken lassen
  • Menschen stärken
  • Meine Talente zur Geltung bringen

Es gibt natürlich auch ein paar profane:

  • Applaus
  • Genug Geld verdienen
  • Freiheit
  • Bewundert werden

Und dann gibt es ein paar ganz schöne:

  • Feuer bei anderen (wieder) anzünden
  • Begeisterung verbreiten
  • Einmaligkeit fördern
  • Menschen ins Gleichgewicht bringen
  • Selbstbewusstsein bei anderen steigern

Das sind nur ein paar Beispiele von meiner Liste. Du siehst, ich habe nur Stichworte oder Halbsätze hingeschrieben. Das genügt mir bereits.

Was hat’s gebracht?

Egal, ob angestellt oder nicht: Jeder von uns muss jeden Tag aufstehen und sich zur Arbeit begeben.

Ich habe mich selbstständig gemacht, um aus dem “Müssen” ein “Wollen” zu machen.

Dazu muss ich mich aber so aufstellen, dass ich jeden Tag freiwillig meine beste Leistung abrufe. Ich brauche also eine gehörige Portion Warum-Kraft. Sonst wird das alles nichts.

Die Liste mit den 100 Gründen, weshalb ich tue, was ich tue, war nur ein Baustein dazu. Daneben gab es noch die 10 wichtigsten Werte, die mich tragen, eine Menge Zitate, die mich motivieren, und mein wichtigsten Ziel visualisiert in meiner Motivationsecke.

Ich verbringe am meisten Zeit mit …mir selbst. Deshalb möchte ich mich auch so gut kennenlernen, wie es geht. Natürlich weiß ich, wer ich bin, doch wir sehen sowieso nur das, was wir sehen wollen – auch bei uns selbst.

Deshalb liebe ich Übungen wie diese, um Dinge an mir zu entdecken, die ich bislang noch nie bewusst wahrgenommen habe.

Nebenbei: Kennst du den Auslöser, weshalb ich mich selbstständig machte? Die Kurzversion: Ich habe eine Liste mit 100 Zielen, die ich im Leben erreichen will, erstellt (schon wieder eine Liste!). Am Ende habe ich realisiert, dass hinter all den Zielen nur ganz wenige Werte stehen. Ganz oben war der Wert “Freiheit”. Ich habe daraufhin mein Mission Statement (meine Vision) aufgeschrieben und gemerkt, dass mein Weg in die Selbstständigkeit führen muss. Die etwas längere Version meiner Geschichte findest du hier.

So erstellst du deine Liste

  1. So eine Liste braucht ein wenig Zeit. Nimm dir diese Zeit, lass sie zu und reserviere dir einen halben Tag dafür. Falls du weniger lang brauchst, wird dir schon nicht langweilig. :-)
  2. Finde deine Form. Ich kann gut in Listen denken. Vielleicht passt aber ein MindMap, eine Collage oder sonst eine Form besser zu dir. Nimm das, womit du dich am Wohlsten fühlst.
  3. Höre in dich hinein und schreibe einfach drauf los. Einfach tun – mehr braucht es nicht.
  4. Gib nicht auf, bevor du 100 Gründe hast. Ich bin sicher, die bekommst du zusammen. Bleib ruhig, wenn dir nichts mehr einfällt und hör in dich hinein. Meistens läuft es dann plötzlich wieder weiter.
  5. Würdige das Ergebnis. Werde kreativ und gestalte am Schluss die Liste so, dass du so richtig Freude daran hast. Schreib sie schön auf oder gestalte ein schönes Dokument. Häng dann die Gründe auf oder druck sie ganz klein aus, damit sie in deinen Geldbeutel passt. So kannst du auch unterwegs immer wieder eine Portion Motivation tanken, wenn du es brauchst.

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